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Kasachstan

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Kasachstan ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), amtlich Republik Kasachstan, kasachisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), russisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist ein Staat in Zentralasien und Osteuropa. Es grenzt im Norden mit mehr als der Hälfte seiner Grenze an Russland, im Osten an China, im Süden an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan, sowie im Südwesten über eine Seegrenze im Kaspischen Meer an Aserbaidschan. Mit mehr als 2,7 Millionen km² Landesfläche ist Kasachstan der größte Binnenstaat und der neuntgrößte Staat der Welt. Das Land ist landschaftlich vor allem von der Kasachensteppe geprägt und verfügt über große Ölressourcen.

Kasachstan hat etwa 20 Millionen Einwohner, mehrheitlich muslimische Kasachen. Die meisten Einwohner sprechen die beiden Amtssprachen: das zu den Turksprachen zählende Kasachisch und das den slawischen Sprachen zugehörige Russisch. Die Hauptstadt ist Astana mit 1,5 Millionen Einwohnern, einwohnerreichste Stadt ist Almaty mit 2,3 Millionen Einwohnern. Weitere wichtige Städte des Landes sind die Millionenstadt Schymkent und Qaraghandy.

Bereits im Altertum bestanden auf dem Gebiet des heutigen Kasachstans verschiedene Reiche. Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert entstand der westliche Teil des Ersten Türk-Kaganats. Im 13. Jahrhundert fielen die Mongolen unter Dschingis Khan ein. Nach der Eroberung durch den Usbeken Timur im 15. Jahrhundert konnten sich die Kasachen wieder vom muslimischen Usbeken-Khanat trennen und unter einer einheimischen Dschingiskhaniden-Dynastie das Kasachen-Khanat errichten. Im 17. und 18. Jahrhundert breitete sich das Dsungarische Khanat aus, bis sich die Kasachen dem russischen Zaren unterstellten. 1925 wurde die Kasachische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik gegründet, die seit 1936 als Kasachische SSR eine Unionsrepublik innerhalb der Sowjetunion bildete.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion erklärte sich das Land am 16. Dezember 1991 als „Republik Kasachstan“ unabhängig. Kasachstan ist gemäß seiner Verfassung eine Präsidialrepublik, wurde aber seit Gründung durchgehend autoritär von einem Diktator regiert, zunächst von 1991 bis 2019 von Nursultan Nasarbajew. 2022 kam es erstmals zu größeren Protesten gegen die Regierung, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. In der Folge kam es zu einem Machtwechsel – seither ist Kassim-Schomart Tokajew Diktator. Die Lage von Demokratie und Menschenrechten gilt bis heute als kritisch, so ist zum Beispiel die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt. Korruption ist weit verbreitet.

Kasachstan steht politisch seinen ebenfalls autoritär regierten großen Nachbarn China und Russland deutlich näher als dem Westen. Es ist Vollmitglied in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit.

Geographie

Ausdehnung und Grenzen

Kasachstan liegt größtenteils in Zentralasien. Definiert man die innereurasische Grenze gemäß der Grenzziehung von Strahlenberg, würden etwa 5,4 % der Landesfläche dem äußersten Osteuropa zugerechnet.

Kasachstan ist mit einer Fläche von 2.724.900 Quadratkilometern das neuntgrößte Land der Erde und außerdem der größte Binnenstaat. Er liegt etwa in der Mitte Eurasiens und zieht sich von der Ebene der Wolga im Westen bis zum Altai-Gebirge im Osten. Dabei gehören 5 % der Fläche, geographisch betrachtet, zu Europa.<ref name="focus.de">focus.de</ref> Die südliche Begrenzung bilden der Tian-Schan-Gebirgszug, die Flussebene des Syr Darja (Jaxartes der Antike), der Aralsee und die Kysylkum-Wüste. Nach Norden reicht Kasachstan ohne natürliche Begrenzung in das Ural-Gebiet und das Westsibirische Tiefland hinein. Der größte Teil des Landes besteht aus Ebenen (Steppe und Wüste), im Nordwesten liegt das Mugodschar-Gebirge, im Zentrum die Kasachische Schwelle, während sich im Südosten Berge des Tian-Schan bis zu 7010 Meter Höhe erheben.

Kasachstan besitzt im Norden eine 7644 Kilometer lange Grenze mit Russland. Diese bildet die weltweit zweitlängste Landgrenze zwischen zwei Staaten.<ref>Countries With the Longest Land Borders. 1. August 2019, abgerufen am 12. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Osten trifft das kasachische Hoheitsgebiet auf die Volksrepublik China (1765 Kilometer), weiter südlich auf die zentralasiatischen Staaten Kirgisistan (1212 Kilometer), Usbekistan (2330 Kilometer inkl. des 230 km über den Aralsee verlaufenden Grenzabschnitts) und auf Turkmenistan (413 Kilometer). Die Gesamtlänge der Landesgrenzen einschließlich der Küstenlinie am Kaspischen Meer (bislang pseudo-internationaler Gewässer-Status) beträgt 13.364 Kilometer.<ref name=":2">Kazakhstan. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, 1. Juli 2022 (cia.gov [abgerufen am 12. Juli 2022]).</ref>

Die kasachischen Küstenlinien am nördlichen Ufergebiet des Aralsees – der zunehmend austrocknet – sind 1070 Kilometer und am Kaspischen Meer 1894 Kilometer lang.<ref name=":2" />

Landschaft

Datei:Talgar-mountains.jpg
Der Berg Pik Talgar

Das Relief von Kasachstan ist vielfältig, wobei allerdings der größte Teil des Territoriums aus Ebenen, niedrigen Bergen und Hügeln besteht. Der Westen des Landes wird von der Kaspischen Senke geprägt, ein meist sumpfiges Gebiet unterhalb des Meeresspiegels, das im Osten in das Ustjurt-Plateau übergeht. Westlich dieses Plateaus, auf der Mangghystau-Halbinsel, befindet sich die tiefste Stelle Kasachstans, die Karagije-Senke (132 Meter unter dem Meeresspiegel).

Von Osten wird die Kaspische Senke durch den südlichen Ausläufer des Ural-Gebirges begrenzt, das bis 656 Meter hohe Mugodschar-Gebirge.<ref>Kaspische Senke – Enzyklopädie – Brockhaus.de. Abgerufen am 13. September 2018.</ref> Weiter südöstlich liegt um den Aralsee die Turanische Senke, die auch die größten Wüsten des Landes mit einschließt, die Kysylkum sowie die Aralkum. Im Zentrum von Kasachstan befindet sich die Kasachische Schwelle (kasachisch Saryarka), ein von Steppen und Halbwüsten geprägtes Gebiet mit vielen mittelgroßen (500 bis 1547 m) Bergen und Gebirgen wie dem Ulutau, dem Kökschetau oder dem Karkaraly. Im Nordwesten wird die Kasachische Schwelle vom Turgai-Plateau und im Norden von der Westsibirischen Ebene begrenzt. In diesen Regionen wird die Landschaft von fruchtbaren Steppen und Waldsteppen mit vielen Seen und Flüssen geprägt. Im Osten der Republik befinden sich die mit Wäldern bedeckten Gebirgsketten des Altai mit dem höchsten Berg der Region, Belucha (4506 Meter), die Sibirien von den mittelasiatischen Wüsten trennen.

Südlich der Kasachischen Schwelle liegt die Hungersteppe (kasachisch Betpak-Dala). Noch weiter südlich dieser Steppe und des Balchaschsees liegt ein Gürtel von Wüsten, Mujunkum, und das in der Vergangenheit fruchtbare Siebenstromland. Ganz im Süden Kasachstans, an den Grenzen zu China und Kirgisistan, liegen Hochgebirge wie das Dsungarische Alatau, das Qaratau und vor allem das Tian Shan (chinesisch „Himmelsgebirge“); letzteres ist eine der höchsten Gebirgsketten der Erde. Die teils von Wäldern und insbesondere von Gletschern bedeckten Gebirge erreichen im benachbarten Kirgisistan 7439 m Höhe. Der höchste Berg Kasachstans ist der Khan Tengri (7010 Meter), im äußersten Südosten gelegen.<ref>Die höchsten Berge der 52 asiatischen Länder. Abgerufen am 13. September 2018.</ref>

Flora und Fauna

Datei:Altynemel dune.jpg
Die „Singende Düne“ im Altyn-Emel-Nationalpark
Datei:Reserve Karkaraly.jpg
Der Qarqaraly-Nationalpark bei Qarqaraly im Gebiet Qaraghandy
Datei:Steppe of western Kazakhstan in the early spring.jpg
Steppe im Westen Kasachstans

Wegen seiner Größe und der Ausdehnung über viele Naturzonen besitzt Kasachstan eine ausgesprochen artenreiche Flora und Fauna. Die vielfältigen Naturschätze werden in 16 kasachischen Nationalparks und Naturschutzgebieten geschützt.<ref name="focus.de" />

Im Norden, wo die Steppen und Waldsteppen vorherrschen, die zusammen 28,5 % der Fläche Kasachstans ausmachen, wachsen viele Getreidepflanzen und Gräser, besonders häufig in Steppen sind Federgräser. Auch viele medizinisch nützliche Pflanzen kommen vor, so etwa Adonisröschen (Adonis), Johanniskräuter (Hypericum) und Baldriane (Valeriana). Sehr verbreitet ist Wermut. In den Wald-„Inseln“ wachsen Birken, Espen, Weiden, Johannisbeersträucher; weiter westlich Fichten; nach Westen hin Eiche und Linde. In den Wäldern gibt es viele Beeren. Die typischen Bewohner dieser Zone sind Nagetiere wie Zieselmaus, Murmeltiere, Springmäuse, Eichhörnchen. Es gibt aber auch viele Hasen, Hermeline, Dachse, Wölfe und Füchse. In den Wäldern leben vereinzelt Wildschweine, Wapitis und Rehe, in der Steppe die seltene und geschützte Saiga-Antilope. Vögel gibt es besonders viele, auch Wasservögel, da es in dieser Region über 1500 Seen gibt, unter anderem Schwäne, Adler, Trappen (diese sind die größten Vögel Kasachstans, sie erreichen bis zu 16 Kilogramm Gewicht), Geier, Kraniche, Reiher, Enten, Gänse, Waldhühner, Spechte, Lerchen und viele andere.

Über 14 % des Territoriums erstrecken sich Halbwüsten. Hier trifft man auf deutlich geringeren Artenreichtum als in den Steppen. Besonders häufig sind Wermut, Kamillen und Federgräser. Auch Hasen, Zieselmäuse und Springmäuse kann man hier noch finden, man trifft vielfach auf Wölfe und Korsak-Füchse, etwas seltener auf Saiga und Kropfgazelle. Es gibt viele Arten von Eidechsen und Schlangen.

Als Naturraum am weitesten verbreitet sind in Kasachstan die Wüsten. Hier wachsen nur trockene, kleinwüchsige Pflanzen mit langen Wurzeln. Riedgras, Wüstenfedergras und Wermut sind die häufigsten. Im Sommer verbrennen die meisten Pflanzen an der Sonne. Ziemlich verbreitet sind Sträucher, besonders Saxaul. Große Tiere gibt es in der Wüste eher selten. Häufiger sind Huftiere wie Kropfgazellen oder Saigas oder Wildschweine, die nahe den Wasserquellen leben. Noch seltener sind Wölfe und Rohrkatzen. Asiatische Wildesel kommen beispielsweise im Altyn-Emel-Nationalpark und im Barsa Kelmes-Naturreservat vor. In einigen Flusswäldern innerhalb der Trockengebiete kommt der bedrohte Bucharahirsch vor, der einst die Hauptbeute des ausgestorbenen Kaspischen Tigers darstellte. Kleinere Tiere wie Igel, Schildkröten, Springmäuse können sich an die extremen Bedingungen besser anpassen. In der Wüste überall verbreitet sind Reptilien wie verschiedene Agamen und einige Schlangenarten; insgesamt kommen in Kasachstan etwa 50 bis 60 verschiedene Reptilienarten vor. Auch Skorpione gehören zu der in Kasachstan lebenden Fauna.

In den riesigen Bergen des Tian-Schan, die meist von Fichtenwäldern bedeckt sind, trifft man gegenwärtig noch auf den Schneeleoparden – eines der Nationalsymbole Kasachstans. Stabile Populationen dieser Katze findet man allerdings nur noch in den Naturreservaten Aksu-Jabagly und Almaty.<ref>O. Loginov: Status and Conservation of Snow Leopard in Kazakstan. 8th International Snow Leopard Symposium Proceedings. Washington 1995, S. 39–41.</ref> Auch der Luchs ist weit verbreitet, und im Altai gibt es zahlreiche Bären. Weiter südlich kommt der Tienschan-Braunbär vor. Beide Gebirge sind zudem Heimat von Sibirischen Steinböcken und Riesenwildschafen. In den südwestlichen Bergsteppen leben Steppenwildschafe.

Einer Verbindung vom Nordpolarmeer bis zum Kaspischen Meer vor der letzten Eiszeit ist zu verdanken, dass am Kaspischen Meer noch heute große Robbenkolonien vorzufinden sind. Die Kaspische Robbe ist neben der Baikalrobbe die einzige Binnenrobbenart.

Naturressourcen

Datei:Каркаралинский заповедник.JPG
Qarqaraly-Naturschutzgebiet bei Qarqaraly in der Nähe von Qaraghandy

Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde.<ref name="GTAIRohstoffe">Kasachstan lockt mit seinen Rohstoffvorkommen. GTAI, 2. Oktober 2013, abgerufen am 26. Januar 2015.</ref>

Um das Kaspische Meer liegen große Erdöl- und Erdgasfelder, die fast den gesamten Westen des Landes einschließen, besonders die Gebiete von Mangghystau, Atyrau und Aqtöbe. Bedeutendste Quellen sind Makat, Dossor, Usen, Karazhanbas, Karatschaganak. Es werden außerdem Erdölvorkommen um den Aralsee vermutet. Weitere, ärmere Erdöl- und Gasfelder gibt es im Süden des Landes, in den Gebieten von Taras, Schymkent, Schesqasghan und Qysylorda.

Ein weltweit bedeutendes Steinkohlevorkommen ist das Becken von Qaraghandy. Die Region Qaraghandy war eine der wichtigsten Kohlelieferanten in der Sowjetunion. Auch die Becken von Ekibastus und Astana sind längst noch nicht ausgeschöpft.

Im Gebiet von Qostanai befinden sich reiche Eisenerzvorkommen. Um Schesqasghan und Balqasch liegen die bedeutendsten Kupfervorkommen des Landes, und in den Altai-Bergen wird Gold gewonnen. Ergiebige Manganvorkommen existieren um Atassu und Schesdy nahe Schesqasghan. Im Gebiet von Aqtöbe liegt Nickel unter der Erde.

Etwa 200 Kilometer südwestlich von Qostanai liegt die einst schöne Stadt Schitiqara (Dschetygara). Das Gold liegt hier buchstäblich unter den Häusern. Viele wurden abgerissen, um an das Gold zu gelangen.<ref>P J Chernis: Petrographic analyses of URL-2 and URL-6 special thermal conductivity samples. Natural Resources Canada/ESS/Scientific and Technical Publishing Services, 1985, doi:10.4095/315247.</ref>

Kasachstan nimmt weltweit den ersten Platz an Vorkommen folgender Rohstoffe ein: Chrom, Vanadium, Wismut, Fluor.<ref name="GTAIRohstoffe" /> Einen der führenden Plätze hat Kasachstan bei den Vorkommen von Uran, Eisen, Kupfer, Kohle, Cobalt, Wolfram, Blei, Zink und Molybdän. Bei der Uranprospektion wurden auch Opale gefunden.

Gewässer

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Der Kaindysee im Südosten Kasachstans
Datei:Aral Sea 1989-2008.jpg
Der Aralsee im Jahr 1989 und 2008

In Kasachstan gibt es einige bedeutende Flüsse, die schiffbar sind. Sie alle fließen in den Randregionen des Landes, im zentralen Teil dagegen gibt es fast ausschließlich abflusslose Steppenflüsse, die im Hochsommer häufig austrocknen.

Die längsten Flüsse Kasachstans sind Irtysch (4473 Kilometer, davon 1700 Kilometer in Kasachstan), Syrdarja (2212/1400 Kilometer), Schajyq (russisch und deutsch Ural) (2428/1100 Kilometer) und Ili (1001/815 Kilometer). Weitere wichtige Flüsse sind Ischim, Tobol, Emba, Sarysu (der längste abflusslose Steppenfluss), Tschüi, und Nura. Irtysch und Nura verbindet der bedeutendste Kanal des Landes: der Irtysch-Qaraghandy-Kanal (500 Kilometer).

Kasachstan ist reich an Seen, besonders im Norden des Landes. Im ganzen Land gibt es etwa 48.000 große und kleine Seen, die mehrheitlich Salzseen sind.<ref>Übersichtskarte von Kasachstan | Länder | Kasachstan | Goruma. Abgerufen am 13. September 2018.</ref> Der größte See Kasachstans ist das Kaspische Meer, das rund 371.000 Quadratkilometer groß ist, etwa ein Viertel seiner Fläche entfällt auf Kasachstan. Der See verfügt über reiche Naturreserven, beispielsweise in Form von Fischen; hier lebt auch die artengeschützte Kaspische Robbe.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): Unser Appetit auf Kaviar gefährdet die Kaspische Robbe | DW | 5. Juli 2016. Abgerufen am 13. September 2018.</ref>

Der zweitgrößte See ist der Aralsee, der auszutrocknen droht. Dieser Prozess dauert seit 1975 an und hat bereits zu nachhaltigen Schäden an Mensch und Natur geführt. Es wird auch darauf zurückgeführt, dass Usbekistan über Jahre hinweg große Wassermengen für den Baumwollanbau abführte. Inzwischen hat sich der See in drei Teile aufgeteilt. Soweit bekannt, hat sich die Verkleinerung der Wasseroberfläche in den letzten Jahren stark verlangsamt.

Der Balchaschsee zählt ebenso zu den weltweit bedeutendsten Seen. Er ist 18.428 Quadratkilometer groß und 620 Kilometer lang. Er gehört vollständig zu Kasachstan. Zu den Besonderheiten Balchaschs zählt, dass er als einziger See der Erde zur Hälfte aus Süß- und zur anderen Hälfte aus Salzwasser besteht.

In den Bergen des Altai liegt der fischreiche Saissansee. Weitere größere Seen Kasachstans sind der Siletinizsee im Norden, der Tengiz- und der Karakojynsee im Zentrum und der Alakol-See im Südosten des Landes. Touristisch bedeutend sind die prächtigen Seen von Burabai (Borowoje) und Markakol.

Die größten Stauseen sind der Qapschaghai, Buchtarma und Schardara.

Klima

Das Klima Kasachstans ist kontinental geprägt, das heißt nach kalten Wintern mit bis zu −40 Grad Celsius folgen direkt heiße lange Sommer mit über +40 Grad Celsius.

Wüsten bedecken etwa 44 % der Fläche Kasachstans. Es sind in der Regel Sandwüsten und Kieswüsten.

