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Würges

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Würges
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2666)&title=W%C3%BCrges 50° 17′ N, 8° 17′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2666) 50° 17′ 0″ N, 8° 16′ 45″ O
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Höhe: 213 (200–413) m ü. NHN
Fläche: 13,8 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 2666 (31. Dez. 2019)<ref name="DF">Würges. In: Webauftritt. Stadt Bad Camberg, abgerufen am 2. Dezember 2021.</ref>
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 65520
Vorwahl: 06434

Würges bildet mit über 2600 Einwohnern und einer Gemarkung von 1380 ha (davon 628 ha Wald) den südlichsten Stadtteil der Stadt Bad Camberg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Würges ist das südlichste Dorf im Regierungsbezirk Gießen und nach der Kernstadt und Erbach der drittgrößte Stadtteil von Bad Camberg.

Geographie

Geographische Lage

Würges liegt im südlichen Ausläufer des Goldenen Grunds des Hintertaunus, nördlich des Taunushauptkamms, 18 Kilometer südöstlich von Limburg an der Lahn. Die nächsten Großstädte sind Wiesbaden (31 Straßenkilometer südlich), Frankfurt am Main (48 Straßenkilometer südöstlich, 59 Kilometer über die Autobahn), Koblenz (72 Kilometer westlich) und Siegen (90 Kilometer nördlich).

Die Gemarkung erstreckt sich als ost-westliches Band von rund acht Kilometern Länge und zwei Kilometern Breite vom Dombachtal über das Emsbachtal bis zur Autobahn. Durch die Würgeser Gemarkung verlaufen die Bundesautobahn 3, die Bundesstraße 8 sowie die Bundesbahnlinie Frankfurt–Limburg und die ICE-Trasse Frankfurt–Köln. Der Ostteil der Gemarkung ist von Mischwald bedeckt, im Westen herrscht Landwirtschaftsfläche vor.

Den Ortsmittelpunkt bildet der Kirchplatz auf einer Höhe von 202 Metern. Die höchste Erhebung in der Würgeser Gemarkung liegt bei 413 Metern im Walddistrikt „Todtenkopf“ im Osten der Gemarkung, in der Nähe von Steinfischbach. Insgesamt steigt das Gelände nach Osten deutlich, nach Westen über das Emsbachtal nur leicht auf bis zu 250 Meter an.

Geologie

Geologisch wird die östliche Hälfte der Gemarkung von schieferhaltiger Grauwacke mit kleinen porphyrartigen Einschlüssen am Todtenkopf und Quarzgängen bestimmt. Nördlich und südöstlich an den Ort schließen sich Quarzkies-Lager an. Ein kleines Areal nordöstlich des Orts und die gesamte westliche Gemarkungshälfte werden von Lössschichten bestimmt.

Geschichte

Namensentstehung

Der Ortsname leitet sich ab von „Widergisa“ (768), „Widergis“ (1156) und „Wydergis“ (1300). Der Ursprung des Namens ist unklar; wenn nicht schon aus der alemannischen Besiedlung übernommen, dürfte der Name aus der Zeit der fränkischen Besitznahme dieses Gebietes um das Jahr 520 herrühren.

Ortsgeschichte

Der Ort Würges blickt zusammen mit Erbach auf die älteste urkundlich nachweisbare Geschichte unter den Bad Camberger Stadtteilen zurück. Diese Erwähnung erfolgte im Jahr 768. Damals wurden die Hofstätte Widergisa (Würges) und die Mark von Arilbach (Erbach) an das Kloster Lorsch verschenkt. Schenkungen aus der „Widigiser Mark“ sind aber bereits früher verzeichnet, so dass vermutlich auch die Ansiedlung älter ist. Funde aus der Bandkeramikzeit von etwa 5000 vor Christus westlich des Ortskerns stammen von einer Siedlung, die keine Vorgängerin des heutigen Ortes ist, sondern wieder aufgegeben wurde.

