Zeche Juliana
| Zeche Juliana | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Allgemeine Informationen zum Bergwerk | ||||||
| Andere Namen | Zeche Juliane Juliane bei Witten | |||||
| Förderung/Jahr | ca. 7848 bis ca. 15.000 pr. t | |||||
| Informationen zum Bergwerksunternehmen | ||||||
| Beschäftigte | ca. 10 bis 18 | |||||
| Betriebsbeginn | 1767 | |||||
| Betriebsende | 1866 | |||||
| Nachfolgenutzung | je 1 Feldesteil zur Zeche Vereinigte Franziska Tiefbau Zeche Vereinigte Hamburg | |||||
| Geförderte Rohstoffe | ||||||
| Abbau von | Steinkohle/Kohleneisenstein | |||||
| Abbau von | Kohleneisenstein | |||||
| Geographische Lage | ||||||
| Koordinaten | 51° 25′ 40,5″ N, 7° 20′ 56,6″ O
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|
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| Standort | Annen | |||||
| Gemeinde | Witten | |||||
| Kreis (NUTS3) | Ennepe-Ruhr-Kreis | |||||
| Land | Land Nordrhein-Westfalen | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Revier | Ruhrrevier | |||||
Die Zeche Juliana war ein Bergwerk im Wittener Stadtteil Annen-Hohenstein. Die Zeche ist auch bekannt unter dem Namen Zeche Juliane oder auch Juliane bei Witten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Bergwerk auch Kohleneisenstein abgebaut.<ref name= "Quelle 1" /> Das Bergwerk wurde auf dem Südflügel der Borbecker Mulde im Flöz Mausegatt betrieben.<ref name= "Quelle 2" />
Geschichte
Die Anfänge
Im Jahr 1744 erfolgte die Vermessung der Berechtsame.<ref name= "Quelle 1" /> Im Jahr 1765 wurde die Mutung für die Kohlenbank<ref group="ANM" name="Anm. Hartmann." /> In der Borbecker Wies eingelegt. Als Muter trat Johann Jürgen Niederste Frielinghaus auf.<ref name= "Quelle 2" /> Die Kohlenförderung war bis zur Inaugenscheinnahme untersagt. Am 3. Juli 1765 wurde das gemutete Feld durch den Bergmeister Rielke Inaugenschein genommen.<ref name="Quelle 3" /> Am 24. Juni 1766 erfolgte die Verleihung des Längenfeldes für das Flöz Mausegatt.<ref name= "Quelle 1" /> Im September desselben Jahres erhielt der Gewerke Niederste Frielinghaus die Quittung über die Zahlung der Konzessionsgebühren durch den Bergboten Christian von Lünen ausgehändigt.<ref name="Quelle 3" /> Am 6. März 1767 wurde das Bergwerk in Betrieb genommen.<ref name= "Quelle 1" /> Im Jahr 1768 erfolgte die Vermessung der Berechtsame. Am 26. Februar des Jahres 1771 waren als Gewerken Johann Jürgen Niederste Frielinghaus und sein Bruder Johann Henrich Niederste Frielinghaus in die Unterlagen des Bergamtes eingetragen. Beide Gewerke hatten eine gleich hohe Anzahl an Kuxen. Die Rezeßgelder waren seit dem Zeitpunkt der Vermessung gezahlt worden.<ref name="Quelle 3" /> Bis 1771 war das Bergwerk nachweislich in Betrieb.<ref name= "Quelle 1" />
Die weiteren Jahre
Während der Betriebszeit waren mehrere Schichtmeister für das Bergwerk verantwortlich.<ref name= "Quelle 2" /> Ab 1796 war das Bergwerk wieder außer Betrieb.<ref name= "Quelle 1" /> Im Jahr 1839 genehmigte das Bergamt die Wiederinbetriebnahme des Bergwerks. Als Gewerken des Bergwerks waren Johann Jürgen Niederste Frielinghaus und L. Küper eingetragen.<ref name= "Quelle 2" /> Im Juni 1839 erfolgte die Wiederinbetriebnahme.<ref name= "Quelle 1" /> Allerdings war der alte Stollen mittlerweile verfallen, dies führte anfänglich zu größeren Schwierigkeiten.<ref name= "Quelle 2" /> Es wurde ein Förderstollen östlich der Wetterstraße in der Borbecke aufgefahren, zusätzlich wurde über Tage ein Wetterüberhauen<ref group="ANM" name="Anm. Cramm." /> zum Tage erstellt.