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Ça Ira

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Werkdaten
Originaltitel: Ça Ira
Originalsprache: Französisch (Originallibretto)

Englisch (Uraufführung)

Musik: Roger Waters
Libretto: Nadine Roda-Gil, Etienne Roda-Gil
Uraufführung: 17. November 2005
Ort der Uraufführung: Auditorium Parco della Musica, Rom
Spieldauer: ca. 3 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Frankreich, 1789–1793

Ça Ira ist eine Oper über die französische Revolution in drei Akten, komponiert von Roger Waters nach einem Libretto von Nadine und Étienne Roda-Gil. Die Uraufführung des Werkes fand am 17. November 2005 im Auditorium Parco della Musica in Rom statt.

Handlung

Ça Ira erzählt die Geschichte der französischen Revolution in der Form eines Zirkusses, in dem die verschiedenen Charaktere, wie Ludwig XVI. oder Marie-Antoinette stellenweise Zuseher oder selbst Mitwirkende in der Manege sind.<ref name=":6" /> Die Zentralfigur der Oper stellt dabei der Zirkusdirektor (engl. „the ring master“) dar.<ref name=":7" /> Waters gab zu, die historischen Ereignisse ein wenig abgeändert zu haben, da die Realität „ein bisschen inadäquat“ war.<ref name=":5" />

Gestaltung

Die Oper wurde für ein vollständiges Orchester, vier Gesangssolisten, einen Chor und einen Kinderchor geschrieben.<ref>Jessica Bliss: Roger Waters’ opera to make U.S. premiere in Nashville. In: The Tennessean. (tennessean.com [abgerufen am 8. November 2018]).</ref> Musikalisch orientiert sich Ça Ira stellenweise an den Werken von Hector Berlioz, Johannes Brahms, Giacomo Puccini (den Waters selbst als Inspiration angibt<ref name=":0">Anastasia Tsioulcas: Waters' New Concept. In: Billboard. 27. August 2005. Nielsen Business Media, Inc., 27. August 2005 (google.at [abgerufen am 8. November 2018]).</ref>) und Vincenzo Bellini.<ref name=":7">Thomas Migge: Roger Waters' Revolutionsoper. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 8. November 2018]).</ref> Auch Ähnlichkeiten zu Waters' Schaffen als Rockmusiker wurden von einigen Kritikern notiert.<ref name=":3">David N. Lewis: Roger Waters: Ça Ira (There Is Hope). In: Allmusic. Abgerufen am 8. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Entstehung

Der Songwriter Étienne Roda-Gil und seine Frau Nadine hatten 1989, im Rahmen des 200-Jahre-Jubiläums der französischen Revolution, das Libretto für Ça Ira geschrieben, welches über einen gemeinsamen Freund zu Waters gelangte.<ref name=":0" /> Dieser begann kurz darauf, die dazugehörige Musik zu komponieren und hatte bereits nach sechs Wochen eine Demoaufnahme vollendet. Der damalige französische Präsident François Mitterrand zeigte sich laut Waters begeistert von dieser Demo und schlug vor, Ça Ira in der Opéra Bastille uraufzuführen. Nachdem Dirigent Daniel Barenboim gefeuert wurde, scheiterte dieser Plan jedoch, wie Waters später in einem Interview erklärte, an der Abneigung der französischen Operndirektoren gegenüber einer Oper aus der Feder eines englischen Bassisten.<ref name=":1">Roger Waters: French Revolution. In: The Independent. 4. Oktober 2005 (independent.co.uk [abgerufen am 8. November 2018]).</ref> Ab 1997<ref name=":6">Roger Waters - Ça Ira. In: brain-damage.co.uk. Abgerufen am 8. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> begann Waters auf Drängen von Sony hin mit einer englischen Übersetzung des Librettos.<ref name=":0" /> Bei der Orchestration wurde Waters von Komponist, Dirigent und Arrangeur Rick Wentworth unterstützt, da Waters selbst kaum Noten lesen konnte.<ref>Alan Riding: Do You Hear the People Sing? Isn't That Puccini? Or Pink Floyd? In: New York Times. (nytimes.com [abgerufen am 9. November 2018]).</ref>

