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Westumfahrung Zürich

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Westumfahrung Zürich
3 4 E41
Karte
Übersichtskarte Westumfahrung Zürich
Übersichtskarte Westumfahrung Zürich
Basisdaten
Betreiber: Bundesamt für Strassen
Gesamtlänge: 15,3 km

Kanton:

Kanton ZürichDatei:CHE Zürich COA.svg Zürich

Datei:Westumfahrung Autobahnen Zürich.png
Karte der Westumfahrung von Zürich
Straßenverlauf
Datei:AB-Kreuz.svg (59)  Verzweigung Limmattal 1H 3 4 E41
Datei:AB-Brücke.svg Limmatbrücke Dietikon (550 m)
Datei:AB-AS.svg (27)  Urdorf-Nord 1
Datei:AB-Tunnel.svg Honerettunnel (440 m)
Datei:AB-AS.svg (28)  Urdorf-Süd
Datei:AB-Tunnel.svg Eggraintunnel (500 m)
Datei:AB-AS.svg (29)  Uitikon
Datei:AB-Brücke.svg Reppischtalbrücke (220 m)
Datei:AB-Tunnel.svg Hafnerbergtunnel (1385 m)
Datei:AB-Brücke.svg Lunnerentalbrücke (140 m)
Datei:AB-AS.svg (30)  Birmensdorf
Datei:AB-Tunnel.svg Aeschertunnel (2160 m)
Datei:AB-Vzw.svg (32)  Verzweigung Zürich-West 4 E41
Datei:AB-AS.svg (31a)  Wettswil
Datei:AB-Tunnel.svg Uetlibergtunnel (4420 m)
Datei:AB-Vzw.svg (32)  Verzweigung Zürich-Süd 3 3W

Die Westumfahrung Zürichs ist ein Teil des Schweizer Nationalstrassennetzes. Sie führt den Transitverkehr westlich um die Stadt Zürich herum und verbindet die Autobahnen A1, A3 und A4 miteinander. Die Westumfahrung, die sich von der Verzweigung Limmattal bis zur Verzweigung Zürich-Süd erstreckt, trug ursprünglich zusammen mit der Nordumfahrung die Bezeichnung N1c,<ref>Bundesbeschluss über die Ergänzung des Nationalstrassennetzes durch eine nördliche und westliche Autobahnumfahrung der Stadt Zürich. In: Bundesblatt. 123 Jg. Band II, Nr. 51. Bern 25. November 1970, S. 1548 (admin.ch [PDF]).}}</ref> später N20,<ref name=":02">Ein reduziertes Projekt für die Nord- und Westumfahrung Zürichs. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 92, Nr. 23, 1974, ISSN 0036-7524, S. G95, doi:10.5169/seals-72390 (e-periodica.ch [abgerufen am 26. September 2025]).</ref> gilt aber heute als Abschnitt der N3.<ref>Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz. Anhang Liste der schweizerischen Nationalstrassen. 14. September 2016 (admin.ch).</ref>

Der Abschnitt Verzweigung Limmattal–Urdorf-Süd wurde bereits 1987 in Betrieb genommen,<ref name=":A" /> weshalb der Begriff der Westumfahrung teilweise auch nur für den in Zusammenhang mit der A4 gebauten zweiten Abschnitt Urdorf-Süd–Verzweigung Zürich Süd verwendet wurde.<ref>Westumfahrung Zürich. In: Tec21. Nr. 21, 2009 (e-periodica.ch).</ref> Die Schlüsselbauwerke der Westumfahrung sind der Uetlibergtunnel und die Verzweigung Zürich-West.

