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	<title>Überfall auf den Sender Gleiwitz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T11:26:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=%C3%9Cberfall_auf_den_Sender_Gleiwitz&amp;diff=782511&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Robbit am 22. November 2025 um 20:15 Uhr</title>
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		<updated>2025-11-22T20:15:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Sender gliwice.jpg|mini|Der hölzerne Sendeturm Gleiwitz hat den Krieg unbeschadet überstanden (Foto von 2005)]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Überfall auf den [[Sender Gleiwitz]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; am 31. August 1939 gehörte zu mehreren von der [[Schutzstaffel|SS]] fingierten Aktionen vor Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] mit dem Tarnnamen &amp;#039;&amp;#039;[[Unternehmen Tannenberg]]&amp;#039;&amp;#039;. Diese Vorfälle dienten als [[NS-Propaganda|propagandistischer]] [[Vorwand]] für den [[Überfall auf Polen]], den Beginn des Zweiten Weltkrieges.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Walther Hofer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs.&amp;#039;&amp;#039; Lit&amp;amp;nbsp;Verlag, Berlin, Hamburg, Münster 2007, ISBN 978-3-8258-0383-4, S.&amp;amp;nbsp;384. [http://books.google.com/books?id=W80Md-C7ASsC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;source=gbs_summary_r&amp;amp;cad=0#PRA1-PA384,M1 online] bei [[Google Books]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
In einer [[Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939|Ansprache vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht]] äußerte [[Adolf Hitler]] am 22.&amp;amp;nbsp;August 1939:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;ns-archiv.de: [http://www.ns-archiv.de/krieg/1939/22-08-1939-boehm.php &amp;#039;&amp;#039;Ansprache Adolf Hitlers, Aufzeichnung Generaladmiral Boehm.&amp;#039;&amp;#039;] In: Johannes Hohlfeld (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;V, Berlin&amp;amp;nbsp;1953, S.&amp;amp;nbsp;74–81. Abgerufen am 13.&amp;amp;nbsp;September 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10.&amp;amp;nbsp;August 1939 hatte der Chef des [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS]] (SD) [[Reinhard Heydrich]] dem [[SS-Sturmbannführer]] [[Alfred Naujocks]] befohlen, einen Anschlag auf die Radiostation bei [[Gleiwitz]] in der Nähe der [[Polen|polnischen]] Grenze vorzutäuschen und es so erscheinen zu lassen, als seien Polen die Angreifer gewesen. Laut Naujocks hatte Heydrich gesagt: {{&amp;quot; |Ein tatsächlicher Beweis für polnische Übergriffe ist für die Auslandspresse und für die deutsche Propaganda nötig.}}&amp;lt;ref&amp;gt;ns-archiv.de: [http://www.ns-archiv.de/krieg/1939/sender-gleiwitz/naujocks.php &amp;#039;&amp;#039;Überfall auf den Sender Gleiwitz.&amp;#039;&amp;#039;] In: Walther Hofer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges&amp;#039;&amp;#039;. Fischer, Frankfurt am Main 1967. Abgerufen am 13.&amp;amp;nbsp;September 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Durchführung des fingierten Überfalls ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Alfred Naujocks.jpg|mini|[[Alfred Naujocks]] (1944)]]&lt;br /&gt;