<ref name= "Quelle 1" /> Ab dem Jahr 1840 wurde mehrere Jahre im Stollenbau gearbeitet. Die anfallenden Berge wurden auf einer Bergehalde deponiert. Der Grundstückseigentümer, auf dessen Grundstück sich die Bergehalde und der Stollen befanden, erhielt hierfür von den Bergwerksbetreibern eine Entschädigung in der Höhe des 130. Scheffels.<ref name= "Quelle 2" /> Am 28. Dezember 1847 erfolgte die Verleihung des Längenfeldes Juliane 2 als Belehnung. Die Verleihung erfolgte für das Flöz Mausegatt Unterbank.<ref name= "Quelle 1" /> Im Jahr 1848 hatte der Stollen mittlerweile eine Auffahrungslänge von 836 Metern.<ref name= "Quelle 2" /> In den Jahren 1848 und 1849 wurde ein Eisenbahnanschluss erstellt.<ref name= "Quelle 1" /> Über die Eisenbahn wurden die Gruskohlen an Kalk- und Ziegelbrennereien transportiert.<ref name= "Quelle 2" /> Am 31. Oktober 1849 erfolgte die Verleihung für die Erweiterung. 1856 war das Baufeld nachweislich bereits einige Jahre abgebaut. Die Übernahme durch die Zeche Vereinigte Franziska Tiefbau erfolgte am 29. Dezember 1866. Am 21. November 1889 wurde der südwestliche Teil des Feldes endgültig zur Zeche Vereinigte Franziska Tiefbau und der nordöstliche Teil zur Zeche Vereinigte Hamburg konsolidiert.<ref name= "Quelle 1" />
Förderung und Belegschaft
Die ersten Belegschaftszahlen sind für das Jahr 1845 und Förderzahlen sind für das Jahr 1840 benannt. 1840 wurden 2.156 Scheffel (539,25 preußische Tonnen) Steinkohle gefördert. Im Jahr 1844 stieg die Förderung an auf 31.392 Scheffel, das entspricht 7.848 preußische Tonnen.<ref name= "Quelle 1" /> Ein Jahr später erfolgte ein erneuter Förderanstieg auf 61.154 Scheffel.<ref name= "Quelle 2" /> Die Belegschaft schwankte in diesem Jahr zwischen zehn und achtzehn Bergleuten. Auch im Jahr 1847 stieg die Förderung an auf 66.262 Scheffel. Die Förderung wurde von elf bis 23 Bergleuten erbracht. Dies sind die letzten Förder- und Belegschaftszahlen des Bergwerks.<ref name= "Quelle 1" />
Einzelnachweise
<references> <ref name= "Quelle 1">Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 2005. (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum 144) 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 2006, ISBN 3-937203-24-9</ref> <ref name= "Quelle 2">Gerhard Koetter: Steinkohle unter Witten. 1. Auflage, Förderverein Westfälisches Industriemuseum Zeche Nachtigall, Witten 2009, ISBN 978-3-00-029412-9</ref> <ref name="Quelle 3">Thomas Schilp (Hrsg.), Wilfried Reininghaus, Joachim Huske: Das Muth-, Verleih-, und Bestätigungsbuch 1770–1773. Eine Quelle zur Frühgeschichte des Ruhrbergbaus, Wittnaack-Verlag, Dortmund 1993, ISBN 3-9802117-9-7</ref> </references>
Weblinks
- Der frühe Bergbau an der Ruhr: Zeche Juliana (abgerufen am 29. April 2014)
- Der frühe Bergbau an der Ruhr: Historische Karte um 1840 (abgerufen am 29. April 2014)
- Der frühe Bergbau an der Ruhr: Karte der Situation um 2000 (abgerufen am 29. April 2014)
- Alter Bergbau in Annen (abgerufen am 29. April 2014)
Anmerkungen
<references group="ANM">
<ref group="ANM" name="Anm. Cramm.">Als Wetterüberhauen bezeichnet man einen, im Flöz von unten nach oben erstellten, Grubenbau, der zur Bewetterung dient. (Quelle: Tilo Cramm, Joachim Huske: Bergmanssprache im Ruhrrevier.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. Hartmann.">Der Begriff Kohlenbank ist die Bezeichnung für den kohleführenden Teil eines Kohlenflözes. (Quelle: Carl Friedrich Alexander Hartmann: Vademecum für den praktischen Bergmann.)</ref> </references>