Geschichte

Die Westumfahrung war bereits im kantonalen Programm der Hochleistungsstrassen von 1964 enthalten und wurde im Juni 1971 von der Bundesversammlung in das Nationalstrassennetz aufgenommen. Das Ziel bestand darin, den Transitverkehr aus dem Stadtzentrum von Zürich fernzuhalten und die stark belastete Westtangente zu entlasten. Ein erstes Projekt wurde im Dezember 1972 vom Zürcher Regierungsrat genehmigt. Es wurde jedoch 1974 überarbeitet. Dabei wurden die Anschlussbauwerke vereinfacht, der Eingriff ins Landschaftsbild verringert und der Lärmschutz für die Wohngebiete verbessert wurde.<ref name=":0">Ein reduziertes Projekt für die Nord- und Westumfahrung Zürichs. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 92, Nr. 23, 1974, ISSN 0036-7524, S. G95, doi:10.5169/seals-72390 (e-periodica.ch [abgerufen am 26. September 2025]).</ref> Die Bauarbeiten für die Umfahrung Urdorf, die den Abschnitt Verzweigung Limmattal–Urdorf Süd umfasst, begannen 1978,<ref name=":1" /> die Eröffnung fand im September 1987 statt.<ref name=":A">Zürcher Westumfahrung vor der Eröffnung. In: NZZ. Nr. 216, 18. September 1987, S. 53 (e-newspaperarchives.ch).</ref> Der Bau der Umfahrung Birmensdorf, die den Abschnitt zwischen den Anschlüssen Urdorf Süd und Birmensdorf umfasst, begannen 1982.<ref name=":1">Spatenstich für die Westumfahrung Zürich. In: NZZ. Nr. 214, 14. September 1996, S. 53 (e-newspaperarchives.ch).</ref>

Der Baubeginn des restlichen Abschnitts bis zur Verzweigung Zürich-Süd verzögerte sich, weil die Planungsarbeiten unterbrochen wurden bis die Notwendigkeit der N4-Abschnitts KnonauWettswil durch eine ausserparlamentarische Kommission unter der Leitung von Walter Biel überprüft worden war. Deren Bericht stand im Sommer 1982 zur Verfügung.<ref>Überprüfung von sechs umstrittenen Nationalstrassenstrecken: Empfehlungen der Kommission Biel. In: Schweizer Ingenieur und Architekt. Band 100, Nr. 7, 1982, ISSN 1420-3367, S. 95, doi:10.5169/seals-74758 (e-periodica.ch [abgerufen am 30. September 2025]).</ref> Nachdem die eidgenössischen Räte 1986 entschieden hatten, dass die N4 im Nationalstrassennetz verbleibt, genehmigt der Bundesrat wurde 1988 das generelle Projekt für die Umfahrung von Birmensdorf, den Uetlibergtunnel und die Verzweigung Zürich-Süd. Das Ausführungsprojekt wurde 1993 durch den Regierungsrat genehmigt nachdem über 290 Einsprachen bearbeitet und teilweise berücksichtigt worden waren.<ref>Projekt für die Westumfahrung genehmigt. In: NZZ. Nr. 185, 12. August 1993, S. 37 (e-newspaperarchives.ch).</ref> Es folgten anschliessend eine Verwaltungsgerichtsbeschwerden der Stadt Zürich und von Umweltschutzverbänden. Diese wurden jedoch im April 1996 vom Bundesgericht abgewiesen, sodass das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement (EVED) im Juli 1996 das Ausfürhungsprojekt bewilligte und der Bau im September des gleichen Jahres begann.<ref name=":1" /> Im Juli 2006 wurde die Umfahrung Birmensdorf eröffnet,<ref name=":B">Teileröffnung der Westumfahrung Zürich: Birmensdorf wird spürbar entlastet. Abgerufen am 30. September 2025.</ref> im April 2009 der Abschnitt Anschluss Birmensdorf–Zürich-Süd.<ref>Westumfahrung A1-A3. In: Walliser Bote. Band 169, Nr. 94, 24. April 2009 (e-newspaperarchives.ch).</ref>

Chronologie der Streckeneröffnungen<ref name=":A"/><ref name=":B"/>
Teilstück Eröffnungsjahr Länge
(km)
Verzweigung LimmattalUrdorf Süd
(Umfahrung Urdorf)
1987 4,5
Urdorf Süd–Birmensdorf
(Umfahrung Birmendorf)
2006 2,9
Birmensdorf–Verzweigung Zürich-Süd 2009 7,7