2002 wurde zum ersten Mal ein Teil der Oper öffentlich aufgeführt, als die Ouvertüre am 16. Oktober vom Royal Philharmonic Orchestra während einem Konzert für die Countryside Alliance gespielt wurde.<ref name=":1" /> Am 1. Mai 2004 wurde ein (im Vorhinein aufgenommener) weiterer Teil der Oper bei den Feierlichkeiten für den EU-Beitritt Maltas mitsamt einer Laser-Show abgespielt.<ref>EU welcomes 10 new members. In: CNN.com. 1. Mai 2004, abgerufen am 8. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 17. November 2005, mehr als 15 Jahre nach Entstehung des Librettos, fand schließlich eine konzertante Uraufführung von Ça Ira im Auditorium Parco della Musica in Rom statt.<ref name=":2">Ca Ira Rome November 2005. In: Pink Floyd - A Fleeting Glimpse. (pinkfloydz.com [abgerufen am 8. November 2018]).</ref> Sowohl Etienne (2004)<ref>James Kirkup: Obituary: Etienne Roda-Gil. In: The Independent. 4. Juni 2004 (independent.co.uk [abgerufen am 8. November 2018]).</ref> als auch Nadine Roda-Gil (1990) waren zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben. Beinahe ein Jahr später, am 27. August 2006, wurde die Oper dann in Polen zum ersten Mal vollständiger inszeniert aufgeführt.<ref>Roger Waters Dark Side Tour 2006 - 25 August Ça Ira - Poznan, Poland - Pink Floyd - A Fleeting Glimpse. In: Pink Floyd - A Fleeting Glimpse. (pinkfloydz.com [abgerufen am 9. November 2018]).</ref>

Rezeption

Ça Ira erhielt generell sehr gemischte Kritiken. Während manche Publikationen die Oper priesen<ref name=":2" /><ref>David Wild: Ca Ira: Music Reviews. In: Rolling Stone. 20. Oktober 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. März 2007; abgerufen am 8. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Jonathan Wingate: 'Rock stars can do opera. Music is music'. 28. September 2005, ISSN 0307-1235 (telegraph.co.uk [abgerufen am 9. November 2018]).</ref>, und es bei der Premiere in Rom sogar Standing Ovations gab<ref>Roger Waters Rome "Ca Ira" concert update. In: brain-damage.co.uk. Abgerufen am 8. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, wurde die Komposition oftmals als „zu konventionell“ und „unoriginell“ kritisiert.<ref name=":4">Allan Kozinn: When Rockers Show Classical Chops. 28. September 2005 (nytimes.com [abgerufen am 8. November 2018]).</ref><ref name=":5">Waters Ça Ira. In: Gramophone. 9. Januar 2013, abgerufen am 8. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die britische Musikzeitschrift Gramophone bezeichnete Waters' Utilisation des Orchesters als „kompetent, aber wenig originell“<ref name=":5" /> und Allan Kozinn verglich Ça Ira eher mit einem Musical als einer Oper.<ref name=":4" /> David N. Lewis von Allmusic nannte die Struktur „enorm monochromatisch und langweilig für den durchschnittlichen Opernhörer“, merkte aber an, dass Ça Ira als „überdurchschnittlich gut“ gelten würde, wäre Andrew Lloyd Webber und nicht Roger Waters der Name über dem Titel.<ref name=":3" />

Aufnahme

Am 27. September 2005 (also bereits vor der Uraufführung) wurde eine Studioaufnahme von Ça Ira als Doppel-CD, produziert von Waters und Wentworth, veröffentlicht. Auf dieser sind unter anderem die Sänger Bryn Terfel (Bariton), Ying Huang (Sopran) sowie Paul Groves (Tenor) zu hören. Die Veröffentlichung beinhaltet außerdem eine Bonus-DVD mit dem Making-of der Oper.<ref>Pink Floyd's Roger Waters' Classical Opera 'Ca Ira' Debuts at #1 on Billboard's Classical Traditional Chart. In: Sony. 5. Oktober 2005, abgerufen am 9. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Einzelnachweise

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