Verwaltungsgliederung

Kasachstan ist ein in 17 Gebiete (Regionen, kasachisch Oblys, Mehrzahl Oblystar) und drei Städte mit Sonderstatus (Stadt republikweiter Bedeutung, kasach. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) gegliederter Staat. Diese subnationalen Einheiten sind nochmals in Kreise gegliedert.

Die letzte Änderung der Gebietsgrenzen erfolgte durch das Präsidialdekret Nr. 887 vom 3. Mai 2022, das am 8. Juni 2022 Gültigkeit erlangte. Dabei wurden drei neue Gebiete geschaffen: Abai aus Teilen Ostkasachstans, Ulytau aus Teilen Qaraghandys und Schetissu aus Teilen Almatys.<ref>Territorialreform in Kasachstan. In: Zentralasien-Analysen. Nr. 153, 29. Juli 2022, S. 12 (laender-analysen.de).</ref> <imagemap> Datei:Kazakhstan, administrative divisions - de - colored.svg|600px|mini|rechts|Karte der Gebiete (Oblystar) Kasachstans

poly 280 1130 303 1005 365 969 405 982 427 1008 438 1029 456 1043 485 1048 512 1048 520 1038 528 994 564 978 580 952 598 948 635 972 676 1003 692 1029 688 1052 745 1058 758 1066 759 1092 761 1121 770 1130 Turkmenistan poly 471 1035 474 771 605 741 714 820 764 892 816 870 865 879 913 863 922 885 936 909 940 930 953 933 951 940 948 964 946 982 947 997 974 1006 974 1019 975 1036 991 1046 1021 1057 1031 1072 1045 1085 1069 1092 1085 1069 1094 1038 1108 1024 1127 1010 1155 996 1167 986 1172 985 1168 990 1151 1010 1150 1023 1157 1039 1170 1042 1176 1046 1188 1054 1208 1043 1218 1038 1250 1063 1266 1073 1286 1092 1247 1100 1234 1105 1221 1114 1178 1112 1154 1106 1148 1103 1157 1087 1171 1072 1160 1062 1148 1062 1139 1074 1127 1081 1117 1077 1101 1076 1105 1109 1094 1117 1075 1118 1069 1130 778 1130 744 1050 719 1044 668 1034 666 1012 654 976 636 963 618 957 584 927 580 940 574 957 558 969 538 978 528 987 521 1036 523 1041 Usbekistan poly 138 996 112 1017 98 1032 79 1041 59 1040 39 1022 23 999 20 1006 29 1032 33 1047 0 1050 2 1131 176 1130 200 1114 209 1115 221 1108 193 1078 169 1065 Aserbaidschan poly 1 989 20 993 17 1010 17 1027 31 1036 31 1042 28 1049 10 1052 0 1047 Georgien poly 1159 1033 1148 1016 1159 1006 1179 987 1198 968 1182 964 1173 961 1199 937 1218 935 1255 944 1278 954 1296 958 1300 945 1306 915 1324 905 1344 912 1367 926 1383 936 1400 937 1410 929 1414 923 1447 921 1469 922 1488 923 1515 926 1533 929 1558 935 1573 947 1586 958 1605 966 1621 976 1620 984 1596 990 1570 995 1561 1003 1545 1019 1539 1033 1524 1052 1482 1060 1473 1061 1449 1082 1438 1100 1434 1103 1419 1106 1405 1104 1399 1092 1382 1095 1363 1106 1359 1110 1347 1117 1324 1125 1181 1130 1181 1113 1207 1111 1222 1114 1275 1089 1281 1071 1258 1059 Kirgisistan poly 1079 1129 1080 1114 1097 1111 1106 1089 1118 1081 1142 1072 1159 1068 1164 1085 1162 1097 1159 1105 1161 1112 1166 1118 1152 1122 1139 1122 1127 1127 Tadschikistan poly 1972 502 1972 487 1946 487 1932 498 1917 517 1911 534 1886 544 1881 558 1876 586 1870 615 1862 631 1849 644 1838 648 1816 648 1775 632 1738 623 1726 651 1707 725 1714 744 1718 751 1719 764 1638 779 1602 795 1609 806 1619 826 1622 852 1627 874 1627 905 1624 919 1616 961 1619 972 1612 988 1559 1023 1538 1040 1520 1057 1490 1063 1452 1077 1448 1081 1444 1094 1433 1109 1411 1106 1382 1096 1363 1110 1319 1130 1978 1131 1980 597 China poly 1981 478 1955 483 1948 475 1936 460 1928 445 1926 427 1907 425 1891 441 1867 445 1850 431 1840 405 1827 395 1817 389 1801 363 1767 340 1728 339 1699 349 1681 347 1663 334 1642 318 1611 324 1606 340 1605 343 1585 307 1564 244 1533 195 1517 183 1486 166 1451 147 1449 141 1456 130 1466 117 1468 107 1448 100 1420 106 1407 118 1389 127 1374 131 1359 141 1354 146 1329 153 1321 157 1305 163 1305 163 1304 161 1320 152 1325 136 1314 129 1297 127 1268 124 1258 119 1243 110 1228 98 1214 100 1205 110 1193 114 1191 93 1199 68 1191 56 1186 47 1159 40 1141 41 1112 39 1095 34 1078 35 1050 42 1033 50 1018 61 1000 70 967 76 943 80 888 90 871 98 853 105 824 109 801 115 781 121 748 132 716 127 701 135 699 147 701 156 704 166 723 197 747 204 744 208 727 205 711 205 703 211 689 222 688 234 701 246 701 248 697 256 683 267 668 275 667 277 662 284 659 291 662 297 683 305 692 310 702 321 708 324 713 325 721 327 731 335 735 342 731 357 728 362 712 368 692 372 680 370 667 360 661 368 659 373 644 383 618 369 608 361 583 343 571 338 559 338 556 345 550 356 547 356 524 345 522 345 507 345 486 346 483 353 479 365 473 374 465 376 440 365 432 358 416 357 407 373 403 377 399 379 406 363 400 354 393 350 391 341 383 331 369 331 364 318 356 304 345 304 324 307 313 308 309 305 303 299 295 292 280 301 271 307 261 307 256 299 250 294 239 292 217 295 210 304 185 329 185 330 159 333 156 336 131 370 131 372 113 373 113 383 117 391 119 402 121 411 121 417 105 436 98 429 84 400 76 393 69 395 57 410 56 429 56 430 42 444 40 455 40 460 40 469 45 477 43 491 34 499 31 518 30 533 36 545 45 549 47 550 47 556 50 565 61 581 64 586 91 587 99 593 109 604 114 611 119 620 122 625 133 645 138 652 129 659 120 656 119 662 141 679 153 690 164 700 160 713 133 746 102 760 81 783 79 804 82 818 91 845 96 866 106 906 128 952 127 982 123 999 118 1010 112 1021 102 1032 74 1044 71 1046 24 1018 16 1002 2 991 0 984 1 0 1979 0 Russland

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1323 219 1318 218 1310 225 1307 235 1292 240 1273 233 1255 223 1228 214 1209 214 1206 208 1199 189 1171 187 1145 186 1104 170 1089 169 1068 178 1080 207 1063 230 1050 243 1032 260 969 267 950 267 Aqmola (Gebiet) poly 1317 242 1315 235 1322 223 1320 222 1314 222 1309 214 1312 192 1309 178 1347 169 1369 174 1388 148 1431 115 1462 103 1454 119 1454 148 1490 175 1515 203 1539 223 1545 245 1561 273 1567 282 1571 290 1560 314 1528 329 1516 342 1528 360 1534 368 1540 380 1546 395 1546 409 1535 413 1508 415 1500 391 1480 376 1465 379 1453 390 1416 402 1362 418 1376 409 1376 394 1349 375 1333 376 1323 365 1324 344 1318 328 1340 320 Pawlodar poly 1197 710 1190 591 1207 604 1240 581 1222 556 1232 512 1215 484 1185 484 1165 475 1153 507 1125 514 1101 527 1096 514 1083 514 1058 487 1041 487 1039 470 1014 420 1046 398 1034 380 1073 368 1081 410 1103 398 1120 405 1135 405 1143 427 1168 415 1170 393 1202 373 1212 373 1220 395 1240 395 1297 353 1287 338 1304 333 1321 338 1321 348 1321 370 1324 388 1344 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1002 Türkistan poly 1237 943 1212 937 1194 946 1189 955 1176 961 1172 963 1162 956 1150 940 1143 926 1136 908 1117 897 1110 891 1111 867 1114 860 1123 842 1128 824 1128 794 1122 773 1100 728 1092 713 1092 712 1173 710 1231 710 1278 713 1304 710 1313 711 1317 745 1318 762 1322 782 1332 794 1346 807 1360 827 1373 836 1383 852 1376 864 1374 869 1388 883 1392 888 1393 898 1391 912 1404 926 1393 937 1369 923 1339 912 1328 912 1309 914 1298 925 1295 946 1294 954 1294 955 1281 951 1254 936 1227 935 Schambyl poly 1750 628 1755 611 1750 566 1770 537 1753 509 1738 509 1723 472 1708 465 1691 435 1674 422 1671 398 1693 405 1683 375 1731 373 1763 356 1783 363 1802 390 1807 410 1840 425 1850 457 1894 465 1924 435 1924 460 1944 477 1954 487 1924 497 1924 519 1909 534 1874 542 1869 576 1879 623 1835 648 1835 631 1798 643 Ostkasachstan poly 1716 735 1676 678 1612 646 1594 653 1572 633 1545 636 1522 618 1485 623 1468 638 1455 623 1468 601 1468 584 1473 561 1460 537 1483 512 1455 509 1468 497 1453 467 1478 457 1478 435 1500 408 1532 430 1557 408 1527 351 1579 298 1599 365 1634 365 1624 343 1636 333 1669 346 1681 365 1686 398 1671 400 1664 425 1693 462 1713 472 1723 509 1738 512 1760 532 1745 556 1755 608 Abai poly 1423 661 1468 673 1490 666 1490 628 1527 618 1572 631 1584 653 1612 648 1678 675 1716 745 1733 747 1726 770 1698 772 1688 757 1604 775 1599 792 1609 794 1626 792 1619 809 1636 861 1607 864 1589 854 1559 866 1525 866 1505 874 1505 849 1480 842 1480 824 1453 792 1428 737 Schetissu poly 786 636 870 576 853 561 885 512 925 507 954 497 1004 427 1034 467 1034 482 1054 482 1071 509 1091 507 1106 522 1155 504 1163 470 1182 482 1207 480 1225 487 1230 502 1220 544 1230 581 1220 606 1192 591 1200 713 1004 713 992 690 927 705 907 675 810 633 Ulytau poly 1423 661 1421 740 1438 755 1438 775 1453 777 1458 812 1483 839 1505 844 1510 861 1532 861 1559 864 1582 854 1597 864 1612 866 1624 866 1646 899 1624 916 1614 941 1626 988 1609 966 1582 963 1567 938 1542 931 1478 921 1458 923 1413 921 1391 906 1388 884 1366 871 1383 861 1381 832 1344 817 1344 790 1334 780 1319 732 1321 703 1364 673 1393 658 Almaty </imagemap>

Gebiet Hauptstadt Fläche
in km²
Einwohner<ref name="Einwohner" />
()
Wappen Abai<ref group="A">Zum 8. Juni 2022 wurde das Gebiet Abai aus dem Gebiet Ostkasachstan ausgegliedert. Es fehlen noch aktuelle Daten.</ref> Semei 610.189
Wappen Almaty<ref group="A">Zum 8. Juni 2022 wurde das Gebiet Schetissu aus dem Gebiet Almaty ausgegliedert. Es fehlen noch aktuelle Daten für Almaty.</ref> Qonajew 223.911 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Aqmola Kökschetau 146.219 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Aqtöbe Aqtöbe 300.629 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Atyrau Atyrau 118.631 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Mangghystau Aqtau 165.642 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Nordkasachstan Petropawl 97.993 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Ostkasachstan<ref group="A">Zum 8. Juni 2022 wurde das Gebiet Abai aus dem Gebiet Ostkasachstan ausgegliedert. Es fehlen noch aktuelle Daten für Ostkasachstan.</ref> Öskemen 283.226 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Pawlodar Pawlodar 124.755 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Qaraghandy<ref group="A">Zum 8. Juni 2022 wurde das Gebiet Ulytau aus dem Gebiet Qaraghandy ausgegliedert. Es fehlen noch aktuelle Daten für Qaraghandy.</ref> Qaraghandy 427.982 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Qostanai Qostanai 196.001 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Qysylorda Qysylorda 226.019 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Schambyl Taras 144.264 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Schetissu<ref group="A">Zum 8. Juni 2022 wurde das Gebiet Schetissu aus dem Gebiet Almaty ausgegliedert. Es fehlen noch aktuelle Daten.</ref> Taldyqorghan 698.675
Wappen Türkistan<ref group="A">Am 19. Juni 2018 wurde das bisherige Verwaltungszentrum Schymkent aus dem Gebiet Südkasachstan ausgegliedert und zu einer Stadt republikweiter Bedeutung erhoben. Das Gebiet wurde daraufhin in Gebiet Türkistan umbenannt.</ref> Türkistan 117.249 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Ulytau<ref group="A">Zum 8. Juni 2022 wurde das Gebiet Ulytau aus dem Gebiet Qaraghandy ausgegliedert. Es fehlen noch aktuelle Daten.</ref> Schesqasghan 221.395
Wappen Westkasachstan Oral 151.339 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Stadt Fläche
in km²
Einwohner
()
Wappen Almaty 682 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Astana 720 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ
Wappen Schymkent 1.163 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl KZ

<references group="A" />

Nach der Verwaltungsreform von 1997 wurden folgende Gebiete aufgelöst (Verwaltungszentren in Klammern):

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Städte

Datei:Almatykoktobe.jpg
Blick über Almaty

Im Jahr 2023 lebten 58 Prozent der Einwohner Kasachstans in Städten.<ref name="BevStadt">Urban population (% of total population). Weltbank, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Hauptstadt und Regierungssitz ist das in Zentralkasachstan gelegene Astana mit 1.131.891 Einwohnern. Astana ist eines der großen Industrie- und Dienstleistungsballungszentren Kasachstans und Universitätsstadt.

Metropole, größte Stadt des Landes und zugleich wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Ballungszentrum des Landes ist das in Südostkasachstan gelegene Almaty (früher Alma-Ata). Die Stadt hat 1.909.471 Einwohner.<ref name="kursiv.kz">Численность населения Алматы превысила 1,9 млн человек. Abgerufen am 29. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die im Süden des Landes gelegene Stadt Schymkent ist mit 1.033.478 Einwohnern die drittgrößte kasachische Stadt,<ref name="kursiv.kz" /> gefolgt von Aktöbe im Nordwesten mit 559.965 Einwohnern. Qaraghandy (485.300 Einwohner) in Zentralkasachstan, die Hauptstadt des Gebietes Qaraghandy, ist die fünftgrößte Stadt des Landes und ein wichtiger Wirtschaftsstandort für die kasachische Industrie. Weitere wichtige Städte sind Taras (406.262 Einwohner), Pawlodar (334.105 Einwohner), Öskemen im Nordosten und die Erdölhochburgen Aqtau und Atyrau in Westkasachstan.

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Bevölkerung

Demografie

Datei:Kazakhstanpop.svg
Bevölkerungspyramide Kasachstans

Nach einer anfänglichen Bevölkerungsabnahme im Jahrzehnt nach der Unabhängigkeit verzeichnet Kasachstan seit dem Jahr 2002 ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum. Nach offiziellen statistischen Angaben überschritt die Bevölkerungszahl Kasachstans am 14. November 2023 die Marke von 20 Millionen.<ref name="20Mio">Численность населения Казахстана достигла 20 миллионов. Казахстан Бюро национальной статистики (Statistikamt Kasachstans), 14. November 2023, abgerufen am 17. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Laut der Volkszählung im März 2009 hatte Kasachstan 16.009.600 Einwohner.<ref>Agentur für Statistik der Republik Kasachstan: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The results of the national population census in 2009. (Memento vom 13. Mai 2012 im Internet Archive) (englisch)</ref> Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 20,6 pro 1000 Einwohner<ref>Birth rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> vs. Sterbeziffer: 6,8 pro 1000 Einwohner<ref>Death rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 3,1, die der Region Europa und Zentralasien betrug 1,7.<ref name="Gebrat">Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebenserwartung der Einwohner Kasachstans ab der Geburt lag 2022 bei 74,4 Jahren<ref name="LebErw">Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 29,5 Jahren.<ref>World Population Prospects 2022 - Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. September 2024; abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/population.un.org</ref> Im Jahr 2023 waren 29,6 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,<ref>Population ages 0-14 (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> während der Anteil der über 64-Jährigen 8,2 Prozent der Bevölkerung betrug.<ref>Population ages 65 and above (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in Kasachstan beträgt 7 Einwohner pro Quadratkilometer und ist damit eine der niedrigsten der Welt. Am dichtesten besiedelt sind die Kreise im äußersten Süden, um Almaty, Schymkent und Taras, sowie Steppenregionen im Norden, Gebiete von Astana, Petropawl, der Norden der Gebiete Qostanai und Qaraghandy; das rechte Ufer des Irtysch.

