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Eric Schmidt

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Datei:Eric E Schmidt, 2005 (looking left).jpg
Eric Schmidt (2005)
Datei:Gary Hamel and Eric Schmidt at MLab dinner.jpg
Eric Schmidt (r.) bei einem Interview mit Gary Hamel

Eric Emerson Schmidt (* 27. April 1955 in Washington, D.C.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Google’s view on the future of business. An interview with CEO Eric Schmidt. (Memento vom 23. Dezember 2012 im Internet Archive) In: The McKinsey Quarterly.</ref>) ist ein US-amerikanischer Informatiker und Manager. Er war von 2001 bis 2011 Chief Executive Officer und von April 2011 bis zum 10. August 2015<ref>G is for Google. In: googleblog.blogspot.de. Abgerufen am 11. August 2015.</ref> Executive Chairman von Google. Im Zuge der Restrukturierung von Google wurde Schmidt anschließend Executive Chairman der Alphabet Inc. bis er diese 2020 verließ.<ref>Richard Nieva: Eric Schmidt, who led Google’s transformation into a tech giant, has left the company. Abgerufen am 31. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zuvor arbeitete er von 1983 bis 1997 unter anderem als CTO bei Sun Microsystems, war von 1997 bis 2001 CEO bei Novell und von 2006 bis 2009 Mitglied des Board of Directors bei Apple.

Ab 2009 gehörte Schmidt zum Beraterteam des damaligen US-Präsidenten Barack Obama in Technologiefragen<ref>Jens Ihlenfeld: Craig Mundie und Eric Schmidt beraten Obama. In: Golem.de. 28. April 2009, abgerufen am 28. April 2009.</ref> und lehrt an der Stanford University.

Leben

Eric Emerson Schmidt wurde in Washington, D.C., nach anderen Quellen dagegen im benachbarten Falls Church geboren – als eines von drei Kindern der Psychologin Eleanor und des deutsch-amerikanischen Wirtschaftsprofessors Wilson Schmidt, der an der Johns Hopkins University lehrte. Aufgewachsen ist er in Blacksburg (Virginia) und Falls Church. Er besuchte die Yorktown High School in Arlington, wo er als Langstreckenläufer mehrere Auszeichnungen erhielt.

Schmidt hat einen Bachelor of Science in Elektrotechnik von der Princeton University sowie einen Master und einen Ph.D. in Informatik von der University of California, Berkeley. Als Praktikant an den Bell Laboratories schrieb er 1976 eine neue Version von Lex.

Zu Beginn seiner Karriere arbeitete er in der Forschungsabteilung im Xerox Palo Alto Research Center (PARC), in den Bell Laboratories und bei Zilog. 1983 leitete er bei Sun Microsystems die technische Abteilung und war CTO. 1997 ging er zu Novell, wo er die Funktion des CEOs ausübte. Nach der Übernahme von Cambridge Technology Partners durch Novell verließ er das Unternehmen im Juni 2001.

Seither kümmerte er sich bei Google als Chairman of the Executive Committee and Chief Executive Officer (nach Firmenangaben) „um den Aufbau der Firmeninfrastruktur, um das schnelle Wachstum von Google fortzuführen, sowie um die Wahrung einer gleichbleibend hohen Qualität bei möglichst kurzen Produktentwicklungszyklen“. Mit Larry Page und Sergey Brin war er für den laufenden Geschäftsbetrieb verantwortlich. Er hält nahezu zehn Prozent der Stimmrechte.<ref>Google-Gründer verringern Konzernanteile. In: Tagesschau.de. 23. Januar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Januar 2010; abgerufen am 23. Januar 2010.</ref> Zum 4. April 2011 wechselte Schmidt in den Verwaltungsrat von Google. Nach der Umstrukturierung des Unternehmens war er Teil des Vorstands der Alphabet Inc.