Die ersten Anordnungen der Verhütung eines Brandes im Zusammenhang mit häuslichen Feuerstätten in Textform im Kurfürstentum Trier vom 9. Mai 1721 führten auch in Würges zu erheblichen Verbesserungen der Bauweise der Gebäude.<ref>Franz-Josef Sehr: Brandschutz im Heimatgebiet vor 300 Jahren. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2022. Limburg 2021, ISBN 3-927006-59-9, S. 223–228.</ref>

Im Jahr 1962 wurde eine neue Grundschule gebaut, 1974 das Gemeindezentrum und 1985 das Pfarrzentrum.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Würges im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Camberg als Stadtteil eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 9 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 809 kB]).</ref><ref></ref> Für den Stadtteil wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 174 4B) § 6. In: Webauftritt. Stadt Bad Camberg, abgerufen im Dezember 2021.</ref>

Wüstung Alsdorf

Rund einen Kilometer östlich des heutigen Ortsrands von Würges, rechts des Schwabachs, befands sich das Dorf Alsdorf. Es wurde im Jahr 811 erstmals als Aylsdorf erwähnt. Es pfarrte spätestens vom 13. Jahrhundert an nach Esch und fiel wohl Anfang des 16. Jahrhunderts wüst. Die Bevölkerung siedelte nach Würges über. Die örtliche Kirche war wohl noch länger in Nutzung, wurde aber im Jahr 1574 profaniert. Das Dorf verfügte auch über eine Mühle.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Würges angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Würges: Einwohnerzahlen von 1650 bis 2019
Jahr  Einwohner
1650
  
37
1834
  
949
1840
  
1.046
1846
  
1.089
1852
  
1.145
1858
  
1.121
1864
  
1.138
1871
  
1.078
1875
  
1.086
1885
  
1.010
1895
  
969
1905
  
958
1910
  
926
1925
  
1.025
1939
  
1.122
1946
  
1.450
1950
  
1.501
1956
  
1.561
1961
  
1.696
1967
  
2.048
1970
  
2.096
1987
  
2.147
1993
  
?
1998
  
2.453
2005
  
2.545
2011
  
2.535
2015
  
2.619
2019
  
2.666
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; ab 1970: Stadt Camberg<ref name="EW" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Würges 2535 Einwohner. Darunter waren 132 (5,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 474 Einwohner unter 18 Jahren, 1059 zwischen 18 und 49, 570 zwischen 50 und 64 und 435 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 1083 Haushalten. Davon waren 306 Singlehaushalte, 303 Paare ohne Kinder und 357 Paare mit Kindern, sowie 93 Alleinerziehende und 24 Wohngemeinschaften. In 198 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 774 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1885: 027 evangelische (= 2,67 %), 963 katholische (= 97,33 %) Einwohner<ref name="lagis" />
• 1961: 135 evangelische (= 7,96 %), 1554 katholische (= 91,63 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Würges besteht ein Ortsbezirke (Gebiet der ehemaligen Gemeinde Würges) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 54,78 %. Es wurden gewählt: sechs Mitgliedern der CDU, ein Mitglied der SPD und zwei Mitgliedern der Bündnis 90/Die Grünen.<ref>Ortsbeiratswahl Würges. In: Votemanager. Stadt Bad Camberg, abgerufen im Januar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Georg Minde (CDU) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Würges. In: Webauftritt. Stadt Bad Camberg, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Seit nach der Kommunalwahl in Hessen 2021 besteht der Ortsbeirat von Würges aus sechs Mitgliedern der CDU, einem Mitglied der SPD und zwei Mitgliedern der Bündnis 90/Die Grünen. Ortsvorsteher ist Georg Minde (CDU).<ref>Ortsbeirat des Ortsbezirkes Würges. Stadt Bad Camberg, abgerufen im Dezember 2021.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Wuerges Emsbach.jpg
Emsbach am Würgeser Kirchplatz

Kulturdenkmäler

Für die vollständige Liste der Kulturdenkmäler in Würges siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Bad Camberg.

Katholische Kirche

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Pfarrkirche St. Ferrutius

Die unter Denkmalschutz stehende katholische Pfarrkirche St. Ferrutius in Würges wurde in den Jahren 1836–38 nach Entwurf von Joh. Lossen in Wiesbaden erbaut. Es handelt sich um eine Hallenkirche mit eingezogenem Fassadenturm und fünfseitigem Chor. Die Kirche wurde aus kleinteiligem Bruchstein unter Verwendung von Klinkern und Werkstein erbaut. Der Stil der Kirche orientiert sich an der italienischen Romanik und ist im Kreis eine Besonderheit.<ref>Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kath. Pfarrkirche St. Ferrutius. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen.</ref>