Entwicklung der Bevölkerung

Jahr Einwohner
1926<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 6.500.895
1939<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 6.151.102
1950 6.703.000
1955 7.992.000
1959<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 9.309.847
1965 11.909.000
1970<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 13.012.955
1975 14.130.000
1979<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 14.688.311
1985 15.789.000
1989<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 16.199.154
Jahr Einwohner
1990 16.297.981
1991 16.358.222
1992 16.451.711
1993 16.426.478
1994 16.334.865
1995 15.956.667
1996 15.675.819
1997 15.480.635
1998 15.188.174
1999<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 14.955.106
2000 14.883.626
Jahr Einwohner
2001 14.858.335
2002 14.858.948
2003 14.909.018
2004 15.012.985
2005 15.147.029
2006 15.308.084
2007 15.484.192
2008 15.674.000
2009<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 16.092.822
2010 16.321.872
2011 16.557.201
Jahr Einwohner
2012 16.792.089
2013 17.035.550
2014 17.288.285
2015 17.542.806
2016 17.794.055
2017 18.037.775
2018 18.276.452
2019 18.513.673
2020 18.755.665
2021 19.000.987
2022 19.634.983

<templatestyles src="FN/styles.css" />

1 
Volkszählungsergebnis

Quellen: UN,<ref>World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 25. Juli 2017.</ref> stat.gov.kz,<ref>stat.gov.kz: Динамические таблицы за 1990–2015 годы: Динамика демографических показателей, abgerufen am 3. Juni 2017 (russisch, Excel-Datei).</ref><ref>Average annual population of the Republic of Kazakhstan. (xls) Statistikamt Kasachstans, 19. Juli 2023, abgerufen am 17. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Jahre 2001 bis 2022).</ref> pop-stat.mashke.org<ref>pop-stat.mashke.org, abgerufen am 17. August 2018 (englisch, russisch).</ref>

Bevölkerungsstruktur

colspan="5" style="text-align:center; font-size:larger; background:#DDD; color:#Vorlage:Standardfarbe;"| Ethnien in Kasachstan (2021)
Ethnie Anteil [%]
Kasachen
  
70,4 %
Russen
  
15,5 %
Usbeken
  
3,2 %
Ukrainer
  
2,0 %
Uiguren
  
1,5 %
Deutsche
  
1,2 %
Tataren
  
1,1 %
Andere
  
5,1 %
Quelle: Zensus 2021<ref name="Nationalitätenzensus 2021" />
Datei:Kasachstan Nationalitätenzensus 2020 Kasachen.svg
Nationalitätenzensus 2020: Anteil der kasachischen Bevölkerung
Datei:Kasachstan Nationalitätenzensus 2020 Russen.svg
Nationalitätenzensus 2020: Anteil der russischen Bevölkerung

In Kasachstan leben Angehörige von mehr als 50 ethnischen Gruppen mit heute jeweils mehr als 1.000 Angehörigen. Die größte Ethnie bilden laut Zensus 2021 mit 70,4 % der Bevölkerung die turksprachigen Kasachen. Die größte Minderheit bilden die Russen mit knapp 24 % (entsprechend knapp 3,0 Millionen).<ref name="Nationalitätenzensus 2021" /> Zu den turksprachigen Minderheiten gehören die etwa 614.000 Usbeken, 290.000 Uiguren, 219.000 Tataren, ca. 86.000 Mescheten und 146.000 Aserbaidschaner sowie kleinere Gruppen von Baschkiren, Tschuwaschen, Turkmenen, Kirgisen, Karakalpaken, Krimtataren und Balkan-Türken. In den letzten Jahren wanderten jedoch viele Russen aus politischen und wirtschaftlichen Gründen nach Russland aus. Weitere Minderheiten europäischer Herkunft stellen Ukrainer (388.000), Deutsche (226.000, Kasachstandeutsche) und kleine Gemeinden von Polen, Letten, Litauern, Belarussen und Griechen (alle Zahlen bezogen auf das Jahr 2021). Im Jahre 2017 waren 20 % der Bevölkerung nicht auf dem heutigen kasachischen Staatsgebiet geboren. Gleichzeitig lebten 2,5 Millionen in Kasachstan geborene Personen in Russland und 1 Million in Deutschland.<ref>Migration Report 2017. (PDF) UN, abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Origins and Destinations of the World’s Migrants, 1990–2017. Pew Research Center’s Global Attitudes Project, 28. Februar 2018, abgerufen am 30. September 2018.</ref>

Zu den ebenfalls hier lebenden Kaukasusvölkern zählen einige tausend Armenier sowie Georgier, Tschetschenen, Tscherkessen, Osseten, Awaren und Zachuren. In Kasachstan lebt zudem eine bedeutende Minderheit von etwa 100.000 Koreanern (bzw. Korjo-Saram), gut 0,6 % der Bevölkerung. Ferner leben in Kasachstan kleine iranischsprachige Minderheiten wie Kurden (38.000), Paschtunen und Perser. Andere Minderheiten, wie etwa Burjaten, Mongolen, Tibeter, Dunganen, Chinesen stellen nur einen geringen Bevölkerungsanteil (alle Angaben 2009).

Die meisten Angehörigen der nichtrussischen Minderheiten wurden zur Stalinzeit unter Zwang nach Kasachstan deportiert. Viele wurden in Arbeitslagern interniert. Viele immigrierten jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nach Kasachstan. Bis zum Zerfall der UdSSR wurden von fast allen Hochschulen Absolventen mit entsprechender Spezialausbildung nach Kasachstan verpflichtet. Keine andere Sowjetrepublik nahm damals einen derartigen Strom von Migranten auf.

Zum Wandel seit der Unabhängigkeit zählen Bestrebungen der Regierung, die kasachische Sprache statt der russischen als vorherrschende Amtssprache durchzusetzen. Trotz der Bemühungen um ein gutes Verhältnis der verschiedenen Bevölkerungsgruppen breiten sich in Zentralasien Tendenzen zur Verdrängung der ethnischen Minderheiten aus.<ref>Kasachstandeutsche ohne Zukunft? In: Gerhard Wettig (Hrsg.) Aussenpolitik (Zeitschrift für internationale Fragen), Bonn 1993, Nr. 44/2, S. 153–162.</ref>

Nationalitäten in Kasachstan 2009 und 2021 im Vergleich<ref name="Nationalitätenzensus 2021" />
Nationalität 2009 2021 Veränderung 2009–2021 Prozentanteil
absolut Prozent 2009 2021
Gesamt 16.009.597 19.186.015 +3.176.418 +19,8 % 100,0 % 100,0 %
Kasachen 10.096.763 13.497.891 +3.401.128 +33,7 % 63,1 % 70,4 %
Russen 3.793.764 2.981.946 –811.818 −21,4 % 23,7 % 15,5 %
Usbeken 456.997 614.047 +157.050 +34,4 % 2,9 % 3,2 %
Ukrainer 333.031 387.327 +54.296 +16,3 % 2,1 % 2,0 %
Uiguren 224.713 290.337 +65.624 +29,2 % 1,4 % 1,5 %
Deutsche 178.409 226.092 +47.683 +26,7 % 1,1 % 1,2 %
Tataren 204.229 218.653 +14.424 +7,1 % 1,3 % 1,1 %
Aserbaidschaner 85.292 145.615 +60.323 +70,7 % 0,5 % 0,8 %
Koreaner 100.385 118.450 +18.065 +18,0 % 0,6 % 0,6 %
Türken 97.015 85.478 –11.537 −11,9 % 0,6 % 0,5 %
Dunganen 51.944 78.817 +26.873 +51,7 % 0,3 % 0,4 %
Belarussen 66.476 76.484 +10.008 +15,1 % 0,4 % 0,4 %
Tadschiken 36.277 49.827 +13.550 +37,4 % 0,2 % 0,3 %
Kurden 38.325 47.880 +9555 +24,9 % 0,2 % 0,3 %
Polen 34.057 35.319 +1262 +3,7 % 0,2 % 0,2 %
Kirgisen 23.274 34.184 +10.910 +46,9 % 0,2 % 0,2 %
Tschetschenen 31.431 33.557 +2126 +6,8 % 0,2 % 0,2 %
Andere 157.215 264.111* +106.896 +68,0 % 1,0 % 1,4 %*
*einschließlich der Personen ohne Angabe

Sprachen

Nach dem Zensus von 1989, kurz vor der Staatsgründung, sprachen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung Russisch entweder als Muttersprache oder als Fremdsprache. Auch 64 % der Kasachen gaben beim Zensus 1989 an, das Russische flüssig zu sprechen. Ein erheblicher Anteil der ethnischen Kasachen insbesondere in den Städten beherrschte die kasachische Sprache nur unvollkommen oder sogar gar nicht. Kenntnisse des Kasachischen waren bei der nicht-kasachischen Bevölkerung nur wenig verbreitet. 1989 sprachen weniger als 1 Prozent der russischen Bevölkerung Kasachstans auch Kasachisch. Daher bildete die russische Sprache auch lange Zeit nach der Unabhängigkeit die lingua franca, d. h. das Medium der Kommunikation zwischen den Ethnien Kasachstans. Bestrebungen zur Förderung der kasachischen Sprache gab es schon in den letzten Jahren der Sowjetzeit. 1987 verabschiedeten der Ministerrat und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kasachstans eine „Resolution zur Verbesserung des Studiums der kasachischen Sprache“. 1989 wurde nach öffentlicher Diskussion das „Gesetz über die Sprachen“ und am 1. Juli 1991 das „Staatliche Programm zur Entwicklung der kasachischen Sprache und anderen Nationalitätensprachen in der KSSR bis zum Jahr 2000“ in Kraft gesetzt. Die am 16. September 1990 veröffentlichte Erklärung der Souveränität und die Unabhängigkeitserklärung vom Dezember 1991 vermieden das schwierige Thema der Sprache Kasachstans. Auch in den Verfassungen von 1993 und 1995 wurde die Frage nicht abschließend geregelt.<ref></ref> Eine erste dauerhafte Regelung stellte das Gesetz Nr. 151-I vom 11. Juli 1997 dar, das zwar das Kasachische als offizielle Staatssprache Kasachstans festlegte (Kapitel 1, Artikel 4) und jeden Bürger zum Erlernen der Staatssprache verpflichtete, aber dem Russischen in praktisch allen Angelegenheiten (Behörden, Armee, Verwaltung, Erziehung und Wissenschaft) einen gleichberechtigten Status gewährte.<ref>Law of the Republic of Kazakhstan as of July 11,1997 No 151-I: On Languages in the Republic of Kazakhstan (as amended as of 05.06.2006). (PDF) ILO, abgerufen am 6. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach der Unabhängigkeit betrieb die kasachische Regierung eine stetige Förderung der kasachischen Sprache auf allen Ebenen. Beispielhaft nahm der Anteil der Schulen mit ausschließlich kasachischer Unterrichtssprache von 32,4 % im Jahr 1990 auf 56,0 % im Jahr 2004 zu. Noch im Jahr 2003 besuchten aber immer noch 20 % aller ethnisch kasachischen Schüler rein russischsprachige Schulen. Dieser Trend zur Aufwertung und Expansion der kasachischen Sprache in Gesellschaft und Staat wurde durch die anhaltende Emigration und damit verbundene relative und absolute Abnahme der russischsprachigen Bevölkerung begünstigt.<ref></ref> Die kasachische Regierung betonte wiederholt die Notwendigkeit einer Harmonie zwischen den verschiedenen Sprachen und verurteilte „Sprachnationalismus“.<ref>Kazakhstan to pursue balanced language policy - president Tokayev. interfax.com, 19. Oktober 2022, abgerufen am 6. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der private Sprachverein Qazaq tili (kasachische Sprache) genießt heute halboffiziellen Status. Er forciert seit 1989/90 den verstärkten Gebrauch der eigenen Sprache und die Entwicklung und Verbreitung des Kasachischen in der Bevölkerung. Die in Angriff genommene Umstellung vom kyrillischen Alphabet auf das lateinische Alphabet hat u. a. die Stärkung des Kasachischen gegenüber dem Russischen zum Ziel.<ref name="AHK">Kasachstan stellt auf lateinisches Alphabet um. Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien, 15. Dezember 2012, abgerufen am 3. Mai 2014.</ref> Die Übergangsfrist der Umstellung sollte zunächst bis 2025 betragen.<ref name="AHK" /> Die Regierung hat für die Umstellung ein Budget von 218 Milliarden Tenge (etwa 550 Millionen Euro) verabschiedet, wovon 90 % für Bildungsprogramme eingesetzt werden sollen. Um die Laute des Kasachischen abbilden zu können, sollen lateinische Buchstaben mit diakritischen Zeichen eingesetzt werden.<ref name="bbc-20180425">Dene-Hern Chen: The cost of changing an entire country’s alphabet. In: BBC Worklife. 25. April 2018, abgerufen am 26. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Schrift

Kasachstan hat innerhalb von knapp 100 Jahren vier grundlegende Schriftreformen erlebt.<ref name="ND">Schreiben die Kasachen bald lateinisch? – Vierte Schriftreform innerhalb von 100 Jahren geplant. Neues Deutschland – Sozialistische Tageszeitung, 24. Januar 2013, abgerufen am 3. Mai 2014.</ref> Bis zur Oktoberrevolution 1917 war in dem islamisch geprägten Land die arabische Schrift gebräuchlich.<ref name="ND" /><ref name="RA">Kasachstan: Präsident für Alphabet-Wechsel. Russland-Aktuell, 25. Oktober 2006, abgerufen am 3. Mai 2014.</ref> De facto wurde diese bei einer Analphabetenquote von ca. 90 % aber nur von wenigen beherrscht.<ref name="ND" /> Als 1928 in der Türkei – das Kasachische gehört zur Sprachfamilie der Turksprachen – das arabische durch das lateinische Alphabet ersetzt wurde, führte auch Kasachstan 1929 die lateinische Schrift ein.<ref name="ND" /><ref>Julian Hans: Schulpflicht für alle Bürger. In: Süddeutsche Zeitung. 15. April 2017, abgerufen am 15. Mai 2024.</ref> In den 1940ern wurde in der Sowjetunion, der Kasachstan zu dieser Zeit angehörte, flächendeckend das kyrillische Alphabet eingeführt (anders als Georgien, Armenien und die baltischen Staaten wurde Kasachstan von dieser Regel nicht ausgenommen).<ref name="ND" /> Seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 steht eine Rückkehr zum lateinischen Alphabet auf der innenpolitischen Tagesordnung.<ref name="ND" /> Kasachstan folgte in dieser Hinsicht dem Beispiel anderer Turkstaaten, die schon früher zumindest formal umgestellt hatten: Aserbaidschan und Turkmenistan im Jahr 1991 und Usbekistan im Jahr 2001.<ref>Othmara Glas: Lateinisches Alphabet vorgestellt. In: Deutsche Allgemeine Zeitung. 22. September 2017, abgerufen am 15. Mai 2024.</ref>

1998 wurde formal mit der Umstellung begonnen.<ref name="ND" /> Nachdem zunächst eine Übergangsfrist bis 2025 ausgegeben war,<ref name="AHK" /> wurde im Dezember 2012 die Übergangsfrist der in der Praxis schleppend verlaufenden Umstellung auf die lateinisch-kasachische Schrift zwischenzeitlich auf 2015 verkürzt.<ref name="ND" /> Am 27. Oktober 2017 wies der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew seine Regierung an, bis 2025 das kyrillische durch das lateinische Alphabet zu ersetzen.<ref>Kasachstan steigt auf lateinisches Alphabet um, derStandard.at, 27. Oktober 2017, abgerufen am 6. November 2017.</ref> Diese Umstellung verlief allerdings nur schleppend und stieß auf Kritik und Ablehnung auch von kasachischen Muttersprachlern. Von russischsprachigen Intellektuellen in Kasachstan wurde sie ganz überwiegend abgelehnt.<ref>Christian Siepmann: Schluss mit Kyrillisch: Warum Kasachstan lateinische Buchstaben will. In: Deutschlandfunk Kultur. 1. November 2017, abgerufen am 15. Mai 2024.</ref> Das 2017 vorgestellte neue Alphabet wurde bis zum Jahr 2022 insgesamt viermal modifiziert. Die letzte Version des neuen Alphabets wurde am 28. Januar 2021, symbolträchtig während der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit Kasachstans durch eine Kommission des Achmet-Baitursynuly-Instituts für Linguistik vorgestellt und positiv aufgenommen. Das neue Alphabet besteht aus 31 Buchstaben, unter denen auch einige nichtlateinische sind, wie ә (ä), ө (ö), ү (ü), ұ (ū), ғ (ğ), ш (ş). Das Datum der endgültig vollzogenen Umstellung wurde von 2025 auf 2031 verschoben.<ref>Indira Ramírez / Robin Roth: Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet. In: novastan.org. 5. September 2022, abgerufen am 15. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Religionen

Datei:Kazakh wedding 3.jpg
Hochzeit in der Moschee

Die genaue Bestimmung der Mitgliederzahlen einzelner Religionsgemeinschaften gestaltet sich schwierig, da bei entsprechenden Erhebungen oft die Religionszugehörigkeit analog zur ethnischen Zugehörigkeit (z. B. Slawen als orthodoxe Christen, Kasachen als Muslime usw.) angenommen wird. Allgemein wird Kasachstan zur islamischen Welt gerechnet, da Muslime mit über 70 % die Mehrheit der Bevölkerung dieses Landes ausmachen.<ref>Encyclopaedia of Law and Religion. Abgerufen am 17. November 2022.</ref>

Weitere 26 % der Bevölkerung sind Christen. Daneben gibt es in den Städten kleine jüdische Gemeinden.

Die Zahl der religiösen Vereinigungen in Kasachstan beträgt 4.173, im Jahre 1990 waren es hingegen insgesamt nur 670. Die religiösen Vereinigungen haben 3129 Kultstätten zur Verfügung – davon 2.229 Moscheen, 258 orthodoxe und 93 katholische Kirchen, 6 Synagogen und mehr als 500 protestantische Kirchen und Gebetshäuser. Es arbeiteten in der Republik 384 Missionare aus mehr als 20 Ländern, im Jahre 1990 gab es insgesamt erst 12. Die religiösen Feiertage Kurban und Weihnachten sind in Kasachstan arbeitsfreie Feiertage.

Seit 2003 werden in Kasachstan auf Initiative von Präsident Nasarbajew die Kongresse der Führer der Welt- und traditionellen Religionen durchgeführt.<ref>Statement of Chairman of the Senate of the Republic of Kazakhstan K. MAMI at the Closing Ceremony of the X Session of the Secretariat Congress of Leaders of World and Traditional Religions. In: Congress of World and Traditional Religions. 21. Juni 2011 (englisch).</ref> Ebenfalls auf Initiative von Präsident Nasarbajew wurde das Jahr 2010 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.unesco.ch (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2017. Suche im Internet Archive ) Resolution der Generalversammlung. (PDF; 29 kB) unesco.ch, 25. Januar 2008.</ref> zum Internationalen Jahr der Annäherung der Kulturen ausgerufen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: unesco.ch.</ref>

Im Jahr 1995 wurde die Vollversammlung des Volkes von Kasachstan als beratendes Organ beim Staatsoberhaupt gegründet.<ref>International Assembly of People of Kazakhstan. In: almaty.kz, (englisch).</ref>

Trotz des jahrzehntelangen erzwungenen Atheismus durch die Sowjetunion waren einer Schätzung für das Jahr 2009 zufolge nur 2,8 % der Bevölkerung erklärte Atheisten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CIA World Fact Book (Memento vom 24. Dezember 2018 im Internet Archive)</ref> Im Jahr 2019 waren einer Aussage des Parlamentariers Wladimir Boiko zufolge 18,8 % der Bevölkerung Atheisten.<ref>People Without Religion. Number of Atheists Grows in Kazakhstan. In: CABAR.asia. 27. August 2019, abgerufen am 4. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Islam

Rund 70 % der Bevölkerung gehören dem Islam an, die meisten davon sind Sunniten. Der erste Kontakt zum Islam fand im achten Jahrhundert statt. Durch die Schlacht am Talas im Jahre 751 wurde der chinesische Einfluss durch die Umayyaden aus dem Chorasan in Zentralasien eingedämmt, wodurch sich der Islam in der Region schnell ausbreiten konnte. Durch den Mongolensturm geriet diese Entwicklung vorerst ins Stocken. Als einige Mongolenführer zum Islam übertraten, nahm dieser Prozess wieder Fahrt auf. Der von Nomaden besiedelte Norden Kasachstans trat erst später in den Kontakt mit dem Islam. Viele Nomaden führten nach der Konversion ihre schamanistischen Traditionen fort. Unter Katharina II. wurde die islamische Missionarstätigkeit unter den Nomaden als Mittel der „Zivilisierung“ gefördert<ref>Serge A. Zenkovsky: Pan-Turkism and Islam in Russia. 1960, S. 59.</ref> und der Koran auch in die russische Sprache übersetzt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen russische Behörden den Islam jedoch zunehmend als Gefahr für ihren Machterhalt wahr. Das Unterrichten der arabischen Schrift wurde verboten und das Publizieren von islamkritischen Büchern gefördert. Zur gleichen Zeit siedelten sich auch christliche Siedler in vorher nomadischen Gebieten an. Während der Sowjetunion wurde der Islam, wie alle anderen Religionen, unterdrückt und alle Moscheen des Landes bis auf wenige Ausnahmen geschlossen oder umfunktioniert.