Datei:Eric Schmidt MSC 2018 (cropped).jpg
Schmidt während der 54. MSC 2018

Diese Position gab er planmäßig am 19. Juni 2019 ab, um sich wissenschaftlichen und philanthropischen Zielen zu widmen.<ref>Alphabet Appoints Robin L. Washington to its Board of Directors. In: heise online. 2. Mai 2019, abgerufen am 2. Mai 2019.</ref>

Schmidt ist auch Vorsitzender des Defense Innovation Board, das 2016 gegründet wurde, um den Hochtechnologie-Einsatz beim US-Militär voranzubringen.<ref>Google Is Quietly Providing AI Technology for Drone Strike Targeting Project. In: The Intercept. 6. März 2018, abgerufen am 7. März 2018.</ref>

Von August 2006 bis August 2009 war Schmidt zudem Mitglied des Board of Directors bei Apple. Die Position gab er aufgrund von Interessenkonflikten des Unternehmens mit Google auf.<ref>Dr. Eric Schmidt Resigns from Apple’s Board of Directors. In: Apple.com. 3. August 2009, abgerufen am 3. August 2009.</ref>

Im Jahr 2006 gründete er mit seiner Frau Wendy die Schmidt Family Foundation – eine private Stiftung, die sich mit Fragen der Nachhaltigkeit und des verantwortungsvollen Umgangs mit natürlichen Ressourcen beschäftigt.<ref>THESCHMIDT.ORG. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Dezember 2011; abgerufen am 2. November 2018.</ref>

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021, in welcher der CO2-Fußabdruck von 20 bekannten Milliardären abgeschätzt wurde, kommt zu dem Schluss, dass im Jahr 2018 durch das Konsumverhalten Schmidts (inkl. Wohnsituation, Yachtreisen, Reisen im Privatjet) 3.185,6 Tonnen CO2e freigesetzt worden sind.<ref>B. Barros & R. Wilk: The outsized carbon footprints of the super-rich. Sustainability: Science, Practice and Policy, 17(1), 2021, S. 316–322.</ref> Damit trug er so viel zur globalen Erwärmung bei wie mehrere Hundert durchschnittliche Menschen.

Schmidt lebte mit seiner Frau Wendy in Atherton (Kalifornien) nahe der Google-Zentrale in Mountain View. Die Soziologin und Anthropologin Wendy Schmidt, geb. Boyle, ist Leiterin der Familienstiftung und der Schmidt Ocean Foundation.<ref name=":0">Ex-Google-Milliardär (70) und deutsche Politikertochter (27): Was läuft da? In: euronews. (euronews.com [abgerufen am 21. März 2026]).</ref> Eric Schmidts außereheliche Affären waren wiederholt Gegenstand medialer Berichterstattung.<ref>Chandan Prasad: Eric Schmidt's Love Life Has Seen Many Women: Here Are Some. In: International Business Times. 22. Dezember 2017, abgerufen am 12. Juli 2025.</ref><ref>Eric Schmidt: Is the executive chairman of Google really the arrogant. In: The Independent. (independent.co.uk [abgerufen am 2. November 2018]).</ref><ref>Sweet music for Google boss. In: Page Six. 3. September 2012 (pagesix.com [abgerufen am 2. November 2018]).</ref><ref>Inside Google Chairman Eric Schmidts Lavish Sex Palace. In: Intelligencer. (nymag.com [abgerufen am 2. November 2018]).</ref> Mit Gloria Sophie-Burkandt, der Tochter Markus Söders, verbindet ihn eine Freundschaft.<ref name=":0" /> 2020 erwarb er die zypriotische Staatsbürgerschaft.<ref name="spiegel">Ex-Google-Chef kauft sich zyprische Staatsangehörigkeit. spiegel.de, 10. November 2020. Abgerufen am 10. November 2020.</ref>

Schmidt ist Vater zweier Töchter, Sophie und Alison; letztere starb 2017 nach langer Krankheit.<ref>Carole Cadwalladr: The great British Brexit robbery: how our democracy was hijacked. In: theguardian.com, 7. Mai 2017.</ref><ref>Eric Schmidt’s daughter Alison dead after a long illness. In: SiliconBeat. 9. Juni 2017 (archive.org [abgerufen am 2. November 2018]).</ref>

Im Oktober 2021 gründete Schmidt das Special Competitive Studies Project (SCSP), eine Denkfabrik, die sich mit KI- und Sicherheitspolitik beschäftigt.