Bauwerke

Verzweigung Limmattal

Datei:Limmattalerkreuz.tif
Verzweigung Limmattal, Blick nach Osten, rechts der Beginn der Westumfahrung

Die Verzweigung Limmattal, auch Limmattalerkreuz genannt, liegt im Westen der Stadt Zürich auf dem Gemeindegebiet von Weinigen und Unterengstringen. Sie bildet die Verknüpfung zwischen der Autobahn durchs Limmattal und der Nord- und Westumfahrung der Stadt. Der grösste Verkehrsfluss ist vom Limmattal in Richtung Süden. Das Kreuz ist als Mischform aus Malteserkreuz und Windmühle gebaut.

Limmatbrücke Dietikon

Die 550 m lange Limmatbrücke überspannt das gesamte Limmattal zwischen der Verzweigung Limattal und dem Anschluss Urdorf-Nord. Sie ist als 16-feldrige Spannbetonbrücke ausgeführt. Die Brücke aus dem Jahr 1983 wurde zwischen Februar 2022 und Frühjahr 2024 umfassend saniert.<ref>Bundesamt für Strassen ASTRA: A3 Instandsetzung Limmatbrücke Dietikon. Abgerufen am 3. Oktober 2025.</ref>

Honerettunnel

Datei:Urdorf, Baustelle Honerettunnel (1985).tif
Baustelle des Honerettunnels (1985)

Der 440 Meter lange Honerettunnel, früher Tunnel Niederurdorf,<ref name=":A" /> wurde hauptsächlich aus Lärmschutzgründen gebaut. Er verläuft entlang der Ostflanke des bewaldeten Hügels Honeret und ist Teil der Umfahrung Urdorf. Der Bau erfolgte im Tagebau mit zwei Schalwagen.

Eggraintunnel

Der 500 Meter lange Eggraintunnel war der erste Tunnel des zweiten Abschnitts der Westumfahrung, der durchschlagen wurde. Sein südliches Portal mündet direkt in die Reppischtalbrücke. Die Strassen des Halbanschlusses Uitikon führen mit zwei einspurigen Tunneln ebenfalls durch den bewaldeten Hügel Egg südlich von Urdorf. Die Tunnel werden nach dem angrenzenden Industriegebiet als Ein- und Ausfahrtstunnel Ristet bezeichnet. Der Einfahrtunnel Ristet überquert beide Röhren des Eggraintunnels in einem minimalen Abstand von weniger als einem Meter.<ref>1. Tunneldurchschlag an WestumfahrungZürich. In: Tec21. Nr. 20, 2001, S. 44 (e-periodica.ch).</ref>

Reppischtalbrücke

Datei:Birmensdorf, Baustelle der Reppischtalbrücke, ARA Birmensdorf.tif
Baustelle der Reppischtalbrücke (2001), oben Portal des Eggraintunnels, unten Portal des Hafnerbergtunnels, links von der Brücke die Abwasserreingungsanlage Birmensdorf

Die 220 Meter lange Reppischtalbrücke besteht aus zwei Einzelbrücken, die das Tal in 20 Meter Höhe überqueren. Am Südende sind sie miteinander verbunden. Neben der Ein- und Ausfahrt des Halbanschlusses Uitikon befindet sich auf der Südseite auch eine Notüberfahrt zwischen den Fahrspuren beider Richtungen.<ref name=":2">Westumfahrung Zürich. Baufakultät ETH Zürich, abgerufen am 2. Oktober 2025.</ref> Die Brücken münden nördlich in den Eggraintunnel und südlich in den Hafnerbergtunnel.

Hafnerbergtunnel

Der knapp 1,4 Kilometer lange Hafnerbergtunnel der Umfahrung Birmensdorf befindet sich vollständig im Molassenfels, der aus Sandstein und Mergel besteht.<ref name=":2" /> Er wurde hauptsächlich vom Reppischtal aus im Sprengvortrieb erstellt. Baubeginn war im März 2000, die erste Röhre wurde im Juni 2001 durchschlagen.<ref>Westumfahrung Zürich: Durchschlag im Hafnerbergtunnel. Abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref> Das Nordportal des Tunnels schliesst direkt an die Reppischtalbrücke an, das Südportal an die Lunnerentalbrücke. Im Tunnel befindet sich die Ausfahrt des Anschlusses Birmensdorf für die Fahrspur in Richtung Luzern.