Die dörfliche Überlieferung behauptet, die Würgeser Kirche in den Dietrichswiesen stehe auf einem Pfahlrost. Das Gelände sei so sumpfig gewesen, dass es nur so möglich gewesen sei, die Kirche dort zu erbauen. Dies entspricht aber nicht den Tatsachen. Beim Bau der Fundamente stieß man auf eine harte Kiesschicht, in die sich gespitzte Eisen nicht eintreiben ließen. Die Kosten des Kirchbaus betrugen 30.000 Gulden und mussten durch einen Holzeinschlag der Gemeinde abgedeckt werden. Bedeutendstes Ausstattungsstück der Kirche ist die „Walsdorfer Madonna“, eine Marienfigur aus dem Umkreis Hans Backoffens (um 1525), die aus dem ehemaligen Benediktinerinnenkloster Walsdorf stammt und im 16. Jahrhundert geschaffen wurde. Im Kirchturm hängen vier Glocken, die von der renommierten Glockengießerei Otto aus Bremen-Hemelingen in den Jahren 1921 und 1950 gegossen wurden.<ref>Gerhard Reinhold: Otto Glocken - Familien- und Firmengeschichte der Glockengießerdynastie Otto, Selbstverlag, Essen 2019, 588 Seiten, ISBN 978-3-00-063109-2, hier insbes. D. 521, 546.</ref><ref>Gerhard Reinhold: Kirchenglocken – christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen 2019, 556 Seiten, Diss. Radboud Universiteit Nijmegen, nbn:nl:ui:22-2066/204770, hier insbes. S. 484, 504.</ref>

Schulgebäude

Im Jahr 1829 wurde die heute denkmalgeschützte Schule errichtet. Der zweigeschossige, siebenachsige Putzfachwerkbau wurde außerhalb des älteren Ortskerns erbaut und ist eine typische größere Landschule nach dem nassauischen Schuledikt vom 24. März 1817. Das Dach erhält durch die Aufschieblinge an Traufen und Stützwalmen eine bewegte Form.<ref>Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Ehem. Schule. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen.</ref>

Ehemalige Post

Zwei Gebäude der Thurn- und Taxisschen Post stammen aus den Jahren 1790 und 1825. Das ältere Gebäude war am 10. Januar 1801 das Ziel eines Überfalls durch den Räuberhauptmann Schinderhannes. Die erste Poststation entstand 1602. Über die Jahrhunderte prägte die Funktion als Posthalt die Wirtschaftsentwicklung des Orts. Das älteste erhaltene Fachwerkhaus in Würges stammt aus dem Jahr 1568.

Vereine

  • Seit der Saison 2017/18 spielt der erfolgreiche Fußballverein und langjährige Hessenligist RSV Würges in der Gruppenliga Wiesbaden. Neben dem RSV besteht in Würges ein weiterer Fußballverein, der FSV Würges, welcher in der Kreisliga C Limburg-Weilburg spielt.
  • Der älteste bestehende Verein in Würges ist der Gesangverein „Eintracht 1852“, der heute neben einem gemischten einen Kinder- und einen Seniorenchor sowie die Theatergruppe „Junge Bühne Würges“ umfasst.
  • Der Turnverein Würges – mit 820 Mitgliedern (2017) größter Würgeser Verein – wurde 1904 gegründet. Er besteht aus den sportlichen Abteilungen – Turnen allgemein, Gerätturnen, Leichtathletik, Gymnastik, Tischtennis, Freizeitkicker, Volkstanz, Wandern und Volleyball – und dem Musikzug – Blasorchester, Jugendblasorchester und Schülerblasorchester. Als Sportstätten dienen die vereinseigene Turnhalle und der Turnplatz sowie das Gemeindezentrum.
  • Der RSV Würges besteht seit 1920 und verfügt mit dem Stadion „Goldener Grund“ über einen eigenen Sportplatz. Ein weiterer Sportplatz wird vom Fußballclub „FSV Würges 1975“ genutzt.
  • Weitere Vereine des Orts sind der Angelverein AV (gegründet 1974), die Jagdhornbläsergruppe Goldener Grund (1979), die VdK-Ortsgruppe, die Kyffhäuser Kameradschaft (1883), die zugleich die Funktion eines Schützenvereins erfüllt, der Brieftaubenverein Fortuna (1953) und die Kerbeinteressengemeinschaft (KIG) Würges 1998 e. V. Die Freiwillige Feuerwehr Würges e. V. (1905, seit dem 2. Januar 1970 mit Jugendfeuerwehr und seit 28. Mai 2010 mit Kinderfeuerwehr) fördert das Feuerwehrwesen im Ort.

Infrastruktur

Die Freiwillige Feuerwehr Würges (gegründet 1905, seit dem 2. Januar 1970 mit Jugendfeuerwehr und seit 28. Mai 2010 mit Kinderfeuerwehr) sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Würges, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 18 und 58, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;.</ref> <ref name="EW">1998; 2005; 2016:Statistische Daten. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. Februar 2021. </ref> </references>

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