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Züllsdorf

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Züllsdorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(664)&title=Z%C3%BCllsdorf 51° 38′ N, 13° 7′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(664) 51° 38′ 28″ N, 13° 7′ 11″ O
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Höhe: 81 m ü. NHN
Einwohner: 664 (1. Jan. 2000)<ref>Statistische Berichte – Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden im Land Brandenburg 2000. (PDF; 3,8 MB) Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, S. 21, abgerufen am 21. März 2025.</ref>
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 04916
Vorwahl: 035363
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Züllsdorf ist ein Ortsteil der amtsfreien Stadt Herzberg (Elster) im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg.<ref>Herzberg (Elster) | Service Brandenburg. Abgerufen am 2. Mai 2024.</ref>

Lage

Drei Straßen verbinden den Ort im Süden mit der alten Poststraße Leipzig–Frankfurt (Oder), der heutigen B 87. Mit den beiden Orten Löhsten (3 km) und Döbrichau (5 km) bildet Züllsdorf eine große Ackerinsel inmitten der Annaburger Heide. Die Landschaft ist ein altes Sumpfgebiet zwischen Elbe und Schwarzer Elster. Westlich des Ortes befindet sich das Dreiländereck zwischen den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Geschichte

Datei:Nebelsieck Greischel 1910 (Kreiskarte) Züllsdorf IMG 7356.JPG
Züllsdorf auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910).

Ortsname und Ersterwähnung

Das Angerdorf ist 1284 erstmals urkundlich erwähnt worden. Vermutlich von deutsch-flämischen Siedlern erweitert, neben einer sorbischen Urbevölkerung. Frühere Schreibweisen lauten: Czolstorff, Zulsdorff, Sulzdorf, Zülßdorf, Zilßdorf.

Ortsgeschichte

Vom 15. Jahrhundert bis 1815 gehörte Züllsdorf zu Lochau, dem späteren Amt Annaburg und damit zum Kurfürstentum Sachsen. 1550 lebten hier 22 „besessene Mannen“, darunter 18 Anspänner (Hüfner), 3 Gärtner und 1 Lehnrichter.

Im Mittelalter existierten noch im Westteil der Gemarkung die Siedlungen Erbleih, Friedewald und Große, die seit 1550 als „wüste Marken“ erwähnt sind. Züllsdorf ist wahrscheinlich aus diesen Siedlungen hervorgegangen. Auch die neue Ansiedlung wurde in den vielen Kriegen immer wieder zerstört.

Außer vom Ackerbau und Wiesennutzung lebten die Einwohner vom Holz der Annaburger Heide sowie von der Gewinnung von Raseneisenstein und vom Pechbrennen. Die Wegebezeichnungen „Pechweg“ und „Pechdamm“ erinnern noch heute daran. Die Pechhütte wurde über Generationen hinweg von den Familien Schlobach betrieben, die auch mehrere Amtsvorsteher stellten. Neben den Pechbrennern gab es auch noch ein paar Zeidler, die Imker der damaligen Zeit, denn Wachs für die Kerzen und Honig zum Süßen waren sehr begehrt. Ab 1816 (nach dem Wiener Kongress) gehörte der Ort zum Kreis Torgau und damit zur preußischen Provinz Sachsen im Regierungsbezirk Merseburg. Nach der politischen Wende 1990 entschieden sich die ca. 650 Einwohner (größter Gemeindeteil Herzbergs außer der Kernstadt) 1992 für die Zugehörigkeit zu Herzberg und damit zum Bundesland Brandenburg.