Lunnerentalbrücke

Datei:Birmensdorf, Baustelle Lunnerentalbrücke.tif
Baustelle der Lunerentalbrücke (2004)

Das Lunnerental wird mit einer 140 Meter langen Zwillingsbrücke überquert. Auf der Brücke befinden sich die Auffahrten des Anschlusses Birmensdorf, die Ausfahrten befinden sich hingegen in den anschließenden Tunneln. Im Norden schliesst die Brücke an den Hafnerbergtunnel an, im Süden an den Aeschertunnel. Im südlichen Teil der Brücke befindet sich eine Notüberfahrt zwischen den Fahrspuren beider Richtungen.

Aeschertunnel

Der knapp 2,2 Kilometer lange Aeschertunnel liegt je zur Hälfte im Molassenfels und im Lockergestein. Er wurde hauptsächlich von Osten her im Sprengvortrieb erstellt, wobei im Lockergestein der Schildvortrieb nach der belgischen Bauweise angewandt wurde. Die Baukosten betrugen 535 Mio. CHF.<ref>Eröffnung der Westumfahrung. In: rhetorik.ch. Abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref>

Verzweigung Zürich-West

Datei:Verzweigung Zürich-West.jpg
Verzweigung Zürich-West, Blick nach Osten, links Westportal des Uetlibergtunnels, unten Ostportal des Aeschertunnels, rechts Abgang zur A4

Das Autobahndreieck in der Filderen-Ebene bei Wettswil am Albis verbindet die Autobahn A4 mit der Westumfahrung. Die Fahrbahnen des in Y-Form gebauten Dreiecks verlaufen aus Lärmschutzgründen in künstlich angelegten Einschnitten. In das Bauwerk ist der Anschluss Wettswil integriert.

Uetlibergtunnel

Der 4,4 km lange Uetlibergtunnel ist das Schlüsselbauwerk der Westumfahrung. Er verbindet die Verzweigung Zürich-West mit der Verzweigung Zürich-Süd, indem er den Ettenberg und den Uetliberg unterquert. Im dazwischen liegenden Reppischtal, befindet sich die Lüftungszentrale des Tunnels. Die Strecken untern den Hügelzügen wurden mit einer Tunnelvortriebsmaschine ausgebrochen, der Abschnitt im Reppischtal wurde im Tagebau erstellt.

Verzweigung Zürich-Süd

Datei:ETH-BIB-Zürich-Wollishofen, Manegg, Autobahnverzweigung Zürich-Süd, Portal Uetlibergtunnel-DES 04-0057-07.jpg
Verzweigung Zürich-Süd während dem Bau, Blick nach Westen (W), im Hintergrund das Ostportal des Uetlibergtunnels

Das Autobahndreieck in Y-Form liegt im Naherholungsgebiet Bruna im Quartier Wollishofen der Stadt Zürich. Es verbindet die Westumfahrung mit der Sihlhochstrasse und der A3 entlang des Zürichsees. Das Bauwerk besteht aus zwei Y-förmigen Brücken, die in zwei verschiedenen Ebenen über die Sihl führen.<ref>Walter Scherrer, Hans Vollenweider, Andreas Vogt: Das Dreieck Zürich Süd. In: Tec21. Band 135, Nr. 17, 2009, ISSN 1424-800X, S. 25–27, doi:10.5169/seals-108253 (e-periodica.ch [abgerufen am 7. Oktober 2025]).</ref>

Literatur

  • Westumfahrung Zürich. In: Tec21. Nr. 21, 2009 (e-periodica.ch).
  • Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung über die Ergänzung des Nationalstrassennetzes durch eine nördliche und westliche Autobahnumfahrung der Stadt Zürich. In: Bundesblatt. 123 Jg. Band II, Nr. 51. Bern 25. November 1970, S. 1533–1547 (admin.ch [PDF]).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />