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	<title>Aargauer Klosterstreit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Str1977: /* Auswirkungen */</title>
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		<updated>2025-09-08T13:53:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Auswirkungen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Aargauer Klosterstreit - Guckkasten 25. März 1841.jpg|mini|hochkant=1.67|Katholiken und Liberale streiten um die Aargauer Klöster: Karikatur aus dem Satiremagazin &amp;#039;&amp;#039;[[Guckkasten (Satiremagazin)|Guckkasten]]&amp;#039;&amp;#039; vom 25. März 1841]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aargauer Klosterstreit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;So bezeichnet von [[Gustav Vogt (Jurist)|Gustav Vogt]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Revision der schweizerischen Bundesverfassung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Vierteljahrsschrift]]&amp;#039;&amp;#039;, 28. Jahrgang (1865), Heft&amp;amp;nbsp;4, S.&amp;amp;nbsp;70–113 (248–291), hier: S.&amp;amp;nbsp;86&amp;amp;nbsp;(264) [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dvs&amp;amp;datum=1865&amp;amp;page=1107 (Digitalisat)].&amp;lt;/ref&amp;gt; war eine Auseinandersetzung zwischen dem [[Kanton Aargau]] und den katholisch-konservativen Kantonen der [[Schweiz]], die ihren Ursprung in der Aufhebung aller Aargauer [[Kloster|Klöster]] im Jahr 1841 hatte. Dieser Konflikt hatte beinahe einen Krieg mit [[Kaisertum Österreich|Österreich]] zur Folge und mündete schliesslich in den [[Sonderbundskrieg]] von 1847.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Nach der Annahme der [[Badener Artikel]] stellte die von (meist [[Reformierte Kirchen|reformierten]]) Liberalen dominierte Aargauer Kantonsregierung im Jahr 1835 die Klöster unter staatliche Verwaltung, verfügte die Schliessung der [[Klosterschule]]n und verhängte ein Verbot zur Aufnahme von [[Noviziat|Novizen]]. Die Verfassung von 1831 sah eine Totalrevision innerhalb von zehn Jahren vor. Die Ende 1840 neu ausgearbeitete Verfassung unterschied sich kaum von der alten und wurde in der Volksabstimmung abgelehnt. Die Liberalen störten sich an der [[Konfessionelle Parität|Parität]], dem Grundsatz, dass in allen Behörden gleich viele Reformierte wie Katholiken vertreten sein mussten. Der zweite Entwurf fiel in ihrem Sinne aus und wurde am 5. Januar 1841 mit 58 % angenommen. Dabei reichte die Zustimmung von 0 % im katholischen Wahlkreis [[Rohrdorf AG|Rohrdorf]] bis 99 % im reformierten Wahlkreis [[Brugg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Seiler, Steigmeier: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Aargaus.&amp;#039;&amp;#039; S. 116.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Engelmann Kapuziner Baden.jpg|mini|[[Édouard Pingret]]: &amp;#039;&amp;#039;Capucin de la ville de Bade&amp;#039;&amp;#039;, Lithografie bei [[Godefroy Engelmann]], 1824]]&lt;br /&gt;
Konservative katholische Kreise – allen voran das [[Bünzer Komitee]], das mehrere Volksversammlungen gegen die neue Verfassung organisiert hatte – wollten sich mit dem Resultat nicht abfinden. Die Kantonsregierung gab den Befehl, die Mitglieder des Komitees zu verhaften. Regierungsrat [[Franz Waller]] begab sich am 10. Januar mit [[Gendarmerie#Schweiz|Landjägern]] nach [[Muri AG|Muri]], um die Verhaftungen vorzunehmen. Eine aufgebrachte Menschenmenge setzte sie jedoch im [[Amtshaus (Muri)|Amtshaus]] fest und befreite die verhafteten Komiteemitglieder. In [[Bremgarten AG|Bremgarten]] umstellten mehrere hundert Bewaffnete das Rathaus und erzwangen die Freilassung weiterer Komiteemitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Staehelin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Aargau 1830–1885.&amp;#039;&amp;#039; S. 89–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 11. Januar marschierten Regierungstruppen ins [[Freiamt (Schweiz)|Freiamt]] ein. Bei [[Villmergen]] kam es zu einem Gefecht, bei dem zwei Soldaten und sieben Aufständische starben. Noch ohne Kenntnis davon, dass der Aufstand im Freiamt rasch niedergeschlagen worden war, brachen auch in den Bezirken [[Bezirk Baden (Aargau)|Baden]] und [[Bezirk Zurzach|Zurzach]] Unruhen aus, die sich aber mangels Koordination rasch wieder legten. Am Abend des 12. Januar hatte die Regierung die Lage wieder unter Kontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Staehelin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Aargau 1830–1885.&amp;#039;&amp;#039; S. 94–96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Klosteraufhebung ==&lt;br /&gt;
