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	<title>Abri IX - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T05:45:03Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Abri_IX&amp;diff=625407&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;08Linus: Typo, Form, Commonscat mit Helferlein hinzugefügt</title>
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		<updated>2025-05-04T01:02:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typo, Form, Commonscat mit &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Wurgl/8Schwestern&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Wurgl/8Schwestern (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Helferlein&lt;/a&gt; hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:AbriIX(Total).jpg|mini|Das Abri IX am Bettenröder Berg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:AbriIX(Innenraum).JPG|mini|Blick in den durch den Überhang geschützten Innenraum des Abri IX]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Abri]] IX&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein archäologischer Fundplatz an einem Felsüberhang am Bettenroder Berg bei [[Reinhausen (Gleichen)|Reinhausen]], in der Gemeinde [[Gleichen]], unweit von [[Göttingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde zwischen 1988 und 1990 umfassend [[archäologisch]] untersucht. Der Abri IX nimmt zum einen durch seine intensive menschliche Nutzung, zum anderen durch die dort gemachten [[Chronologie|chronologischen]] und naturhistorischen Beobachtungen eine Sonderrolle unter den [[altsteinzeit]]lichen Fundplätzen Deutschlands ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abri ist etwa 11,5&amp;amp;nbsp;m breit und etwa 3&amp;amp;nbsp;m tief, die Höhe beträgt ca. 6,5&amp;amp;nbsp;m. Der Innenraum hat etwa 30&amp;amp;nbsp;m² Fläche. Insgesamt erbrachte die Grabung etwa 8.000 [[Steingerät]]e und knapp 20.000 Tierknochen. Es konnten mehrere Nutzungshorizonte zwischen [[Mittelpaläolithikum]] und Spät[[mesolithikum]] nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologische Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
Wie die Höhlen, so gehören auch Abris zu den Orten, die seit der mittleren Altsteinzeit immer wieder von Menschen aufgesucht wurden. Hinzu kommen die außergewöhnlich guten archäologischen Bedingungen unter Abris. Knochen erhalten sich häufig durch den hohen Kalkgehalt der abwitternden Gesteinsbrocken auch in kalkarmen Böden hervorragend. Zudem findet sich unter vielen niedersächsischen Abris eine genau datierbare Ablagerung von Flugasche ([[Pyroklastika|Tephra]]). Diese Asche stammt vom „[[Laacher See#Geologie und vulkanische Aktivitäten|Laacher-See-Vulkanausbruch]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits um das Jahr 1900 gab es im Leinetal bei Göttingen eine Reihe von Zufallsfunden von Tierknochen und Steingeräten, die offensichtlich mit nahegelegenen Abris in Verbindung standen. 1935 gab es eine erste Ausgrabung unter einem Abri im Klustal durch H. Krüger vom [[Städtisches Museum Göttingen|Städtischen Museum Göttingen]]. 1966 und 1970 wurden die bisher bekannten Fundstellen und Objekte durch Sickenberg und Raddatz publiziert, wobei auch erstmals auf eine Abri-Problematik und möglichen zukünftigen Forschungsschwerpunkt hingewiesen wurde. Ab 1979 entwickelte sich unter Leitung von [[Klaus Grote]] ein fächerübergreifendes Forschungsprojekt zu den Abris im Leinetal. Bis 1992 wurden so rund 1500 Abris erfasst, davon konnten bisher über [[Sondage]]n und Probegrabungen 103 archäologisch positiv belegt werden. Besonders in der regionalen Forschungsgeschichte konnte durch das gesamte Projekt zur Abriforschung eine bestehende Lücke geschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begehungshorizonte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelpaläolithikum ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Bettenröder Berg gelang es erstmals, unter einem Buntsandsteinabri eine [[Mittelpaläolithikum|mittelpaläolithische]] Begehung nachzuweisen. Dies ist insofern besonders, als die Entstehung der Abris aufgrund ihrer geologischen Kurzlebigkeit zumeist in die [[letzte Kaltzeit]] datiert wird. Damit könnte im Leinebergland zumindest theoretisch mit dem Vorhandensein weiterer Altabris zu rechnen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fundschicht lagen elf geschlagene [[Artefakt (Archäologie)|Artefakte]] aus [[Kieselschiefer]]. Das Material stammte wohl aus Flussschottern des westlichen [[Harzvorland]]s oder der Ober[[weser]]. Der westliche Teil des Abri barg einige Knochen vom Wildpferd. Eine zugehörige Herd- oder Feuerstelle konnte nicht gefunden werden. Über Vergleiche des Inventars mit dem der nordhessischen Fundplätzen Buhlen und Fritzlar wird diese Besiedlungsphase ins altweichselzeitliche [[Micoquien]] datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jungpaläolithikum ===&lt;br /&gt;
