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	<title>Abstinenz - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Abstinenz&amp;diff=109147&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gib Senf dazu!: tk kl</title>
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		<updated>2025-12-29T22:11:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;tk kl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abstinenz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|abstinere}} ‚sich enthalten‘, ‚fernhalten‘) bedeutet &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Enthaltsamkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, d.&amp;amp;nbsp;h. völliger oder zeitweiser Verzicht auf bestimmte [[Genuss|Genüsse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis ins 19. Jahrhundert war der Begriff im kirchlichen und medizinischen Zusammenhang üblich für eine Mäßigung beim Essen und Trinken. Ab dem 20. Jahrhundert steht er vor allem für einen zeitweisen oder vollständigen Verzicht auf Alkohol.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dwds.de/wb/Abstinenz |titel=Abstinenz |werk=DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |hrsg=Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften |sprache=de |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff wird in der [[Alltagssprache]] und in verschiedenen Fachsprachen mit leicht abweichender Bedeutung verwendet. Seine Verwendung impliziert oft [[soziale Norm]]en (z.&amp;amp;nbsp;B. Verhaltensregeln oder [[Tabu]]s), die allgemein bekannt sind. So wird der Begriff Abstinenz auch für die Enthaltsamkeit von [[Psychotrope Substanz|psychotropen Substanzen]] allgemein,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.pschyrembel.de/Abstinenzphase/P04SS |titel=Abstinenzphase |werk=[[Pschyrembel (Medizinisches Wörterbuch)|Pschyrembel]] Online |sprache=de |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; für die Enthaltung beim Konsum von Medien&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jannis Wlachojiannis |url=https://katho-nrw.de/fileadmin/media/foschung_transfer/forschungsinstitute/DISuP/Masterthesen/Masterthesis_JWlachojiannis_2017.pdf |titel=Abstinenzentscheidung bei Medienabhängigkeit |datum=2017-03 |format=PDF |sprache=de |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und anderen Produkten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Charim&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Isolde Charim |Titel=Verzicht des Einzelnen reicht nicht: Greta-Moment statt Greta-Formel |Sammelwerk=[[die tageszeitung|taz]] |Datum=2019-09-02 |Online=https://taz.de/Verzicht-des-Einzelnen-reicht-nicht/!5617890/ |Abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und für Verzicht auf Ehe und Sexualität&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/e/enthaltsamkeit-im-christentum |titel=Enthaltsamkeit im Christentum |hrsg=Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik |sprache=de |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendet. Die Abstinenzregel in der Psychotherapie nimmt eine Sonderstellung ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bptk.de/besonders-schutzbeduerftig-patientenrechte-in-der-psychotherapie/ |titel=Besonders schutzbedürftig – Patientenrechte in der Psychotherapie |hrsg=Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) |datum=2006-12-15 |sprache=de |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwierig ist die Abgrenzung zum Begriff der [[Askese]]. Beide Begriffe stehen für eine zeitweise oder dauerhafte Enthaltsamkeit. Im 21. Jahrhundert wird Abstinenz häufiger im gesundheitlichen Zusammenhang&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/so-gesund-ist-alkoholverzicht/ |titel=So gesund ist Alkoholverzicht |hrsg=AOK |datum=2021-02-16 |sprache=de-DE |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; eingesetzt, während Askese mehr im religiös-philosophischen Kontext&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Thomas Johann Bauer |url=https://www.uni-erfurt.de/katholisch-theologische-fakultaet/fakultaet/aktuelles/theologie-aktuell/war-jesus-ein-asket-fasten-und-enthaltsamkeit-auf-dem-weg-der-nachfolge-jesu-christi |titel=War Jesus ein Asket? Fasten und Enthaltsamkeit auf dem Weg der Nachfolge Jesu Christi |hrsg=Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt |datum=2019-03-06 |sprache=de |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstinenz gegenüber Suchtmitteln ==&lt;br /&gt;
