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	<title>-bar - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=-bar&amp;diff=1079146&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alazon: /* Regelmäßige Bildungsweise */ + Kommentar</title>
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		<updated>2026-04-06T18:48:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Regelmäßige Bildungsweise: &lt;/span&gt; + Kommentar&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein häufiges [[Suffix]] in der deutschen [[Wortbildung]]. Seine typischste Verwendung besteht darin, [[Transitives Verb|transitive Verben]] zu Adjektiven [[Derivation (Linguistik)|abzuleiten]], zum Beispiel: „heilen“ → „heilbar“. Die Bedeutung von &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; ist meistens, dass das vom verbalen [[Wortstamm]] bezeichnete Ereignis möglich ist (also eine [[Modalität (Sprachwissenschaft)|modale Bedeutung]]). Zum Beispiel ist eine „&amp;#039;&amp;#039;heilbare&amp;#039;&amp;#039; Krankheit“ eine Krankheit von einer Art, so dass man &amp;#039;&amp;#039;sie heilen kann.&amp;#039;&amp;#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
Das Suffix &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; geht zurück auf ein [[althochdeutsch]]es Verbaladjektiv &amp;#039;&amp;#039;bāri&amp;#039;&amp;#039;, abgeleitet von dem Verb &amp;#039;&amp;#039;beran&amp;#039;&amp;#039; „tragen“. Bereits im Althochdeutschen ist eine wortbildende Funktion zu sehen, allerdings zunächst in der Art eines [[Komposition (Grammatik)|Kompositums]] mit einem Substantiv, zum Beispiel &amp;#039;&amp;#039;thancbari&amp;#039;&amp;#039; dank-bar, wörtlich: „Dank tragend“. Die Verwendung als Ableitung von Verb zu Adjektiv existiert seit dem Spät-[[Mittelhochdeutsche Sprache|Mittelhochdeutschen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/-bar#etymwb-1 dwds.de: Lemma &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039;], Abschnitt „Etymologie“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Produktivität und Ausbreitung ==&lt;br /&gt;
Unter den Wortbildungssuffixen im heutigen Deutsch ist &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; ein besonders [[Produktivität (Sprache)|produktives]] Element,&amp;lt;ref&amp;gt;[[#fleiba|Fleischer &amp;amp; Barz (2012)]], S.&amp;amp;nbsp;75.&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. es kann auf praktisch alle (sogar auch neu in die Sprache gekommene) Wortstämme angewendet werden, die die formalen Voraussetzungen für die Wortbildungsregel erfüllen (siehe nächster Abschnitt); es gibt also keine abgeschlossene Liste von Wörtern, die &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; enthalten. Produktiv ist allerdings nur die Ableitung von einem Verb (mit Objekt) zu einem Adjektiv; eine abgeschlossene Liste von erstarrten Fällen mit anderen Zerlegungen kommt hinzu (z.&amp;amp;nbsp;B. „dienstbar, jagdbar“ mit substantivischem Stamm).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Verwendung von &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; wird ein starker Anstieg seit dem 19. Jahrhundert gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinz Best: &amp;#039;&amp;#039;Spracherwerb, Sprachwandel und Wortschatzwachstum in Texten. Zur Reichweite des Piotrowski-Gesetzes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Glottometrics&amp;#039;&amp;#039; 6, 2003, 9–34 (PDF [https://www.ram-verlag.eu/wp-content/uploads/2018/08/g6zeit.pdf#page=12 Volltext online]). Siehe S.&amp;amp;nbsp;17, dort unter Rückgriff auf eine Arbeit von Flury (1964).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbildungsmuster mit &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
=== Regelmäßige Bildungsweise ===&lt;br /&gt;
