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Peter Merseburger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Peter Merseburger.jpg
Peter Merseburger (2004)

Peter Merseburger (* 9. Mai 1928 in Zeitz; † 15. Februar 2022 in Berlin<ref name="Spiegel Online">Langjähriger »Panorama«-Moderator: TV-Journalist Peter Merseburger ist tot, Spiegel Online vom 17. Februar 2022.</ref>) war ein deutscher Journalist und Autor. Er schrieb die erste große Willy-Brandt-Biografie.

Leben

Peter Merseburger, geboren im Regierungsbezirk Merseburg, war das zweite Kind des Malers und Grafikers Karl Erich Merseburger und dessen Ehefrau Gertrud Merseburger, geborene Troeger.<ref>Hella zog heute ein. Geburtsanzeige für Hella Merseburger, gestaltet von Karl Erich Merseburger, 1925.</ref><ref>Hella bekam ein Brüderlein. Geburtsanzeige für Peter Merseburger, gestaltet von Karl Erich Merseburger, 1928; im Museum Schloss Moritzburg Zeitz.</ref> Er besuchte die Leibniz-Oberschule in Leipzig<ref>Merseburger, Peter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 830.</ref> und absolvierte das Gymnasium in Zeitz. Er studierte Germanistik, Neuere Geschichte und Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Philipps-Universität Marburg. 1950 wurde er Mitglied der SPD. Bis 1956 und auch später war für die Hannoversche Presse tätig; dazwischen für den Norddeutscher Rundfunk (NDR) und die Neue Ruhr-Zeitung. Er arbeitete von 1965 bis 1965 als Korrespondent und Redakteur bei Der Spiegel, unter anderem als Korrespondent in Berlin und Brüssel. Von Januar 1967 bis April 1975 war er beim Norddeutschen Rundfunk Leiter und Moderator des Fernsehmagazins Panorama in der Nachfolge von Joachim Fest. Ab 1969 war er zugleich Chefredakteur und Leiter der Hauptabteilung Zeitgeschehen des NDR. 1977 wurde er Korrespondent und Studioleiter der ARD in verschiedenen Hauptstädten der Welt: Washington, D.C. (1977–1982), Ost-Berlin (1982–1987) und London (1987–1991).<ref name="Spiegel Online" />

Seit seinem Eintritt in den Ruhestand und dem Rückzug vom Fernsehen arbeitete der in Berlin und Südfrankreich lebende Merseburger als freier Schriftsteller. Er war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Bekannt wurde er in dieser Funktion unter anderem durch seine Biografien über Kurt Schumacher, Rudolf Augstein, Willy Brandt und Theodor Heuss.

Datei:Grabstätte Peter Merseburger.jpg
Grabstätte auf dem Friedhof Heerstraße

Peter Merseburger war verheiratet mit Sabine Merseburger, geborener Rüdiger, und hatte zwei Kinder (Stephan und Kathrin-Carolina).<ref>Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 830.</ref> Er starb im Alter von 93 Jahren und wurde auf dem Friedhof Heerstraße im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf beigesetzt.<ref>Klaus Nerger: Das Grab von Peter Merseburger. In: knerger.de. Abgerufen am 15. April 2023.</ref>

Sein 1964 geborener Sohn Stephan Merseburger wurde ebenfalls journalistisch tätig.

Auszeichnungen

Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F030053-0030, Bonn, Bundestagswahl, Presseerklärung Brandt.jpg
Brandt und Merseburger (1969)

Schriften

  • Die unberechenbare Vormacht. Wohin steuern die USA? Aktualisierte Ausgabe. dtv, München 1985, ISBN 978-3-423-10433-3.
  • Grenzgänger. Innenansichten der anderen deutschen Republik. Bertelsmann, München 1988, ISBN 3-570-04746-6.
  • Der schwierige Deutsche Kurt Schumacher. Eine Biographie. DVA, Stuttgart 1995, ISBN 3-421-05021-X.
  • Von der Bonner zur Berliner Republik: Öffentlichkeit und öffentlicher Raum zu Berlin. 1998, ISBN 978-3-929273-18-2 (zusammen mit Hermann Lübbe, Jürgen Kocka u. a.).
  • Mythos Weimar. Zwischen Geist und Macht. München 2013, ISBN 978-3-423-30787-1 (ursprünglich 1998 erschienen).
  • Willy Brandt, 1913–1992. Visionär und Realist. DVA, Stuttgart 2002, ISBN 3-423-34097-5.
  • Rudolf Augstein. DVA, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-421-05852-2.
  • Theodor Heuss. Der Bürger als Präsident. DVA, München 2012, ISBN 978-3-421-04481-5.
  • Aufbruch ins Ungewisse. Erinnerungen eines politischen Zeitgenossen. DVA, München 2021, ISBN 978-3-421-04815-8.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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