Die gesundheitlichen und psychosozialen Nachteile des [[Trinkalkohol|Alkohols]] führen manche Menschen dazu, darauf völlig zu verzichten. Wird der Alkoholgenuss nur eingeschränkt, spricht man nicht von Abstinenz. In der Behandlung der [[Alkoholkrankheit]] muss nach herrschender Meinung unbedingte Abstinenz angestrebt werden, weil eine einmal süchtige Person zeit ihres Lebens nicht mehr dazu im Stande sei, das Suchtmittel [[Mäßigung|gemäßigt]] in kontrollierter Weise zu konsumieren; [[Sucht]] sei eine Krankheit, die zwar zum Stillstand gebracht, aber niemals völlig geheilt werden könne. Abstinent lebende Alkoholiker bezeichnet man umgangssprachlich als „trocken“ und abstinent lebende Drogen- oder Medikamentenabhängige als „clean“.&amp;lt;ref&amp;gt;Dem widerspricht eine Dissertation von Peter Sadowski, siehe [[Alkoholkrankheit]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Alte Testament erwähnt den nomadischen Stamm der [[Rechabiter]], der aus religiösen Gründen auf den Konsum von [[Wein]] verzichtete. Vorläufer einer Abstinenzbewegung im modernen Sinne war der [[Orden des heiligen Christoph]]. Die [[Anonyme Alkoholiker|Anonymen Alkoholiker]], das [[Blaues Kreuz|Blaue Kreuz]] und die [[Guttempler]] sind Bewegungen, die die Abstinenz von Alkohol als Mittel gegen Alkoholsucht vertreten und deren Mitglieder strikt abstinent leben. Auch christliche Konfessionen wie die [[Heilsarmee]], die [[Siebenten-Tags-Adventisten]] und die [[Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage]] leben abstinent. All diese Gruppen praktizieren neben der Alkoholabstinenz auch Abstinenz vom [[Rauchen]] und von anderen [[Droge]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abstinenzparadigma in der Drogentherapie ===&lt;br /&gt;
Unter „Abstinenzparadigma“ versteht man in der deutschen Drogendiskussion die Ausrichtung aller Bemühungen auf die totale Enthaltsamkeit von Drogen bei süchtigen Drogenkonsumenten.&amp;lt;ref&amp;gt;Lorenz Böllinger, Heino Stöver: &amp;#039;&amp;#039;Drogenpraxis, Drogenrecht, Drogenpolitik. Handbuch für Drogenbenutzer, Eltern, Drogenberater, Ärzte und Juristen.&amp;#039;&amp;#039; 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Frankfurt 1995, S.&amp;amp;nbsp;88&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese vor allem innerhalb der deutschen Psychiatrie vertretene Strategie befürwortet, notfalls zwangsweise, stationäre Abstinenztherapien und verwirft die [[Drogensubstitution]]. Eine Gegenposition hat sich vor allem unter dem Namen [[Akzeptierende Drogenarbeit|Akzeptanzparadigma]] herausgebildet und wird neuerdings auch unter dem im Englischen üblichen, weiter gefassten Begriff der „harm reduction“ gefasst. Sie befürwortet alle Maßnahmen, die zu einer Verringerung schädlicher Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Drogen führen, z.&amp;amp;nbsp;B. Drogensubstitution, einschließlich der Verabreichung von Heroin, [[Spritzentausch]] etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstinenz gegenüber Nahrungsmitteln ==&lt;br /&gt;
Abstinenz wird in Bezug auf Speisen oft für Enthaltsamkeit gegenüber Gerichten benutzt, die aufgrund ihrer Zubereitung Alkohol enthalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.mpu-in-luebeck.de/blog-serie-alltagsfallen-was-ist-zu-beachten-beim-abstinenznachweis-2/ |titel=Blog-Serie: Alltagsfallen – Was ist zu beachten beim Abstinenznachweis? |werk=MPU in Lübeck |datum=2020-03-09 |sprache=de-DE |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gegenüber Lebensmitteln wird Abstinenz oft religiös oder philosophisch begründet, zum Beispiel beim Fasten. Medizinische Gründe sind [[Nahrungsmittelallergie]]n oder Unverträglichkeiten wie die [[Zöliakie]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/abstinenz/32 |titel=Abstinenz |hrsg=Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg |sprache=de |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Medizin wird das Aussetzen von Nahrung für eine begrenzte Zeit als [[Nahrungskarenz]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Nahrungstabu}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verzicht auf Konsum ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Konsumverweigerung}}&lt;br /&gt;