In seiner regulären, produktiven Verwendung verbindet sich &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; mit dem Stamm eines transitiven Verbs und erzeugt daraus ein Adjektiv. Dieses Adjektiv (A) bezeichnet dann eine Eigenschaft, deren Träger dem zweiten Argument des Verbs (V) entspricht (unten als Variable y notiert). Daher kann die Bildung mit einer Passivkonstruktion umschrieben werden, und das gesamte Verfahren wird oft als „passivähnlich“ bezeichnet (anders als bei der Passivierung sind aber V und A zwei verschiedene Wörter).&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot; style=&amp;quot;margin-left:1em; padding:1em; text-align: left&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;1&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;10&amp;quot;&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;border-bottom:thin solid&amp;quot;|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;V&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;br&amp;gt;(verbaler Stamm) || ||style=&amp;quot;border-bottom:thin solid&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;A&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;br&amp;gt; (abgeleitetes Adjektiv) ||style=&amp;quot;border-bottom:thin solid&amp;quot;| Umschreibung &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| x &amp;#039;&amp;#039;heilt&amp;#039;&amp;#039; y || → || y [ist] &amp;#039;&amp;#039;heilbar&amp;#039;&amp;#039; || „y kann geheilt werden“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| x &amp;#039;&amp;#039;überträgt&amp;#039;&amp;#039; y || → || y [ist] &amp;#039;&amp;#039;übertragbar&amp;#039;&amp;#039; || „y kann übertragen werden“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| x &amp;#039;&amp;#039;grenzt&amp;#039;&amp;#039; y (von z) &amp;#039;&amp;#039;ab&amp;#039;&amp;#039; || → ||y [ist] (von z) &amp;#039;&amp;#039;abgrenzbar&amp;#039;&amp;#039; || „y kann von z abgegrenzt werden“&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie das letzte Beispiel oben zeigt, können zusätzliche Ergänzungen eines Verbs für das abgeleitete Adjektiv übernommen werden („Argumentvererbung“, in diesem Fall für das Argument z).&amp;lt;ref&amp;gt;Für die Darstellung dieses Mechanismus insgesamt vgl. Susan Olsen: &amp;#039;&amp;#039;Wortbildung im Deutschen. Eine Einführung in die Theorie der Wortstruktur.&amp;#039;&amp;#039; Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1986, ISBN 3-520-66001-6. Siehe S.&amp;amp;nbsp;88&amp;amp;nbsp;f. Direkt von dort das letzte Beispiel zur Übernahme obliquer Ergänzungen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es können auch manche Ergänzungen eines Verbs zum Argument des Adjektivs werden, die keine direkten Objekte sind (anders als bei der Passivierung):&amp;lt;ref&amp;gt;[[#fleiba|Fleischer &amp;amp; Barz (2012)]], S.&amp;amp;nbsp;334.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „x verfügt über y“ → „y ist verfügbar“&lt;br /&gt;
* „x verzichtet auf y“ → „y ist verzichtbar“&lt;br /&gt;
Unregelmäßigkeiten in der Form zeigen sich bei:&amp;lt;ref&amp;gt;[[#fleiba|Fleischer &amp;amp; Barz (2012)]], S.&amp;amp;nbsp;333, Abschnitt 1.1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* sehen → sichtbar (aber regulär: voraussehen → voraussehbar)&lt;br /&gt;
* gehen → gangbar (aber: begehen → begehbar)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Verben ===&lt;br /&gt;
Intransitive (d.&amp;amp;nbsp;h. einstellige) Verben kommen nur in begrenztem Maß vor, häufig auch nur zusammen mit dem [[Negation (Grammatik)|Verneinungspräfix]] &amp;#039;&amp;#039;un-&amp;#039;&amp;#039;:&amp;lt;ref&amp;gt;[[#fleiba|Fleischer &amp;amp; Barz (2012)]], S.&amp;amp;nbsp;333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „y brennt“ → „y ist brennbar“&lt;br /&gt;
* „y sinkt nicht“ → „y ist unsinkbar“&lt;br /&gt;
* „y versiegt nicht“ → „y ist unversiegbar“&lt;br /&gt;