Die meisten Kasachen sind nach wie vor säkular und praktizieren ihre Religion nur an hohen Feiertagen wie dem Ramadan oder dem Opferfest, teilweise vermischt mit vorislamischen Bräuchen. Dies trifft heute vor allem für die kasachischen Nomaden und für die Kasachen im Norden zu, die während der Sowjetzeit russifiziert wurden. 1991 gab es in ganz Kasachstan wieder über 170 Moscheen und 230 muslimische Gemeinden. Finanzielle Hilfe erhält Kasachstan seit dieser Zeit aus der Türkei, Ägypten und von Saudi-Arabien. Die Zahl der Pilger nach Mekka aus Kasachstan steigt ebenfalls. Während die Zahl der Pilger im Jahr 2001 228 betrug, waren es 2007 bereits 4.300. Im Jahr 2006 wurde der Tag des muslimischen Opferfestes zum offiziellen Feiertag erklärt.

Christentum

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Datei:Kathedrale of Almaty.jpg
Heilige Christi-Himmelfahrt-Kathedrale in Almaty

17 % der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Den größten Anteil bilden die russisch-orthodoxen Christen. Aber auch die Armenische Apostolische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche und Georgische Orthodoxe Apostelkirche sind vertreten. Kasachstandeutsche sind meist Lutheraner (Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kasachstan) oder Mennoniten. Viele Einwohner osteuropäischer Abstammung in Kasachstan sind Katholiken, somit Teil der römisch-katholischen Kirche in Kasachstan oder der kasachischen griechisch-katholischen Kirche.

Die ersten Christen wanderten im dritten und vierten Jahrhundert aus dem heutigen Syrien und dem Byzantinischen Reich über Persien in die zentralasiatische Region ein. Es waren Nestorianer. Diese Glaubensrichtung verschwand spätestens im 14. Jahrhundert.

Die orthodoxe Glaubensrichtung ist die zweitgrößte Religion nach dem Islam. Zu ihrer Größe gelangte die orthodoxe Kirche infolge der russischen Expansion. Nach verschiedenen Einwanderungswellen lebten 1871 bereits ca. 400.000 orthodoxe Christen in Zentralasien; sie unterhielten über 300 Kirchen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion konnten gläubige Menschen wieder ihre Religion in Kasachstan ausüben, was die Kirchen wiederbelebte und den Bau neuer Kirchen ermöglichte. Viele Russen aus Zentralasien wanderten nach Russland aus, da dort der Lebensstandard höher war als in anderen Nachfolgestaaten der UdSSR wie Kasachstan.

Die ersten Protestanten, die nach Kasachstan gelangten, waren Russlanddeutsche, die im russischen Militärdienst standen. In den 1880er-Jahren gab es einen Zustrom von Lutheranern und Baptisten aus dem Westen des russischen Reiches. Durch die Deportation von Russlanddeutschen nach Zentralasien vervielfachte sich dort die Zahl der Protestanten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stieg die Anzahl der protestantischen Einrichtungen im Lande.

Zurzeit leben etwa 300.000 Katholiken in Kasachstan. Die ersten Missionare waren franziskanische Ordensmänner, die im 13. Jahrhundert nach Zentralasien kamen, um die dortigen regionalen Herrscher für ihre Religion zu gewinnen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der Katholiken rasant durch Einwanderung aus westlichen Grenzregionen des russischen Reiches. Nach dem Zerfall der Sowjetunion nutzen viele Katholiken die Chance zur freien Religionsausübung. Durch den Aufbau diplomatischer Beziehungen zwischen Kasachstan und dem Vatikan konnten die kasachischen Katholiken mehr Unterstützung erfahren. Der Vatikan unterstützt zudem seit 1998 die Katholische Hochschule in Qaraghandy. Zurzeit existieren in Kasachstan ca. 80 römisch-katholische und 6 griechisch-katholische Einrichtungen.<ref name=":4">Offizielle Webseite des Präsidenten der Republik Kasachstan: Республика Казахстан. Abgerufen am 3. Dezember 2023.</ref>

Judentum

1989 lebten 18.492 Juden in der Kasachischen SSR. 2010 gab es noch ungefähr 3700 Personen jüdischen Glaubens, ein Anteil von weniger als 0,5 % der Gesamtbevölkerung im Land.<ref>The Jewish Population of the World (2010) In: jewishvirtuallibrary.org, (englisch).</ref> Viele von ihnen sind nach Deutschland, in die Vereinigten Staaten oder nach Israel ausgewandert. Fast alle in Kasachstan lebenden Juden sind Aschkenasim. Die ersten Juden wanderten im 14. Jahrhundert über den Iran nach Kasachstan ein. Heute leben viele Juden in den Städten, wie zum Beispiel in Astana, Almaty, Aqtöbe, Qysylorda, Petropawl, Taras und Schymkent. Insgesamt verfügt das Land über 28 jüdische Einrichtungen. Im Jahre 2004 eröffnete in Astana „Beyt Rahel-Habad Lyubovic“, die größte Synagoge Zentralasiens.<ref name="web2013.bautz.de">web2013.bautz.de</ref> Im Gegenzug zu den Juden im usbekischen Buxoro oder den Bergjuden in Aserbaidschan ist die jüdische Gemeinde Kasachstans über das ganze Land verstreut. Gerade in den Wintermonaten ist es oft schwierig, die abgelegenen jüdischen Ortschaften zu erreichen. Um dieses Problems Herr zu werden, bietet American Jewish Joint Distribution Committee mit 13 landesweiten Hesed-Büros soziale Dienste an und versorgt die Gemeinden u. a. mit Lebensmitteln, Medizin und Kleidung.<ref>Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R.: Kasachstan: Fernbeziehung | Jüdische Allgemeine. Abgerufen am 4. Februar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Buddhismus

Den ersten Kontakt mit dem Buddhismus erlebte Zentralasien wohl im 1. Jahrhundert v. Chr. Im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus gelangten buddhistische Missionare aus Indien in diese Region. Ab dem sechsten Jahrhundert stand die turkstämmige Bevölkerung unter dem Einfluss des Buddhismus.<ref name="web2013.bautz.de" /> Die Dzungar-Mongolen, von denen sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Kalmücken abspalteten, betrieben vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Klöster in der Semiretschje (Siebenstromland) -Region von Ostkasachstan sowie südlich und östlich des Balchaschsees. Sie pflegten die Gelug-Tradition des tibetischen Buddhismus.<ref>berzinarchives.com</ref> Allerdings konnte sich die Religion nicht dauerhaft in der Gesellschaft verankern. Heute wird der Buddhismus vor allem von aus dem Ausland stammenden Minderheiten wie Sowjet-Koreanern oder Tibetern praktiziert.

Bildung

Datei:KazNPU imeni Abaya.JPG
Die Kasachische Nationale Pädagogische Universität
Datei:Semey Medicine Academy.jpg
Medizinische Akademie Semei

In Kasachstan gibt es ein einheitliches, nationales Bildungssystem. Im Alter von fünf bis sechs Jahren steht zunächst der Besuch einer Vorschule an, die für alle Kinder kostenfrei ist. Hier sollen die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder gefördert werden. Wichtigster Bestandteil des kasachischen Bildungsmodells ist die Mittelschule. Sie beginnt mit der Unterstufe (Klasse 1–4), wird mit der Hauptstufe (Klasse 5–7) fortgesetzt und endet mit der Oberstufe (Klasse 10–11 beziehungsweise 12). Der Unterricht für die zirka 3,2 Millionen Schüler erfolgt, je nach Region, in sieben verschiedenen Sprachen (Kasachisch, Russisch, Usbekisch, Uigurisch, Tadschikisch und an jeweils einer Schule auf Ukrainisch und auf Deutsch). 2015 konnten über 99 % der erwachsenen Bevölkerung lesen und schreiben.<ref>The World Factbook. Central Intelligence Agency, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. November 2016; abgerufen am 12. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Hochschulbildung kann man in verschiedenen Einrichtungen absolvieren, unter anderem an der Universität, der Akademie, an einem Institut und diesen gleichgestellte Einrichtungen wie Konservatorium, Hochschule und Fachhochschule. In der Hochschulstruktur gibt es drei Stufen. Am Ende steht der Universitätsabschluss oder der Magister.

Zurzeit gibt es in Kasachstan ungefähr 170 Hochschulen, von denen 110 nicht staatlich sind, und 60 staatliche Universitäten. Zu den größten Universitäten zählen die Staatliche Universität Qaraghandy (KSU), die Staatliche Universität Pawlodar (PSU) und die Al-Farabi-Universität. Des Weiteren gibt es in Almaty auch eine Kasachisch-Britische Technische Universität und eine Deutsch-Kasachische Universität. Technische Universitäten befinden sich mit der Kasachischen Nationalen Technischen Universität Almaty (KAZNPU) in Almaty, in Qaraghandy und in Öskemen.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen kasachische Schüler Platz 42 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 43 in Naturwissenschaften und Platz 51 beim Leseverständnis.<ref>PISA-Studie – Organisation for Economic Co-operation and Development. Abgerufen am 14. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

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Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 3,9 % des Bruttoinlandsprodukts.<ref>Current health expenditure (% of GDP). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2020 praktizierten in Kasachstan 40,3 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner.<ref>Global Health Workforce statistics database. In: The Global Health Observatory. Weltgesundheitsorganisation, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2022 9,7 pro 1000 Lebendgeburten.<ref>Mortality rate, under-5 (per 1,000 live births). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebenserwartung der Einwohner Kasachstans ab der Geburt lag 2022 bei 74,4 Jahren<ref name="LebErw" /> (Frauen: 78,4<ref>Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Männer: 70,3<ref>Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Die Lebenserwartung stieg von 65,5 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 14 %.<ref name="LebErw" />

Geschichte

Datei:Cumania (1200) eng.png
Siedlungsgebiet, Einflusszone und Machtbereich der Kiptschaken um 1200

Altertum und Frühmittelalter

Im Altertum entstanden auf dem Gebiet des späteren Kasachstan verschiedene Reiche. Am bekanntesten sind die Reiche der turkstämmigen Kangly, Scha-t’o, Kirgisen, Kimek und Naimanen, die vor allem das nördliche, südliche und östliche Kasachstan beherrschten. Der Süden wurde vor allem durch das iranische Reich des Choresm-Schah gebildet, dem auch formal die Gebiete der turkstämmigen Karachaniden und der Türgesch untertan waren. Das spätere Westkasachstan unterstand den Reichen der Kyptschaken und der Oghusen.

Datei:Khoja ahmed Yasavi dome.jpg
Kuppel des Mausoleum von Hodscha Ahmad Yasawi in Türkistan

Vom Mittelalter zur Neuzeit

Im 13. Jahrhundert wurde Kasachstan von den Mongolen Dschingis Khans überrannt und seinem Reiche einverleibt: Große Teile des heutigen Kasachstans zählten zu der Orda-Horde. Im Westen des Landes befand sich das Gebiet der Goldenen Horde, während der Süden de jure durch das Tschagatai-Khanat kontrolliert wurde. Im südwestlichen Kasachstan, in den Gebieten zwischen dem Kaspischen Meer und dem Aralsee, herrschten de facto seit dem 15. Jahrhundert die Khane der Nogaier-Horde.

Im 15. Jahrhundert entstand das Kasachische Khanat als Folge der Auflösung der Goldenen Horde. Es wurde von Janibek Khan und Kerei Khan gegründet und weiterhin vom Chingissiden-Clan der Töre (Jochid-Dynastie) regiert. Das Kasachen-Khanat war ein Nachfolgestaat des linken (östlichen) Flügels des Ulus von Dschochi<ref name="Lee"></ref>

Datei:Kasachen-Khanat.png
Das kasachische Khanat mit dem Gebiet
  • der Kleinen Horde
  • der Mittleren Horde
  • der Großen Horde
  • Im frühen 16. Jahrhundert verwandelten die Kasachen das Khanat in ein Steppenreich, das sich über die Steppen östlich des Kaspischen Meeres und nördlich des Aralsees bis zum Oberlauf des Irtysch und den westlichen Ausläufern des Altai-Gebirges erstreckte. Während der Regierungszeit von Burunduk Khan (1488–1509) und Kasym Khan (1509–18) beherrschten die Kasachen praktisch die gesamte Steppenregion, konnten angeblich 200.000 Reiter ins Feld führen und wurden von allen ihren Nachbarn gefürchtet. Viele Historiker betrachten die Herrschaft von Kasym Khan als den Beginn eines eigenständigen und souveränen kasachischen Staates. Sein Einfluss dehnte die kasachische Herrschaft von den südöstlichen Regionen des heutigen Kasachstan bis zum Ural aus.<ref name="Britannica">History of Kazakhstan | People, Culture, Language, President, Mountains, Russia, & Facts | Britannica. Abgerufen am 30. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Lee" />

    Ab 1640 bildeten in der östlichen Nachbarschaft von Kasachstan die mongolischen Oiraten das Dsungarische Khanat und fielen ab dem frühen 18. Jahrhundert immer wieder in Kasachstan ein. 1718 besiegten die Dsungaren die Kasachen am Fluss Ajagus (am Balchaschsee), damit begann die Zeit des „Großen Unglücks“ für die Kasachen. Es folgten wiederholte Übergriffe der Dsungaren auf kasachisches Gebiet, bis 1755 die Chinesen das Dsungarische Khanat besiegten.

    Russische Herrschaft

    Um dem Einverleiben durch China zu entgehen, unterstellte sich das spätere Kasachstan Mitte des 18. Jahrhunderts nach und nach dem russischen Kaiserreich. Es kam nun dort zur Bildung der drei kasak-kirgisischen Horden. Im 19. Jahrhundert begann der kasachische Widerstand gegen die russische Herrschaft: Auf dem Gebiet der einstigen Nogaier-Horde wurde 1812 die kasachische Bökey-Horde begründet, die das Khanat unter ihrer Führung wiederherstellen wollte. Ihr Fürst Bökey war ein Dschingiskhanide und Ende des 18. Jahrhunderts Anwärter auf den Khantitel der Kleinen Horde gewesen. Nachdem er gescheitert war, bat er den russischen Zaren um Aufnahme. Er ließ sich mit seinen Anhängern im Gebiet zwischen Wolga und Ural nieder und Bökey Khan wurde ein treuer Vasall des Zaren. Dieser setzte ihn 1812 als zweiten Khan in der Mittleren Horde ein. Doch wenig später wurden alle Horden aufgelöst und das nachmalige Kasachstan durch General Kaufmann († 1882) unterworfen und dadurch dem Generalgouvernement Turkestan unterstellt.

    Die meisten Städte Kasachstans sind während dieser Periode von Russen gegründet worden. Dazu gehören unter anderem Astana, Almaty, Semipalatinsk, Ust-Kamenogorsk, Petropawl und andere.

    Sowjetische Herrschaft

    Nach der Februarrevolution 1917 in Petrograd und dem Sturz des autokratischen Zaren Nikolaus II. wurden auch in Kasachstan die neuen Ideen der Revolution verbreitet. Noch im selben Jahr proklamierte die kasachische Nationalbewegung Alasch die Autonomie Kasachstans innerhalb eines föderativen Russland. Da die Alasch Orda die Anerkennung der Machtübernahme der Bolschewiki verweigerte, geriet sie in Konflikt mit der neuen russischen Sowjetregierung. Im Laufe des russischen Bürgerkrieges war das Gebiet des heutigen Kasachstan zwischen den Bolschewiki, der Alasch Orda sowie russischen antikommunistischen Gruppierungen umkämpft, wobei die Allianzen und Machtverhältnisse mehrmals wechselten. 1919 wurde das Gebiet schließlich von den Sowjets unterworfen.

    Datei:Flag of the Kazakh SSR.svg
    Flagge der Kasachischen SSR

    Am 26. August 1920 wurde aus dem nördlichen und zentralen Teil des heutigen Kasachstan die Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der RSFSR gebildet. Deren erste Hauptstadt wurde das heute zu Russland gehörende Orenburg. Das Frauenwahlrecht wurde mit der ersten Verfassung der UdSSR am 31. Januar 1924 anerkannt.<ref name="ipu-713436">– New Parline: the IPU’s Open Data Platform (beta). In: data.ipu.org. 31. Januar 1924, abgerufen am 3. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Martin208">Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 208.</ref> Nach der Auflösung der ASSR Turkestan wurden der Kirgisischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik 1924/1925 auch das heutige südliche Kasachstan sowie das heutige Karakalpakistan angegliedert. Im April 1925 wurde sie in Kasachische Autonome Sowjetrepublik umbenannt. Orenburg wurde von der Kasachischen ASSR getrennt und unmittelbar Teil der RSFSR, neue Hauptstadt wurde 1925 zunächst Qysylorda, 1929 dann Alma-Ata (heute Almaty).


    Die Bevölkerung Kasachstans litt in den Jahren von 1928 bis 1933 unter einer beispiellosen Agrarkrise, Folge der gewaltsamen und in der gesamten Sowjetunion durchgeführten Zwangskollektivierung und Entkulakisierung und nicht zuletzt der damit einhergehenden administrativen Sesshaftmachung der Nomaden Kasachstans.<ref>Robert Kindler: Rezension zu: Shayakhmetov, Mukhamet: The Silent Steppe. The Story of a Kazakh Nomad under Stalin. London 2006, in: H-Soz-u-Kult, 22. Dezember 2006, hsozkult.geschichte.hu-berlin.de und Forschungen von Robert Kindler zu dieser „Modernisierungspolitik“ der Bolschewiki geschichte.hu-berlin.de</ref> Die soziale und ökonomische Lage war gekennzeichnet durch massenhafte Enteignungen, Massendeportationen, Massenflucht und weit verbreitete Unruhen. Hungerkatastrophen kosteten zirka 1,3 bis 1,5 Millionen Menschenleben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Simon Ertz: The Kazakh Catastrophe and Stalin’s Order of Priorities, 1929–1933: Evidence from the Soviet Secret Archives (Memento vom 3. September 2006 im Internet Archive), in: Stanford’s Student Journal of Russian, East European, and Eurasian Studies. Band 1, Spring 2005, S. 1.</ref> Andere Stellen sprechen von 1,5 bis 1,7 Millionen Todesopfern sowie bis zu 42 % der Bevölkerung, die dem Hunger zum Opfer fielen.<ref>Siehe Boris Barth: Genozid. Völkermord im 20. Jahrhundert. Geschichte, Theorien, Kontroversen. (= Beck’sche Reihe. Band 1672). Beck, München 2006, ISBN 3-406-52865-1, S. 143 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

    Datei:Stamps of Kazakhstan, 2012-01.jpg
    Dinmuchamed Kunajew

    Am 5. Dezember 1936 wurde Kasachstan als Kasachische SSR zu einer von der RSFSR getrennten eigenständigen Unionsrepublik der Sowjetunion erklärt, während Karakalpakistan als autonome Republik dem benachbarten Usbekistan zugeschlagen wurde.

