Vanadium(V)-oxidtrichlorid
Vanadium(V)-oxidtrichlorid ist eine chemische Verbindung, die in Form einer gelben hygroskopischen Flüssigkeit vorliegt, welche schnell hydrolysiert.
Gewinnung und Darstellung
Vanadium(V)-oxidtrichlorid wird durch die Chlorierung von Vanadium(V)-oxid oder Vanadium(III)-oxid synthetisiert.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1417.</ref>
- <math>\mathrm{6 \ Cl_2 + 2 \ V_2O_5 \longrightarrow 4 \ VOCl_3 + 3 \ O_2}</math>
- <math>\mathrm{3 \ SOCl_2 + V_2O_5 \longrightarrow 2 \ VOCl_3 + 3 \ SO_2}</math>
- <math>\mathrm{6 \ Cl_2 + 2 \ V_2O_3 \longrightarrow 4 \ VOCl_3 + O_2}</math>
- <chem>V2O5 + 2 AlCl3 -> 2 VOCl3 + Al2O3</chem><ref name="IS6">Vorlage:Literatur</ref>
Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Erhitzen von Vanadium(III)-chlorid im Sauerstoffstrom.<ref name="brauer" />
Eigenschaften
Physikalische Eigenschaften
Vanadium(V)-oxidtrichlorid ist diamagnetisch und hat eine tetragonale Struktur mit einem O–V–Cl Bindungswinkel von 111° und einem Cl–V–Cl Bindungswinkel von 108°. Die V–O- und V–Cl-Bindungslängen betragen 1,57 Å und 2,14 Å.
Chemische Eigenschaften
Vanadium(V)-oxidtrichlorid ist chemisch Phosphoroxychlorid POCl3 ähnlich, im Gegensatz dazu aber ein starkes Oxidationsmittel. Es ist eine Lewis-Säure und hydrolysiert schnell zu Vanadiumpentoxid und Salzsäure.
Vanadium(V)-oxidtrichlorid wird auch zur Synthese von Vanadiumoxiddichlorid und Vanadiumdioxidmonochlorid eingesetzt.
- <math>\mathrm{V_2O_5 + 3 \ VCl_3 + VOCl_3 \longrightarrow 6 \ VOCl_2}</math>
- <math>\mathrm{VOCl_3 + Cl_2O \longrightarrow VO_2Cl + 2 \ Cl_2}</math>
Verwendung
Vanadium(V)-oxidtrichlorid wird als Katalysator für Olefin-Polymerisationen (z. B. EPDM) und als Oxidationsmittel zur Synthese von Organovanadiumverbindungen und Kupplungsreaktionen von Phenolen verwendet.
Sicherheitshinweise
Vanadium(V)-oxidtrichlorid ist als krebserzeugend (Kategorie 4) eingestuft. Liegt ein MAK-Wert vor, ist bei dessen Einhaltung kein nennenswerter Beitrag zum Krebsrisiko für den Menschen zu erwarten.<ref name="GESTIS" />
Einzelnachweise
<references />