Mit dem freiwilligen Verzicht auf [[Konsum]] kann der Versuch unternommen werden, einen positiven Effekt auf das eigene Leben, beispielsweise die eigene [[Gesundheit]], oder für die Gesellschaft, etwa durch Ressourcenschonung ([[Suffizienz (Ökologie)|Suffizienz]]), zu erzielen. Für einen [[Konsumverzicht]] gibt es häufig [[Religiosität|religiöse]], [[Ethik|ethische]], [[Ökologie|ökologische]], [[volkswirtschaft]]liche, oder auch politische bzw. [[Gesellschaftskritik|gesellschaftskritische]] Motive. Letztere äußern sich oft als Kritik an einer [[Konsumismus|konsumfixierten Gesellschaft]] wie beispielsweise in der [[Klimabewegung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Charim&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Variante des Konsumverzichtes ist der zeitweilige oder dauernde freiwillige Verzicht auf den [[Massenmedien|Medienkonsum]]. Sie richtet sich z.&amp;amp;nbsp;B. gegen [[Informationsüberflutung]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://shop.bzga.de/download-20230104-1630/ |titel=Achtsamer Medienkonsum und Selbstfürsorge |hrsg=[[Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung]] |datum=2022 |sprache=de |abruf=2023-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sexuelle Abstinenz ==&lt;br /&gt;
Sexuelle Abstinenz bezeichnet die Enthaltsamkeit von sexuellen Aktivitäten. Sie umfasst zunächst den Verzicht auf [[Geschlechtsverkehr]] und kann auch die Enthaltsamkeit von [[Masturbation]] einschließen. Alltagssprachlich werden die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;Enthaltsamkeit&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Keuschheit]]&amp;#039;&amp;#039; manchmal synonym verwendet, obwohl sie verschiedenen Bereichen entstammen – &amp;#039;&amp;#039;Keuschheit&amp;#039;&amp;#039; ist ursprünglich [[Ethik|ethisch]] [[Konnotation|konnotiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Form von [[Askese]] –&amp;amp;nbsp;eine Übungspraxis im Rahmen von Selbstschulung aus religiöser oder philosophischer Motivation&amp;amp;nbsp;– ist die sexuelle Askese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben einer medizinisch gebotenen Abstinenz (z.&amp;amp;nbsp;B. infolge von Operationen oder bei bestimmten Erkrankungen) wird sexuelle Abstinenz von Angehörigen verschiedener Religionen geübt, unter anderem im Sinne von Enthaltsamkeit von [[Vorehelicher Geschlechtsverkehr|Geschlechtsverkehr vor der Ehe]] oder in bestimmten Lebensformen ([[Zölibat]], [[christliche Ehelosigkeit]] „um des Himmelreiches willen“). In modernen [[Jugendkultur]]en kann Abstinenz ein Verhalten sein, mit dem man seine Zugehörigkeit zu einer Gruppierung ausdrückt (siehe [[Straight Edge]] oder die religiös initiierte und motivierte [[Keuschheitsbewegung]] &amp;#039;&amp;#039;True Love Waits&amp;#039;&amp;#039; (auf Deutsch &amp;#039;&amp;#039;[[Wahre Liebe Wartet]]&amp;#039;&amp;#039;), in der sich Jugendliche verpflichten, auf vorehelichen Geschlechtsverkehr zu verzichten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Soziologe [[Karl Lenz (Soziologe)|Karl Lenz]] schrieb 2004 dazu:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ein tief greifender [[Kulturgeschichte|kultureller Wandel]] hat sich in der Sexualität ereignet. Das [[Tugend|kulturelle Ideal]], dass Sexualität nur in der Ehe gestattet ist, ist nahezu völlig verschwunden&amp;amp;nbsp;[…]. Sexualität ist nicht mehr länger nur auf die Ehe begrenzt, sondern hat sich in Zweierbeziehungen weit nach vorn verlagert. […] Das in dem bürgerlichen inkorporierte Sexualmodell der Ehe war primär als soziale Kontrolle über die weibliche Sexualität wirksam.&lt;br /&gt;