    Während der Sowjetzeit kam es zu einem massiven Entwicklungsschub für Kasachstan. Das bis dahin eher nomadisch geprägte Land wurde mit neuen Eisenbahnlinien erschlossen und für eine großflächliche intensive Landwirtschaft nutzbar gemacht. In den Städten wurden Industriebetriebe angesiedelt, und dank der Einwanderungswelle der Fachkräfte aus Russland kam es zu starkem Bevölkerungswachstum. Im Zweiten Weltkrieg diente Kasachstan sowohl als Evakuierungsort für zahlreiche Menschen aus dem europäischen Teil der Sowjetunion, als auch als Deportationsziel für Völker, die direkt der Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Deutschland bezichtigt wurden (Krimtataren, Tschetschenen, Inguschen), oder die als mögliche Kollaborateure mit dem Feind galten (Russlanddeutsche, Koreaner).

    Nikita Chruschtschow betrieb ein umfangreiches und kostspieliges Agrarprogramm zur landwirtschaftlichen Erschließung der nordkasachischen Steppen.<ref name="petrick">Martin Petrick: Sechzig Jahre Neulanderschließung in Kasachstan – später Erfolg eines zentralstaatlichen Entwicklungsmodells? In: Zentralasien-Analysen. 77/2014, laender-analysen.de (PDF; 1,2 MB)</ref> Es entstanden riesige Bewässerungsanlagen, im Gespräch war sogar ein Projekt der Umleitung der sibirischen Flüsse nach Süden, der sogenannte Dawydow-Plan. Unter Chruschtschow wurde in Kasachstan auch der Weltraumbahnhof Baikonur errichtet.

    Nach der Unabhängigkeit

    Unmittelbar nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 schienen die Zukunftsaussichten Kasachstans relativ düster. Die Bevölkerung hatte sich in dem Referendum in der Sowjetunion vom 17. März 1991 mit 94,1 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 88,2 % für die Beibehaltung der Sowjetunion unter erneuerten Vertragsbedingungen ausgesprochen.<ref>REFERENDUM IN THE SOVIET UNION – A Compendium of Reports on the March 17, 1991 Referendum on the Future of the U.S.S.R. (PDF) Commission on Security and Cooperation in Europe, Washington, D.C., April 1991, S. 26ff, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 16. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wenige Monate später, insbesondere nach dem Augustputsch in Moskau 1991, war diese Option nicht mehr gegeben, und Kasachstan erklärte als letzte der Sowjetrepubliken am 16. Dezember 1991 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Kasachisch wurde Amtssprache, die Hauptstadt Alma-Ata wurde in Almaty umbenannt, der 16. Dezember wurde Nationalfeiertag. Allerdings schien die Lebensfähigkeit des neuen Staates fraglich, da nahezu 40 Prozent der Bevölkerung ethnische Russen waren und die Wirtschaft vollständig mit der Russlands verzahnt war. Nach der Unabhängigkeit stürzte das Land zunächst in eine tiefe Wirtschaftskrise und die kasachische Wirtschaft schrumpfte Anfang der 1990er Jahre um etwa 40 %.<ref name="europarl">Kazakhstan: Transition, but not much change. (PDF) Europäisches Parlament, Oktober 2019, abgerufen am 16. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wesentlich aufgrund der desolaten wirtschaftlichen Lage emigrierten erhebliche Teile der russischen Minderheit und der Kasachstandeutschen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erhob Kasachstan territoriale Ansprüche gegenüber den Nachbarstaaten. So beanspruchte es beispielsweise von Usbekistan alle von Südkasachen bewohnten Gebietsteile einschließlich der von den Karakalpaken bewohnten Autonomen Republik. Zu dieser Zeit favorisierte auch die Mehrheit dieser ethnischen Minderheit den Anschluss ihrer Gebietsteile an das sprachverwandte Kasachstan.<ref>Roland Götz, Uwe Halbach: Politisches Lexikon GUS. S. 295/296.</ref> Am 1. Dezember 1991 wurde Nursultan Nasarbajew ohne Gegenkandidaten zum Präsidenten gewählt. Ihm gelang es mit autoritärer Hand das Land zu stabilisieren. Hierzu trug auch der bemerkenswerte Wirtschaftsaufschwung bei, der etwa ab der Jahrtausendwende einsetzte und wesentlich vom Export von Rohstoffen, vor allem Erdöl, getragen war. Die Medien- und Meinungsfreiheit blieb stark eingeschränkt. Die unter Nasarbajew abgehaltenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen wurden durch westliche Beobachter als nicht frei und fair beurteilt. Bei der Parlamentswahl im August 2007 erhielt die von Nasarbajew gegründete Partei Nur Otan 88 % der Stimmen. Da keine der sechs angetretenen Oppositionsparteien die Sieben-Prozent-Hürde überwinden konnte, errang Nur Otan alle 98 Sitze des Parlamentes, somit konnte auch die Kommunistische Partei Kasachstans, deren Vorsitzender Nursultan Nasarbajew bis 1991 selbst war, nicht ins Parlament einziehen.<ref>Demokratie auf Kasachisch, Die Presse Online, 17. August 2007.</ref> Die Opposition büßte den einzigen Sitz, den sie bisher innegehabt hatte, ein. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erklärte, die Wahl habe vor allem bei der Stimmenauszählung und der Umsetzung neuer Rechtsvorschriften nicht den internationalen Standards entsprochen. Die Oppositionsparteien erkannten das Ergebnis nicht an und sprachen von massiven Manipulationen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahlen in Kasachstan – Präsidentenpartei künftig allein im Parlament. (Memento vom 20. Dezember 2008 im Internet Archive) In: tagesschau.de. Online, 19. August 2007.</ref> Am 15. Januar 2012 fand eine vorgezogene Parlamentswahl statt, Nur Otan erhielt 83 Sitze. Bei der Wahl 2016 gewann Nur Otan 84 der 99 Sitze.

    1992 gründete Kasachstan zusammen mit Usbekistan, Kirgisistan, Turkmenistan, Aserbaidschan und der Türkei den Zentralasiatisch-Türkischen Gipfel.

    Am 28. Januar 1993 wurde mit der Verfassung des unabhängigen Kasachstan das aktive und passive Frauenwahlrecht anerkannt.<ref name="ipu-713436" /><ref name="Martin208" />

    1997 zogen Regierung und Parlament von Almaty nach Aqmola um. Aqmola wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und 1998 in Astana (Hauptstadt) umbenannt. Als Gründe hierfür führte man die besseren langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten Astanas gegenüber dem in einem erdbebengefährdeten Talkessel gelegenen Almaty an. Eine weitere Rolle dürfte die zentralere Lage Astanas gegenüber dem in der Nähe der kirgisischen Grenze gelegenen Almaty gespielt haben. Möglicherweise wollte man separatistischen Tendenzen des von vielen ethnischen Minderheiten (vor allem Russen) bevölkerten Nordens des Landes entgegenwirken, indem man eine näher an diesen Gebieten gelegene Stadt zur Hauptstadt machte.

    Nach über 30 Jahren an der Macht als autoritärer Herrscher trat Nasarbajew im März 2019 zurück und übergab die Macht an den von ihm als Nachfolger ausgesuchten Kassim-Schomart Tokajew. Unter dessen Regie wurde die Hauptstadt Astana zu Ehren Nasarbajews in „Nursultan“ umbenannt. Im Januar 2022 kam es zu schweren Unruhen bei gegen die Regierung gerichteten Protesten, bei denen mehr als 200 Menschen ums Leben kamen.<ref name=":3">tagesschau.de: Unruhen in Kasachstan: Zahl der Todesopfer steigt auf 225. Abgerufen am 21. November 2022.</ref> Die Proteste wurden auch mit Hilfe russischer Truppen niedergeschlagen.<ref name=":3" /> Kurz nach den Ereignissen wurde die Hauptstadt des Landes in einer Abwendung vom herrschenden Personenkult wieder in „Astana“ rückbenannt. Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 folgte eine vorsichtige Distanzierung Kasachstans vom langjährigen Partner Russland.<ref>Jens Strube: Putins wichtigster Partner: Warum sich Kasachstan zunehmend von Russland distanziert. In: Redaktionsnetzwerk Deutschland. Abgerufen am 21. November 2022.</ref> Außerdem wurden politische Reformen eingeleitet wie eine Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten.<ref>Old politics in the “new Kazakhstan”. In: The Economist. ISSN 0013-0613 (economist.com [abgerufen am 21. November 2022]).</ref>

    Hauptstadt

    Mit der Unabhängigkeit wurde die bisherige Hauptstadt Alma-Ata in Almaty umbenannt. 1997 wurde der Regierungs- und Parlamentssitz nach Aqmola verlegt. Die Stadt wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und ein Jahr später in Astana („Hauptstadt“) umbenannt; dieser Name wurde 2019 nach dem Vornamen des vorherigen Staatspräsidenten in Nur-Sultan und am 17. September 2022 wieder in Astana geändert.

    Ethnischer Wandel seit der Unabhängigkeit, Politik der „Kasachisierung“

    Massenhafte Emigration und Immigration

    Wandel der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung Kasachstans 1991–2021<ref></ref><ref name="Nationalitätenzensus 2021"></ref>
    Ethnische Gruppen 1991 1999 2009 2016 2019 2021
    Kasachen 43,1 % 55,3 % 63,1 % 66,5 % 67,9 % 70,4 %
    Russen 37,3 % 29,9 % 23,7 % 20,6 % 19,3 % 15,5 %
    Usbeken 2,1 % 2,5 % 2,8 % 3,1 % 3,2 % 3,2 %
    Ukrainer 5,3 % 3,6 % 2,1 % 1,6 % 1,5 % 2,0 %
    Uiguren 1,1 % 1,4 % 1,4 % 1,4 % 1,3 % 1,5 %
    Deutsche 5,1 % 2,4 % 1,1 % 1,0 % 1,0 % 1,2 %
    Tataren 2,0 % 1,7 % 1,3 % 1,1 % 1,1 % 1,1 %

    Seit dem Zerfall der Sowjetunion und der Unabhängigkeit vollzog sich ein massiver Wandel in der ethnischen Zusammensetzung Kasachstans. Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit 1991 war Kasachstan die ethnisch und linguistisch am weitgehendsten russifizierte der zentralasiatischen Republiken. Bei der Volkszählung von 1989 machten die Kasachen nur 39,7 % der Bevölkerung der damaligen Kasachischen Sowjetrepublik aus. 37,7 % der Bevölkerung waren ethnische Russen. Der Anteil turksprachiger Völker (Kasachen, Usbeken, Kirgisen, Uiguren, Karakalpaken und Tataren) lag im Jahr 1989 zusammengenommen bei 48 %. Damit war Kasachstan die einzige Sowjetrepublik, in der das nominelle Staatsvolk keine Mehrheit bildete.<ref name="Brown"></ref> Schon zehn Jahre später zeigte sich bei der Volkszählung 1999 ein deutlich anderes Bild. Die Kasachen machten mit 55,3 % eine knappe Mehrheit der Bevölkerung aus, während der Anteil der russischen Bevölkerung auf 29,9 % abgesunken war. Die oben aufgezählten Turkvölker bildeten zusammen 61 % der Bevölkerung. Ursache für diesen deutlichen ethnischen Wandel war hauptsächlich eine massenhafte Emigration insbesondere der slawischen Bevölkerungsteile größtenteils nach Russland und der zahlenmäßig starken deutschen Minderheit nach Deutschland. Hauptgrund für die massenhafte Emigration war die desolate wirtschaftliche Lage Kasachstans in den 1990ern. In der Dekade zwischen 1989 und 1999 verlor Kasachstan trotz Geburtenüberschuss fast 9 % seiner Bevölkerung. Zur Zunahme der turksprachigen Bevölkerung trug auch die höhere Geburtenrate derselben (mit Ausnahme der Tataren) bei.<ref name="Brown" /> Nach Berechnungen aus den amtlichen Statistiken wanderten in den Jahren 1991 bis 1999 etwa 3,36 Millionen in Kasachstan Geborene aus. Zwischen 1991 und 2010 emigrierten mehr als 1,9 Millionen ethnische Russen nach Russland. In den Jahren 1992 bis 2010 wanderten fast 800.000 Kasachstandeutsche ganz überwiegend nach Deutschland aus.<ref></ref>

    Die kasachische Regierung forderte Auslandskasachen auf bzw. ermutigte sie, wieder ihren Wohnsitz in Kasachstan zu nehmen. In den Jahren 1991 bis 1999 wanderten 759.000 Personen nach Kasachstan ein. Die Immigranten kamen vor allem aus den GUS-Staaten (Usbekistan, Turkmenistan, Russland und Tadschikistan) und zu einem kleineren Teil aus anderen Staaten (hauptsächlich Mongolei, China, Iran und Türkei). Beispielhaft wurde geschätzt, dass in den ersten drei Jahrzehnten der Unabhängigkeit mehr als 150.000 ethnische Kasachen aus China nach Kasachstan einwanderten.<ref></ref> Zwischen 1991 und 2015 wanderten nach Angaben des kasachischen Statistikamts insgesamt 953.908 ethnische Kasachen nach Kasachstan ein.<ref>За 24 года на историческую родину вернулся почти 1 млн. этнических казахов („Im Laufe von 24 Jahren kehrten fast eine Million ethnische Kasachen in ihre historische Heimat zurück“). www.inform.kz, 28. Mai 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Mai 2015; abgerufen am 9. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Nach der Jahrtausendwende nahm die Dynamik der Migration und die negative Wanderungsbilanz stark ab und im Jahr 2004 verzeichnete Kasachstan zum ersten Mal seit 1968 eine positive Wanderungsbilanz (68.300 Immigranten, 65.500 Emigranten). In den Jahren zwischen 2001 und 2010 machten Immigranten aus Usbekistan und Russland 85,9 % der Gesamt-Immigration aus und die Emigration ging vorwiegend in Richtung Russland (72,2 %). Der Anteil der Migranten nach Deutschland nahm stark ab (1999–2006: 24,7 %, 2006–2010: 4,6 %). Die Volkszählung von 1999 zeigte außerdem eine deutliche Zunahme der Kenntnisse der kasachischen Sprache. Während 1989 weniger als 1 % der „europäischen“ Bevölkerung Kenntnisse des Kasachischen hatten, waren dies im Jahr 1999 schon 15 %.<ref name="Brown" />

    Politik der „Kasachisierung“

    Der Wille der staatstragenden kasachischen Eliten, die kasachischen Sprache im ganzen Staat zu fördern, kam symbolhaft in der Verlegung der Staatshauptstadt vom südlichen Almaty in das im nördlichen, russisch beeinflussten Kernland gelegene Astana zum Ausdruck. Auch durch entsprechende Verwaltungsreformen wurde versucht, mehrheitlich kasachische Verwaltungseinheiten zu schaffen. Die Oblystar Semipalatinsk und Schesqasghan mit 54 bzw. 49 % ethnisch kasachischer Bevölkerung wurden mit den Oblystar Ostkasachstan (67 % slawische Bevölkerung) und Karaganda (63 % slawische Bevölkerung) zusammengelegt. Teile von Kökschetau wurden an Akmola und Nordkasachstan angeschlossen. Die Oblys Kostanai wurde durch Teile von Torgai vergrößert.<ref name="Brown" />

    Von offizieller kasachischer Seite wurde immer wieder hervorgehoben, dass sich Kasachstan nicht als Nationalstaat der Kasachen verstehe, sondern dass Kasachstan ein multiethnischer Staat sei. Jeglicher Ethno-Nationalismus wurde scharf verurteilt. In den 1990ern proklamierte der damalige Staatspräsident Nasarbajew als Ziel, eine Nationalidentität zu begründen, die nicht auf der ethnische Zugehörigkeit basierte. Tatsächlich gab es in Kasachstan im Gegensatz zu anderen ehemaligen Sowjetrepubliken (z. B. im Kaukasus) nach der Unabhängigkeit keine offenen gewalttätigen ethnischen Konflikte. Der Staat zeigte sich bemüht, die Kulturen der zahlreichen verschiedenen ethnischen Gruppen zu fördern. Zu diesem Zweck ließ Nasarbajew im Jahr 1995 die Versammlung der Völker Kasachstans einrichten, in der Repräsentanten der verschiedenen Ethnien vertreten waren. In der Praxis war die Politik des Staates nach Ansicht westlicher Politikanalysten gegenüber den verschiedenen Ethnien jedoch durchaus unterschiedlich. Ethnien ohne Nationalstaat (z. B. Dunganen, Kurden und Uiguren) genossen die größten Freiheiten, ebenso solche, die zahlenmäßig schwach vertreten waren und als sozial schwach bzw. einflusslos galten (Tschetschenen, Burjäten). Die zweite Gruppe bildeten Nationalitäten, die über enge Kontakte zu ihrem Ursprungsland verfügten und von diesem häufig materiell unterstützt wurden (Deutsche, Koreaner, und in geringerem Maße Ukrainer, Polen und Griechen). Die dritte Gruppe bildeten die ethnischen Russen, die aufgrund ihrer großen Zahl kaum mehr als Minderheit gelten konnten. Wiederholt von Vertretern der russischen Minderheit vorgetragene Forderungen nach der Einrichtung autonomer Regionen für ihre Volksgruppe wurden von den staatlichen Autoritäten zurückgewiesen bzw. unterdrückt. Der Staat bemühte sich, den Gebrauch der kasachischen Sprache zu fördern und seit Ende der 1990er mussten staatliche Angestellte ihre Kenntnisse des Kasachischen in einem Test unter Beweis stellen. Die Verwaltungssprache wurden zunehmend auf Kasachisch umgestellt und der Einfluss des Russischen zurückgedrängt.<ref></ref><ref></ref>

    Politik

    Politisches System

    Datei:Kartegulagnr17.JPG
    Denkmal für die Opfer politischer Repressionen und des Totalitarismus: „Akmolinsker Lager für Frauen der Verräter der Nation“

    Das Land ist nach der Kasachischen Verfassung von 1995 eine Präsidialrepublik. Die Amtszeit des Staatsoberhauptes betrug bis September 2022 fünf Jahre und es war eine einmalige Wiederwahl möglich. Diese Regelung galt indes nicht für Nursultan Nasarbajew, den Präsidenten von der Staatsgründung 1991 bis 2019. Mit der Verfassungsänderung 2022 wurde die Amtszeit auf eine siebenjährige Periode begrenzt.<ref>Wie heißt die Hauptstadt von Kasachstan?, Süddeutsche Zeitung, 18. September 2022.</ref>

    Das Parlament besteht aus einem Zweikammersystem – aus Senat und Unterhaus.

    Das Unterhaus (Mäschilis) zählt seit 2022 98 Mitglieder, die in einer Mischung aus Verhältniswahl (69 Abgeordnete) und Mehrheitswahl in Wahlkreisen (29 Abgeordnete) gewählt werden. Für den Einzug in die Mäschilis benötigt eine Partei einen Stimmenanteil von 5 %.

