Vörösmarty tér
Der Vörösmarty tér ist ein Platz im V. Bezirk von Budapest. Er befindet sich im historischen Zentrum Pests am nördlichen Ende der Einkaufsstraße Váci utca unweit des Donau-Ufers.
Name
Ursprünglich wurde der Platz 1812 erstmals als „Theátrom piatcza“ (Theaterplatz) in den Stadtplänen verzeichnet, bevor er 1874 nach Erzherzogin Gisella, der Tochter von König Franz Joseph I. und Königin Elisabeth, benannt wurde und „Gizella tér“ hieß. 1926 wurde er nach dem Dichter, Schriftsteller und Übersetzer Mihály Vörösmarty benannt, dessen Denkmal sich seit 1908 hier befindet.<ref name="pestbuda">Dominik Filepkó: A Német Színháztól a Luxus Áruházig – a Vörösmarty tér története. In: pestbuda.hu. 6. August 2018, abgerufen am 1. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Beschreibung
Die Mitte des Platzes wird vom Denkmal Mihály Vörösmartys dominiert; begrenzt wird er weitestgehend von ehemaligen Handelskontor-Gebäuden, die heute zumeist Büros, Geschäfte und Cafés beherbergen. Einen architektonischen Kontrapunkt bildet auf der westlichen Seite ein in Glasbauweise errichtetes Bürogebäude, das im Erdgeschoss internationale Modeketten beherbergt. Die Ostseite des Vörösmarty-Platzes schmückt das in Skelettbauweise erbaute Gebäude des ehemaligen Luxus-Warenhauses. Dort sind vorwiegend Boutiquen und andere Geschäfte untergebracht. In nördlicher Richtung befindet sich das berühmte Café Gerbeaud.
Geschichte
Im 18. Jahrhundert wurde der Platz als Marktplatz genutzt. Eine erste große Umgestaltung erfolgte im Jahr 1812, als mehrere bedeutende klassizistische Bauten errichtet wurden. Darunter auch das nach Plänen von Mihály Pollack erbaute Deutsche Theater, das bei einem Hochwasser 1838 schwer beschädigt wurde und nach einem Brand 1849 endgültig schloss.<ref name="pestbuda" />
Im nördlichen Teil des Platzes entstand in den 1830er Jahren das Gebäude des Dreißigstamts, an dessen Stelle später nach Plänen von József Hild das Gebäude der „Pester Ungarischen Commercial-Bank“ (Pesti Magyar Kereskedelmi Bank) errichtet wurde. In dessen Erdgeschoss eröffnete 1870 eine Konditorei, die später von Emil Gerbeaud übernommen wurde. Das Café Gerbaud avancierte im Laufe der Jahre zu einem der größten und traditionsreichsten Kaffeehäuser in Europa und war ein k.u.k. Hoflieferant.<ref name="pestbuda" />
Seit 1896 befindet sich auf dem Platz eine Endstation der zur Millenniumsausstellung gebauten „Földalatti“ der Budapester Metró, der ersten U-Bahn Kontinentaleuropas.
Vörösmarty-Denkmal
Das in der Mitte des Vörösmarty-Platzes errichtete Denkmal zu Ehren von Mihály Vörösmarty wurde 1908 aus Carrara-Marmor von den Bildhauern Eduard Kallós und Eduard „Ede“ Telcs errichtet. Den in einem thronartigen Sessel sitzenden Vörösmarty umringen Bäume. Das ungarische Volk zu seinen Füßen stellen Menschen in unterschiedlichen Lebensabschnitten dar. Den Marmorsockel des Denkmals ziert der erste Vers aus Vörösmartys Meisterwerk Szózat: Hazádnak rendületlenül légy híve, ó magyar („Von Lieb und Treu zum Vaterland bleib, Ungar, stets erfüllt“). Rechts unterhalb der Verszeile ist ein kleiner schwarzer Fleck. Man erzählt sich, das sei ein Glücksforint, den ein Bettler zur Errichtung des Monuments gespendet habe.
Literatur
- Mihály Ráday (Hrsg.): Budapest teljes utcanévlexikona. Sprinter, Budapest 2003, ISBN 963-9469-06-8.
Weblinks
Einzelnachweise
<references /> Koordinaten: 47° 29′ 47,9″ N, 19° 3′ 2,2″ O
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