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Vierkantiges Weidenröschen

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Vierkantiges Weidenröschen
Datei:Vierkantweidenroeschen.jpg

Vierkantiges Weidenröschen (Epilobium tetragonum)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Unterfamilie: Onagroideae
Gattung: Weidenröschen (Epilobium)
Art: Vierkantiges Weidenröschen
Wissenschaftlicher Name
Epilobium tetragonum
L.

Das Vierkantige Weidenröschen (Epilobium tetragonum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weidenröschen (Epilobium) innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae).

Beschreibung

Datei:Kantige basterdwederik bloeiwijze Epilobium tetragonum.jpg
Blütenstand
Datei:Epilobium tetragonum flower, kantige basterdwederik bloemen.jpg
Blüte
Datei:Epilobium tetragonum seeds, kantige basterdwederik zaden.jpg
Frucht

Vegetative Merkmale

Das Vierkantige Weidenröschen ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern.<ref name="Hegi1965" /> Die Stängel sind unten im Querschnitt rundlich, oben „tragen“ sie zwei bis vier erhabene Leisten, die oft rötlich überlaufen sind. Während die Stängel des Gewöhnlichen Vierkantigen Weidenröschens kahl sind, sind sie beim Graugrünen Weidenröschen angedrückt grau behaart.

Die Laubblätter sind beim Gewöhnlichen Vierkantigen Weidenröschen lanzettlich bis eiförmig und scharf knorpelig nach vorn gezähnt, frischgrün glänzend und fast kahl. Die Blätter des Graugrünen Weidenröschens sind stumpflich mit vereinzelten Zähnen, schwach bläulich-grün und oft rötlich überlaufen.

Generative Merkmale

Die Blüten sind 4 bis 6 Millimeter (Epilobium tetragonum subsp. tetragonum) oder 8,5 Millimeter (Epilobium tetragonum subsp. lamyi) lang, bei Epilobium tetragonum subsp. tournefortii sogar 7 bis 11,5 Millimeter lang. Die Kronblätter sind blass-rosafarben. Die Narben ist keulig.

Die Kapselfrucht ist angedrückt behaart, grau-grün und drüsenlos. Die Samen sind gleichmäßig fein warzig.

Die beiden in Mitteleuropa vorkommenden Unterarten besitzen die Chromosomenzahl 2n = 36.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="FE2" />

Ökologie

Das Vierkantige Weidenröschen ist eine Rosettenpflanze mit nahe der Oberfläche liegenden Überdauerungsknospen (Hemikryptophyt, krautiger Chamaephyt).

Standorte

Das Vierkantige Weidenröschen wächst oft auf frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen Lehmböden. Es ist eine Licht- bis Halbschattpflanze. Die Unterart Epilobium tetragonum subsp. tetragonum wächst in Mitteleuropa vor allem in Pflanzengesellschaften der Unterklasse Galio-Urticenea und des Verbands Sisymbrion, aber auch des Verbands Filipendulion oder der Ordnung Agrostietalia. Die Unterart Epilobium tetragonum subsp. lamyi gedeiht meist in Pflanzengesellschaften des Verbands Alliarion und der Ordnung Polygono-Chenopodietalia.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung von Epilobium tetragonum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 348.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Epilobium tetragonum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind Epilobium adnatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Griseb. und Epilobium tetragonum subsp. adnatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Griseb.) Cabanès.<ref name="Euro+Med" />

Das Vierkantige Weidenröschen im weiteren Sinn (s. l.) hat je nach Autor mehrere Unterarten. Das Vierkantige Weidenröschen (s. l.) ist in weiten Teilen Europas mit Ausnahme Skandinaviens bis Zentralasien verbreitet. Ferner existieren Populationen in Afrika. Die weiteste Verbreitung hat das Gewöhnliche Vierkantige Weidenröschen. Das Graugrüne Weidenröschen kommt nicht in Asien vor.

Je nach Autor gibt es etwa drei Unterarten, oder sie werden als eigene Arten gewertet:

  • Das Gewöhnliche Vierkantige Weidenröschen (Epilobium tetragonum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. tetragonum): Es kommt von Makaronesien und Nordafrika bis Zentralasien und dem Himalaja und außerdem im südlichen Afrika ursprünglich vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
  • Das Graugrüne Weidenröschen (Epilobium tetragonum subsp. lamyi <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.W.Schultz) Nyman): Es gilt oft als eigene Art Epilobium lamyi <templatestyles src="Person/styles.css" />F.W.Schultz und kommt in Europa, in der Türkei und im nordwestlichen Afrika ursprünglich vor. Diese Unterart ist benannt nach dem französischen Botaniker Pierre Marie Édouard Lamy de la Chapelle (1804–1886). Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
  • Epilobium tetragonum subsp. tournefortii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michalet) H.Lév.: Es gilt oft als eigene Art Epilobium tournefortii <templatestyles src="Person/styles.css" />Michalet. Ihre Kronblätter sind 7 bis 11,5 Millimeter lang und die Narbe überragt im Gegensatz zu den beiden anderen Unterarten zur vollen Blütezeit die Staubblätter.<ref name="FE2" /> Es hat Vorkommen in Marokko, Algerien, Tunesien, Spanien, Italien, Sizilien, Griechenland, auf Inseln der Ägäis, Kreta, Zypern, Türkei, dem Gebiet von Syrien und Libanon und in Palästina.<ref name="Euro+Med" />

Es gibt die Hybride:

  • Epilobium ×semiadnatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Borbás, Syn.: Epilobium tetragonum nothosubsp. semiadnatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Borbás) B.Bock = Epilobium tetragonum subsp. lamyi × Epilobium tetragonum subsp. tetragonum: Sie kommt in Frankreich, „Großbritannien“, Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, Ungarn und in der früheren Tschechoslowakei vor.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Epilobium tetragonum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Epilobium tetragonum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="FE2"> Peter Hamilton Raven: Epilobium L. In: </ref> <ref name="Hegi1965"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 842–844. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube (2018+): Onagraceae. Datenblatt Epilobium tetragonum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks

Epilobium tetragonum s. l.
Epilobium tetragonum subsp. tetragonum
Epilobium tetragonum subsp. lamyi