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Experimentelle Philosophie

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(Weitergeleitet von X-Phi)

Experimentelle Philosophie (oft X-Phi abgekürzt) ist eine junge philosophische Strömung, in welcher Methoden der empirischen Sozialwissenschaften und insbesondere der Experimentalpsychologie angewandt werden. Dies dient meist dem Zweck, herauszufinden, wie gemeinhin bestimmte Problemfälle beurteilt werden.<ref>Lackman, Jon. The X-Philes Philosophy meets the real world, Slate, March 2, 2006.</ref><ref>Appiah, Anthony. The New New Philosophy, New York Times, December 9, 2007.</ref><ref>Appiah, Anthony. The 'Next Big Thing' in Ideas, National Public Radio, January 3, 2008.</ref><ref name="chronicle">chronicle.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Against Intuition (Memento vom 10. Juli 2009 im Internet Archive) (englisch)</ref><ref name="Prospect">Edmonds, David and Warburton, Nigel. Philosophy’s great experiment, Prospect, March 1, 2009</ref> Mit den Methoden der empirischen Wissenschaften führen diese Philosophen Experimente zum menschlichen Denken durch und verwenden die Ergebnisse, um für philosophische Thesen zu argumentieren.<ref>experimentalphilosophy.org: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Experimental Philosophy Page (Memento vom 5. April 2015 im Internet Archive) (englisch)</ref><ref>Prinz, J. Experimental Philosophy, YouTube September 17, 2007. </ref><ref>Knobe, Joshua. What is Experimental Philosophy? (PDF; 26 kB) The Philosophers' Magazine (28) 2004.</ref><ref>Knobe, Joshua and Nichols, Shaun. An Experimental Philosophy Manifesto (PDF; 172 kB), in: Knobe & Nichols (eds.) Experimental Philosophy 2008.</ref> Die experimentelle Philosophie lässt sich von der empirisch informierten Philosophie abgrenzen.<ref>Prinz, Jesse. Empirical philosophy and experimental philosophy, in: Knobe & Nichols (eds.) Experimental Philosophy 2008.</ref>

Aufteilungen

Empirisch informierte Philosophen führen selbst keine Experimente durch, sondern verwenden empirische Resultate für ihre philosophischen Argumente.

Innerhalb der experimentellen Philosophie lassen sich wiederum zwei Hauptströmungen unterscheiden. Vertreter des sogenannten "positiven Programms" beabsichtigen, das Methodenarsenal der Philosophie lediglich um experimentelle Methoden zu ergänzen. Vertreter des "negativen Programms" kritisieren die Vorgehensweise der traditionellen Philosophie mithilfe experimenteller Studien.<ref>Alexander, Joshua; Mallon, Ron; Weinberg, Jonathan. Accentuate the Negative, Review of Philosophy and Psychology, 1(2), S. 297–314, 2010.</ref>

Entwicklung im zeitlichen Verlauf

Eine andere Bedeutung hatte der Begriff im 17./18. Jahrhundert: Als experimentelle Philosophie wurde die namentlich von Galileo Galilei und Isaac Newton neu begründete Naturwissenschaft bezeichnet, in der nicht mehr die philosophischen Grundsätze, sondern die Beobachtungen das höchste Wahrheitskriterium darstellten.<ref>z.B. John Theophilus Desaguliers: A Course of Experimental Philosophy, London 1745, S. V (Preface) [1]</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Heutige experimentelle Philosophen argumentieren, dass uns empirische Ergebnisse philosophischer Probleme von Nutzen sein können, indem sie uns helfen, die psychologischen Prozesse hinter sog. „philosophischen Intuitionen“ zu verstehen.<ref>Knobe, Joshua and Nichols, Shaun. An Experimental Philosophy Manifesto (PDF; 172 kB), in: Knobe & Nichols (eds.) Experimental Philosophy, § 2.1. 2008.</ref> Dieser philosophische Gebrauch empirischer Ergebnisse ist umstritten; viele Philosophen sehen ihn als gegensätzlich zu jener Art der Philosophie an, die nur a priori Argumente nutzt, also der sog. „Fauteuilphilosophie“. Der Ausdruck bezeichnet ein Verständnis des Philosophierens als einer Tätigkeit, die völlig auf Erkenntnissen basiert, die man durch Reflexion in einem bequemen Lehnsessel (französisch: Fauteuil) erhalten kann.<ref name="chronicle" /><ref name="Prospect" /> Uneinigkeit existiert also darüber, welches die besten Methoden des Philosophierens seien, wobei die experimentelle Philosophie sowohl auf begeisterte Zustimmung als auch auf vehemente Kritik stößt.<ref>Kauppinen, A. (2007). The Rise and Fall of Experimental Philosophy. In: Philosophical Explorations 10 (2), S. 95–118. doi:10.1080/13869790701305871</ref><ref>Kirk Ludwig: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Epistemology of Thought Experiments: First versus Third Person Approaches (Memento vom 10. März 2012 im Internet Archive; PDF; 169 KB, englisch). Midwest Studies in Philosophy. 31:128-159.</ref><ref>Cullen, S. (forthcoming). Survey-Driven Romanticism. European Review of Philosophy, 9.</ref>

Themen und Schwerpunkte

Die Themen der experimentellen Philosophie kreisten zu Beginn hauptsächlich um kulturelle Unterschiede von philosophischen Intuitionen,<ref>ruccs.rutgers.edu: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Normativity and Epistemic Intuitions (Memento vom 3. August 2011 im Internet Archive) Philosophical Topics 29, S. 429–460 (englisch)</ref><ref>Edouard Machery et al.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Semantics, Cross-Cultural Style (Memento vom 21. September 2017 im Internet Archive; PDF; 212 KB, englisch). Cognition 92, pp. B1-B12.</ref> um unsere Intuitionen zum freien Willen,<ref>Eddy Nahmias et al.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Surveying Freedom: Folk Intuitions about Free Will and Moral Responsibility (Memento vom 22. November 2009 im Internet Archive; PDF; 225 KB, englisch). Philosophical Psychology (18) 2005 S. 563</ref> und um bestimmte Fragen der Handlungsphilosophie.<ref>Knobe, J. (2003a). Intentional action and side effects in ordinary language, (PDF; 20 kB) Analysis 63, pp. 190–193.</ref><ref>Shaun Nichols & Joseph Ulatowski (2007). Intuitions and Individual Differences: The Knobe Effect Revisited. In: Mind & Language 22 (4):346–365. doi:10.1111/j.1468-0017.2007.00312.x</ref> In der Zwischenzeit haben experimentelle Philosophen ihre Forschung allerdings auf die meisten traditionellen philosophisch-relevanten Begriffe ausgeweitet, wie z. B. Kausalität, Glück und Wissen. Dementsprechend lassen sich verschiedene Teilbereiche in der experimentellen Philosophie unterscheiden. Die Literatur-Datenbank philpapers.org unterscheidet mittlerweile zwischen den folgenden Teilbereichen:<ref>Experimentelle Philosophie auf philpapers.org</ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Weblinks