Am 13. Januar 1841 forderte der liberale (damals katholische, später [[Christkatholische Kirche der Schweiz|christkatholische]]) Seminardirektor [[Augustin Keller (Politiker)|Augustin Keller]] in einer Rede im [[Grosser Rat (Aargau)|Grossen Rat]] die Schliessung sämtlicher Klöster. Er bezeichnete sie als «Ursprung allen Übels» und Drahtzieher des konservativen Putschversuches. Sein Antrag auf sofortige Aufhebung der Klöster wurde mit 115 zu 19 Stimmen angenommen, bei 9 Enthaltungen. Aufgrund der eiligst einberufenen Sitzung konnte die grosse Mehrheit der katholischen Grossräte an der Sitzung im reformierten [[Aarau]] gar nicht teilnehmen, beispielsweise war von den 16 Abgeordneten des Bezirks Muri nur einer anwesend. Die Sitzung hätte schon am 12. Januar stattfinden sollen, war aber aufgrund der vielen (vor allem katholischen) Absenzen gar nicht beschlussfähig. Ein kantonales Rechtsmittel gegen den Beschluss gab es nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Staehelin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Aargau 1830–1885.&amp;#039;&amp;#039; S. 97–98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung schritt unmittelbar zur Tat und ging dabei wenig zimperlich vor. [[Ordensschwester|Nonnen]] erhielten eine Frist von acht Tagen, um aus den Klöstern auszuziehen, [[Ordensbruder|Ordensleute]] mussten sogar den Kanton innerhalb von 48 Stunden verlassen. Geschlossen wurden die [[Benediktiner]]klöster [[Kloster Muri|Muri]] (das 1845 nach [[Muri-Gries]] transferiert wurde), [[Kloster Hermetschwil|Hermetschwil]] und [[Kloster Fahr|Fahr]], die [[Zisterzienser]]klöster [[Kloster Wettingen|Wettingen]] und [[Kloster Gnadenthal (Aargau)|Gnadenthal]], die [[Kapuziner]]klöster [[Kapuzinerkloster Baden|Baden]] und [[Kapuzinerkloster Bremgarten|Bremgarten]] sowie das [[Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt (Baden)|Chorherrenstift in Baden]]. Der Kanton zog die Klostervermögen von insgesamt 6,5 Millionen Franken ein (dies entsprach dem Siebenfachen der jährlichen Steuereinnahmen) und überführte die Bestände der Klosterbibliotheken in die [[Aargauer Kantonsbibliothek|Kantonsbibliothek]] in Aarau.&amp;lt;ref&amp;gt;Seiler, Steigmeier: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Aargaus.&amp;#039;&amp;#039; S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Staat ersetzte das Armenwesen der Klöster nur unvollständig, so dass die Armut in vielen von der Klosteraufhebung betroffenen Gemeinden wuchs. Das Versprechen der Regierung, die Klostervermögen vollumfänglich für Kirchen-, Schul- und Armenzwecke zu verwenden, wurde in der Realität nicht eingehalten, da ein Grossteil unter verschiedenen Titeln (Steuerersatzkapital, Ersatz der Okkupationskosten) in die Staatskasse floss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar hatte es nach der Kantonsgründung 1803 bereits mehrere [[Säkularisierung]]en von Klöstern gegeben, doch schlug das Vorgehen der Kantonsregierung wie eine Bombe ein, da es sich gegen „bestbekannte, blühende Korporationen“ richtete und mit großer Rücksichtslosigkeit vollzogen wurde. Der Kanton Aargau hatte damit auch gegen den [[Bundesvertrag]] von 1815 verstossen, der den Fortbestand der Klöster garantierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Staehelin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Aargau 1830–1885.&amp;#039;&amp;#039; S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Klosteraufhebung trug auch massgeblich zur Entfremdung des [[Freiamt (Schweiz)|Freiamts]] gegenüber dem Kanton bei. Ein ansehnlicher Teil des geldlich nicht erfassbaren reichen Kulturgutes (besonders der Klosterschatz) der Klöster, das nicht an die Pfarreien verteilt werden konnte (da sich viele weigerten, dieses in ihren Augen gestohlene Gut anzunehmen), wurde samt und sonders an Händler in aller Welt veräussert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ereignisse sorgten auch im benachbarten katholischen Ausland für grossen Unmut. [[Klemens Wenzel Lothar von Metternich|Fürst Metternich]], der österreichische Staatskanzler und Garant der am [[Wiener Kongress]] festgelegten Ordnung, liess sogar einen Plan für eine militärische Intervention ausarbeiten. Die Tatsache, dass [[Frankreich]] jeglichen Konflikt vermeiden wollte und Österreich sich auch mit anderen Problemen auseinandersetzen musste, verhinderte ein militärisches Eingreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Staehelin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Aargau 1830–1885.