 |Autor=Karl Lenz&lt;br /&gt;
 |Quelle=Entgrenzte Lebensbewältigung: Jugend, Geschlecht und Jugendhilfe&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Lenz, Werner Schefold, Wolfgang Schröer: &amp;#039;&amp;#039;Entgrenzte Lebensbewältigung: Jugend, Geschlecht und Jugendhilfe.&amp;#039;&amp;#039; Juventa, Weinheim 2004, S.&amp;amp;nbsp;83 ([http://books.google.ch/books?id=lJliAEKu1BoC&amp;amp;pg=PA83&amp;amp;dq=%22Ein+tief+greifender+kultureller+Wandel+hat%22 books.google.ch]).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Enthaltsamkeitskampagnen ===&lt;br /&gt;
Besonders in den Vereinigten Staaten gibt es staatlich geförderte Enthaltsamkeitskampagnen, die laut Befürwortern [[Mutterschaft Minderjähriger|Schwangerschaften Minderjähriger]] mit dem dazugehörigen Armutsrisiko verhindern und ein Mittel zur Prävention von [[AIDS|HIV/AIDS]] darstellen sollen. Befürworter zitieren Studien, die Abstinenzprogramme für die Abnahme von Teenagerschwangerschaften mitverantwortlich machen.&amp;lt;ref&amp;gt;John Santelli et al.: &amp;#039;&amp;#039;Can changes in sexual behaviors among high school students explain the decline in teen pregnancy rates in the 1990s?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Adolescent Health]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 35, 2004, S.&amp;amp;nbsp;80–90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Studien konnten allerdings keine positive Wirkung auf die Häufigkeit ungewollter Teenager-Schwangerschaften oder [[HIV]]-Infektionsraten feststellen,&amp;lt;ref&amp;gt;Hannah Brückner, Peter Bearman: &amp;#039;&amp;#039;After the promise: The STD consequences of adolescent virginity pledges.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Adolescent Health.&amp;#039;&amp;#039; 36, 2005, S.&amp;amp;nbsp;271–278, [[doi:10.1016/j.jadohealth.2005.01.005]]. [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,497884,00.html &amp;#039;&amp;#039;Enthaltsamkeits-PR macht Jugendliche nicht keuscher&amp;#039;&amp;#039;.] [[Spiegel Online]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Süddeutsche&amp;quot;&amp;gt;[http://www.sueddeutsche.de/leben/anti-aids-programme-no-sex-kampagnen-sind-nutzlos-1.862674 &amp;#039;&amp;#039;No-Sex-Kampagnen sind nutzlos – Bundesregierung setzt auf Aufklärung&amp;#039;&amp;#039;.] [[Süddeutsche.de]], 3. August 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine nationale Studie in den USA fand sogar, dass regionale Abstinenzprogramme mit einer erhöhten Teenager-Schwangerschaftsrate [[Korrelation|korrelieren]].&amp;lt;ref&amp;gt;Katrin F. Stanger-Hall, David W. Hall: [http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0024658 &amp;#039;&amp;#039;Abstinence-Only Education and Teen Pregnancy Rates: Why We Need Comprehensive Sex Education in the U.S.&amp;#039;&amp;#039;] 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegner von Enthaltsamkeitsprogrammen kritisieren, dass die Programme mit einem Fokus auf Enthaltsamkeit oft dazu führen, dass Jugendliche wenige oder keine Informationen über Empfängnisverhütung und [[sexuell übertragbare Krankheiten]] erhalten und so nicht über Risiken informiert sind. Auch nehmen die oft religiös motivierten Programme wenig Rücksicht auf sexuell aktive oder homosexuelle Jugendliche.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.adolescenthealth.org/SAHM_Main/media/Advocacy/Positions/Jan-06-Abstinence_only_edu_policies_and_programs.pdf &amp;#039;&amp;#039;Abstinence-only education policies and programs: A position paper of the Society.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 108&amp;amp;nbsp;kB) In: &amp;#039;&amp;#039;Adolescent Medicine Journal of Adolescent Health&amp;#039;&amp;#039;, Jg.&amp;amp;nbsp;38, 2006, S.&amp;amp;nbsp;83–87&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Bedenken betreffen Drittweltländer und die HIV/AIDS-Prävention.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://berlin-institut.org/index2.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Das Ende der Aufklärung&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20071011050738}} Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der [[Welt-AIDS-Konferenz|internationalen AIDS-Konferenz]] 2006 berichteten Fachleute, dass Abstinence-only-Programme in Entwicklungsländern oder den USA kaum Wirkung zeigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Süddeutsche&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2007/33/Abdruck-Grill &amp;#039;&amp;#039;Tödliche Gebote&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 33/2007&amp;lt;/ref&amp;gt; Die deutsche [[Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung]] (BZgA) in Köln vertritt die Position, dass Enthaltsamkeitsprogramme nicht zu empfehlen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Süddeutsche&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstinenz in der Psychotherapie ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Abstinenzregel}}&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Abstinenz&amp;#039;&amp;#039; wurde zunächst von [[Sigmund Freud]] für die Verwendung in psychotherapeutischen Zusammenhängen –&amp;amp;nbsp;hier speziell der [[Psychoanalyse]]&amp;amp;nbsp;– verwendet und von später entwickelten therapeutischen Schulen übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfänglich richtete sich der Begriff an die Psychoanalytiker mit der Forderung, ihre Patienten zur Einhaltung der für die Behandlung wichtigen Abstinenzregel zu bewegen. Sie beschreibt nach [[Jean Laplanche|Laplanche]] und [[Jean-Bertrand Pontalis|Pontalis]] einen&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Grundsatz, wonach die psychoanalytische Behandlung so geführt werden soll, daß [sic!] der Patient die geringstmögliche Ersatzbefriedigung für seine Symptome findet. Für den Analytiker schließt er die Regel ein, dem Patienten die Befriedigung seiner Wünsche zu versagen und tatsächlich die Rolle zu übernehmen, die dieser bestrebt ist, ihm aufzudrängen. In bestimmten Fällen und an bestimmten Punkten der Behandlung gehört es zur Abstinenzregel, das Subjekt auf den Wiederholungscharakter seines Verhaltens hinzuweisen, der die Arbeit des Erinnerns und Durcharbeitens hemmt.&lt;br /&gt;
 |Autor=Laplanche &amp;amp; Pontalis&lt;br /&gt;
 |Quelle=[[Das Vokabular der Psychoanalyse]]&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jean Laplanche, Jean-Bertrand Pontalis |Titel=Das Vokabular der Psychoanalyse |Reihe=Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft |BandReihe=I |NummerReihe=7 |Auflage=1. |Verlag=Suhrkamp |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1973 |Seiten=22 |Kommentar=ISBN in Buchausgabe: 3-518-17607-7 |DNB=540124540}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Diese Definition lässt allerdings die zweite Hälfte vermissen, die sich an Psychoanalytiker und andere Psychotherapeuten mit der Forderung wendet, ihrerseits während der Behandlung abstinent zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Psychotherapie]] bezeichnet der Begriff eine Grundhaltung des Therapeuten, keine persönlichen Interessen zu verfolgen. Es ist ihm dann untersagt, das Gespräch für die eigene Unterhaltung zu nutzen bzw. dem Patienten eigene Interessen mitzuteilen, wie etwa dass er selbst gern dies oder jenes tut oder welches Hobby der Therapeut hat. Abstinenz kann aber auch bedeuten, dem Patienten keine Ratschläge zu erteilen, weil dann dessen eigene Entscheidungsfindung beeinflusst wird. Insbesondere auch drastische Negativbeurteilungen verstoßen gegen das Prinzip der Abstinenz. Die Prinzipien der therapeutischen Abstinenz entsprechen denen der [[Wertfreiheit]]. In Notfällen kann sogar Einmischung erforderlich sein, sonst ist freundlich abwartendes Vorgehen wünschenswert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stavros Mentzos]]: &amp;#039;&amp;#039;Neurotische Konfliktverarbeitung, Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuerer Perspektiven&amp;#039;&amp;#039;. Kindler Verlag, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1992, S.