    Politische Indizes

    Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
    Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
    Fragile States Index 57,8 von 120 115 von 179 Stabilität des Landes: stabil
    0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
    Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
    2024<ref>Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2024, abgerufen am 14. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    Demokratieindex 3,08 von 10 118 von 167 Autoritäres Regime
    0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
    2024<ref>The Economist Intelligence Unit’s Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2024, abgerufen am 14. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    Freedom in the World Index 23 von 100 Freiheitsstatus: unfrei
    0 = unfrei / 100 = frei
    2024<ref>Countries and Territories. Freedom House, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    Rangliste der Pressefreiheit 41,1 von 100 142 von 180 Schwierige Lage für die Pressefreiheit
    100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
    2024<ref name="rsf.org">2024 World Press Freedom Index. Reporter ohne Grenzen, 2024, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 40 von 100 88 von 181 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024<ref>CPI 2024: Tabellarische Rangliste. Transparency International Deutschland e. V., 2025, abgerufen am 29. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Innenpolitik

    Datei:Kassym-Jomart Tokayev, President of Kazakhstan on 24 April 2024 (cropped).jpg
    Kassim-Schomart Tokajew, aktueller Präsident Kasachstans

    Die Innenpolitik wurde auch nach dem Ende der autoritären Regierungszeit Präsident Nasarbajews im Jahr 2019 zunächst weiterhin durch diesen geprägt, blieb dieser doch Vorsitzender des Sicherheitsrates auf Lebenszeit und ließ seine Position als „Führer der Nation“ in der Verfassung verankern.<ref>Kasachischer Präsident Nursultan Nasarbajew tritt zurück, Die Zeit, 19. März 2019</ref><ref>Kasachstan: Nasarbajew erhält Kontrolle über die Ernennungen bei wichtigen Staatsämtern, novastan.org, 24. Oktober 2019</ref> Nasarbajews Nachfolger wurde 2019 dessen langjähriger politischer Vertrauter Kassim-Schomart Tokajew. Vielen galt Tokajew anfänglich als „Platzhalter“, und es wurde spekuliert, dass Nasarbajew weiterhin die Fäden im Hintergrund zöge und seine Tochter Darigha Nasarbajewa zu seiner Nachfolgerin aufbauen wolle.<ref name="europarl" /> Letztlich entwickelten sich die Verhältnisse jedoch anders. Nach den Massenprotesten in Kasachstan zur Jahreswende 2021/2022, die mit Hilfe von OVKS-Truppen niedergeschlagen wurden, nutzte Präsident Tokajew die in Bewegung geratene politische Landschaft um den gesamten Nasarbajew-Familienclan politisch zu entmachten. Symbolträchtig wurde im September 2022 auch die kasachische Hauptstadt von Nur-Sultan wieder in Astana rückbenannt und auch die Regierungspartei von Nur Otan in Amanat umbenannt. Mit einer durch ein Referendum bestätigten Verfassungsänderung leitete Tokajew eine vorsichtige Wende hin zu mehr politischem Pluralismus ein. Bei der Wahl 2021 gewann Amanat 76 der 99 Parlamentssitze.

    Namensdebatte

    2014 äußerte Präsident Nasarbajew die Absicht, den Namen des Landes zu ändern. Hintergrund der Initiative war die Abgrenzung zu anderen Staaten, deren Namen die Endung -stan enthalten, insbesondere zu Afghanistan und Pakistan. Der Präsident befürchtete, im Ausland negativ wahrgenommen zu werden, weil der Name Kasachstan negative Assoziationen hervorrufe. Nasarbajew argumentierte, die Mongolei sei für Ausländer interessanter, da der Landesname nicht die Silbe -stan enthalte. Ein Vorschlag für einen neuen Namen ist Kasach Eli, übersetzt „Land der Kasachen“.<ref>Julian Hans Moskau: Weg mit -stan. In: Süddeutsche Zeitung. 11. Februar 2014 (sueddeutsche.de [abgerufen am 13. September 2018]).</ref><ref>Kasachstan: Kosmetistan. In: Die Zeit Online. August 2014 (zeit.de [abgerufen am 13. September 2018]).</ref> Ein anderer Vorschlag für den Landesnamen lautete „Kasachische Republik“.<ref>Almaz Kumenov: Kazakhstan MP suggests changing country’s name. In: Eurasianet (eurasianet.org). 24. Januar 2019, abgerufen am 16. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Projekt einer Änderung des Staatsnamens ist allerdings bisher nicht über Gedankenspiele hinaus gelangt.

    Außenpolitik

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    Datei:Diplomatic missions in Kazakhstan.png
    Staaten mit einer kasachischen Botschaft (2009)

    Kasachstan unterhält strategische Partnerschaften mit Russland, China und den USA. Mit dem Nachbarn Russland verbindet Kasachstan der Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe aus dem Jahr 1992; daneben die gemeinsame Grenze, eine starke handelspolitische Verflechtung und ein hoher russischer Bevölkerungsanteil. Auch befindet sich der Weltraumbahnhof Baikonur, der von Russland gepachtet wird, im Süden Kasachstans. Die Partnerschaft mit China existiert seit 2005, sie basiert namentlich auf dem gemeinsamen Interesse, die Transportinfrastruktur zwischen den Nachbarn auszubauen. Die Beziehungen zu den USA sind vor allem geprägt durch das Engagement großer US-amerikanischer Unternehmen im Land, aber auch durch gemeinsame Interessen, wie den Kampf gegen Terrorismus und gegen Drogen. Wegen Wasser- und Energiefragen nicht immer frei von Spannungen ist hingegen das Verhältnis zum Nachbarland Usbekistan.<ref name="AA">Auswärtiges Amt: Außenpolitik Kasachstans</ref> Verstärkt haben sich die Beziehungen mit Europa. Sie gründen auf dem am 23. Januar 1995 in Brüssel unterschriebenen Abkommen über Partnerschaft und Zusammenarbeit, das am 1. Juli 1999 in Kraft trat.<ref>Abkommen über Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen den Europäischen Gemeinschaften und ihren Mitgliedstaaten und der Republik KasachstanVorlage:Abrufdatum</ref>

    Kasachstan ist Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen wie der UNO und allen UNO-Organisationen (z. B. UNESCO), der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO), der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, der GUS, der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Im Jahr 2010 hatte Kasachstan den OSZE-Vorsitz inne. Kasachstan ist des Weiteren aktives Mitglied des Türkischen Rates sowie der TÜRKSOY-Gemeinschaft. In den letzten Jahren hat das Land seine Aktivitäten im Türkischen Rat massiv erhöht und plant, zukünftig eine aktivere Rolle im Rat einzunehmen. So wurde zum Beispiel auf Initiative Kasachstans die südkasachische Stadt Türkistan zur „spirituellen Hauptstadt der türkischen Welt“.<ref>Staff Report in Kazakhstan’s Independence: 30 Years, Tourism on 20 April 2021: Turkistan to Become Center of International Tourism and Pilgrimage. In: The Astana Times. 20. April 2021, abgerufen am 6. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Yükselen bir değer olarak Asya ve Türkiye’nin rolü. Abgerufen am 6. Mai 2021.</ref>

    In der geostrategischen Analyse von Zbigniew Brzeziński in seinem grundlegenden Werk „Die einzige Weltmacht“ wird Kasachstan aus US-amerikanischer Perspektive als „Schild (Usbekistan als die Seele) des nationalen Erwachens der verschiedenen Völker der Region“ verstanden. Kasachstan schütze die anderen Länder vor direktem russischen Druck, da es allein an Russland grenzt. Kasachstan rivalisiere mit Usbekistan um die regionale Vorherrschaft. Kasachstan sei für Russland „höchst verlockend“, "weil es aufgrund seiner ethnischen Probleme in einer offenen Konfrontation mit Moskau mit Sicherheit den kürzeren zöge." Außerdem wirkt die Angst der Kasachen vor China und die Unruhe der Regierung über den chinesischen Umgang mit den Uiguren in Xinjang zugunsten einer Annäherung an Russland. Eine Abhängigkeit von Russland würde Kirgistan und Tadschikistan in die Einflusssphäre Moskaus bringen, das dann „sowohl Usbekistan als auch Turkmenistan stärker unter Druck setzen könnte“.

    Die Europäische Union formuliert ihre politischen Ziele gegenüber dem Land seit 2007 unter anderen durch ihre EU-Zentralasienstrategie.

    Am 30. November 2015 trat Kasachstan nach 20-jährigen Verhandlungen als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei.<ref name="OWC">Grit Horn: Kasachstan ist 162. Mitglied der WTO. OWC-Verlag für Außenwirtschaft GmbH, 2. Dezember 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Dezember 2015; abgerufen am 10. Dezember 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/owc.de</ref>

    Durch das Partnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union, welches am 21. Dezember 2015 in Astana unterzeichnet wurde<ref name="DLF">Deutschlandfunk: Bilaterales Abkommen – Kasachstan, die EU – und Russlands Ruhe. 21. Dezember 2015, abgerufen am 2. März 2016.</ref>, erhofft sich die Regierung Kasachstans, das Land für den Tourismus zu öffnen. Zudem fand die Expo 2017 in der Hauptstadt Astana statt.

    Militär

    Datei:Kazakhstan Air Force Sukhoi Su-25 Pichugin-1.jpg
    Su-25 der kasachischen Luftwaffe


    Kasachstan gab 2017 knapp 0,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,3 Milliarden US-Dollar für seine Streitkräfte aus. Das Land ist weiterhin ein Verbündeter Russlands.<ref>Home | SIPRI. Abgerufen am 10. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Kernwaffentestgebiete

    Von 1949 bis 1989 fanden – ohne Menschen aus dem dünn besiedelten Gebiet auszusiedeln – auf dem im Nordosten des Landes gelegenen Kernwaffentestgelände Semipalatinsk nahe Kurtschatow 470 Kernwaffentests (davon 124 oberirdisch) statt. Das stark radioaktiv kontaminierte Areal wurde am 29. August 1991 geschlossen.<ref>Gerold Hofmann: arte entdeckung, 2004, Das Geheimnis der Atombombenversuche (1/2): Kasachstan, UdSSR 1949–1989 (Doku) dbate, youtube Video (42:59), 27. Mai 2016, abgerufen am 6. November 2016. – Erste Expedition eines westlichen Filmteams ins ehemalige Atomwaffentestgelände. 8:10: 461 Versuche, davon 113 oberirdisch, 348 unterirdisch.</ref> Weiter gab es nördlich vom Kaspischen Meer, im Gebiet von Atyrau ein kleines Kernwaffentestgebiet. Dort wurden in der Nähe des Dorfes Asgir 17 unterirdische Kernwaffentest durchgeführt. Daneben erfolgten im Rahmen der Atomexplosionen für die Volkswirtschaft in verschiedenen Regionen von Kasachstan unterirdische Kernwaffentests.

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    Menschenrechte

    In Kasachstan ist die Menschenrechtslage angespannt; jedoch hat das Land in den letzten zehn Jahren nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes (Stand 2012) begrenzte Fortschritte auf dem Weg zu einem Rechtsstaat gemacht. Im Oktober 2010 hatte der UN-Sonderberichterstatter Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafen in Kasachstan kritisiert. Das Land verberge das volle Ausmaß der Folter und anderer Misshandlungen in seinem Haft- und Gefängnissystem weiterhin. Korruption und politische Intervention im Rechtsbereich sind an der Tagesordnung. In Strafverfahren werden häufig Verfahrensregeln verletzt. Reformanstöße von innen und außen werden zögernd angenommen und umgesetzt.

    Ab 2004 galt ein Moratorium (Aufschiebung, Einstellung) für den Vollzug der Todesstrafe. 2009 hatte Präsident Nasarbajew ein Gesetz zur Aufhebung der Todesstrafe unterzeichnet. Davon ausgenommen waren jedoch einige terroristische Straftaten und Kriegsverbrechen.<ref>STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Todesstrafe weitestgehend abgeschafft. In: Der Standard. (derstandard.at [abgerufen am 28. Oktober 2017]).</ref> 2016 wurde Ruslan Kulekbajew, ein Sympathisant der radikalen salafistischen Strömung, zum Tode verurteilt, nachdem er auf einer Polizeistation in der Stadt Almaty zehn Personen, darunter acht Polizisten erschossen hatte.<ref>Kazakh man sentenced to death for police, prostitute shooting. Abgerufen am 28. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Anfang 2021 schaffte Kasachstan die Todesstrafe endgültig ab; Präsident Tokajew unterzeichnete nach offiziellen Angaben eine entsprechende Verfügung. Das Todesurteil Ruslan Kulekbajews wurde in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.<ref>Kasachstan schaffte Todesstrafe ab, ORF, 2. Januar 2020.</ref>

    Rechtsstaat

    2010 führten die Behörden eine Reihe von Maßnahmen ein, die darauf abzielten, Folter zu verhindern. Dazu gehörten ein erleichterter Zugang unabhängiger öffentlicher Beobachter zu Hafteinrichtungen und eine öffentliche Verpflichtung, gegenüber Folter eine „Null-Toleranz-Politik“ walten zu lassen.

    2010 verschob die Regierung die Einrichtung des Nationalen Präventionsmechanismus, eines unabhängigen Überwachungsmechanismus für Haftanstalten, um drei Jahre. Trotz erster Maßnahmen berichteten Personen laut Amnesty International, die sich im Polizeigewahrsam befanden, dass sie sowohl vor als auch nach der formalen Registrierung ihrer Haft in einer Polizeistation häufig Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt waren. Polizeibeamte verstießen oft gegen das Strafvollzugsgesetz, das eine Registrierung von Gefangenen binnen drei Stunden nach ihrer Inhaftierung vorsieht.

    Meinungsfreiheit

    Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen sieht in Kasachstan eine schwierige Lage für die Pressefreiheit.<ref name="rsf.org" /> Die Meinungs- und Medienfreiheit ist eingeschränkt. Kritik am Präsidenten und seiner Familie kommt vor, jedoch nur punktuell. Missliebige Journalisten werden drangsaliert und im kasachischen Internet werden bestimmte Seiten blockiert.

    Bolat Atabajew, ein prominenter kasachischer Theaterregisseur und Menschenrechtler, war etwa wegen seiner kritischen Äußerungen im Zusammenhang mit der gewaltsamen Niederschlagung der friedlichen Proteste von Ölarbeitern in der Stadt Schangaösen (siehe Schangaösen-Massaker) im Juni 2012 verhaftet worden. Rund drei Wochen später kam er wieder frei und ging anschließend ins Exil nach Deutschland. Für seinen Einsatz für mehr Demokratie in Kasachstan wurde Atabajew im August desselben Jahres die Goethe-Medaille verliehen.<ref>Ich wollte die Regierung Kasachstans verhöhnen. Abgerufen am 9. Dezember 2017.</ref>

    Religions- und Versammlungsfreiheit

    Die Religions- und Versammlungsfreiheit wird vom Staat restriktiv gehandhabt. Religiöse Gruppen am Rande des religiösen Spektrums werden als Gefährdung wahrgenommen. Wer sich zu seinem Glauben bekennt, riskiert mehrjährige Haftstrafen. Der UN-Menschenrechtsausschuss forderte Kasachstan daher 2016 auf, seine Verfassung zu ändern, um Religionsfreiheit zu gewähren.<ref>UN Human Rights Committee: Concluding observations on the second periodic report of Kazakhsta n, 9. August 2016.</ref> Der Islam spielt eine zunehmende Rolle im täglichen Leben, ist aber mit wenig Ausnahmen weitgehend tolerant.

    Frauenrechte und Minderheitenschutz

    Frauen sind in Spitzenpositionen von Politik und Wirtschaft trotz ihrer relativ hohen Bildungs- und Erwerbstätigkeitsquote wenig vertreten. Kernproblem ist der deutliche Lohnnachteil für Frauen, ihre schlechte soziale Absicherung (hohe Alleinerziehungsquote) sowie ihr unzulänglicher Gesundheitsschutz. Die Polygamie (nach der islamischen Scharia sind einem Muslim bis zu vier Ehefrauen erlaubt), die selbst zu Sowjetzeiten nie ganz aus Kasachstan verschwunden war, spielt bei muslimischen Männern weiterhin eine gewisse Rolle – sei es auch nur als Statussymbol (Stand 2013). Offiziell werden Mehrehen staatlicherseits nicht anerkannt, allerdings wurde die Polygamie im Jahr 1998 in Kasachstan im Gegensatz zu den anderen zentralasiatischen Nachbarstaaten dekriminalisiert. Mehrfach wurden Gesetzesentwürfe zur Legalisierung der Polygamie im Parlament eingebracht, scheiterten dort jedoch auch am Widerstand weiblicher Abgeordneter. Befürworter der Legalisierung argumentierten, dass damit den Nebenfrauen und deren Kindern ein rechtlich gesicherter Status verschafft würde.<ref>Gulnoza Saidazimova: Central Asia: Kazakhstan Debates Polygamy Amid Regional Rise In Popularity. In: Radio Free Europe / Radio Liberty. 28. Mai 2008, abgerufen am 27. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Marcus Bensmann: Zweitfrauen liegen voll im Trend. In: taz. 26. September 2011, abgerufen am 27. Dezember 2023.</ref><ref>Farangis Najibullah: Polygamy A Fact Of Life In Kazakhstan. In: Radio Free Europe / Radio Liberty. 11. Juni 2011, abgerufen am 27. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Global Gender Gap Report, der die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in einer Gesellschaft misst, belegte Kasachstan 2017 Platz 52 von 144 Ländern.

    Homosexualität

    Homosexualität ist in großen Teilen der Gesellschaft in Kasachstan tabuisiert, seit 1998 jedoch legal. Die vom Staat größtenteils veröffentlichte Meinung diskriminiert homosexuelle Menschen in Kasachstan und staatliche Behörden wie die Polizei bedrängen LGBT-Aktivisten im Land.

    Politische Freiheit

    Vorlage:Hinweisbaustein

    Wahlfreiheit ist in Kasachstan aufgrund verschiedener Gesetze schwierig, da die Gesetze immer wieder verschärft wurden und somit hohe Barrieren für eine Präsidentschaftskandidatur von der Opposition geschaffen haben<ref name=":1">tagesschau.de: Präsidentschaftswahl in Kasachstan: Kaum Opposition, kaum Wahl. Abgerufen am 9. Juni 2019.</ref>, zum Beispiel, dass man erst, nachdem man 15 Jahre ohne Unterbrechung in Kasachstan gelebt hat, zur Präsidentschaftswahl antreten darf.

    Nach der Abdankung des langjährigen Präsidenten Nursultan Nasarbajew fanden am 9. Juni 2019 Präsidentenwahlen statt. Dabei geht die frühere Senatorin Sauresch Battalowa davon aus, dass Nasarbajew auch aufgrund seines Strafverfolgungsschutzes („Elbasy“) abgetreten ist. Sein vorbestimmter Nachfolger Kassim-Schomart Tokajew, der Nasarbajews langjähriger Vertrauter ist, wird durch diese „Scheinwahl“<ref>faz: Scheinwahlen in Kasachstan: Neuer Präsident – wenig Veränderung. 9. Juni 2019, abgerufen am 9. Juni 2019.</ref> vereidigt. Zudem wurde Nasarbajew nach der Abdankung zum Ehrensenator ernannt. Und als Chef der Regierungspartei Nur-Otan wird er „weiterhin die Politik vorgeben“.<ref name=":1" />

    Frühere Oppositionsführer haben sich meistens in die Nachbarländer (vor allem Russland und Mongolei) abgesetzt, um der Strafverfolgung zu entgehen. In dem heutigen Parlament ist eine Opposition nicht zu finden.