&amp;#039;&amp;#039; S. 103.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. August 1843 stimmte der Grosse Rat einem Kompromiss zu, zu dem sich die Kantonsregierung nach langwierigen Verhandlungen bereit erklärt hatte. Die vier Frauenklöster Baden, Fahr, Gnadenthal und Hermetschwil wurden wieder zugelassen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|obo|07|09|1843|3|Schweizerische Eidgenossenschaft|ALTSEITE=987}}&amp;lt;/ref&amp;gt; hingegen blieben die Männerklöster für immer geschlossen. Die Mehrheit der [[Tagsatzung]] erklärte die Angelegenheit am 31. August 1843 mit zwölf Stimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|izl|30|09|1843|8|Ausland}}&amp;lt;/ref&amp;gt; für erledigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Staehelin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Aargau 1830–1885.&amp;#039;&amp;#039; S. 107–108.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|obo|09|09|1843|4|Schweizerische Eidgenossenschaft|ALTSEITE=996}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser ursprünglich rein aargauische Konflikt vertiefte die Gräben zwischen Katholiken und Reformierten in der ganzen Schweiz noch weiter. Die Spannungen entluden sich schliesslich 1847 im [[Sonderbundskrieg]], der in der Folge zur Gründung des modernen schweizerischen Bundesstaates führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor = [[Nold Halder]], Heinrich Staehelin, [[Willi Gautschi]] | Titel=Geschichte des Kantons Aargau 1830–1885 | Verlag = Baden Verlag | Ort = Baden | Jahr=1978 | Band = Band 2: &amp;#039;&amp;#039;1830–1885&amp;#039;&amp;#039;| DNB = 810599856 | OCLC =  4931132}}&lt;br /&gt;
* [[Norbert Orthen]] (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Der Aargauer Klosterstreit&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Cistercienser Chronik]]&amp;#039;&amp;#039; 129 (2022), Heft 1, S. 69–72.&lt;br /&gt;
* {{HLS|17240|Aargauer Klosterstreit|Autor=Othmar Pfyl|Datum=22. September 2000 |Zugriff=&amp;lt;!--2020-10-02--&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
* Annina Sandmeier-Walt: &amp;#039;&amp;#039;Der Aargauer Klosterstreit 1841 in bildlichen Darstellungen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Murensia&amp;#039;&amp;#039;. Band 3). Chronos Verlag, Zürich 2016, ISBN 978-3-0340-1359-8 ([https://www.geschichte.kloster-muri.ch/sites/default/files/files/murensia_3_sandmeier_bs.pdf digitale Ausgabe]).&lt;br /&gt;
* Annina Sandmeier-Walt: &amp;#039;&amp;#039;Die Aufhebung des Klosters Muri: Der Aargauer Klosterstreit in Schweizer Erinnerungskulturen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Murenser Monografien&amp;#039;&amp;#039;. Band 4). Chronos Verlag, Zürich 2019, ISBN 978-3-0340-1547-9.&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=Christophe Seiler, [[Andreas Steigmeier]]| Titel=Geschichte des Aargaus. Illustrierter Überblick von der Urzeit bis zur Gegenwart | Verlag= AT | Ort=Aarau | Jahr=1991 | ISBN=3-85502-410-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.srf.ch/audio/zeitblende/augustin-keller-vom-aargauer-klosterstreit-zum-bundesstaat?id=12365851 &amp;#039;&amp;#039;Augustin Keller: Vom Aargauer Klosterstreit zum Bundesstaat&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitblende&amp;#039;&amp;#039; von &amp;#039;&amp;#039;[[Schweizer Radio und Fernsehen]]&amp;#039;&amp;#039; vom 8. April 2023 (Audio)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Katholizismus in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Kontroverse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum im Kanton Aargau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kanton Aargau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1840er]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Politikgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Geschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt (19. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Str1977</name></author>
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