&amp;amp;nbsp;269, 271–272&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forderung nach therapeutischer Abstinenz leitet sich aus der [[Widerstand (Psychologie)|Widerstandsanalyse]] ab. Vom Therapeuten muss dieselbe Haltung erwartet werden, wie er sie von seinem Patienten erwartet, nämlich die einer [[Ichspaltung#Die therapeutische Ichspaltung|&amp;#039;&amp;#039;therapeutischen Ich-Spaltung&amp;#039;&amp;#039;]]. Das heißt, dass sich das Ich in einen beobachtenden und einen erlebenden Teil spalten soll.&amp;lt;ref&amp;gt;S. O. Hoffmann, G.Hochapfel: &amp;#039;&amp;#039;Neurosenlehre, Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin&amp;#039;&amp;#039;. CompactLehrbuch, Schattauer, Stuttgart 2003, S.&amp;amp;nbsp;409&amp;lt;/ref&amp;gt; Der beobachtende Teil dient der distanzierten Analyse von Sachverhalten, der erlebende der mitmenschlichen Anteilnahme. Das Einhalten der Abstinenzregel bedeutet also nicht, eine emotional ausschließlich kalte und distanzierte Haltung einzunehmen, sondern die einander entgegengesetzten Standpunkte nacheinander abwechselnd selbst einzunehmen und gegeneinander abzuwägen. Dies gilt auch für das [[Arbeitsbündnis (Psychoanalyse)|Arbeitsbündnis]] mit dem Therapeuten, das nur durch eine emotional anteilnehmende Haltung auf beiden Seiten und durch gegenseitiges Interesse am Fortschritt der Therapie aufgebaut werden kann, aber auch gelegentlich kritischer und nüchtern distanzierter Betrachtung bedarf, um nicht hinreichend bewusste Fehler zu vermeiden. Abstinenz bedeutet somit auch, einander entgegengesetzte Standpunkte nicht zu vermischen, sondern sauber abzuwägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstinenz wird vor allem in der [[Tiefenpsychologie|tiefenpsychologischen]] Psychotherapie gefordert. Andere psychologische Schulen verfolgen andere Herangehensweisen. In Deutschland kann ein [[Psychologischer Psychotherapeut]], der sich über das Abstinenzgebot hinwegsetzt, nach § 174c Abs. 2 StGB bestraft werden und zivil- sowie berufsrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Hahn: &amp;#039;&amp;#039;Das psychotherapeutische Abstinenzgebot des §&amp;amp;nbsp;174c Abs.&amp;amp;nbsp;2 StGB – Ein „fehlgeschlagener Versuch“ des Gesetzgebers?&amp;#039;&amp;#039; Gesundheitsrecht (GesR) 2011, S.&amp;amp;nbsp;649–655.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Abstinenzbewegung]]&lt;br /&gt;
* [[Abstinenznachweis]]&lt;br /&gt;
* [[Freitagsopfer]]&lt;br /&gt;
* [[Triebverzicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{TRE|1|392|398|Abstinenz/Abstinenzbewegungen|Berndt Gustafssonr}}&lt;br /&gt;
* Peter Sadowski: &amp;#039;&amp;#039;Selbstmanagement-Therapie: Interventionen in einer stationären Rehabilitation wegen Alkoholabhängigkeit&amp;#039;&amp;#039;, 2007. Diese Dissertation basiert auf jahrzehntelang gesammelten praktischen Erfahrungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://epub.ub.uni-greifswald.de/home?source_opus=461 |titel=OPUS 4 {{!}} Publikationsserver der Universität Greifswald |abruf=2022-11-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Basierend darauf veröffentlichte Sadowski ein allgemeinverständliches Buch:&lt;br /&gt;
* Peter Sadowski: &amp;#039;&amp;#039;Der mündige Trinker. Selbstmanagement-Therapie für Alkoholkranke.&amp;#039;&amp;#039; dgvt-Verlag, 2007, ISBN 978-3-87159-066-5 (www.der-muendige-trinker.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Abstinence|Abstinenz}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Enthaltsamkeit}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Enthaltsamkeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4137441-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tugend]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Askese]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tiefenpsychologie und Psychoanalyse]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Gib Senf dazu!</name></author>
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