    Arbeitnehmerrechte

    Laut einer Studie des Internationalen Gewerkschaftsbundes aus dem 2020 gehört Kasachstan unter den 144 untersuchten Staaten zu den zehn, in denen Arbeitnehmerrechte am schwersten verletzt werden.<ref>Streikrecht weltweit bedroht. In ver.di Publik 5/2020, S. 8</ref> Der Staat wird insbesondere für das Vorgehen gegen unabhängige Gewerkschaften<ref>Kasachstan: Auflösung von Gewerkschaften geplant. Auf hrw.org vom 7. Dezember 2016, abgerufen am 25. September 2021</ref> und die juristische Verfolgung der Vorsitzenden kritisiert. So wurde auf Initiative mehrerer Mineralölkonzerne im Jahr 2021 durch eine Regionalbehörde eine Klage eingereicht, deren Ziel die Auflösung der Gewerkschaft der Energieindustrie ist.<ref>Bitte um Solidarität. In ver.di Publik 2/2021, S. 8</ref>

    Wirtschaft

    Datei:Transport Tower Astana.jpg
    Der Transport Tower in Astana


    Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre (seit 1999) betrug im Durchschnitt 9,3 %. 2004 legte das BIP (Bruttoinlandsprodukt) um 9,4 % zu. Damit ragte Kasachstan in der Region Zentralasien als Vorbild für eine Transformations-Wirtschaft hervor und ließ alle anderen Länder der Region weit hinter sich. Die wirtschaftliche Lage Kasachstans hat sich weiterhin verbessert und die Regierung fördert zunehmend ausländische Direktinvestitionen. Von den Öl- und Gasressourcen des Landes profitiert jedoch nur eine schmale Elite. Seit 2003 erfolgen Versuche zur Reduzierung der Rohstoffabhängigkeit der Wirtschaft. Zu den seit 2008 realisierten Projekten der Intensivierung der Wertschöpfung durch Weiterverarbeitung einheimischer Rohstoffe gehören Walzstahl- und Siliziumwerke in Karaganda, die Chromerzaufbereitung in Aqtöbe und ein Eisenlegierungswerk in Taras.<ref>botschaft-kaz.de, abgerufen am 5. Januar 2012.</ref>

    Kasachstan ist die größte Wirtschaft und das reichste Land Zentralasiens. 2023 betrug das BIP (kaufkraftbereinigt) pro Kopf 39.463 internationale US-Dollar.<ref>World Economic Outlook Database April 2021. In: World Economic Outlook Database. Internationaler Währungsfonds, 2021, abgerufen am 10. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Das Genossenschaftswesen spielt eine gewisse Rolle. An Erzeuger-, Verbraucher-, Mietergenossenschaften usw. sind etwa 5 % bis 10 % der Einwohner Kasachstans beteiligt.

    Als Folge der Krise 2009 wurden von Zollabgaben freie Wirtschaftszonen gegründet. Die Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) konstatiert jedoch deutliche Defizite bei der Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen und bei der Gründungsförderung.<ref>A. N. Toxanova: Bericht (PDF; 171 KB) an UNECE, Juni 2007.</ref>

    Kasachstan ist Gründungsmitglied der seit dem 1. Januar 2015 existierenden Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Im Dezember 2015 trat Kasachstan als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Die Beitrittsverhandlungen dauerten fast 20 Jahre an und werden als die schwierigsten überhaupt bezeichnet. In besonderem Maße haben dazu die Verhandlungen um die Zolltarife mit den Mitgliedstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion beigetragen. Nun soll durch das geschlossene Abkommen der Importzoll des Landes binnen 5 Jahren auf 6,1 %, für Agrargüter auf 7,6 % gesenkt werden. Aus Sicht des ehemaligen kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew ergeben sich durch die Mitgliedschaft weitere Möglichkeiten für das Wachstum der kasachischen Wirtschaft, bereits circa 90 % des Handels entfielen auf WTO-Staaten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kasachstan ist 162. Mitglied der WTO (Memento des Vorlage:IconExternal vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/owc.de</ref>

    Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegte Kasachstan Platz 53 von 138 Ländern (Stand 2016–2017).<ref>Competitivness rankings</ref> Der Index für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 67 höchste von 176 Ländern.<ref>Index of Economic Freedom: All Country Scores. The Heritage Foundation, abgerufen am 14. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Staat hat nach wie vor viel Einfluss auf die kasachische Wirtschaft, auch wenn in den letzten Jahren zahlreiche Privatisierungen durchgeführt wurden. Das Land ist für deutsche Unternehmer ein attraktiver Markt. Geschäftschancen bieten sich in vielen Branchen, vom Bergbau über Logistik bis zu erneuerbaren Energien.<ref>Viktor Ebel: Neue Drehscheibe | Markets International 4/25 I Kasachstan I Logistik. In: gtai.de. 16. Dezember 2025, abgerufen am 21. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Datei:Wirtschaftswachstum in Kasachstan.svg
    Wirtschaftswachstum nach Daten der Weltbank<ref>GDP growth (annual %) – Data. Abgerufen am 14. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und anderer Kennzahlen<ref name="BIP IMF"/>
    Jahr 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
    BIP in Mrd. USD
    (Kaufkraftparität)
    303,6 415,1 422,8 447,1 475,1 551,1 565,8 650,5 719,0 783,7 841,7
    BIP pro Kopf in USD
    (Kaufkraftparität)
    18.601 23.662 23.762 24.791 25.999 29.769 30.166 34.234 36.620 39.379 41.752
    BIP-Wachstum
    (real)
    7,3 % 1,0 % 0,9 % 3,9 % 4,1 % 4,5 % −2,6 % 4,1 % 3,2 % 5,1 % 4,8 %
    Inflation
    (in Prozent)
    7,1 % 6,8 % 14,6 % 7,5 % 6,0 % 5,3 % 6,8 % 8,0 % 15,0 % 14,5 % 8,7 %
    Staatsverschuldung
    (in Prozent des BIP)
    11 % 22 % 20 % 20 % 20 % 20 % 26 % 25 % 24 % 23 % 24 %

    Rohstoffe

    Datei:KazMunayGas Hauptsitz.jpg
    Unternehmenssitz von KazMunayGas

    Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

    Erdöl- und Erdgasförderung sowie Ölprodukte bilden die Basis der kasachischen Wirtschaft. In den 1990er-Jahren wurden im Norden des Kaspischen Meeres und in der kasachischen Steppe die größten Erdölreserven der letzten 30 Jahre gefunden. Experten schätzen sie auf rund neun Milliarden Barrel. Die Ausbeutung erfolgt mit Hilfe ausländischer Gesellschaften. Sie müssen von der Fördermenge zwischen 40 % und 50 % an den kasachischen Staat abgeben. Allein im Jahr 2002 wurden in Kasachstan rund 360 Millionen Barrel im Wert von 7 Milliarden Euro gefördert. Dank der zunehmenden Ausbeutung der in den 1990er-Jahren entdeckten riesigen Vorkommen konnte die Fördermenge bis zum Jahr 2010 auf rund 580 Millionen Barrel gesteigert werden. Dank dem gleichzeitig stark gestiegenen Ölpreis stiegen die Öleinkünfte daher um ein Vielfaches und verhelfen Kasachstan zu einem sehr starken Wirtschaftswachstum.

    Die Fördermenge soll auch in Zukunft weiter ausgeweitet werden, da wichtige Felder im Kaspischen Meer noch erschlossen werden. Die Gasförderung in Kasachstan hat sich in den zehn Jahren zwischen 2000 und 2010 von 10,4 Milliarden m³ auf 33,6 Milliarden m³ mehr als verdreifacht. Kasachstan ist eines der Länder, die in der strategischen Ellipse liegen. In Kasachstan sind weite Landstriche durch die radioaktiven Abfälle aus Öl- und Gasförderung verseucht.<ref>Jürgen Döschner (WDR): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Strahlender Abfall von Öl und Gas (Memento vom 8. Dezember 2009 im Internet Archive) tagesschau.de vom 7. Dezember 2009 01:22 Uhr.</ref>

    Als Energieträger hatte Steinkohle für viele Jahre und auch noch 2021 für das Land die größte Bedeutung.<ref>Nuclear power riles Kazakhs once again, Eurasianet, 16. September 2021</ref> Kasachstan ist andererseits der weltgrößte Exporteur von Uran und besitzt reiche Reserven an Zinn, Uran, Blei, Zink, Bauxit, Eisen, Gold, Silber, Phosphor, Mangan, Kupfer und anderem.<ref>gtai.de</ref>

    Industrielle Produktion

    Sehr gut entwickelt ist auch die Hüttenindustrie (Schwarz- und Buntmetalle) sowie deren Erzeugnisse. In Kasachstan werden zudem chemische Erzeugnisse (Dünger, Kunststoffe), Maschinen, Ausrüstungen, Textilien und Lebensmittel hergestellt. Die wichtigsten Industriezentren sind Almaty, Qaraghandy, Schymkent, Pawlodar und Aqtöbe.

    Landwirtschaft

    Rund 75 % der Landesfläche sind landwirtschaftlich nutzbar. So deckt Kasachstan seinen Bedarf an Getreide dank der fruchtbaren Steppenböden und trotz geringer Erträge aufgrund von Trockenheit vollständig selbst und exportiert die Überschüsse in Höhe von vier bis fünf Millionen Tonnen. Seit 2005 wird ein Teil der Exporte über die lettischen Hafenstädte Liepāja und Ventspils abgewickelt. Das von den beiden Staaten gemeinsam errichtete Ventspils Grain Terminal ist für die Verschiffung von jährlich 2,5 Millionen Tonnen Getreide ausgelegt. Im Norden besteht um die Hauptstadt Astana ein landwirtschaftlich gut erschlossenes Gebiet. Der russische Name der Stadt von 1961 bis 1991 (Zelinograd,Neulandstadt“) deutet darauf hin, dass es sich um urbar gemachtes Steppenland handelt, das auf Geheiß des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion unter Nikita Chruschtschow ab 1954 erschlossen wurde. Während das Niveau der Getreideerträge in den ersten Jahrzehnten nach der Urbarmachung weit hinter den Erwartungen zurückblieb, gelang nach der Jahrtausendwende eine Stabilisierung.<ref name="petrick" /> In den südlichen Gebieten von Almaty bis Schymkent werden Früchte angebaut. Von großer Bedeutung vor allem für die Bewohner der Halbwüsten- und Wüstengebiete ist die Viehhaltung. Es werden hauptsächlich Schafe gezüchtet, außerdem Ziegen, Kühe und Pferde. In russisch oder früher deutsch dominierten Regionen ist auch Schweinezucht verbreitet.

    Im Süden steht der Aralsee infolge extensiver Wasserentnahme – auf kasachischer Seite entlang dem Syrdarja, einem der beiden Hauptzuflüsse – zur landwirtschaftlichen Kultivierung der Region vor dem Austrocknen, was eine der größten ökologischen Katastrophen der heutigen Zeit darstellt.

    Finanzwirtschaft

    Das Finanzzentrum des Landes ist die ehemalige Hauptstadt Almaty. Hier haben alle großen Kreditinstitute Kasachstans ihren Hauptsitz, unter anderen Kazkommertsbank, Halyk Bank und Alliance Bank. Der BTA Bank stellten viele westliche Großbanken erhebliche Kreditmittel zur Verfügung; ihr ehemaliger Vorstand Muchtar Äbljasow ist derzeit Mittelpunkt von Ermittlungen über den Verbleib der Gelder.<ref>Thomas Landon, Jr.: Kazakh Bank Lost Billions in Western Investments. In: New York Times. 27. November 2009.</ref> Die Wertpapierbörse des Landes ist die Kasachische Börse und befindet sich im neuen Finanzbezirk Almatys. Ihr Leitindex für die Volkswirtschaft ist der KASE Index. Außerdem verfügt die Regierung Kasachstans über diverse Staatsfonds um das Vermögen für die zukünftigen Generationen zu verwalten und zu investieren. Der größte und Einflussreichste Fonds ist der Samruk-Kazyna, der nach dem Singapurischen Vorbild errichtet wurde. Ergänzt wird er vom Kazakhstan National Fund und der JSC National Investment Corporation of the National Bank of Kazakhstan.<ref>JSC National Investment Corporation of the National Bank of Kazakhstan | IFSWF. Abgerufen am 22. Juli 2025.</ref>

    Außenhandel

    Der Außenhandel entwickelte sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

    Haupthandelspartner (2021) (Quelle: GTAI<ref name=":0">Germany Trade and Invest GmbH: GTAI – Wirtschaftsdaten kompakt. Abgerufen am 24. September 2017.</ref>)
    Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
    China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China 16,4 RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 42,1
    ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien 14,7 China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China 20,2
    RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 11,5 DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 04,4
    NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 07,3 Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten 03,3
    TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 04,9 TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 02,8
    UsbekistanDatei:Flag of Uzbekistan.svg Usbekistan 04,7 UsbekistanDatei:Flag of Uzbekistan.svg Usbekistan 02,6
    FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich 04,0 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich 02,5
    Vereinte NationenVereinte Nationen sonstige Staaten 36,5 Vereinte NationenVereinte Nationen sonstige Staaten 24,6
    Entwicklung des Außenhandels (Quelle: GTAI<ref name=":0" />)
    Jahr 2019 2020 2021
    Mrd. US$ % gg. Vj. Mrd. US$ % gg. Vj. Mrd. US$ % gg. Vj.
    Einfuhr 39,7 +18,0 38,9 −2,0 41,2 +5,8
    Ausfuhr 58,1 0−5,0 47,5 −18,1 60,3 +26,9
    Saldo +18,4 +8,6 +19,1

    Staatshaushalt

    Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 27,25 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 23,35 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,9 % des BIP.<ref name="CIA"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The World Factbook (Memento vom 24. Dezember 2018 im Internet Archive)</ref>
    Die Staatsverschuldung betrug 2016 21,1 % des BIP.<ref>Report for Selected Countries and Subjects. Abgerufen am 12. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:<ref>Kazakhstan. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, 7. Oktober 2024 (cia.gov [abgerufen am 14. Oktober 2024]).</ref>

    Infrastruktur

    Feuerwehr

    In der Feuerwehr in Kasachstan waren im Jahr 2019 landesweit 17.500 Berufs- und 43.000 freiwillige Feuerwehrleute organisiert, die in 413 Feuerwachen und Feuerwehrhäusern, in denen 3.172 Löschfahrzeuge und 340 Drehleitern bzw. Teleskopmasten bereitstehen, tätig sind.<ref name="CTIF-WFS01">Nikolai Brushlinsky, Marty Ahrens, Sergei Sokolov, Peter Wagner: Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 26-2021. (PDF) Tabelle 1.13: Personal und Ausstattung der Feuerwehren der Staaten in 2010–2019. Weltfeuerwehrverband CTIF, 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.</ref> Die kasachischen Feuerwehren wurden im selben Jahr zu 63.727 Einsätzen alarmiert, dabei waren 13.850 Brände zu löschen. Hierbei wurden 323 Tote von den Feuerwehren bei Bränden geborgen und 978 Verletzte gerettet.<ref name="CTIF-WFS04">Nikolai Brushlinsky, Marty Ahrens, Sergei Sokolov, Peter Wagner: Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 26-2021. (PDF) Tabelle 1.2: Verdichtete Kennzahlen der Brandsituation in den Staaten für das Jahr 2019. Weltfeuerwehrverband CTIF, 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.</ref> Die nationale Feuerwehrorganisation im Ministerium für Notfallsituationen repräsentiert die kasachischen Feuerwehren.<ref name="FK07">Направления деятельности. Министерство по чрезвычайным ситуациям Республики Казахстан, abgerufen am 24. Mai 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Eisenbahn

    Das Streckennetz in Kasachstan wird von der Staatsbahn Kasachstan Temir Scholy (KTZ) betrieben, es umfasst 13.700 Kilometer Strecken in der Russischen Breitspur (1.520 Millimeter Spurweite), davon sind 4.237,5 Kilometer elektrifiziert (2022)<ref>Итоги деятельности КТЖ за 2022 год. 27. April 2023, abgerufen am 3. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.

    Die bekannteste Verkehrsachse ist die Turkestan-Sibirische Eisenbahn (Turksib) von Semei über Almaty nach Arys. Von der Station Schu, 300 km westlich von Almaty, erfolgt der direkte Anschluss der Turksib über die Karaganda-Eisenbahn ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) nach Karaganda an das nordkasachische Streckennetz. In Arys werden die westkasachischen Städte Aqtöbe, Atyrau und Aqtau über die Strecke, die durch Qysylorda verläuft, verbunden.

    Vorlage:Hinweisbaustein

    Bis 2015 soll der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der Hauptstadt Astana und Almaty beendet sein. Auf der Strecke sollen die Züge eine Geschwindigkeit von 350 Kilometer pro Stunde erreichen können und fünf Millionen Passagiere jährlich transportieren. Beim Bau der Strecke arbeitet Kasachstan eng mit der Volksrepublik China zusammen.<ref>ak orda.kz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />President Nursultan Nazarbayev Meets Chairman of the People’s Republic of China Hu Jintao (Memento vom 20. Januar 2012 im Internet Archive) (englisch)</ref>

    Kasachstan ist ein wichtiges Transitland im Güterverkehr, weil durch das Land die kürzeste Eisenbahnverbindung zwischen Europa und China verläuft. Dies wurde mit Testzügen des Trans-Eurasia-Express bewiesen. Bisher wurde hierzu der Grenzübergang Alashankou/Dostyk benutzt, über den jährlich mehr als 15 Millionen Tonnen Fracht abgewickelt werden. Zur Erweiterung der Kapazitäten wurde am 22. Dezember 2012 die weiter südlich verlaufende, 293 Kilometer lange Neubaustrecke Korgas–Zhetygen eröffnet, die für ein ähnlich hohes Gütervolumen vorgesehen ist. Da Kasachstan und China unterschiedliche Spurweiten benutzen, sind in den beiden Grenzbahnhöfen Dostyk und Korgas Umspuranlagen vorhanden.<ref name="LR_20121227">Rüdiger Lüders: China/Kasachstan: Zweiter Eisenbahn-Grenzübergang eröffnet. In: Lok-Report. 27. Dezember 2012, abgerufen am 7. Januar 2013.</ref>

    Bis 2030 soll der gesamte Personenwagenpark erneuert werden. Bei der Erneuerung der Flotte ist auch der Hersteller Stadler Rail beteiligt.<ref>Kasachstan: KTŽ wird bis 2030 den gesamten Personenwagenpark erneuern - Neue Wagen auch von Stadler. 1. Juli 2025, abgerufen am 25. Oktober 2025.</ref><ref>Kasachstan: Neue Wagen von Stadler sollen zum Fahrplanwechsel in Betrieb gehen. 24. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2025.</ref>

    Straßennetz und Nahverkehr

    Datei:Kazakhstan 2001 CIA map.jpg
    Karte von Kasachstan mit eingetragenen Straßen und Eisenbahnverbindungen

    Das Fernstraßennetz ist auf dem Papier durchschnittlich entwickelt und umfasst etwa 141.000 Kilometer, europäischen Standards entspricht lediglich die Magistrale Astana–Almaty. Die Fernstraßen sind außerhalb der Ballungsgebiete nicht wie die Schnellstraßen oder Autobahnen ausgebaut und auch bei größeren breiten Straßen nicht voneinander durch Leitplanken getrennt. In Nordkasachstan erinnern einsame, aber fertig ausgebaute, Autobahnkreuze am Stadtrand einiger mittelgroßer Städte daran, wie groß einmal die sowjetischen Pläne für das Straßennetz waren. Von diesen Inseln abgesehen ist das Straßennetz nur im Großraum Almaty einigermaßen gut und sicher befahrbar. Im Norden und Osten des Landes weisen die Straßen regelmäßig große Schäden auf, die Fahrzeug und Insassen stark gefährden können. Vereinzelt (z. B. die A7 südlich des Alakölsee) sind Fernstraßen sogar nur im Schritttempo befahrbar (Sommer 2014). Im Süden des Landes herrscht zwar vermehrte Bautätigkeit an Straßen, aufgrund der enormen Größe Kasachstans wird es jedoch voraussichtlich noch Jahrzehnte dauern, bis zumindest die Fernstraßen sicher befahrbar sein werden (vgl. Kasachstan 2050). Durch das Investitionsprogramm Nurly Schol investiert die kasachische Regierung seit 2015 jährlich mehrere Hundert Millionen € in den Neu- und Ausbau von Straßen in Kasachstan.

