Weidesgrün
Weidesgrün Stadt Selbitz
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(173)&title=Weidesgr%C3%BCn 50° 18′ N, 11° 44′ O
{{#coordinates:50,30051|11,73933|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Weidesgrün | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 517 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,56 km²<ref name="Gemarkung"/> | |||||
| Einwohner: | 173 (8. Juni 2021)<ref name="Einwohner">Stadt Selbitz - Zahlen, Daten und Fakten. Abgerufen am 10. Oktober 2021.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 49 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 | |||||
| Postleitzahl: | 95152 | |||||
| Vorwahl: | 09280 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Weidesgrün (früher auch Weitesgrün genannt<ref name="OV 1875"/>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Selbitz im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Weidesgrün hat eine Fläche von 3,562 km². Sie ist in 564 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6314,89 m² haben.<ref name="Gemarkung">Gemarkung Weidesgrün (091910). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 9. April 2025.</ref><ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. April 2025.</ref> Die südliche Gemarkungsgrenze orientiert sich am Döbrabach.
Geografie
Das Dorf liegt auf freier Flur an der Selbitz. Die Staatsstraße 2195 führt nach Selbitz (1,7 km nördlich) bzw. nach Schauenstein (2,3 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kreuzbühl zur Kreisstraße HO 33 (1,2 km nordwestlich). Am östlichen Ortsrand bei der St 2195 gibt es ein Profil am Tunnelfelsen, das als Geotop ausgezeichnet ist.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. April 2025 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref> Der Ort lag an der Bahnstrecke Selbitz–Helmbrechts, die mittlerweile stillgelegt ist.
-
Tunnel der stillgelegten Bahnstrecke und Geotopbereich
-
Tunneleingang
-
Blick in den Tunnel
-
Felsformation am Ortsausgang, Geotop
Geschichte
Der Ort wurde durch die Herren von Wolfstriegel zu Schauenstein gegründet. Im 13./14. Jahrhundert waren auch die Herren von Wildenstein im Ort begütert. In einem Vertrag des Jahres 1374 zwischen den Wildensteiner und dem Bamberger Bischof Ludwig wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. 1386 verkauften Wolfstriegel u. a. ihre Ansprüche in Weidesgrün an die Burggrafen von Nürnberg. Seit dem 16. Jahrhundert gab es Stollen, in denen Eisen abgebaut wurde.<ref>O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 762.</ref>
Zur Realgemeinde Weidesgrün gehörte Stegmühle. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Weidesgrün aus 26 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Vogteiamt Schauenstein zu. Grundherren waren das Verwaltungsamt Selbitz (4 Halbhöfe, 2 Güter, 1 Tropfhaus), das Kastenamt Kulmbach (1 Mühle, 2 Höfe, 4 Halbhöfe, 2 Söldengüter, 5 Tropfhäuser, 1 Gütlein), die Hofkanzlei Bayreuth für den herrschaftlichen Besitz (1 Hof, 1 Drittelhof, 1 Dreiachtelhof) und das Gotteshaus Selbitz (1 Gut).<ref name="Kö311">M. Körner: Naila, S. 311.</ref>
Von 1797 bis 1810 unterstand Weidesgrün dem Justiz- und Kammeramt Naila. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Weidesgrün dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Schauenstein zugewiesen.<ref name="OV 1820"/> Zugleich entstand die Ruralgemeinde Weidesgrün, zu der Stegmühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Weidesgrün zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). Die Gemeinde Weidesgrün hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,557 km².<ref name="OV 1961"/> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Weidesgrün am 1. Mai 1978 nach Selbitz eingemeindet.<ref> </ref><ref>Selbitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 9. April 2025.</ref>
Ehemalige Baudenkmäler
- Haus Nr. 8: Zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Walmdach, weitgehend erneuert; Türrahmungen profiliert, verkröpft und geohrt; Scheitelstein über Wohnungstür, bezeichnet „AO 1801“.<ref name="L75">K.-L. Lippert: Landkreis Naila, S. 75. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.</ref>
- Haus Nr. 9: Zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Satteldach, wohl zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts; Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss in verputztem Fachwerk; profiliertes, hölzernes Kranzgesims, vorderes Giebeldreieck mit verbrettertem Ständerwerk.<ref name="L75"/>
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Weidesgrün
| Jahr | 1819 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 137 | 188 | 185 | 184 | 189 | 183 | 180 | 193 | 183 | 198 | 185 | 191 | 184 | 183 | 177 | 181 | 184 | 173 | 171 | 249 | 232 | 217 | 191 | 183 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> | 28 | 30 | 31 | 30 | 33 | 31 | 35 | |||||||||||||||||
| Quelle | <ref name="OV 1820">Vorlage:Ober-Mainkreis 1820 Dort als Weitesgrün aufgelistet.</ref> | <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 153, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV" /> | <ref name="HGV" /> | <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 922, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 144 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1096, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1043–1044 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1094 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1129-1030 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 976 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 718 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 158 (Digitalisat).</ref> |
Ort Weidesgrün
| Jahr | 1819 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | <templatestyles src="FN/styles.css" /> *137 | 189 | 175 | 192 | 176 | 178 | 232 | 191 | 183 | 178 | 173 |
| Häuser<ref name="Häuser" /> | 29 | 29 | 32 | 31 | 35 | 44 | |||||
| Quelle | <ref name="OV 1820" /> | <ref name="OV 1861" /> | <ref name="OV 1875" /> | <ref name="OV 1885" /> | <ref name="OV 1900" /> | <ref name="OV 1925" /> | <ref name="OV 1950" /> | <ref name="OV 1961" /> | <ref name="OV 1970" /> | <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 308 (Digitalisat).</ref> | <ref name="Einwohner" /> |
Religion
Weidesgrün ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Selbitz gepfarrt.<ref name="Kö311"/><ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Weidesgrün. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 121 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Weitesgrün. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 959 (Digitalisat).
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3929364085 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:Körner Naila
- Vorlage:Lippert Landkreis Naila
- Wilhelm Malter: Oberfranken-Ost. Heroldsberg 1984. S. 323f.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Weidesgrün in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Weidesgrün im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Vorlage:Navigationsleiste Gemeindeteile der Stadt Selbitz (Oberfranken) Vorlage:Hinweisbaustein
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- MediaWiki:Gadget/annotationPair
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:BibISBN
- Geographie (Selbitz, Oberfranken)
- Ort im Landkreis Hof
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof)
- Gemeindegründung 1812
- Gemeindeauflösung 1978
- Gemarkung im Landkreis Hof
- Ersterwähnung 1374