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Wissenschaftsrat (Deutschland)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wissenschaftsrat
(WR)
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Rechtsform durch Verwaltungsabkommen konstituiert<ref name="Rechtsform" />
Gründung 5. September 1957 (Unterzeichnung Verwaltungsabkommen) in Bonn
Auflösung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Gründer Bund und Länder der Bundesrepublik Deutschland
Sitz Berlin (Geschäftsstelle Köln)
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Nachfolger Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Zweck Beratung der Bundesregierung und die Regierungen der Länder in allen Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs.
Vorsitz Wolfgang Wick
Geschäftsführung Esther Seng
Eigentümer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Umsatz Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
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Freiwillige Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Mitglieder Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Website Wissenschaftsrat.de

Der Wissenschaftsrat ist ein wissenschaftspolitisches Beratungsgremium in Deutschland. Er wurde 1957 gegründet (konstituierende Sitzung 1958) und berät Bund und Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklung des Hochschulsystems sowie der staatlichen Förderung von Forschungseinrichtungen. Der Sitz befindet sich in Berlin, die Geschäftsstelle ist in Köln angesiedelt.<ref name="GO">Geschäftsordnung des Wissenschaftsrates in der vom Wissenschaftsrat am 20. Januar 2017 verabschiedeten Fassung. (PDF) Wissenschaftsrat, 20. Januar 2017, S. 2, abgerufen am 24. Februar 2021 (§ 5).</ref>

Aufgaben

Seine Beratungsfunktion erfüllt der Wissenschaftsrat hauptsächlich durch die Erarbeitung von Empfehlungen, die auch veröffentlicht werden. Diese Empfehlungen können sowohl einzelne wissenschaftliche Institutionen (Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) als auch übergreifende Fragestellungen des Wissenschaftssystems (zum Beispiel Hochschulzugang, Lehrerbildung, Hochschulmedizin) betreffen.

Stellungnahmen (Auswahl)

In der jüngeren Vergangenheit äußerte sich der Wissenschaftsrat in seinen Stellungnahmen, Empfehlungen und Positionspapieren unter anderem zu den Themen:

2020 veröffentlichte er zudem ein Positionspapier „Impulse aus der COVID-19-Krise für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems in Deutschland“.<ref>Impulse aus der COVID-19-Krise für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems in Deutschland (PDF; 818 KB), abgerufen am 10. Februar 2022.</ref><ref>Wissenschaftsrat: Zehn Herausforderungen für krisenfeste Forschung. In: aerzteblatt.de. 29. Januar 2021, abgerufen am 18. Februar 2024.</ref>

Daneben hat der Wissenschaftsrat im Laufe der Zeit eine Reihe von Einzelaufgaben übernommen:

Bisherige Vorsitzende
Name Jahr
von bis
Helmut Coing 1958 1961
Ludwig Raiser 1961 1965
Hans Leussink 1965 1969
Reimar Lüst 1969 1972
Theodor Heidhues 1972 1976
Wilhelm A. Kewenig 1976 1979
Andreas Heldrich 1979 1982
Hans-Jürgen Engell 1982 1985
Heinz Heckhausen 1985 1987
Kurt Kochsiek 1987 1989
Dieter Simon 1989 1993<ref>Zeitzeugen der Wendezeit, Prof. Dr. Dieter Simon (*1935) Rechtswissenschaftler. weltwissen-berlin.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Januar 2021; abgerufen am 23. Januar 2021.</ref>
Gerhard Neuweiler 1993 1994
Karl-Heinz Hoffmann 1994 1996
Dagmar Schipanski 1996 1998
Winfried Schulze 1998 2001
Karl Max Einhäupl 2001 2006
Peter Strohschneider 2006 2011
Wolfgang Marquardt 2011 2014<ref>CV Wolfgang Marquardt. (PDF) Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 23. Januar 2021. (PDF)</ref>
Manfred Prenzel 2014 2017
Martina Brockmeier 2017 2020<ref name="P&K-2020">Wagner ist neue Vorsitzende des Wissenschaftsrats. Politik & Kommunikation, 7. Februar 2020, abgerufen am 23. Januar 2021.</ref>
Dorothea Wagner 2020 2023
Wolfgang Wick 2023<ref>Wolfgang Wick neuer Vorsitzender des Wissenschaftsrats – Ergebnisse der WR-Wintersitzungen (25.–27. Januar 2023). In: Wissenschaftsrat (Deutschland). 30. Januar 2023, abgerufen am 2. Februar 2023.</ref>

Trägerschaft und Organisation

Der Wissenschaftsrat ist eine Einrichtung auf der Grundlage eines Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Ländern.<ref name="Rechtsform">Annette Rollmann: Status des Wissenschaftsrats. Abgerufen am 29. Mai 2025.</ref>

Der Wissenschaftsrat wird von einem Vorsitzenden geleitet, seit Februar 2023 ist dies der Neurologe Wolfgang Wick.<ref>Professor Dr. Wolfgang Wick | Vorsitzender. In: Wissenschaftsrat. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref>

Die Vollversammlung des Wissenschaftsrats besteht aus zwei gleichberechtigten Kommissionen:

  • Die Wissenschaftliche Kommission besteht aus 24 Wissenschaftlern und 8 Repräsentanten des öffentlichen Lebens. Sie werden vom Bundespräsidenten berufen. Die 24 Wissenschaftler werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, der Hochschulrektorenkonferenz, Max-Planck-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam vorgeschlagen. Die 8 Repräsentanten des öffentlichen Lebens werden von Bundes- und Landesregierungen gemeinsam vorgeschlagen.<ref>z. B. Hans-Heinrich Trute: Die Forschung zwischen grundrechtlicher Freiheit und staatlicher Institutionalisierung: das Wissenschaftsrecht als Recht kooperativer Verwaltungsvorgänge. Tübingen 1994, S. 704</ref>
  • Die Verwaltungskommission besteht aus je einem entsandten Vertreter der sechzehn Länder und sechs Vertretern des Bundes, wobei letztere jedoch 16 Stimmen besitzen, so dass auch die Verwaltungskommission auf 32 Stimmen kommt. Vollversammlungen des Wissenschaftsrats finden vierteljährlich statt und müssen ihre Beschlüsse mit einer Zweidrittelmehrheit beschließen.

Die Geschäftsstelle des Wissenschaftsrats ist in Köln. Dort betreuen etwa 100 Mitarbeiter – davon 50 Wissenschaftler – die Arbeit des Wissenschaftsrats in seinen Gremien und Ausschüssen.<ref>Organigramm WR. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref> Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats wird jeweils für ein Jahr bestimmt und vertritt den Wissenschaftsrat nach außen. Generalsekretärin ist seit 1. Juli 2025 die Juristin Esther Seng, die vorher das Referat Grundsatzfragen leitete.<ref>Esther Seng tritt Amt als neue Generalsekretärin an. Wissenschaftsrat, 1. Juli 2025, abgerufen am 16. Juli 2025.</ref>

Geschichte

Zunächst regelten die Länder die gemeinsame Finanzierung von Forschungseinrichtungen auf der Grundlage des Königsteiner Abkommens von 1949 (auf Grundlage von Artikel 30 Grundgesetz). Es wurde eine bundesweite Vergabe finanzieller Mittel für die Entwicklung und den Aufbau des deutschen Wissenschaftssystems gefordert.

Konrad Adenauer unterzeichnete am 5. September 1957 ein Verwaltungsabkommen über die Errichtung eines Wissenschaftsrats. Er solle erstmals einen Gesamtüberblick über die wissenschaftliche Arbeit in der Bundesrepublik geben und den Regierungen von Bund und Ländern Vorschläge für die Förderung der Wissenschaft unterbreiten.

Unterstützer der Gründung eines Wissenschaftsrats waren seit Mitte der 1950er Jahre führende Wissenschaftler und Politiker (der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Gerhard Hess, und Bundespräsident Theodor Heuss, der Wissenschaftler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in den Wissenschaftsrat berief und die konstituierende Sitzung am 6. Februar 1958 leitete).<ref>Geschichte. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. November 2024; abgerufen am 27. März 2025.</ref>

Kritik

Kritik wurde geäußert, dass der Wissenschaftsrat als Mitglied der Allianz der Wissenschaftsorganisationen bei Fragen zu Tierversuchen die Politik nicht unabhängig beraten könne.<ref name=":0">Johanna Walter: Wie die Tierversuchslobby den Fortschritt blockiert. 9. September 2025, abgerufen am 13. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":1">Mitglieder. In: Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Abgerufen am 13. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Allianz ist ein Zusammenschluss großer deutscher Forschungseinrichtungen und im Lobbyregister des Deutschen Bundestages eingetragen. Sie äußert sich unter anderem kritisch zu Initiativen zur Reduktion von Tierversuchen.<ref>Lobbyregistereintrag "Allianz der Wissenschaftsorganisationen". Abgerufen am 13. März 2026.</ref><ref>Markus Weisskopf: Reduktionsstrategie für Tierversuche: Warum die Allianz so harsch auf den Vorschlag des BMEL reagierte. 30. April 2025, abgerufen am 13. März 2026.</ref> Auch koordiniert sie die Initiative „Tierversuche Verstehen“, die über die aus ihrer Sicht bestehende Notwendigkeit von Tierversuchen informieren.<ref>Über uns. In: Tierversuche verstehen. Abgerufen am 13. März 2026.</ref>

Literatur

  • Olaf Bartz: Der Wissenschaftsrat. Entwicklungslinien der Wissenschaftspolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1957–2007. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-09074-2.
  • Olaf Bartz: Wissenschaftsrat und Hochschulplanung. Leitbildwandel und Planungsprozesse in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1957 und 1975, Diss., Köln 2005. (als elektronische Ressource verfügbar)
  • Rolf Berger: Zur Stellung des Wissenschaftsrats bei der wissenschaftspolitischen Beratung von Bund und Ländern. Nomos-Verlag, Baden-Baden 1974, ISBN 3-7890-0109-0.
  • Friedhelm Neidhardt: Institution, Organisation, Interaktion: Funktionsbedingungen des Wissenschaftsrats, In: Leviathan – Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft. 40(2), 2012, S. 271–296.
  • Hans Christian Röhl: Der Wissenschaftsrat. Kooperation zwischen Wissenschaft, Bund und Ländern und ihre rechtlichen Determinanten, Nomos, Baden-Baden 1994, ISBN 3-7890-3480-0.
  • Marie-Christin Schönstädt: Wissenschaft evaluieren. Der Wissenschaftsrat und das ostdeutsche Wissenschaftssystem während der Wende (1989/90), Franz Steiner Verlag 2024, ISBN 978-3-515-13590-0.
  • Andreas Stucke: Der Wissenschaftsrat. In: Svenja Falk, Dieter Rehfeld, Andrea Römmele, Martin Thunert (Hrsg.): Handbuch Politikberatung. VS Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-531-14250-0, S. 248–254.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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