Wüflte liegt etwa 4,5 km nördlich des Briloner Stadtzentrums am nordwestlichen Rande der Briloner Hochfläche. Nordwestlich des Ortes geht diese in die bewaldeten östlichen Ausläufer des Haarstranges über. Im Südwesten trennt die Möhne und ihre Quellbäche den Haarstrang von den östlichen Ausläufern des Arnsberger Waldes. Östlich liegt der Geschützte Landschaftsbestandteil In der Halle. Im Nordosten fällt das Gelände ins Tal der oberen Alme ab. Die Ortschaft hat eine Höhenlage von 430 bis 470 m ü. NN. Höchste Erhebung in unmittelbarer Nähe ist der Bulstern (482,3 m).<ref name="tk25">Topografische Karte 1:25.000.</ref>
Die nächsten Orte in der Umgebung sind die Briloner Stadtteile Alme im Nordosten, Nehden im Osten, Thülen im Südosten, Brilons Kernstadt im Süden und Scharfenberg im Westen. Etwa elf Kilometer nordwestlich liegt die Stadt Rüthen.<ref name="tk25" />
Geschichte
Wülfte ist als Besitz des Klosters Neuenheerse seit 1248 nachweisbar. In der Folgezeit wurde es jedoch zunehmend zu einem Briloner Stadtdorf. Das im 15. und 17. Jahrhundert vorübergehend verlassene Dorf wurde erst 1837 eine eigenständige Gemeinde im Amt Thülen.
Am 22. August 1998 feierten die Wülfter ihr 750-jähriges Dorfjubiläum.<ref>Gerhard Brökel: 750 Jahre Wülfte_Festredevon Gerhard Brökel. Hrsg.: Dorfgemeinschaft Wülfte. Wülfte 22. August 1998, S.31.</ref>
1933 musste der seit 1914 amtierende Gemeindevorsteher Gottfried Kraft (Zentrum) auf Druck der Nationalsozialisten zurücktreten.
Während des Zweiten Weltkriegs stürzte am Wülfter Steinbruch ein brennendes Feindflugzeug ab. Vom 26. bis 29. März 1945 war das Dorf von einer Transporteinheit der Wehrmacht belegt. Ab dem 29. März konnten die Bewohner Wülftes Verbände der US-Army auf den Straßen ums Dorf beobachten. Am Ostersonntag dem 2. April 1945 rückten US-Truppen ins Dorf ein, die nach zehn Tagen weiterzogen. In der folgenden Zeit kam es zu Überfällen und Plünderungen von ehemaligen Gefangenen aus der Sowjetunion.<ref>Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945. 1955, Abschnitt Wülfte, S. 65–66.</ref>
31 Wülfter fielen im Zweiten Weltkrieg als Soldaten, davon die meisten an der Ostfront, oder starben in Gefangenschaft.<ref>Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945. 1955, Ehrentafel Abschnitt Wülfte, S. 246–247.</ref>
Der Wolfskopf als Schildfigur ist ein sogenanntes „redendes Wappen“, das den Namen des Ortes wiedergibt. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 11. November 1954.<ref>Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Kurkölnisches Sauerland. Hrsg.: Sauerländer Heimatbund e. V. Strobel, Arnsberg 1986, ISBN 3-87793-017-4, S.178.</ref>
Sehenswürdigkeiten
Sehenswert ist die denkmalgeschützte St.-Anna-Kapelle und der Wanderweg W1 rund um Wüfte mit dem Aussichtspunkt Bulsterkopf.
Die St.-Anna-Kapelle wurde im Jahre 1690 auf Veranlassung von Bartholomäus Gerwins, Priester des Deutschen Ordens aus Wülfte erbaut.<ref>Gerhard Brökel: 300 Jahre Sankt-Anna-Kapelle in Wülfte 1690-1990. Hrsg.: Propsteipfarrgemeinde St.Petrus und Andreas Brilon. Wülfte 26. Mai 1990, S.95.</ref>
Die Leichenhalle auf dem Friedhof in Wülfte wurde von dem Briloner Künstler Franz Kornemann künstlerisch ausgestaltet. Sie zeigt ein Sgraffito mit dem Erzengel Michael sowie einem Buntglasfenster mit der Darstellung der Auferweckung des Lazarus.<ref>Ernst und Annette Jansen-Winkeln: Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e. V. Abgerufen am 11. Juni 2025.</ref>
Vereine
Die Ortschaft Wülfte zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus, etablierte Vereine im Ort sind:<ref>Vereinsseite Homepage Wülfte. Abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref>
Bartholomäus Gerwins; Priester des Deutschen Ordens, 1690 Erbauer der Kapelle St. Anna<ref>Dorfchronik Wülfte. Abgerufen am 27. November 2025.</ref>
Schwester Maria Libya (Elisabeth) Lange MSC (* 16. März 1892 in Wülfte, † 7. August 1967 im Bernardshof bei Mayen in der Eifel); Missionsschwester im Heimatland<ref>Gerhard Brökel, Werner Vogt: 300 Jahre Sankt-Anna-Kapelle in Wülfte 1690-1990. Hrsg.: Propsteipfarrgemeinde St. Petrus und Andreas Brilon. Wülfte 26. Mai 1990, S.87.</ref>
Josef Kraft (*24.08.1945 in Brilon, †17.01.2017 in Paderborn); 1979–2004 Ortsvorsteher von Wülfte, 1975 Begründer des Spielmannszug Wülfte e.V.<ref>Trauer in NRW: Traueranzeige Josef Kraft. Abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref><ref>Dorfchronik Wülfte. Abgerufen am 27. November 2025.</ref>
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben
Josef Schmidt-Diemel (* 19. März 1898 in Bochum; † 11. September 1960); Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen, 1951–1956 Gemeindebürgermeister von Wülfte<ref>Landtag NRW: Detailansicht des Abgeordneten Josef Schmidt-Diemel. Abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref><ref>Werner Vogt: Zeittafel Wülfte. Hrsg.: Dorfgemeinschaft Wülfte. Brilon-Wülfte 1999, S.42, 67.</ref>
Literatur
Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945 – Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955.
Theodor Tochtrop: 150 Jahre 1828–1978 St. Anna Schützenbruderschaft Wülfte. Hrsg.: St. Anna Schützenbruderschaft Wülfte 1828 e.V. Brilon 1978.
Gerhard Brökel: 300 Jahre Sankt-Anna-Kapelle in Wülfte 1690–1990. Hrsg.: Propsteipfarrgemeinde St.Petrus und Andreas Brilon. Brilon-Wülfte 26. Mai 1990.
Gerhard Brökel: 750 Jahre Wülfte – Festrede von Gerhard Brökel. Hrsg.: Dorfgemeinschaft Wülfte mit Unterstützung des Landrats des Hochsauerlandkreises Franz-Josef Leikop. Brilon 1998.
Werner Vogt: Zeittafel Wülfte. Hrsg.: Dorfgemeinschaft Wülfte. Brilon-Wülfte 1999.