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Mittlerer Klee

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(Weitergeleitet von Zickzack-Klee)

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Mittlerer Klee
Datei:Trifolium medium 1.jpg

Mittlerer Klee (Trifolium medium)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Trifolium sect. Trifolium
Art: Mittlerer Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium medium
L.

Der Mittlere Klee<ref name="InfoFlora" /> (Trifolium medium), auch Zickzack-Klee<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).<ref name="GRIN" />

Beschreibung

Datei:TrifoliumMediumStipules2.jpg
Nebenblätter und typisches Zickzack-Muster der Sprossachse
Datei:Trifolium medium subsp. medium sl11.jpg
Blütenstand, bei dem die vorderen Blüten entfernt wurden, damit die Blütenstandsrhachis und die zygomorphen Blüten im Detail erkennbar sind
Datei:Trifolium medium subsp. medium sl12.jpg
Zygomorphe Blüten im Detail, erkennbar sind Blütenkelch und -krone
Datei:Bombus terrestris - Trifolium medium - Keila.jpg
Bestäubung durch eine Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)
Datei:Svensk botanik (1812) (14759997051).jpg
Illustration aus Svensk Botanik, 1812

Trifolium medium ist sehr variabel in Mittel- und Südeuropa und deshalb wurden mehrere Subtaxa beschrieben, die allerdings nicht von allen Autoren akzeptiert sind.

Vegetative Merkmale

Der Mittlere Klee ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze,<ref name="FloraWeb" /> die Wuchshöhen von meist 30 bis 45 (10 bis 65) Zentimetern erreicht.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraEuropaea1968" /> Der aufsteigende Stängel ist meist hin- und hergebogen, aber mit geraden Internodien („Zickzack-Klee“) und oft verzweigt.<ref name="InfoFlora" /> Der oft rötlich überlaufene oder gestrichelte<ref name="HegiGams1964" /> Stängel ist fast kahl bis zerstreut angedrückt behaart,<ref name="InfoFlora" /> selten sind im oberen Bereich ausgebreitete Trichome vorhanden.<ref name="FloraEuropaea1968" /> Der Mittlere Klee besitzt eine lange Pfahlwurzel, Rhizom und weitkriechende Ausläufer.<ref name="FloraEuropaea1968" /><ref name="HegiGams1964" /><ref name="BiolFlor" />

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist meist länger als die Nebenblätter.<ref name="FloraEuropaea1968" /> Die Blattspreite ist dreiteilig handförmig gefingert. Die Blättchen sind bei einer Länge von 1,5 bis 5 Zentimetern<ref name="HegiGams1964" /> oder 2 bis 6 Zentimetern<ref name="FloraEuropaea1968" /> sowie einer Breite von 0,9 bis 2 (0,5 bis 3,5) Zentimetern länglich-elliptisch bis eiförmig, verkehrt-eiförmig oder elliptisch oder eilanzettlich.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraEuropaea1968" /><ref name="HegiGams1964" /> Die weitgehend ganzrandigen<ref name="FloraEuropaea1968" /> Blättchen besitzen oft eine hellere oder rotbraune Querbinde.<ref name="HegiGams1964" /> Die beiden krautigen, lanzettlichen, verschmälerten und am oberen Bereich bewimperten Nebenblätter sind meist auf weniger als der Hälfte ihrer Länge mit dem Blattstiel verwachsen, der freie Teil in eine lange Spitze ausgezogen.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraEuropaea1968" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt vorwiegend in den Monaten Juni bis Juli,<ref name="FloraWeb" /> oder seltener August, oder reicht in der Schweiz von Mai bis Juli<ref name="InfoFlora" />.<ref name="BiolFlor" /> Der Blütenstand ist anfangs fast sitzend, später ist ein mehr oder weniger kurzer Blütenstandsschaft erkennbar.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraEuropaea1968" /><ref name="HegiGams1964" /> In der Regel besitzt ein Pflanzenexemplar nur einen einzelnen, bei einer Länge von etwa 3 Zentimetern sowie einem Durchmesser von meist 2 bis 3 Zentimetern kugel- bis eiförmigen, köpfchenförmigen Blütenstand,<ref name="InfoFlora" /> der am Grunde normalerweise keine Hochblätter hat.<ref name="FloraEuropaea1968" /><ref name="HegiGams1964" />

Die zwittrige<ref name="FloraWeb" /> Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Der selten im oberen Bereich mit ausgebreiteten Trichomen behaarte, verkahlende und meist auch außen kahle, grünlich-weiße Kelch ist meist zehnnervig<ref name="InfoFlora" /> (selten zwanzignervig) und durch einen zweilippigen, behaarten Ringwulst fast geschlossen.<ref name="FloraEuropaea1968" /><ref name="HegiGams1964" /> Die fünf fadenförmigen Kelchzähne sind mehr oder weniger dicht bewimpert und ungleich lang.<ref name="HegiGams1964" /> Die meist 15 bis 18 (12 bis 20) Millimeter lange Krone ist hell-purpurrot, sehr selten auch weiß und besitzt die typische Form einer Schmetterlingsblüte.<ref name="FloraEuropaea1968" /><ref name="HegiGams1964" /> Kronblätter und Staubblätter sind zu einer 8 bis 9 Millimeter langen Röhre verwachsen.<ref name="HegiGams1964" />

Die Hülsenfrucht ist rundlich-eiförmig und springt in Fruchtklappen längs auf.<ref name="FloraEuropaea1968" /><ref name="HegiGams1964" /> Die Samen sind hellbraun und dreikantig.<ref name="HegiGams1964" />

Chromosomensatz

Die Chromosomenzahl beträgt x = 7; und die Chromosomenzahlen betragen 2n = etwa 70, 78 bis 80, 82, 84, 98 oder 126.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraEuropaea1968" /><ref name="BiolFlor" /><ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="IPCN" />

Ökologie

Beim Mittleren Klee handelt es sich um einen mesomorphen Hemikryptophyten.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> Es kann auch vegetative Vermehrung erfolgen.<ref name="BiolFlor" />

Männliche und weibliche Blütenorgane sind gleichzeitig fertil. Der Mittlere Klee ist xenogam: es erfolgte obligate Fremdbefruchtung. Es liegt gametophytische Selbst-Inkompatibilität, dabei keimen alle Pollen auf der Narbe, aber das Pollenschlauchwachstum stoppt aber im Griffel, wenn das im haploiden Pollen exprimierte Allel einem der Allele im Griffel gleicht, Selbstbefruchtung und Samenansatz wird durch diesen genetisch festgelegten Mechanismus verhindert.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" />

Blütenökologisch handelt es sich um Schmetterlingsblumen vom Fabaceentyp mit Klappeinrichtung. Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten. Als Belohnung für die Bestäuber ist Nektar vorhanden. Bestäuber sind Hymenopteren.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" />

Die Diaspore ist die Hülsenfrucht mit einem Anhängsel.<ref name="BiolFlor" /> Es erfolgt Ausbreitung der Diasporen auf der Oberfläche von Tieren (Epichorie) oder durch den Wind (Anemochorie).<ref name="FloraWeb" />

Verwechslungsmöglichkeiten

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen insbesondere mit dem Wiesen-Klee (Trifolium pratense).

Vorkommen

Trifolium medium kommt in weiten Teilen Europas vor und östlich reicht sein Verbreitungsgebiet von Vorderasien über Kaukasien bis zum westlichen Sibirien. Es gibt Fundortangaben für Deutschland, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Italien, Monaco, Korsika, Frankreich, Andorra, Gibraltar, Spanien, Portugal, Polen, die ehemalige Tschechoslowakei, das ehemalige Jugoslawien, Albanien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Ungarn, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Litauen, Lettland, das Vereinigte Königreich, Irland, den europäischen Teil Russlands, Belarus, Moldawien, die Ukraine, die Krim, die Türkei, den nördlichen Iran, Ciskaukasien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien westlichen Sibirien und vielleicht Ägypten.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />

Der Mittlere Klee ist sowohl in Deutschland, Österreich als auch der Schweiz allgemein verbreitet und meist häufig zu finden; nur in Nordwestdeutschland fehlt er streckenweise.

Trifolium medium wächst in Mitteleuropa in Halbtrockenrasen und Trockenbuschgesellschaften. Er gedeiht am besten auf warmen, nährstoffreichen, kalkhaltigen und lehmigen Böden. Er ist eine Charakterart des Verbands Trifolion medii, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Ordnung Prunetalia oder des Verbands Potentillo-Quercion petraeae vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Der Mittlere Klee gedeiht in der Schweiz in lichten Wäldern, Gebüschen und an Wegrändern in der kollin-montanen bis -subalpinen Höhenstufe. In den Allgäuer Alpen steigt er am Südwestgrat des Heiterbergs in Vorarlberg bis in eine Höhenlage von 2100 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Trifolium medium erfolgte 1759 durch Carl von Linné in Amoenitates Academicae, 4. Auflage, S. 105.<ref name="GRIN" /><ref name="FoC2010" /><ref name="Euro+Med" /><ref name="ILDIS" /><ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton medium bedeutet „der Mittlere“. Homonyme sind Trifolium medium <templatestyles src="Person/styles.css" />Griseb. und Trifolium medium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. nom. nud. veröffentlicht in Flora Suecica, Editio Secunda Aucta et Emendata, 558.<ref name="Tropicos" /> Ein Synonym für Trifolium medium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Trifolium flexuosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq.<ref name="Euro+Med" /><ref name="ILDIS" /><ref name="Tropicos" />

Die Art Trifolium medium gehört zur Untersektion Intermedia der Sektion Trifolium innerhalb der Gattung Trifolium.

Nutzung

Trifolium medium wird in einigen Teilen der Welt angebaut, beispielsweise in den chinesischen Provinzen Hebei sowie Shaanxi.<ref name="FoC2010" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Trifolium medium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Trifolium medium bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="BiolFlor"> Mittlerer Klee. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="FloraWeb"> Trifolium medium L., Zickzack-Klee. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Trifolium medium L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 134. </ref> <ref name="HegiGams1964"> Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. S. 1342–1344. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1964. </ref> <ref name="FloraEuropaea1968"> Vernon Hilton Heywood, P. W. Ball: Leguminosae. 57 Trifolium. In: Thomas Gaskell Tutin, Vernon Hilton Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea, Volume 2: Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge University Press, 1968, ISBN 0-521-06662-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="ILDIS"> Trifolium medium Datenblatt bei World Database of LegumesInternational Legume Database Information Service = ILDIS, Version 10.38 vom 20. Juli 2010. </ref> <ref name="Euro+Med"> ILDIS World Database of Legumes 2010. In: Datenblatt Trifolium medium bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="FoC2010"> Zhi Wei, Michael A. Vincent: Trifolieae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 10: Fabaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. Trifolium medium Linnaeus. S. 551 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Mittlerer Klee (Trifolium medium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur

  • Joanna Kolodziejczyk-Czepas: Trifolium species – the latest findings on chemical profile, ethnomedicinal use and pharmacological properties. In: Journal of Pharmacy and Pharmacology Volume 68, Issue 7, 2016, S. 845–861. doi:10.1111/jphp.12568
  • Bronislava Butkutė, Nijolė Lemežienė, Audrius Padarauskas, Eglė Norkevičienė, Lukas Taujenis: Chemical Composition of Zigzag Clover (Trifolium medium L.). In: Breeding Grasses and Protein Crops in the Era of Genomics, 2018, ISBN 978-3-319-89577-2, S. 83–87. doi:10.1007/978-3-319-89578-9_15

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