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Werndl-Denkmal

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Das Werndl-Denkmal

Das Werndl-Denkmal in Steyr (Enrica-von-Handel-Mazzetti-Promenade) ist ein Werk des österreichischen Bildhauers Viktor Tilgner aus dem Jahr 1894. Es stellt den Industriellen Josef Werndl inmitten seiner Arbeiter dar.

Geschichte

Bereits kurz nach Werndls Tod beantragte der Möbelhändler Franz Tomitz die Errichtung eines Denkmals. Der Steyrer Ehrenbürger Tomitz war von 1875 bis 1901 Gemeinderat und hatte bereits 1880 die 900-Jahr-Feier der Stadt organisiert. Am 1. Mai 1889 fasste der Gemeinderat den entsprechenden Beschluss,<ref name="Stögmüller">Hans Stögmüller: Josef Werndl und die Waffenfabrik in Steyr. Ennsthaler, Steyr 2010, ISBN 978-3-85068-860-4, S. 117 ff.</ref> die weitere Initiative lag jedoch hauptsächlich bei der Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft. Am 4./5. Juni 1891 hielt sich Viktor Tilgner in der Stadt auf, um wegen des geplanten Denkmals Rücksprache zu halten. Der Künstler hatte bereits die 1890 enthüllte Schubert-Gedenkplakette am Schuberthaus (Stadtplatz 16) gestaltet. Ein späteres Werk Tilgners ist die Brucknerbüste am Steyrer Brucknerplatz (1898).<ref>Manfred Brandl: Neue Geschichte von Steyr. Vom Biedermeier bis heute. Ennsthaler, Steyr 1980, S. 73 f., ISBN 3-85068-093-2.</ref> Nach der Überlieferung sollte das Werndl-Denkmal zuerst nicht an der Promenade errichtet werden, sondern entweder am Platz vor der Industriehalle (heute Stadttheater), am Leitnerberg mit Aussicht auf die alte Waffenfabrik oder am Stadtplatz. Die Entscheidung fiel schließlich für die Promenade, an deren Gestaltung Werndl maßgeblich beteiligt war<ref name="Stögmüller" /> (siehe auch: Steyr – Schleifung der mittelalterlichen Befestigungsanlagen). An der von der Promenade abzweigenden Preuenhueberstraße liegt überdies das von Werndl errichtete Schloss Voglsang. Die feierliche Enthüllung des Denkmals fand am 10. November 1894 statt, während des Zweiten Weltkriegs wurde es abgebaut und im September 1945 wieder aufgestellt.<ref>Brandl: Neue Geschichte von Steyr, S. 74.</ref>

Im Rahmen der Oberösterreichischen Landesausstellung 1998 war das Denkmal Teil einer temporären Video-Computer-Lichtinstallation (Tassilo Blittersdorff gemeinsam mit Bernadette Huber).<ref>blittersdorff.net (Bio) Angesehen am 9. November 2019</ref><ref>Bild der Installation auf Bernadette Hubers Website Angesehen am 9. November 2019</ref>

Beschreibung

Datei:Enthüllung des Werndl-Denkmals.png
Die feierliche Enthüllung

Die Bronzefiguren sind überlebensgroß. Unterer und oberer Sockel sind aus grauem Mauthausener Granit.<ref name="König">Karl-Heinz Rauscher: Der König von Steyr. Anmerkungen zu Josef Werndl. Weishaupt, Gnas 2009, S. 191 f., ISBN 978-3-7059-0299-2.</ref> Auf dem Sockel mit den Figuren der vier Arbeiter steht: „ARBEIT EHRT“. Der hohe Sockel trägt die Aufschrift „JOSEF / WERNDL“. Er ist überdies mit Eichenlaubkränzen und Waffen dekoriert. Josef Werndl hält in der linken Hand Gewehre und weist mit der rechten auf seine Arbeiter: einen Schmied, einen Monteur, einen alten Säbelmacher und einen Tischler. Der Tischler schwingt grüßend seine Mütze und erwidert damit Werndls Geste, der Säbelmacher hält ein Bild von Werndls Vater Leopold Werndl. Der Schmied und der Monteur an der Rückseite sind tätig, während der Tischler und der Säbelmacher ausruhen. Alle Figuren tragen ihre Arbeits- bzw. Alltagskleidung. Auf der Rückseite steht: „DIE / DANKBAREN / MITBÜRGER / 1894“.

Tilgners Arbeit ist das bedeutendste österreichische Beispiel eines bürgerlichen Monumentaldenkmals. Tilgner orientierte sich unter anderem am Maria-Theresien-Denkmal in Wien: Werndl bildet wie Maria Theresia den erhöhten Mittelpunkt, die Generäle an den Ecken sind durch Arbeiter ersetzt.<ref name="König" /> Werndl ist überdies als stehender Herrscher mit Allocutio-Geste abgebildet, die Gewehre in der linken Hand ersetzen den Marschallstab.<ref>Werner Telesko: Der österreichische „Denkmalkult“ im 19. Jahrhundert im Spannungsfeld von Zentrum und Peripherie. In: Rudolf Jaworski (Hrsg.) Peter Stachel (Hrsg.): Die Besetzung des öffentlichen Raumes. Politische Plätze, Denkmäler und Straßennamen im europäischen Vergleich. Frank & Timme, Berlin 2007, ISBN 978-3-86596-128-0, S. 160 ff.</ref>

Galerie

Literatur

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

Commons: Werndl-Denkmal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 2′ 18,7″ N, 14° 24′ 59,5″ O

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