Ziergeflügel
Als Ziergeflügel bezeichnet man Geflügel, das nicht als Nutztier gezüchtet, sondern als Blickfang in Parks oder in Volieren gehalten wird. Das Ziergeflügel umfasst Arten der Hühnervögel (Galliformes), Taubenvögel (Columbiformes) und Gänsevögel (Anseriformes).<ref name="Reber 2009, S. 9">Reber 2009, S. 9.</ref>
Ziergeflügelhaltung
Die Ziergeflügelhaltung begann schon im 17. Jahrhundert und beschränkte sich anfangs auf „Parkgeflügel“ in den Schlossgärten der Aristokratie, und „Wildgeflügel“, wie den Fasan, zur Jagd. Später wurde sie populärer.
Müller und Gutsbesitzer hielten sich Pfauen als Statussymbol und zeigten, dass sie Geflügel ohne Nutzenwert, allein um dessen Schönheit willen, halten konnten.<ref>Ortwin Grossmann: Pfauen. In: Huehnerhof.net. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. April 2013; abgerufen am 25. März 2013. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Botanische Gärten und Zoos hielten Ziergeflügel, um ihre Anlagen attraktiver zu gestalten. Züchter und Hobbyhalter nahmen sich der halb domestizierten Vogelarten an und züchteten zum Teil auch Mutationsformen dieser Arten. Bekannte Mutationen des Blauen Pfaues sind der Schwarzflügelpfau, der Weiße Pfau und der Gescheckte Pfau; der Lutino-Fasan und die Zimtfarbenen, Lachsroten und Dunklen Goldfasane sind Mutationen des Goldfasanes; bei Mandarinente und Diamanttaube finden sich farbliche Abweichungen.<ref>Reber 2009, S. 9, S. 51, S. 53.</ref>
Zoos und botanische Gärten betrachten heute die Haltung nicht heimischer Arten kritischer, da sich aus Gefangenschaftsflüchtlingen oder in Freiflug gehaltenen Ziervögeln verwilderte Populationen entwickelt haben, denen man heute zunehmend ablehnend gegenübersteht. Zu diesen Neozoen genannten, in Freiheit sich vermehrenden Vogelarten, die auf die Haltung als Ziergeflügel zurückgehen, gehören in Europa die Nilgans und die Mandarinente.
Artenschutz und Arterhaltung sind heute wichtige Bemühungen der Ziergeflügelhaltung. Einige Züchter veröffentlichen ihre Beobachtungen und beteiligen sich an wissenschaftlichen Arbeiten, andere züchten spezielle Arten und stellen die Tiere im Rahmen von Auswilderungsprogrammen zur Verfügung.<ref name="Reber 2009, S. 9" /> Der Verzicht auf Wildfänge und Massenimporte wurde 1992 in der Resolution zum Problem Artenschutz des Verbandes der Ziergeflügelzüchter im BDRG festgeschrieben.<ref>Artenschutz – Resolution zum Problem Artenschutz des Verbandes der Ziergeflügelzüchter im BDRG, abgerufen am 14. September 2012.</ref>
Ziergeflügelarten
Nicht alle Vogelarten eignen sich zur Ziergeflügelhaltung. Der Verband zur Arterhaltung von Zier- / Wildgeflügel (VZI) e. V. im BDRG unterscheidet Hühnerartiges Ziergeflügel, Ziertauben und Wasserziergeflügel. Der Europäische Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht und der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter nennen ausgewählte Arten folgender Familien und Gattungen:<ref>Ziergeflügel. (PDF; ca. 31,5 kB) In: entente-ee.com. Europäischer Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht, 31. Januar 2011, abgerufen am 27. März 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), inkl. Ringgrößen).</ref><ref>Rasseverzeichnis und Ringgrößen. In: bdrg.de. Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter, S. 4ff., archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Januar 2016; abgerufen am 27. März 2013 (inkl. Ringgrößen). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
im BDRG außerdem: |
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Literatur
- Ulrich Reber: Leitfaden der Ziergeflügelhaltung (= Expertenwissen Geflügelzucht). Oertel+Spörer, Reutlingen 2009, ISBN 978-3-88627-546-5.
- Schweizerischer Rassegeflügelzucht-Verband (SRGV): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Richtlinien zur Haltung von Ziergeflügel. ( vom 27. Juni 2013 im Internet Archive) 2007 (PDF-Datei, ee-entente.com, abgerufen am 14. September 2012; 192 kB)
Weblinks
Einzelnachweise
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