Naujocks befand sich seit Mitte August 1939 im Hotel &amp;#039;&amp;#039;[[Haus Oberschlesien]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Gliwice|Gleiwitz]] und wartete auf seinen Einsatzbefehl. Am 31.&amp;amp;nbsp;August gegen 16&amp;amp;nbsp;Uhr erhielt er einen Anruf aus [[Berlin]] mit dem [[Passwort|Codewort]] „Großmutter gestorben“. Gegen 20 Uhr drang Naujocks dann mit fünf oder sechs [[Schutzstaffel|SS]]-Leuten mit Maschinenpistolen bewaffnet in [[Zivilperson|Zivil]] – unter [[Falsche Flagge|falscher Flagge]] polnische [[Freischärler]] darstellend – in das Gebäude des [[Sender Gleiwitz|Senders Gleiwitz]] ein. Zwei Polizisten an der Pforte waren in die Aktion eingeweiht, der [[Pförtner]] hatte seinen Posten verlassen. Im Betriebsraum des Senders überwältigten die Männer vier Personen und brachten sie gefesselt in einen Kellerraum. Der Sender Gleiwitz strahlte kein eigenes Programm aus, sondern übernahm das des [[Reichssender Breslau|Reichssenders Breslau]].  Da es in der Anlage kein Studio mit dauerhaft eingerichtetem Arbeitsplatz für einen Sprecher gab, musste das SS-Kommando, in dem sich nur ein [[Fernmeldehandwerker|Fernmeldetechniker]] befand, mit einiger Mühe die Einspeisung des Programms unterbrechen und sich über ein so genanntes [[Gewittermikrofon]], das erst gefunden werden musste, Zugriff verschaffen. Über den Sender wurde schließlich in deutscher und polnischer Sprache mit folgenden einleitenden Worten zu einem angeblichen Aufstand der [[Polnische Minderheit in Deutschland|polnischen Minderheit]] aufgerufen: „Achtung! Achtung! Hier ist Gleiwitz. Der Sender befindet sich in polnischer Hand. […] Die Stunde der Freiheit ist gekommen!“ Die Sendung dauerte knapp vier Minuten und endete mit dem Aufruf: „Hoch lebe Polen!“ Nach wenigen Minuten verschwanden Naujocks und seine Männer wieder.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christian Zentner]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Kriegsausbruch. 1. September 1939: Daten, Bilder, Dokumente.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein-Buch, Frankfurt am Main/Wien 1979, ISBN 3-548-33011-8, S.&amp;amp;nbsp;191f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück blieb ein Toter: Es handelte sich um den 41-jährigen [[Oberschlesien|Oberschlesier]] Franciszek (Franz) Honiok. Seine Leiche sollte als Beweis für einen angeblichen polnischen Überfall in der Sendeanlage dienen.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckhard Fuhr: [https://www.welt.de/print-welt/article165170/Schlesien-bleibt-munter.html &amp;#039;&amp;#039;Schlesien bleibt munter.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Die Welt]] vom 16. September 2005, abgerufen am 1. März 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der bei der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] als polenfreundlich bekannte [[Handelsvertreter|Vertreter]] für [[Landtechnik|Landmaschinen]] war erst am Vortag in einem Nachbardorf verhaftet worden, da ein angeblicher Täter benötigt wurde, dem man einen Überfall und eine antideutsche Rede im Rundfunk zutraute. Honiok wurde aus der Haft im Polizeipräsidium zum Sender gebracht, nachdem ihm der SS-Arzt Horst Straßburger eine [[Anästhesie|betäubende Spritze]] verabreicht hatte. Er wurde bewusstlos am Sendegebäude abgelegt. Ob er an dieser Spritze starb oder von Naujocks oder einer anderen anwesenden SS-Einheit ermordet wurde, ist bis heute nicht bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Florian Altenhöner: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann, der den 2. Weltkrieg begann. Alfred Naujocks: Fälscher, Mörder, Terrorist.&amp;#039;&amp;#039; Prospero Verlag, Münster, Berlin 2010. ISBN 978-3-941688-10-0. S.&amp;amp;nbsp;111 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Propagandistische Verwertung ==&lt;br /&gt;
Die [[Nationalsozialistische Propaganda|NS-Propaganda]] machte von dem Überfall keinen intensiven Gebrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hermann Graml]]: &amp;#039;&amp;#039;Europas Weg in den Krieg. Hitler und die Mächte 1939&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;29). Oldenbourg, München 1998, S.&amp;amp;nbsp;303.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 22.30&amp;amp;nbsp;Uhr berichtete erstmals der [[Reichs-Rundfunk-Gesellschaft|Reichsrundfunk]] darüber und über andere Grenzzwischenfälle. Am nächsten Tag erschien in der gesamten deutschen Presse die Meldung vom angeblichen Überfall. Der &amp;#039;&amp;#039;[[Völkischer Beobachter|Völkische Beobachter]]&amp;#039;&amp;#039; schrieb unter der Überschrift „Der unerhörte Bandenüberfall auf den Sender Gleiwitz“, dass sich „die polnische Meute“ dazu habe „hinreißen lassen, die Reichsgrenze zu überschreiten, einen deutschen Sender zu überfallen, und die Kriegsfackel an ein Pulverfaß zu legen, dessen Existenz vor der Geschichte die Polen einmal zu verantworten haben werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Völkischer Beobachter&amp;#039;&amp;#039; vom 1.&amp;amp;nbsp;September 1939, Münchener Ausgabe, S.&amp;amp;nbsp;1 und&amp;amp;nbsp;2; zitiert nach Lothar Gruchmann: &amp;#039;&amp;#039;Totaler Krieg. Vom Blitzkrieg zur bedingungslosen Kapitulation.&amp;#039;&amp;#039; München&amp;amp;nbsp;1991, S.&amp;amp;nbsp;11 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adolf Hitler erwähnte Gleiwitz nicht direkt&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Hofer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges.&amp;#039;&amp;#039; Lit&amp;amp;nbsp;Verlag, Berlin, Hamburg, Münster 2007. ISBN 978-3-8258-0383-4. S.&amp;amp;nbsp;384. [http://books.google.com/books?id=W80Md-C7ASsC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;source=gbs_summary_r&amp;amp;cad=0#v=onepage&amp;amp;q=hitler%20gleiwitz&amp;amp;f=false online] bei Google Books.&amp;lt;/ref&amp;gt; in seiner im Rundfunk übertragenen [[Hitlers Rede vor dem Deutschen Reichstag am 1. September 1939|Reichstagsrede]] am Vormittag des 1.&amp;amp;nbsp;Septembers:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Diese Vorgänge haben sich nun heute Nacht abermals wiederholt. Nachdem schon neulich in einer einzigen Nacht 21 Grenzzwischenfälle waren, sind es heute Nacht 14 gewesen, darunter drei ganz schwere. […] Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. [[Liste geflügelter Worte/S#Seit 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen!|Seit 5:45&amp;amp;nbsp;Uhr wird jetzt zurückgeschossen]]. Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Adolf Hitler |url=http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&amp;amp;dokument=0209_pol&amp;amp;object=translation&amp;amp;st=&amp;amp;l=de |titel=Erklärung der Reichsregierung vor dem Deutschen Reichstag |werk=1000dokumente.de |datum=1939-09-01 |abruf=2014-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Auswärtiges Amt|Auswärtige Amt]] veröffentlichte später eine Liste&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Hofer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges.&amp;#039;&amp;#039; Lit&amp;amp;nbsp;Verlag, Berlin, Hamburg, Münster 2007. ISBN 978-3-8258-0383-4. S.&amp;amp;nbsp;100. [http://books.google.com/books?id=W80Md-C7ASsC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;source=gbs_summary_r&amp;amp;cad=0#PRA1-PA100,M1 online] bei Google Books.&amp;lt;/ref&amp;gt; von amtlichen Meldungen über mehrere Dutzend schwere Grenzzwischenfälle mit Toten an der deutsch-polnischen Grenze seit dem 25.&amp;amp;nbsp;August 1939. Von elf Einträgen bis zum Morgen des 1.&amp;amp;nbsp;September beziehen sich zwei auf Vorfälle bei Gleiwitz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=2.&amp;amp;nbsp;Meldung des Hauptzollamts Gleiwitz. Gegen 2&amp;amp;nbsp;Uhr erfolgte von polnischer Seite ein Feuerüberfall auf die das Zollamt [[Neubersteich]] sichernde deutsche Grenzwache. Ein Angriff der Polen auf das Zollamt wurde durch deutsches Abwehrfeuer verhindert.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|4.&amp;amp;nbsp;Meldung des Polizeipräsidenten Gleiwitz. Gegen 20&amp;amp;nbsp;Uhr wurde der Sender Gleiwitz durch einen Trupp polnischer Aufständischer überfallen und vorübergehend besetzt. Die Aufständischen wurden durch deutsche Grenzpolizeibeamte vertrieben. Bei der Abwehr wurde ein Aufständischer tödlich verletzt.