    Die wichtigsten internationalen Fernstraßen in Kasachstan sind die M32, M36 und M38.

    Datei:ALAtramwayTolebi.JPG
    Straßenbahn in Almaty (Wagen aus Dresden)

    Der öffentliche Nahverkehr war zu sowjetischen Zeiten gut ausgebaut, in den größeren Städten verkehrten Straßenbahnen und Oberleitungsbusse. Diese wurden im unabhängigen Kasachstan deutlich reduziert. In Almaty wurde bereits zu sowjetischer Zeit mit dem Bau einer Metro begonnen, die erste Strecke wurde 2011 eröffnet. Das Projekt der Stadtbahn Astana ist jünger, der erste Teilabschnitt sollte 2014 eröffnet werden.

    Wasserstraßen

    In Atyrau und Aqtau befinden sich Häfen am Kaspischen Meer. Wichtige Wasserstraßen sind Irtysch und Schajyq.

    Flugverkehr

    Datei:Flughafen Astana2.jpg
    Flughafen Astana

    Die größten Flughäfen Kasachstans sind die in der Hauptstadt Astana und in Almaty. Sie werden von mehreren internationalen Fluggesellschaften angeflogen. Die Lufthansa verbindet die beiden Städte mit Frankfurt am Main.<ref>Lufthansa: @1@2Vorlage:Toter Link/lufthansa.innosked.comFlugziele der Lufthansa weltweit (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2017. Suche im Internet Archive )</ref> Ein weiterer wichtiger Flughafen ist der Flughafen Qaraghandy Sary-Arka. Daneben verfügt beinahe jede Großstadt des Landes über einen kleineren Flughafen.

    Die Air Astana ist die nationale Fluggesellschaft. Eine weitere große Fluggesellschaft ist SCAT Airlines.

    Im Juli 2009 ordnete die Europäische Kommission durch Verordnung ein Betriebsverbot in der Europäischen Union für sämtliche in Kasachstan registrierten Fluggesellschaften an.<ref>Verordnung (EG) Nr. 474/2006 der Kommission in der konsolidierten Fassung vom 3. Juni 2021Vorlage:AbrufdatumLua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value) zur Erstellung der in Kapitel II der Verordnung (EG) Nr. 2111/2005 des Europäischen Parlaments und des Rates genannten gemeinschaftlichen Liste der Luftfahrtunternehmen, gegen die in der Gemeinschaft eine Betriebsuntersagung ergangen ist.</ref> Die für die Sicherheitsaufsicht über die in Kasachstan zugelassenen Luftfahrtunternehmen zuständige Behörde erwies sich nach Ansicht der Kommission als nicht in der Lage, die geltenden internationalen Sicherheitsnormen anzuwenden und durchzusetzen. Air Astana durfte ab Dezember 2015 wieder Flüge in die Union durchführen. Im Dezember 2016 wurde auch das EU-Betriebsverbot für die übrigen Fluggesellschaften des Staates aufgehoben.<ref>Verordnung (EU) 2016/2214 der KommissionVorlage:AbrufdatumLua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value) zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 474/2006.</ref>

    Weltraumbahnhof

    In Baikonur befindet sich der größte Weltraumbahnhof der Welt (Kosmodrom Baikonur). Er ist von Russland für 115 Millionen Dollar jährlich bis 2050 gepachtet worden. Seit 2012 baut Russland am Kosmodrom Wostotschny auf eigenem Staatsgebiet.<ref>orf.at Putin: Russland baut bis 2023 eigene Raumstation, ORF.at vom 17. April 2015.</ref>

    Kultur

    Literatur, Kunst, Musik

    → Hauptartikel: Kasachische Musik

    Wichtige kasachische Schriftsteller waren

    Ein bedeutender Maler war

    Die traditionelle kasachische Musik vereint Elemente aus verschiedenen Kulturen. Seit der Unabhängigkeit werden auch Popmusik und Rap populär und es entwickelte sich das Genre des Q-Pop.

    Film

    Kasachfilm ist die staatliche Filmgesellschaft. Sie wurde 1934 als Filmstudio in Alma-Ata gegründet und war während der Sowjetunion für praktisch alle kasachischen Filme verantwortlich. In den 1980er-Jahren entstand mit der „Neuen kasachischen Welle“ eine Bewegung junger kasachischer Filmhochschulabsolventen, die sich vom klassischen Propagandafilm entfernten und künstlerisch innovative Filme schufen, die international auf Filmfestivals Erfolg hatten. Zu ihren Vertretern zählen unter anderem Raschid Nugmanow und Dareshan Omirbaew.<ref name="rollberg">Peter Rollberg: Historical Dictionary of Russian and Soviet Cinema. Scarecrow Press, 2008, S. 329 ff.</ref> Ein bekannter Filmregisseur ist auch Timur Nuruachitowitsch Bekmambetow (* 1961).

    Medien

    Die Medienfreiheit ist nicht gegeben. Die Medien liegen in staatlicher Hand und werden zensiert.<ref>Menschenrechte in Kasachstan</ref> In Kasachstan erscheinen 8 national verbreitete Tageszeitungen. Zu den auflagenstärksten Blättern gehören die regierungsamtlichen Zeitungen Kasachstanskaja Prawda und Egemen Qazaqstan und die private Wremja. Daneben erscheinen mehrere Wochenzeitungen. Auf Englisch erscheinen The Kazakhstan Monitor und The Almaty Herald, auf Deutsch erscheint die Deutsche Allgemeine Zeitung.<ref>Medien in Kasachstan</ref>

    Im Jahr 2023 nutzten 92,9 Prozent der Einwohner Kasachstans das Internet.<ref>Individuals using the Internet (% of population). Weltbank, abgerufen am 3. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Anfang Juli 2009 ließ Nursultan Nasarbajew eine Internet-Zensur einführen.

    Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

    Sehenswürdigkeiten

    Datei:Dzhasybay beach.jpg
    Bajanaul

    Weltkulturerbe und Weltnaturerbe Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen folgende kasachische Stätten:

    In die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes wurden folgende Dokumente aus Kasachstan aufgenommen:<ref>Kazakhstan – Memory of the World Register | United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization. Abgerufen am 28. März 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    • Sammlung von Manuskripten von Chodscha Ahmed Yasavi, Nationalbibliothek der Republik Kasachstan, Astana (2003)
    • Audiovisuelle Dokumente der internationalen Anti-Atom-Bewegung „Nevada Semipalatinsk“, Semei (2005)
    • Das Archiv zum Aralsee, welches dessen ökologische Veränderungen von 1965 bis 1990 dokumentiert (2011).

    Sport

    In Kasachstan erfährt Sport eine relativ hohe Wertschätzung, was auf den sehr hohen Stellenwert und die dazugehörige Sportförderung in der UdSSR zurückgeführt werden kann (siehe auch: Sport in der Sowjetunion). Die beliebtesten Sportarten der Kasachen sind Fußball und Eishockey, aber auch Boxen, Ringen, Judo und Gewichtheben sind in dem zentralasiatischen Land sehr beliebt.

    Boxen

    Im Boxen zählt das Land weltweit zur Spitze; zwischen 1993 und 2016 erkämpften kasachische Boxer 22 Medaillen (7 × Gold, 7 × Silber und 8 × Bronze) bei Olympischen Sommerspielen und 34 Medaillen (10 × Gold, 10 × Silber 14 × Bronze) bei Weltmeisterschaften. In diesem Zeitraum fanden sechs Olympische Sommerspiele und zwölf Weltmeisterschaften statt; keines dieser Ereignisse war ohne kasachischen Medaillengewinn. Wie sehr kasachische Boxer allein den asiatischen Raum dominieren, zeigten die Ergebnisse der Asienmeisterschaften 2013 in Jordanien. Dabei wurden in zehn Gewichtsklassen gleich sieben Goldmedaillen und eine Silbermedaille erkämpft. Mit einem Olympiasieger und vier Weltmeistern war Kasachstan im Jahr 2014 die erfolgreichste Boxnation der Welt. Darüber hinaus befanden sich in sieben der zehn Gewichtsklassen kasachische Boxer unter den Top 3 der AIBA-Weltrangliste.

    Außerdem war Kasachstan bereits Austragungsort internationaler Wettkämpfe im Amateurboxsport. In Astana etwa wurden der Weltcup 2002, die Juniorenweltmeisterschaften 2011 und die asiatischen Olympiaqualifikationen der Jahre 2008 und 2012 abgehalten, während in Almaty die Universitätsweltmeisterschaften 2006 und die Weltmeisterschaften 2013 stattfanden.

    Erfolgreichster Profiboxer des Landes ist mit Stand Oktober 2015 der Mittelgewichts-Rekordweltmeister Gennadi Golowkin, der als bester Boxer dieser Gewichtsklasse weltweit gilt.

    Radsport und Tennis

    Die kasachische Radsportmannschaft Team Astana wird zu den führenden Mannschaften weltweit gezählt. Zum Kader des Teams gehörten bereits prominente Fahrer wie Lance Armstrong, Andreas Klöden, Levi Leipheimer, Haimar Zubeldia, Alberto Contador und Alexander Winokurow, der 2012 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Straßenrennen gewinnen konnte.

    Jelena Rybakina (* 1999) hat 2022 das Tennis-Grand-Slam-Turnier in Wimbledon gewonnen. Mit dem Titelgewinn ist ein Preisgeld von £ 2.000.000 (2.324.391,51 €) verbunden. Die gebürtige Russin tritt seit 2018 für Kasachstan an. Sie besiegte im Finale Ons Jabeur (Tunesien). 2021 erreichte sie in Wimbledon bereits das Achtelfinale und bei den French Open erstmals das Viertelfinale bei einem Grand Slam.<ref>Rybakina triumphiert gegen Jabeur in Wimbledon, Sportschau, 9. Juli 2022. Abgerufen am 9. Juli 2022.</ref> Neben Rybakina rangieren Julija Putinzewa (33), Sarina Dijas (200), Anna Danilina (345) und Schibek Qulambajewa (493) unter den 500 besten Tennisspielerinnen der WTA-Weltrangliste (Stand: Juli 2022).

    Fußball, Eishockey und Rugby

    Die höchste Spielklasse im kasachischen Fußball ist die Premjer-Liga. Die wichtigsten Fußballvereine sind neben dem Rekordmeister Irtysch Pawlodar, der kasachische Vorzeigeverein zu den Sowjetzeiten Kairat Almaty, der seit 2005 dominierende FK Aqtöbe, der stets in den oberen Rängen zu findende Tobol Qostanai und der wiedererstarkte Schachtjor Qaraghandy. Obwohl das kasachische Staatsgebiet fast ausschließlich in Asien liegt, ist der kasachische Fußballverband Mitglied der UEFA und nimmt an deren Turnieren (Europameisterschaft, Champions-League, Europa League) teil.

    Das Eishockeyteam Barys Astana, dem neben den besten kasachischen Spielern auch namhafte Legionäre wie Branislav Mezei, Kevin Dallman, Tomáš Klouček, Trevor Letowski, Jozef Stümpel angehören, spielt auf höchstem Niveau in der russischen KHL. Ein weiterer bedeutender Eishockeyverein ist Kaszink-Torpedo Ust-Kamenogorsk.

    Die kasachische Rugbynationalmannschaft der Männer gehört zu den führenden Mannschaften im asiatischen Raum und konnte bei den Asian Five Nations 2009 sogar den zweiten Rang erkämpfen, ist jetzt aber in die zweite Division Asiens abgestiegen. Die kasachische Frauen-Rugby-Union-Nationalmannschaft qualifizierte sich fast regelmäßig als Asiensieger (meist vor Japan) für sechs Weltmeisterschaften.

    Olympische und weitere internationale Wettbewerbe

    Die Kasachen konnten seit ihrer Unabhängigkeit bisher 16 Olympiasieger feiern (Stand: 12. August 2016). Insgesamt wurden 69 olympische Medaillen gewonnen. Zu den Sommerspielen 2008 in Peking sandte Kasachstan 132 Athleten, für 2012 in London wurden insgesamt 116 Athleten in 16 Sportarten nominiert.

    Special Olympics Kasachstan wurde 1990 gegründet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

    Die Metropolen Astana und Almaty richteten 2011 zum ersten Mal die Winter-Asienspiele in Kasachstan aus. Die asiatischen Meisterschaften im Gewichtheben fanden 2009 in Taldyqorghan im Süd-Osten des Landes statt.

    Bei den Weltmeisterschaften im Gewichtheben 2009 belegten die Athleten aus Kasachstan hinter China den zweiten Rang in der Nationenwertung.

    Küche

    Datei:Beschbarmak.jpg
    Beschbarmak mit Schafskopf für besondere Anlässe

    Typisch für die kasachische Küche ist Beschbarmaq. Die Speise wird mit fettem gekochtem Hammel- oder Pferdefleisch zubereitet und mit lasagneähnlichen hauchdünn ausgerollten, gekochten Teigfladen mit der Hand gegessen. Plow, ein für ganz Zentralasien typisches Reisgericht mit Hammelfleisch, und das auch im Ausland bekannte Schaschlik sind weitere populäre Gerichte. Im Sommer wird bevorzugt Kumys getrunken.

    Die kasachische Küche ist auf Grund von Lage, Sprache, Kultur und Religion eng mit den benachbarten zentralasiatischen und slawischen Ländern verbunden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

    Siehe auch

    Portal: Kasachstan – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kasachstan

    Literatur

    • Diana T. Kudaibergen: The Kazakh Spring. Digital activism and the challenge to dictatorship, Cambridge University Press, 2024.
    • Peter Franke und Britta Wollenweber (Hrsg.): Kasachstan - Das Land und seine Reichtümer. Wostock, Berlin 2021, ISBN 978-3-932916-77-9.
    • Sebastian Schiek: Das politische System Kasachstans. In: Jakob Lempp, Sebastian Mayer, Alexander Brand (Hrsg.): Die politischen Systeme Zentralasiens. Interner Wandel, externe Akteure, regionale Kooperation. Springer VS, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31633-4, S. 43–56.
    • Dagmar Schreiber: Reiseführer Kasachstan - Mit Almaty, Nur-Sultan, Tien Schan und Kaspischem Meer. 7. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-89794-510-4.
    • Robert Kindler: Stalins Nomaden. Herrschaft und Hunger in Kasachstan. Hamburger Edition, Hamburg 2014, ISBN 978-3-86854-277-6.
    • Philipp Meuser (Hrsg.): Architekturführer Kasachstan. Berlin 2014, ISBN 978-3-86922-272-1.

    Weblinks

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    Einzelnachweise

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    Mitgliedstaaten der
    Vereinten Nationen:

    Afghanistan | Ägypten<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Armenien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Bhutan | Brunei | China, Volksrepublik | Georgien | Indien | Indonesien<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Irak | Iran | Israel | Japan | Jemen<templatestyles src="FN/styles.css" /> 3 | Jordanien | Kambodscha | Kasachstan<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Katar | Kirgisistan | Kuwait | Laos | Libanon | Malaysia | Malediven | Mongolei | Myanmar | Nepal | Nordkorea | Oman | Osttimor | Pakistan | Philippinen | Russland<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Südkorea | Syrien | Tadschikistan | Thailand | Türkei<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Turkmenistan | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam | Zypern

    Abhängige Gebiete:

    Akrotiri und Dekelia | Britisches Territorium im Indischen Ozean | Hongkong | Kokosinseln | Macau | Weihnachtsinsel

    Umstrittene Gebiete:

    Abchasien | China, Republik (Taiwan) | Nordzypern | Palästina | Südossetien

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    1 
    Liegt größtenteils in Afrika.
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    2 
    Liegt zum Teil auch in Ozeanien.
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    3 
    Liegt zum Teil auch in Afrika.
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    4 
    Liegt zum Teil auch in Europa.
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    Mitgliedstaaten der
    Vereinten Nationen
    und Vatikanstadt:

    Albanien | Andorra | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Griechenland | Irland | Island | Italien<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Kasachstan<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Montenegro | Niederlande<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Nordmazedonien | Norwegen<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Österreich | Polen | Portugal<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Rumänien | Russland<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Tschechien | Türkei<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Ukraine | Ungarn | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2

    Abhängige Gebiete:

    Färöer | Gibraltar | Guernsey | Isle of Man | Jersey

    Umstrittene Gebiete:

    Kosovo | Transnistrien

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    1 
    Liegt größtenteils in Asien.
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    2 
    Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.
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    Mitgliedstaaten:

    Armenien | Aserbaidschan | Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland | Tadschikistan | Usbekistan

    Assoziierter Mitgliedstaat:

    Turkmenistan

    Ehemalige Mitgliedstaaten:

    Georgien | Moldau | Ukraine

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    Belarus | Volksrepublik China | Indien | Iran | Kasachstan | Kirgisistan | Pakistan | Russland | Tadschikistan | Usbekistan

    Staaten mit Beobachterstatus: Afghanistan | Mongolei

    Dialogpartner: ASEAN | GUS

    Interessierte Staaten: Nepal | Turkmenistan

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    Mitgliedstaaten:
    Armenien | Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland

    Ehemalige Mitgliedstaaten:
    Aserbaidschan | Georgien | Usbekistan

    Beobachterstaaten:
    Afghanistan | Serbien

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    Mitgliedstaaten:
    Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland | Tadschikistan

    Ehemaliger Mitgliedstaat:
    Usbekistan

    Beobachterstaaten:
    Armenien | Moldau | Ukraine

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    Mitgliedstaaten:
    Armenien | Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland

    Beobachterstaaten:
    Kuba | Moldau | Usbekistan

    Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

    Teilnehmerstaaten:

    Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Heiliger Stuhl | Irland | Island | Italien | Kanada | Kasachstan | Kirgisistan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Mongolei | Montenegro | Niederlande | Nordmazedonien | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tadschikistan | Tschechien | Türkei | Turkmenistan | Ukraine | Ungarn | Usbekistan | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten | Zypern

    Partnerstaaten:

    Afghanistan | Australien | Ägypten | Algerien | Israel | Japan | Jordanien | Marokko | Tunesien | Südkorea | Thailand

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    Koordinaten: 49° N, 66° O

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