Nach einer etwas längeren Periode der Nichtbegehung findet sich ein wohl am ehesten ins Magdalenien IV-V zu datierender [[Jungpaläolithikum|jungpaläolithischer]] Fundhorizont. In dieser Phase wurde der Innenraum auf einer Fläche von etwa 4&amp;amp;nbsp;m² mit ortsfremden [[Sandstein]]platten ausgelegt. Die Platten sind zwischen 6 und 30&amp;amp;nbsp;cm groß und stammen wohl aus dem nahegelegenen [[Wendebach]]. Sie wurden dem anstehenden [[Buntsandstein]] wohl vorgezogen, weil sie nicht mehr aussandeten, sondern durch den Aufenthalt im Wasser kernhart waren. Die Platten wurden wohl als Sitzgelegenheiten, Arbeitsunterlagen und Kochplatten benutzt. Dies legt auch eine Reihe von Kratzspuren auf den Steinen nahe, die wohl am ehesten als Arbeitsspuren angesprochen werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Jagdbeute dienten wohl vor allem [[Ren]], [[Wildrind]], Wildschwein, Hase und in größerer Anzahl Schneehühner. Rund 7 % der Knochen zeigten die Einwirkung von Feuer, was auf das Kochen der Nahrung hindeutet. Darüber hinaus weist die Anhäufung von Knochenfunden die Herdstelle zusätzlich als zentralen Bezugsort aus. Das Abri wurde wohl im Jungpaläolithikum noch mindestens weitere zwei Male aufgesucht. Allerdings handelte es sich wohl nur um kurzzeitige Begehungen, die keine größeren Fundansammlungen zurückließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätpaläolithikum ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkt unterhalb des Laacher [[Tuff]]s findet sich eine spätpaläolithische Begehungsphase. Der Innenraum wird erneut zumindest teilweise mit einem Steinpflaster versehen. Diesmal dominiert allerdings [[Schutt|Gesteinsbruch]] vom Berg selbst. Auch hier findet sich eine Feuerstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Jagdwild orientiert sich mit Rothirsch, Wildschwein und Reh eher an waldgebundene Arten. Einige wenige verkohlte Haselnussschalen können als mögliche Beweise von Sammeltätigkeiten gedeutet werden. An diesem veränderten Nahrungsangebot zeigt sich sehr deutlich der ablaufende Klimawechsel. Unter den Steinartefakten dominiert nun nordischer [[Feuerstein|Flint]] mit 41 Stücken. Zwei dieser Artefakte lassen sich eindeutig als Federmesser ansprechen, womit eine Begehung durch die Federmessergruppe wahrscheinlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühmesolithikum ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits die erste Begehungsphase über dem Laacher Tuff enthält ein deutlich mesolithisches Inventar. Über die gefundenen Schalen der damaligen Schneckenfauna lässt sich diese erste Begehung noch ins [[Präboreal]] datieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Boreal (Klimastufe)|Boreal]] wurde das Abri in kürzeren Abständen häufiger aufgesucht. Innerhalb der daraus resultierenden Schichtenpackung findet sich eine ganze Reihe von Feuerstellen. Das Sammeln von Nüssen und Früchten wird nun wichtiger, zumindest finden sich größere Mengen verkohlter (unbestimmbarer) Fruchtreste und vor allem Haselnussschalen. Zu diesen Funden passt auch ein als Nussknacker gedeutetes Gerät, mit einer gepickten Mulde auf der Oberseite, offenbar ein Unterlegstein zum Aufschlagen der Schalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberhalb einer dünnen, fast fundfreien Schicht findet sich der ausgedehnteste mesolithische [[Wohnplatz#Archäologie|Wohnplatzhorizont]]. Neben den bereits genannten Nahrungsquellen finden sich hier auch Süßwassermuscheln, teils zu Schmuck verarbeitet. Es gibt erneut eine zentrale Herdstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besonderheit dieses Siedlungshorizontes sind aber die zwei Kinderbestattungen, die nahe der westlichen Rückwand entdeckt wurden. Es handelte sich um einen etwa anderthalb Jahre alten Jungen und um ein etwa zweieinhalb bis drei Jahre altes Mädchen. Bei beiden handelte es sich um die zum Auffindungszeitpunkt einzigen gesicherten mesolithischen Bestattungen in Niedersachsen. Direkte AMS-Datierungen der Menschenreste konnten allerdings inzwischen einen eisenzeitlichen Zusammenhang der Kinderbestattungen nachweisen (Grab I: ca. 460 v.&amp;amp;nbsp;Chr.; Grab II: ca. 800 v.&amp;amp;nbsp;Chr.).&amp;lt;ref&amp;gt;K. Grote und T. Terberger, Die prähistorischen  Kinderbestattungen vom Abri Bettenroder Berg IX im Reinhäuser Wald bei Göttingen. Archäologisches Korrespondenzblatt 41, 2011, 189–195, [[doi:10.11588/ak.2011.2.51837]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätmesolithikum ===&lt;br /&gt;