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da zum Sender Gleiwitz &amp;#039;&amp;#039;20 Uhr&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;polnische Aufständische&amp;#039;&amp;#039; angegeben sind, kann sich die Hitler-Rede mit &amp;#039;&amp;#039;heute Nacht&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;regulären Soldaten&amp;#039;&amp;#039; kaum auf die Meldung&amp;amp;nbsp;4 beziehen, sondern eher auf die Meldungen&amp;amp;nbsp;7 und 8 der Staatspolizeistelle Liegnitz, in denen jeweils der Tod von deutschen Zollbeamten polnischen Truppen zur Last gelegt wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|7.&amp;amp;nbsp;Meldung der Staatspolizeistelle [[Landkreis Liegnitz|Liegnitz]]. In der Nacht vom 31.&amp;amp;nbsp;August zum 1.&amp;amp;nbsp;September wurde ein deutscher Zollbeamter bei [[Kaliska (Schlesien)|Pfalzdorf]], [[Landkreis Grünberg i. Schles.|Kreis Grünberg]], etwa 75&amp;amp;nbsp;Meter von der polnischen Grenze entfernt, durch polnische Truppen tödlich verletzt.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|8.&amp;amp;nbsp;Meldung der Staatspolizeistelle Liegnitz. In der Nacht vom 31.&amp;amp;nbsp;August zum 1.&amp;amp;nbsp;September wurde ein deutscher Zollbeamter während der Ausübung seines Dienstes bei [[Osowa Sień|Röhrsdorf]], [[Kreis Fraustadt]], durch polnische Truppen erschossen, ein weiterer Zollbeamter schwer verletzt.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufig zu lesende Angabe, die beteiligten SS-Angehörigen hätten polnische Uniformen getragen, ist umstritten. Zwar hatte die SS im Vorfeld der Aktion polnische Armeeuniformen von der [[Amt Ausland/Abwehr|Abwehr]] besorgt, diese kamen jedoch bei einer der beiden anderen in derselben Nacht direkt an der polnischen Grenze stattfindenden Inszenierungen zum Einsatz: Neben einem weiteren fingierten Überfall am späten Abend auf ein Forsthaus im Grenzland der Kleinstadt [[Byczyna|Pitschen]] durch „polnische Freischärler“ wurde gegen 4&amp;amp;nbsp;Uhr morgens ein Feuergefecht zwischen deutscher Grenzpolizei und polnischen Truppen am Zollhaus in [[Rybnik|Hochlinden]] bzw. „Hoflinden“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;5.&amp;amp;nbsp;Meldung des Oberfinanzpräsidenten Troppau. In der Nacht vom 31.&amp;amp;nbsp;August zum 1.&amp;amp;nbsp;September wurde das Zollamt Hoflinden durch polnische Aufständische angegriffen und vorübergehend besetzt. Durch einen Gegenangriff der SS-Verfügungstruppe wurden die Aufständischen wieder vertrieben.&amp;#039;&amp;#039; In: Walther Hofer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges.&amp;#039;&amp;#039; Lit&amp;amp;nbsp;Verlag, Berlin, Hamburg, Münster 2007. ISBN 978-3-8258-0383-4. S.&amp;amp;nbsp;100. [http://books.google.com/books?id=W80Md-C7ASsC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;source=gbs_summary_r&amp;amp;cad=0#PRA1-PA100,M1 online] bei Google Books.&amp;lt;/ref&amp;gt; vorgetäuscht. Laut Aussage des US-amerikanischen Hilfsanklägers Major Warren F. Farr am 20.&amp;amp;nbsp;Dezember 1945 trugen die SS-Angehörigen polnische Uniformen. Dabei stützte er sich auf die Aussagen des Leiters der deutschen Sabotageabteilung des Amtes Ausland/Abwehr [[Erwin von Lahousen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Internationaler Militärgerichtshof]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, Nürnberg, 14.&amp;amp;nbsp;November 1945&amp;amp;nbsp;– 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1946. Vierundzwanzigster Tag. Donnerstag, den 20. Dezember 1945.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;4, Nürnberg 1947. S.&amp;amp;nbsp;242.