Wilhelm Gösser
Johann Wilhelm Gösser (* 6. Mai 1881 in Mühltal bei Leoben; † 10. März 1966 in Graz) war ein österreichischer Bildhauer.
Leben
Wilhelm Gösser wurde am 6. Mai 1881 als uneheliches Kind der Anna Maria Katharina Gösser (* 13. Juli 1856 in Graz; † 1. März 1944 ebenda)<ref>Taufbuch Graz-Graben, tom. VII, fol. 31 (Faksimile), abgerufen am 7. Dezember 2025</ref> im Haus Nr. 44 in Mühltal bei Leoben geboren und am selben Tag auf den Namen Johann Wilhelm getauft.<ref name="Taufbuch, Wilhelm">Taufbuch Leoben-St. Xaver, tom. XI, fol. 50 (Faksimile), abgerufen am 7. Dezember 2025</ref> Seine Großeltern mütterlicherseits waren Fridolin Gösser (* 2. März 1814; † 13. Mai 1898),<ref>Sterbebuch Graz-Graben, tom. III, fol. 527 (Faksimile), abgerufen am 7. Dezember 2025</ref> Hausbesitzer in Graz (Körösistraße Nr. 32 (ehemals Mühlganggasse 1430)), und dessen Ehefrau Katharina.<ref name="Taufbuch, Wilhelm"/>
Wilhelm Gösser war der Sohn von Hans Brandstetter und ging wie sein Vater bei Jakob Gschiel in die Lehre. Nach vierjähriger Lehre und drei Gehilfenjahren bei Peter Neuböck in Graz studierte er von 1905 bis 1912 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien unter Hans Bitterlich und Edmund Hellmer.<ref>Karin Derler/Ingrid Urbanek: Planung für die Unendlichkeit - Der Grazer Zentralfriedhof; Steirische Verlagsgesellschaft m.b.H.;2002. ISBN 3-85489-086-9</ref><ref>Ungleiches tanzendes Paar, aus Lindenholz vollplastisch geschnitzt. In: Dorotheum Auktionskatalog online. 4. August 2019, abgerufen am 6. Oktober 2024.</ref> 1913 erhielt er den Rompreis<ref>Rom-Preis im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> für die Monumentalplastik „Riff“, dessen Stipendium ihm Studienreisen u. a. nach Italien ermöglichte.<ref name="strassengraz">Endbericht der ExpertInnenkommission für Straßennamen Graz, Graz 2017, S. 203ff</ref> Nach dem Kriegsdienst bei den „Siebenundzwanzigern“<ref>Infanterie-Regiment Nr. 27. In: Website, Oesterreich/kukInfanterie. Abgerufen am 7. Oktober 2014.</ref> lebte und arbeitete Gösser in Graz, wo er von 1920 bis 1945 Holz- und Steinbildhauerei an der Kunstgewerbeschule Graz lehrte und zum Professor und Leiter der Abteilung Bildhauerei ernannt wurde.<ref>Wilhelm Gösser. In: Österreichische Galerie Belvedere, Sammlung online, Personeninformationen. 1995, abgerufen am 9. Oktober 2024.</ref>
1933 trat Gösser in die Ortsgruppe Graz der NSDAP ein (Mitgliedsnummer 1.532.827)<ref>Bundesarchiv R 9361-II/303915 Eintrittstag und Monat sind unleserlich</ref> und trat am 30. Juni 1936 wieder aus, da er die Beitragszahlungen einstellte. Eine parteiinterne Beurteilung von 1941 gibt zudem eine Parteimitgliedschaft bei der Vaterländischen Front an. Gössers Aufnahmegesuch von 1938 wurde entsprechend abgelehnt, aber auch eines von 1940 blieb trotz späterer Intervention der Gauleitung erfolglos.<ref name="strassengraz"/>
Zu seinen Werken gehören eine Büste Hugo Wolfs von 1945 im Park des Palais Meran, ein Porträt-Relief des Chemikers Friedrich Emich in der Villeforthgasse und zahlreiche andere Denkmäler und Büsten in Graz, sowie zahlreiche Grabdenkmäler am Grazer Zentralfriedhof.<ref name="strassengraz"/> Weitere Werke befinden sich in der Umgebung von Graz, sowie in Rottenmann, Weiz und der Südoststeiermark.
Das Kriegerdenkmal auf dem Hauptplatz in Leibnitz schuf Gösser 1927 bis 1930 gemeinsam mit Bruno Fiedler. Bei der Ausstellung Deutsche Künstler und die SS 1944 in Salzburg wurde von ihm das Werk „Ritter von Schönerer“ ausgestellt, des Idols von Adolf Hitler (siehe: Georg von Schönerer).
Eher als Kuriosum anzusehen ist sein 1916 geschaffener Eiserner Wehrmann (siehe auch Wehrmann in Eisen), der heute im Garnisonsmuseum Graz (heute: Schlossberg-Museum) steht. Im Denk-Mal im Waschkeller, einem multimedialen Museum für Zeitgeschichte, wird die Wandlungsfähigkeit des Bildhauers unter verschiedenen Lebensumständen und Regimes dokumentiert.<ref name="strassengraz"/> Gössers Werk lässt sich zwischen Realismus und Symbolismus verorten.
Er ist auf dem St.-Leonhard-Friedhof in Graz beigesetzt.
Werkauswahl
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Peter-Rosegger-Denkmal in Graz (1925)
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Springbrunnenfigur der Villa Kollmann in Graz
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Denkmal für Franz Xaver Hackher zu Hart (1965)
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1938 errichtetes „Gösser“ Marterl am Grazer Rosenberg/Platte beim ehemaligen Gasthaus „Zur schönen Aussicht am Grazer Kobenzl“
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Siegesdenkmal der Roten Armee in Bad Radkersburg
Auszeichnungen
- Staatspreis 1919 und 1921<ref name="strassengraz"/>
- Silberne und Goldene Medaille der Stadt Graz (1911 sowie 1920)
- Bürgerrecht der Stadt Graz (1951)
- 1971 wurde die Wilhelm-Gösser-Gasse in Graz-Ragnitz nach ihm benannt.
Literatur
- Gerhard Kurzmann, Ottfried Hafner, Tot in Graz. Lebendige österreichische Geschichte auf dem St.-Leonhard-Friedhof, Graz 1990.
- Kurt Hildebrand Matzak, Wilhelm Gösser. Leben und Werk, Graz 1961.
- Pappernigg, Michaela (Bearb.) / Reiter, Cornelia (Bearb.) / Kahler, Thomas (Bearb.): Kunst des 20. Jahrhunderts, Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 20. Jahrhunderts, Bd. 2: G–K, Hrsg.: Österreichische Galerie Belvedere
Weblinks
- Eintrag zu Wilhelm Gösser im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
- Wilhelm Gösser - Werke des bekannten Bildhauers in Weiz, Fotostrecke in: Kleine Zeitung, 6. März 2021
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gösser, Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | Gösser, Johann Wilhelm (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 6. Mai 1881 |
| GEBURTSORT | Mühltal bei Leoben |
| STERBEDATUM | 10. März 1966 |
| STERBEORT | Graz |