Aus dem Spätmesolithikum liegen noch einmal zwei Siedlungsphasen vor. Aus diesem Horizont liegt ein reichhaltiges Fundmaterial vor, das erneut vor allem Knochen und Steingeräte beinhaltet. Erstmals liegen auch frühe Zeugnisse eines langsamen Überganges zur [[neolithikum|neolithischen]] Wirtschaftsweise vor. Es fanden sich wenige verkohlte Getreidereste von Gerste und [[Emmer (Getreide)|Emmer]]. Unter den Tierknochen gibt es Hinweise auf Ziege und Schaf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Steingeräten finden sich ebenfalls auffällige Stücke, zwei klingenförmige Flintabschläge mit Sichelglanz, die in ihrer Form den altneolithisch [[Bandkeramik|Bandkeramischen]] „[[Erntemesser]]n“ sehr nahestehen. Dies legt für diese [[mesolithikum|spätmesolithischen]] Bewohner einen zumindest entfernten Kontakt zu einer frühen Bauernkultur nahe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Klaus Grote]], H. D. Freese: &amp;#039;&amp;#039;Die Felsschutzdächer im südniedersächsischen Bergland&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;, 51, 1982, {{ISSN|0342-1406}}, S. 17–70.&lt;br /&gt;
* Klaus Grote: &amp;#039;&amp;#039;Die Abris im südlichen Leinebergland bei Göttingen. Archäologische Befunde zum Leben unter Felsschutzdächern in urgeschichtlicher Zeit&amp;#039;&amp;#039;. Band 1–2 (3 Teile). Isensee, Oldenburg 1994, ISBN 3-89442-172-X, (&amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Urgeschichtlichen Sammlungen des Landesmuseums zu Hannover&amp;#039;&amp;#039; 43).&lt;br /&gt;
* Klaus Grote: &amp;#039;&amp;#039;Urgeschichtlich besiedelte Felsdächer (Abris)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;10 Jahre Kreisarchäologie Göttingen&amp;#039;&amp;#039;. Braunschweigisches Landesmuseum, Braunschweig 1989, (&amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Braunschweigischen Landesmuseums&amp;#039;&amp;#039; 55, {{ZDB|1198674-8}}), S. 8–11.&lt;br /&gt;
* Klaus Grote: &amp;#039;&amp;#039;Als die Asche vom Himmel fiel&amp;#039;&amp;#039;. In: Archäologie in Niedersachsen Band 6 2003 Isensee Oldenburg S. 17–21&lt;br /&gt;
* Klaus Grote: &amp;#039;&amp;#039;Die Buntsandsteinabris im südniedersächsischen Bergland&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunde&amp;#039;&amp;#039; N. F. 39, 1988, {{ISSN|0342-0736}}, S. 1–43.&lt;br /&gt;
* Klaus Grote: &amp;#039;&amp;#039;Zum Leben unter Felsschutzdächern. Jäger und Sammler in Südniedersachsen am Ende der letzten Eiszeit&amp;#039;&amp;#039;. In: Manfred Boetzkes (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;EisZeit. Das große Abenteuer der Naturbeherrschung&amp;#039;&amp;#039;. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung. Thorbecke u. a., Stuttgart 1999, ISBN 3-7995-3663-9, S. 223–239.&lt;br /&gt;
* Hartmut Thieme: &amp;#039;&amp;#039;Alt- und Mittelsteinzeit&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Hans-Jürgen Häßler]] (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Ur- und Frühgeschichte in Niedersachsen&amp;#039;&amp;#039;. Theiss, Stuttgart 1991, ISBN 3-8062-0495-0, S. 97–99.&lt;br /&gt;
* Klaus Grote: &amp;#039;&amp;#039;Das Abri Bettenroder Berg IX im Reinhäuser Wald bei Göttingen&amp;#039;&amp;#039; In: [[Mamoun Fansa]], Frank Both, [[Henning Haßmann]] (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Archäologie|Land|Niedersachsen. 400.000 Jahre Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Landesmuseum für Natur und Mensch, Oldenburg 2004. Seite 227–230.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.grote-archaeologie.de/abris.html Weiterführende Informationen zu den Abris im Leinebergland]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=51/27/55/N|EW=10/0/38/E|region=DE-NI|type=landmark}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--mglw ist das 100&amp;amp;nbsp;m entfernte nö Ende des Berghangs mit Felswand relevant?: NS=51/28/14/N|EW=10/01/03/E--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Abri 9}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinzeitlicher Fundplatz in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Gleichen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abri|#9]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Micoquien]]&lt;/div&gt;</summary>
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