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser hatte am 30. November 1945 im [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher]] als Zeuge ausgesagt: „Etwa Mitte August, vor Beginn des polnischen Feldzuges, wurde der Geheimdienst angewiesen, Himmler polnische Uniformen und Ausrüstungsstücke zu verschaffen. […] Admiral Canaris entdeckte später, daß die Insassen der Konzentrationslager in die Uniformen gesteckt worden waren und den angeblichen polnischen Angriff auf den Gleiwitzer Sender durchführten.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|dwp|01|12|1945|1|Der Todfeind Hitlers im Geheimdienst. Sensationelle Aussage eines ehemaligen österreichischen Generalmajors. Häftlinge in polnischer Uniform mußten den „polnischen Angriff“ auf den Sender Gleiwitz durchführen|HERVORHEBUNG=Etwa&amp;amp;#32;Mitte&amp;amp;#32;August,&amp;amp;#32;vor&amp;amp;#32;Beginn}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zutreffend ist die Angabe, man habe mehrere Häftlinge aus einem [[Konzentrationslager]] in polnische Uniformen gekleidet, erschossen und dann als angeblich beim Überfall getötete polnische Soldaten auf dem Sendergelände zurückgelassen. Dies wurde zwar bei anderen, von der SS inszenierten „polnischen Übergriffen“ praktiziert, jedoch nicht in Gleiwitz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Sven Felix Kellerhoff | url=https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article199447862/Gleiwitz-1939-Uniformierte-Leichen-sollten-Hitler-Kriegsgrund-liefern.html | titel=Gleiwitz 1939: Uniformierte Leichen sollten Hitler „Kriegsgrund“ liefern | werk=[[Die Welt#Online-Ausgabe|welt.de]] | datum=2021-11-26 |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufarbeitung ==&lt;br /&gt;
Das Ereignis wurde 1961 Gegenstand des [[DEFA]]-Dokumentarspielfilms &amp;#039;&amp;#039;[[Der Fall Gleiwitz]]&amp;#039;&amp;#039;. Nach der Aufführung des Films im [[Hamburg|Hamburger]] Filmclub 1963 wurde gegen Naujocks [[Strafanzeige|Anzeige]] erstattet und ein [[Ermittlungsverfahren]] eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bz&amp;quot;&amp;gt;[[Berliner Zeitung]]: [https://www.berliner-zeitung.de/15151660 Vor fünfzig Jahren kam der Film &amp;quot;Der Fall Gleiwitz&amp;quot; in die Kinos], 17. September 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Naujocks wies die Schuld am Tode von Franz Honiok zurück. Es war schwierig, seine Mitschuld nachzuweisen, da noch andere SS-Einheiten und SD-Agenten beteiligt waren. Da Naujocks während der Ermittlungen starb, wurde das Verfahren 1966 eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mainila-Zwischenfall]]&lt;br /&gt;
* [[Mukden-Zwischenfall]]&lt;br /&gt;
* [[Tonkin-Zwischenfall]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Florian Altenhöner: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann, der den 2. Weltkrieg begann: Alfred Naujocks: Fälscher, Mörder, Terrorist.&amp;#039;&amp;#039; Münster, Berlin 2010. ISBN 978-3-941688-10-0.&lt;br /&gt;
* [[Karl Glaubauf]], Stefanie Lahousen: &amp;#039;&amp;#039;Generalmajor Erwin Lahousen, Edler von Vivremont. Ein Linzer Abwehroffizier im militärischen Widerstand.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schriftenreihe des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes zu Widerstand, NS-Verfolgung und Nachkriegsaspekten.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;2. [[Lit&amp;amp;nbsp;Verlag]], Münster 2005. ISBN 3-8258-7259-9.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Höhne]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS.&amp;#039;&amp;#039; Orbis-Verlag, München 2002, ISBN 3-572-01342-9. Unbearbeitete Neuauflage der Erstausgabe beim Verlag Mohn, Gütersloh 1967.&lt;br /&gt;