Im Jahr 2023 war Schmidt Teil einer von Josh Harris geleiteten Investorengruppe, die die Washington Commanders, ein American-Football-Franchise der National Football League (NFL), für 6,05 Milliarden Dollar kaufte. Dies war ein Rekorddeal für ein Sportteam.<ref>Nicki Jhabvala: The Commanders sale was so complicated, it was ‘like 20 deals in one’. In: Washington Post. 21. Juli 2023, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 28. August 2024]).</ref>

Seit 2023 ist Schmidt am Aufbau von White Stork beteiligt, einem Start-up, das Kamikazedrohnen entwickelt.<ref>Sarah Emerson: Eric Schmidt’s Secret Military Project Revealed: Attack Drones. Abgerufen am 28. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im März 2025 übernahm Schmidt einen Mehrheitsanteil an dem Raumfahrtunternehmen Relativity Space und übernahm die Leitung des Unternehmens. Schmidt hatte die Finanzierung des Start-ups im Oktober 2024 übernommen, nachdem diesem das Geld ausgegangen war.<ref>Eric Berger: Former Google CEO Eric Schmidt is the new leader of Relativity Space. 10. März 2025, abgerufen am 17. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Politik

2008 unterstützte er Barack Obama im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Das Angebot, als Sonderbeauftragter für Technologie (Chief Technical Officer) im Regierungsteam zu arbeiten, lehnte er jedoch mit dem Hinweis auf seine damalige Tätigkeit bei Google ab. Bei den Präsidentschaftswahlen 2016 unterstützte er Hillary Clinton.<ref>The stealthy, Eric Schmidt startup that's working to put Hillary Clinton in the White House. 9. Oktober 2015, abgerufen am 28. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Schmidt hatte großen Einfluss auf die Wissenschaftspolitik der Biden-Regierung nach 2021, insbesondere auf die Gestaltung der Politik im Bereich Künstliche Intelligenz.<ref>A Google billionaire's fingerprints are all over Biden's science office. In: Politico. Abgerufen am 28. August 2024.</ref><ref>DC’s new AI matchmaker: Eric Schmidt. In: Politico. Abgerufen am 28. August 2024.</ref>

Er ist Mitglied der Trilateralen Kommission<ref>Exekutivkomitee der Trilateralen Kommission (Dezember 2013). Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Dezember 2013; abgerufen am 28. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.trilateral.org</ref> und nimmt regelmäßig an den Treffen der Bilderberg-Konferenz teil.<ref>Latest Meetings | Bilderberg Meetings. 23. Juli 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2016; abgerufen am 28. August 2024.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bilderbergmeetings.org</ref><ref>Charlie Skelton: Bilderberg 2011: The tipping point. In: The Guardian. 16. Juni 2011, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 28. August 2024]).</ref> Sein Name findet sich außerdem in der Mitgliederliste des Council on Foreign Relations.<ref>Council on Foreign Relations. Abgerufen am 20. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zitate

Berühmt ist Schmidts Aussage 2009 während eines CNBC-Interviews zur Einstellung Googles zum Datenschutz der Benutzer:

“If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place.”

„Wenn es etwas gibt, das niemand von Ihnen erfahren sollte, dann sollten sie das vielleicht von vornherein nicht tun.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Eric Schmidt: gawker.com<ref>Ryan Tate: Google CEO: Secrets Are for Filthy People. In: Gawker.com. 12. April 2009, abgerufen am 22. Dezember 2017.</ref>

Schmidt gab auch an, dass Googles Steuervermeidung im Vereinigten Königreich „Kapitalismus“ sei und dass er „sehr stolz darauf“ sei.<ref>Google's tax avoidance is called 'capitalism', says chairman Eric Schmidt. 12. Dezember 2012, abgerufen am 28. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Google boss: I'm very proud of our tax avoidance scheme. In: The Independent. Abgerufen am 28. August 2024.</ref>

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • mit Jared Cohen: The New Digital Age: Reshaping the Future of People, Nations and Business, 2013
  • Eric Schmidt, Jonathan Rosenberg, Alan Eagle: How Google Works. Grand Central Publishing, New York 2014, ISBN 978-1-4555-8234-1.<ref>Rezension: Stefan Schulz: Die Zeit der Manager ist vorbei. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. September 2014, S. 10.</ref>
    • Deutsche Übersetzung: Wie Google tickt. Campus, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-593-50216-8. (Mit einem Vorwort von Larry Page)
  • mit Henry Kissinger, Daniel P. Huttenlocher: The Age of AI And Our Human Future. John Murray, London 2021, ISBN 978-1-5293-7598-5.

Literatur

Weblinks

Commons: Eric E. Schmidt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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