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Vena basilica

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von V. basilica)
Datei:Gray574.png
Verlauf der beiden Venenstämme des Armes
Median antibrachial vein = Vena mediana antebrachii<ref>www.elsevier.com.</ref>

Die Vena basilica (arabisch: al-baslik „das Innere“)<ref name="dartmouth"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />dartmouth.edu (Memento vom 3. Oktober 2017 im Internet Archive)</ref> ist die Vene, die als Vena basilica antebrachii (bzw. Vena mediana antebrachii<ref>Pschyrembel Online.</ref>) an der Kleinfingerseite des Handrückens beginnt und auf die Beugeseite zieht. In der Ellenbeuge nimmt sie die Vena mediana cubiti (bereits im Mittelalter mediana genannt<ref>Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 150: mediana (mēdiān) = Vena mediana (cubiti oder antebrachii). Zum Beispiel in „mediana gaut von der lungen und an mitten an den arm“.</ref>)<ref>Vgl. auch Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 423 (zur median: Vena mediana antebrachii).</ref> oder Vena mediana basilica auf und heißt nun Vena basilica. Sie mündet in der Mitte der medialen Bizepsfurche im Hiatus basilicus in eine der beiden Venae brachiales.

Medizinische Bedeutung

Die Vena basilica wird in der Ellenbeuge, wie die Vena cephalica auf der Außenseite des Oberarms, häufig für Blutentnahmen oder intravenöse Injektionen genutzt. Dabei muss sie von einer Arteria brachialis superficialis unterschieden werden, da es im Fall einer Injektion von bestimmten Pharmaka zu schwerwiegenden Schädigungen kommen kann.<ref name="Benninghoff">Detlev Drenckhahn, Jens Waschke (Hrsg.): A. Benninghoff, D. Drenckhahn: Benninghoff Taschenbuch Anatomie. Elsevier, 2007, ISBN 978-3-437-41194-6.</ref>

Sonstiges

Die deutsche Bezeichnung als „Königsvene“ von der (lateinischen Wortbedeutung basilica – Säulenhalle/Königshalle) ist irreführend und ohne Bezug zu der Bedeutung oder Funktion dieser Vene. Die rechte Vena basilica trug früher die Namen vena hepatica (kurz auch hepatica)<ref>Adolf Fonahn: Arabic and Latin anatomical terminology, chiefly from the Middle Ages. Oslo 1922 (= Videnskapsselskapets skrifter, II: historisk-filosofisk Klasse. 1921, Band 7), S. 159.</ref> und Leberader<ref>Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 137.</ref><ref>Thomas Gleinser: Anna von Diesbachs Berner ‚Arzneibüchlein‘ in der Erlacher Fassung Daniel von Werdts (1658), Teil II: Glossar. (Medizinische Dissertation Würzburg) Königshausen & Neumann, Würzburg 1989 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 46), S. 179.</ref> und war eine wichtige Aderlass-Stelle. Die Wurzel der (linken) Vena basilica (die Handwurzelvene) hieß im Mittelhochdeutschen Milzader. Im Mittelalter waren Bezeichnungen der Ellenbeugenvene Vena mediana auch deutsch Median und Mittenader, die Vena basilica trug auch den Namen Lungader oder Niederader.<ref>Bernhard D. Haage: Ein neues Textzeugnis zum Pestgedicht des Hans Andree. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 8/9, 2012/2013, S. 267–282, hier: S. 279.</ref>

Einzelnachweise

<references />