* [[Werner Röhr]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom Annaberg nach Gleiwitz. Zur Vorgeschichte des deutschen Überfalls auf Polen am 1. September 1939.&amp;#039;&amp;#039; Edition Organon, Berlin 2009, ISBN 978-3-931034-13-9.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Runzheimer]]: [http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1962_4.pdf &amp;#039;&amp;#039;Der Überfall auf den Sender Gleiwitz im Jahre 1939.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 5,6&amp;amp;nbsp;MB). In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; Jg.&amp;amp;nbsp;10, 1962, H.&amp;amp;nbsp;4, S.&amp;amp;nbsp;408–426, abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Oktober 2010.&lt;br /&gt;
* Jürgen Runzheimer: &amp;#039;&amp;#039;Die Grenzzwischenfälle am Abend vor dem deutschen Angriff auf Polen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Benz]], [[Hermann Graml]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sommer 1939. Die Großmächte und der Europäische Krieg.&amp;#039;&amp;#039; [[Deutsche Verlags-Anstalt]], Stuttgart 1979. ISBN 3-421-01917-7. S.&amp;amp;nbsp;107–147.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Alfred Spieß]], [[Heiner Lichtenstein]] |Titel=Unternehmen Tannenberg. Der &amp;lt;!-- sic --&amp;gt;Anlaß zum Zweiten Weltkrieg |TitelErg=Korrigierte und erweiterte Ausgabe |Verlag=[[Ullstein Verlag]] |Ort=Frankfurt am Main u.&amp;amp;nbsp;a. |Datum=1989 |ISBN=3-548-33118-1 |Kommentar=Mit einem Vorwort von [[Robert Kempner]]}}&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel |ID=46172740 |Autor= |Titel=Aktion Konserve |Jahr=1963 |Nr=46 |Seiten=67–69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://antifa.vvn-bda.de/2013/09/05/konserven-aus-dem-kz/ &amp;#039;&amp;#039;»Konserven« aus dem KZ&amp;#039;&amp;#039;], [[Antifa (Zeitschrift)|Antifa]], Sept.-Okt. 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* [[Der Fall Gleiwitz]], DDR-Spielfilm von 1960/1961&lt;br /&gt;
* [[Operacja Himmler]] (Unternehmen Himmler), polnischer Spielfilm von 1979&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.h-ref.de/krieg/polen/gleiwitz/ueberfall-sender-gleiwitz.php &amp;#039;&amp;#039;Der Überfall auf den Sender Gleiwitz: Heydrichs „Meisterstück“&amp;#039;&amp;#039;] auf &amp;#039;&amp;#039;Holocaust-Referenz&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [http://muzeum.gliwice.pl/pl/zwiedzaj/radiostacja-gliwice Homepage des Museums im Sender Gleiwitz] (polnisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/geschichte/besuch-im-sender-gleiwitz-a-949890.html Wo der Weltkrieg begann], [[Matthias Kneip]] auf [[einestages]].de&lt;br /&gt;
* {{YouTube |id=rAswWck0Vr8 |titel=Erna Hartkopf: Kein Überfall auf den Sender Gleiwitz |uploader=[[Zeitzeugenportal (Haus der Geschichte)|zeitzeugen-portal]] |upload=2011-09-02}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=50/18/48/N |EW=18/41/21/E |type=landmark |region=PL-24}}&amp;lt;!-- Neben(!) dem Turm, damit die Google&amp;#039;sche „A“-Markierung nicht stört --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{Normdaten|TYP=s|GND=4449864-0|LCCN=|NDL=|VIAF=}}&lt;br /&gt;
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{{SORTIERUNG:Uberfall auf den Sender Gleiwitz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommandounternehmen im Zweiten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Operationen unter falscher Flagge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Propaganda]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sicherheitsdienst des Reichsführers SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polenfeldzug]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Gliwice)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsfälschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ereignis 1939]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriminalfall 1939]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärgeschichte (Schlesien)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Robbit</name></author>
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