Bis 1815 gehörte der Ort zum Amt Annaburg. 1912 tauschte das Rittergut Saathain aufgekaufte Bauernwälder in Züllsdorf gegen einen königlichen Forstbezirk im Oppach.<ref>Rudolf Matthies: Geschichte des Dorfes Würdenhain. 1953 (Online [abgerufen am 14. März 2015] Aufgestellt im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes mit nachträglichen Ergänzungen von Ursula, Heinz und Matthias Lohse).</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche

Bereits für das Jahr 1339 ist für den Ort eine eigene Kirche urkundlich nachgewiesen. Ein Fachwerkbau brannte 1637 im Dreißigjährigen Krieg ab. Nach dem Krieg wurde im Jahre 1670 erneut eine Kirche errichtet. Dieser Fachwerkbau fiel im Jahre 1855 einem Feuer zum Opfer. Schon zwei Jahre folgte auf dem Dorfanger die Errichtung eines Nachfolgebaus. Bei dem heute zu sehenden Bauwerk, handelt es sich um eine im neugotischen Stil errichtete Kirche aus Feldsteinen, die im Jahre 1857 eingeweiht werden konnte. Für die Entwürfe zeichnete der damalige Torgauer Bauinspector Dolscius verantwortlich. Die Kirche ist heute im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen.<ref name="Gramlich" /><ref name="bldam" /><ref name="Dehio" />

Weitere Denkmäler

Ein weiteres eingetragenes Denkmal ist in der Züllsdorfer Mittelstraße 2 zu finden. Dabei handelt es sich um ein im Jahre 1821 errichtetes Wohnhaus. An der Rückseite des Fachwerkbaus befindet sich ein Stallgebäude mit Oberlaube.<ref name="bldam" />

Unmittelbar neben der Kirche befindet sich ein Gefallenendenkmal für die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Dorfbewohner.

Nördlich von Züllsdorf in der Annaburger Heide wurde 2025 das erste Radar für das deutsche Raketenabwehrsystem Arrow 3 errichtet.<ref>Torsten Gellner: Abwehrsystem Arrow 3 soll bis Ende 2025 startklar sein - BSW spricht von „teurem Fehler“. In: maz-online.de. 21. Februar 2025, abgerufen am 8. Mai 2025.</ref><ref>Birgit Rudow: Bundeswehr in Holzdorf: Arrow 3 bald vor der Haustür – ein Problem für die Anwohner? In: lr-online.de. Lausitzer Rundschau Medienverlag, Cottbus, 21. Februar 2025, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Mai 2025; abgerufen am 8. Januar 2026.</ref> Der Standort befindet sich auf der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, wenige Kilometer vom Fliegerhorst Holzdorf entfernt, auf dem das Raketenabwehrsystem in Betrieb genommen wurde, und ist Bestandteil der dortigen militärischen Infrastruktur.<ref>Nico Wendt: Herzstück der deutschen Luftverteidigung - Arrow 3: Raketensystem in der Annaburger Heide bei Torgau scharf gestellt. In: torgauerzeitung.de. Torgauer Zeitung, Verlagsgesellschaft Madsack, Hannover, 2. Januar 2026, abgerufen am 8. Januar 2026.</ref>

Literatur

  • Autoren, u. a. Peter Mann: Züllsdorf. Ein Dorfporträt von den Anfängen bis heute, 1. Auflage, Verlag BücherKammer, Herzberg/Elster 2021. Hinweis DNB
  • Sybille Gramlich, Irmelin Küttner: Landkreis Elbe-Elster, Teil 1: Die Stadt Herzberg/Elster und die Ämter Falkenberg/Uebigau, Herzberg, Schlieben und Schönewalde, in: Denkmale in Brandenburg, Band 7.1, Wernersche Verlagsanstalt, Worms 1998, S. 363, ISBN 978-3-88462-152-3. Hinweis

Weblinks

Commons: Züllsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Dehio"> Gerhard Vinken u. a.: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Brandenburg, 2. Auflage, Hrsg. Georg Dehio Nachfolger, Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2012, S. 1231. ISBN 978-3-422-03123-4. </ref> <ref name="bldam"> Datenbank des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, 2016. </ref> <ref name="Gramlich"> Sybille Gramlich / Irmelin Küttner: Landkreis Elbe-Elster, Teil 1: Die Stadt Herzberg/Elster und die Ämter Falkenberg/Uebigau, Herzberg, Schlieben und Schönewalde, in: Denkmale in Brandenburg, Band 7.1, Wernersche Verlaganstalt, Worms 1998, S. 363, ISBN 978-3-88462-152-3. </ref> </references>

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