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Sabolotiw

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Zabłotów)
Sabolotiw
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Wappen von Sabolotiw
Sabolotiw (Ukraine)
Sabolotiw (Ukraine)
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Sabolotiw ohne Koordinaten
Basisdaten
Staat: UkraineDatei:Flag of Ukraine.svg Ukraine
Oblast: Oblast Iwano-Frankiwsk
Rajon: Rajon Kolomyja
Höhe: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) m
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Verwaltungsgliederung: 1 Siedlung städtischen Typs, 19 Dörfer
Verwaltung
Bürgermeister: Iwan Dmytrowytsch
Adresse: пл. С. Бандери 3
78315 смт. Заболотів
Sabolotiw (Oblast Iwano-Frankiwsk)
Sabolotiw (Oblast Iwano-Frankiwsk)
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Sabolotiw ohne Koordinaten
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Sabolotiw ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsch selten Zablotow) ist eine Siedlung städtischen Typs der Oblast Iwano-Frankiwsk in der West-Ukraine. Die Siedlung liegt am Oberlauf des Pruth am Fuß der Karpaten, am östlichen Rande des Gebiets das Teil der historischen Landschaft Galizien ist.

Geschichte

Datei:Заболотов. Храм Святого Михаила..jpg
Kirche im Ort

1455 wurde die in der Woiwodschaft Ruthenien des Königreichs Polen gelegene Ortschaft erstmals urkundlich erwähnt. Nach der polnischen Teilung von 1772 kam das Gebiet als Teil Galiziens an die Habsburgermonarchie. Zwischen 1854 und 1867 war der Ort Sitz einer Bezirkshauptmannschaft,<ref>Reichsgesetzblatt vom 24. April 1854, Nr. 111, S. 401.</ref> danach bis 1918 der Sitz eines Bezirksgerichts des Bezirks Śniatyn. 1790 wurde die jüdische Gemeinde (Schtetl) gegründet. 1903 kam es zu einem Pogrom gegen die chassidische Gemeinde, bei dem 40 jüdische Bewohner teils schwer verletzt wurden. Das Pogrom ging fast ausschließlich von der ruthenischen (ukrainischen) Landbevölkerung aus, die den Juden ihre Loyalität zu den in Galizien dominierenden Polen vorwarfen. 1910 lebten in Zablotow 2171 Juden und 2587 Andere, mehrheitlich Ruthenen.<ref>Albert Lichtblau (Hrsg.): Als hätten wir dazugehört. Österreichisch-jüdische Lebensgeschichten aus der Habsburgermonarchie. Böhlau, Wien 1999, ISBN 3-205-98722-5, S. 22 und 102f.</ref>

Manès Sperber schildert seinen Geburtsort, sein Schtetl in seiner Autobiografie:

„Zablotow – schon der Name ist unangenehm: Er spielt auf den lehmigen Boden, auf die ungepflasterten Straßen an, in denen man zu versinken drohte, sobald die unaufhörlichen Herbstregen sie aufgeweicht hatten. ... Habe ich von der Armseligkeit des Städtels gesprochen? Das Wort ist irreführend, weil durchaus unzureichend. Sich kaum jemals wirklich sattzuessen war das Schicksal der meisten, ... Wie viele auch hungerten, niemand verhungerte. ... Überdies mieden sie [die Juden] möglichst die Dörfer [der Ukrainer], weil sie mit Recht fürchteten, dort der Feindseligkeit zu begegnen. Dennoch waren die Städtchen keine Ghettos, sondern wesensmäßig ebenso wie definitionsgemäß das Gegenteil. Ein Städtel war nicht das Anhängsel einer christlichen Gemeinde innerhalb der Bannmeile, nicht ein diskriminierter Fremdkörper innerhalb einer höheren Zivilisation, sondern im Gegenteil, eine scharf profilierte in ihren Grundlagen gefestigte autonome Gemeinschaft mit einer eigenartigen Kultur – dies inmitten von Armut und Hässlichkeit, und eingekreist von Feinden des jüdischen Glaubens. Das Städtel war ein Zentrum, von dem aus gesehen die slawischen Dörfer periphere Agglomerationen waren, deren Einwohner, zumeist Analphabeten, zum Geistigen kaum eine Beziehung hatten.“<ref>Manès Sperber: Die Wasserträger Gottes. All das Vergangene... dtv, München 1981, ISBN 3-423-01398-2, S. 14 ff.</ref>

Im Ersten Weltkrieg war Sabolotiw zwischen den österreichisch-ungarischen Truppen, die Sabolotiw zweimal zeitweilig räumen mussten, unter anderem Anfang Juli 1916,<ref>Hermann Stegemann: Geschichte des Krieges, Band 4. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1921, S. 76 und 82–84.</ref> und russischen Truppen hart umkämpft und wurde dabei teilweise zerstört. Schließlich behielten die Österreicher die Oberhand.