Teilweise liegen hier [[Unakkusativisches Verb|unakkusativische Verben]] vor, also intransitive Verben, deren einziges Argument Eigenschaften wie sonst ein grammatisches Objekt aufweist. Viele Bildungen mit solchen Verben sind aber blockiert. Dann wiederum gibt es aber Fälle, die als Sprachspiel und scherzhafte Bildungen Verbreitung erlangt haben, etwa: „unabsteigbar“ („kann nicht absteigen“, von einem Fußballverein gesagt).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/unabsteigbar dwds.de] Lemma „unabsteigbar“ (dort als scherzhafte Bildung eingeordnet).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eindeutig außerhalb des produktiven Musters stehen Bildungen wie „haftbar“ = „x muss (für etwas) haften“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Irreguläre Erweiterungen ===&lt;br /&gt;
Die hohe Produktivität der Bildungen auf &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; schlägt sich in einigen spielerischen Erweiterungen der Bildungsmuster nieder: In der Werbesprache wurden vereinzelt irreguläre Ableitungen aus Adjektiven propagiert. Recht bekannt wurde das Beispiel „unkaputtbar“ für eine neu entwickelte Getränkeflasche aus Kunststoff.&amp;lt;ref&amp;gt;Nina Janich: &amp;#039;&amp;#039;Werbesprache. Ein Arbeitsbuch.&amp;#039;&amp;#039; 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Narr, Tübingen 2001, ISBN 3-8233-4974-0, S.&amp;amp;nbsp;106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem gleichen Muster wurde für Fahrradreifen, die mit einer Spezialkautschukschicht unter der Lauffläche gegen Splitter geschützt sind, der Ausdruck „unplattbar“ gebildet.&amp;lt;ref&amp;gt;Werbeslogan für den Marathon Plus Reifen, vgl. {{Webarchiv|url=http://www.schwalbe.com/de/unplattbar-site.html |wayback=20140619162602 |text=Archivierte Kopie }}, abgerufen am 17. Juni 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die irreguläre Bildungsweise weckt die Aufmerksamkeit der Leser und erreicht somit einen für die Werbung erwünschten Effekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lautliche Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
Der Verbstamm, den man durch Abtrennen der Infinitivendung &amp;#039;&amp;#039;-en&amp;#039;&amp;#039; erhalten kann, ergibt manchmal zusammen mit dem Suffix &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; eine nicht verarbeitbare Kombination:&lt;br /&gt;
* „ordnen“, Stamm: &amp;#039;&amp;#039;ordn-&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* „rechnen“, Stamm: &amp;#039;&amp;#039;rechn-&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* „atmen“, Stamm: &amp;#039;&amp;#039;atm-&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Verbindung mit &amp;#039;&amp;#039;-bar&amp;#039;&amp;#039; erzwingt die Grammatik des Deutschen dann eine Einsetzung ([[Epenthese]]) eines zusätzlichen unbetonten Vokals (des Murmelvokals [[Schwa]]);&amp;lt;ref&amp;gt;[[#fleiba|Fleischer &amp;amp; Barz (2012)]], S.&amp;amp;nbsp;16, unter Rückgriff auf eine Arbeit von Plank (1981).&amp;lt;/ref&amp;gt; hierdurch entstehen Formen, die manchmal als überraschend empfunden werden:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;ordn-&amp;#039;&amp;#039; → ord&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nbar&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;berechn-&amp;#039;&amp;#039; → berech&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nbar&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;atm-&amp;#039;&amp;#039; → at&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;mbar (die Ableitung erfolgt hier also nicht vom Substantiv „Atem“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*{{Anker|fleiba}} [[Wolfgang Fleischer (Germanist)|Wolfgang Fleischer]], Irmhild Barz: &amp;#039;&amp;#039;Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-025663-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|-bar}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Suffix (Sprache)|Bar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alazon</name></author>
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