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns wurde Sabolotiw 1920 polnisch. 1939 wurde das Gebiet aufgrund des Hitler-Stalin-Paktes von der Sowjetunion besetzt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Sabolotiw 1941 durch die Wehrmacht erobert. Die jüdische Bevölkerung, die nicht rechtzeitig fliehen konnte, wurde in einem nationalsozialistischen Ghetto konzentriert und im Holocaust ermordet. Der Massenmord in Sabolotiw begann im April 1942 durch Einheiten der Sicherheitspolizei (SiPo) unter Leitung des SS-Obersturmführers Peter Leideritz (1911–1949), dem Chef der SiPo-Außenstelle in Kolomea.<ref>Dieter Pohl: Nationalsozialistische Judenverfolgung in Ostgalizien 1941–1944. Organisation und Durchführung eines staatlichen Massenverbrechens. Verlag Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-56233-9, S. 191.</ref> Eine weitere „Juden-Aktion“ in Sabolotiw folgte im September 1942 durch das Reserve-Polizeibataillon 133.<ref>Dieter Pohl: Nationalsozialistische Judenverfolgung in Ostgalizien 1941–1944. Organisation und Durchführung eines staatlichen Massenverbrechens. Verlag Oldenbourg, München 1996, S. 228.</ref>

Verwaltungsgliederung

Am 24. Juli 2017 wurde die Siedlung zum Zentrum der neugegründeten Siedlungsgemeinde Sabolotiw ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Zu dieser zählten auch noch die 11 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer<ref>Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Івано-Франківській області у Снятинському районі Заболотівська селищна, Ганьківська, Іллінецька, Олешківська, Рудниківська, Троїцька, Тростянецька та Шевченківська сільські ради рішеннями від 21, 22, 23 і 24 липня 2017 року</ref>, bis dahin bildete sie die gleichnamige Siedlungratsgemeinde Sabolotiw (Заболотівська селищна рада/Sabolotiwska selyschtschna rada) im Westen des Rajons Snjatyn.

Am 12. Juni 2020 kamen noch die Dörfer Balynzi, Borschtschiw, Borschtschiwska Turka, Butschaki, Chlibytschyn, Kelychiw, Tulukiw und Trofaniwka zum Gemeindegebiet.<ref>Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 714-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Івано-Франківської області"</ref>

Am 17. Juli 2020 wurde der Ort Teil des Rajons Kolomyja.<ref>Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"</ref>

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Sabolotiw Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch
Balynzi Балинці Балинцы (Balinzy) Balińce
Borschtschiw Борщів Борщов (Borschtschow) Borszczów
Borschtschiwska Turka Борщівська Турка Борщовская Турка (Borschtschowskaja Turka) Turka Borszczówska
Butschaki Бучачки Бучачки (Butschatschki) Buczaczki
Chlibytschyn Хлібичин Хлебычин (Chlebytschin) Chlebiczyn Polny
Hankiwzi Ганьківці Ганьковцы (Gankowzy) Hańkowce
Illinzi Іллінці Ильинцы (Iljinzy) Ilińce
Kelychiw Келихів Келихов (Kelichow) Kielichów
Ljubkiwzi Любківці Любковцы (Ljubkowzy) Lubkowce
Oleschkiw Олешків Олешков (Oleschkow) Oleszków
Roschnewi Polja Рожневі Поля Рожневые Поля (Roschnewyje Polja) -
Rudnyky Рудники Рудники (Rudniki) Rudniki
Schewtschenkowe Шевченкове Шевченково (Schewtschenkowo) Albinówka
Sibraniwka Зібранівка Зибрановка (Sibranowka) Zebranówka
Trijzja (bis 2025 Trojizja<ref>Верховна Рада України; Постанова від 05.06.2025 № 4484-IX Про перейменування окремих населених пунктів</ref>) Трійця (Троїця) Троица (Troiza) Trójca
Trofaniwka Трофанівка Трофановка (Trofanowka) Trofanówka
Trostjanez Тростянець Тростянец Trościaniec
Tulukiw Тулуків Тулуков (Tulukow) Tułuków
Wyschniwka Вишнівка Вишневка (Wischnewka) Wiszniówka

Wirtschaft

In Sabolotiw gibt es in erster Linie tabak- und lebensmittelverarbeitende Betriebe. Etwa 400 Personen, also fast ein Zehntel der gesamten Einwohner, arbeiten im Ausland.

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Sabolotiw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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