Vereinigung für Ökologische Ökonomie
| Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) | |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="text-align: center; padding:1em 0; background-color:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122;" | Logo voeoe.gif | |
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | April 1996 |
| Auflösung | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Gründer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Sitz | Heidelberg |
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| Nachfolger | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Zweck | Wissenschaftliche Vereinigung |
| Vorsitz | André Reichel, Erik Wolf |
| Geschäftsführung | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Eigentümer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Umsatz | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Stiftungskapital | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Beschäftigte | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Freiwillige | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Mitglieder | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Website | www.voeoe.de |
Die Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) ist eine deutsche wissenschaftliche Vereinigung, die sich für ökologische Grundsätze in der globalen Wirtschaft einsetzt.
Geschichte und Hintergrund
Im Jahr 1992 hielten die Ökonomin Christiane Busch-Lüty und der Physiker Hans-Peter Dürr bei der Tagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) einen Duett-Vortrag zu „Ökonomie und Natur“. Da sich in der Diskussion herausstellte, dass die vertretene Sicht der Ökonomie im VfS zeitnah keinen Platz finden würde, entschloss man sich zur Gründung einer eigenständigen Vereinigung.<ref name="cblhpd">Christiane Busch-Lüty, Hans-Peter Dürr: Ökonomie und Natur: Versuch einer Annäherung im interdisziplinären Dialog. In: Heinz König (Hrsg.): Umweltverträgliches Wirtschaften als Problem von Wissenschaft und Politik (= Schriften des Vereins für Socialpolitik). Duncker & Humblot, Berlin 1993, ISBN 3-428-07771-7, S. 13–44 (voeoe.de [PDF; abgerufen am 3. Februar 2015]). Vgl. auch die Vorbemerkung im Online-Dokument. hdl:10419/142473.</ref> Busch-Lüty initiierte 1996 die Gründung als Teil einer kleinen, interdisziplinär zusammengesetzten Wissenschaftlergruppe als deutschsprachige Sektion der International Society for Ecological Economics (ISEE).<ref>Gründung einer Vereinigung für Ökologische Ökonomie im deutschsprachigen Raum: Call for Members. In: Ökologisches Wirtschaften. 1/1996. Abgerufen am 5. Februar 2012.</ref> Die Schirmherrschaft der konstituierenden Tagung im April 1996 in der Heidelberger Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) übernahm die dortige Oberbürgermeisterin Beate Weber. Die 50 anwesenden Wissenschaftler verband die Überzeugung, „dass die Forderungen des UNO-Gipfels 1992 von Rio de Janeiro, überall eine wirklich nachhaltige Entwicklung einzuleiten, berechtigt sind und umfassend umgesetzt werden müssen.“<ref name="leitbild">VÖÖ: Wir über uns und Leitbild, voeoe.de, abgerufen am 15. November 2016.</ref> Aus der Erkenntnis heraus, dass Wirtschaftswachstum die falsche Antwort auf die damaligen ökonomischen Probleme ist, wollte die Vereinigung „strategisch handeln, um die Chance einer Veränderung der hochschulpolitischen Landschaft in Lehre und Forschung in ihrem Sinne zu nutzen“.<ref>Arne Daniels: Teleunternehmen: Amerikanische Hochzeit Brauereien: Schwäbische Allianz Eurotunnel: Französisch-britischer Flop. In: Die Zeit. Nr. 18, 1996 (zeit.de).</ref>
Positionen
Die VÖÖ vertritt die Ansicht, dass die klassischen ökonomischen Wissenschaften allein mit der sich hieraus ergebenden Reformaufgabe überfordert sind und erklärt: „Andere Wissenschaften, eine veränderungsbereite Politik und die kulturellen Kräfte der ganzen Gesellschaft werden gebraucht, um den notwendigen Wandel umzusetzen und zu gestalten.“<ref name="leitbild" /> Bis zum Jahr 2010 konzentrierte sich die VÖÖ auf die Etablierung des Konzepts der Nachhaltigkeit in seiner ökologischen, sozialen und ökonomischen Perspektive.<ref name="finke">Peter Finke: Die VÖÖ am Scheideweg (PDF; 23 kB), abgerufen am 6. Oktober 2011</ref> Seit Beginn vertritt sie die Notwendigkeit einer transdisziplinären Herangehensweise.<ref>Peter Finke: Transdisziplinarität und Methodologie. In: Vereinigung für Ökologische Ökonomie e. V., Irmi Seidl (Hrsg.): Ökologische Ökonomie. Ansätze zur Positionsbestimmung der Vereinigung für Ökologische Ökonomie. 1999, S. 6–16. (voeoe.de [PDF]). hdl:10419/144745.</ref> Seit einer Neuorientierung im Jahr 2010<ref name="tagung" /> hat sie sich explizit wachstumskritisch positioniert und die Ablösung der ökonomischen Wachstumspolitik durch eine Postwachstumsökonomie in ihrem Leitbild verankert.<ref name="leitbild" /> Hierbei wird insbesondere der Begriff des „Nachhaltigen Wachstums“ als Oxymoron kritisiert,<ref name="finke" /> und die Bedeutung der Kombination von Öko-Effizienz, Konsistenz und Suffizienz betont. Ein zentrales Forschungsthema sind ökonomische Wachstumszwänge.<ref>Arbeitsgruppe Wachstumszwang, voeoe.de, abgerufen am 30. Oktober 2018.</ref><ref name="consistencyanalysis">Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Consistency and Stability Analysis of Models of a Monetary Growth Imperative. In: Ecological Economics 136, Juni 2017, S. 114–125, doi:10.1016/j.ecolecon.2017.01.017. Preprint als VÖÖ Discussion Paper 1, Februar 2016.</ref><ref name="joneses">Oliver Richters, Andreas Siemoneit: How imperative are the Joneses? Economic Growth between Individual Desire and Social Coercion. VÖÖ Discussion Papers 4, Vereinigung für Ökologische Ökonomie, Heidelberg. 2017.</ref><ref name="fear">Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Fear of stagnation? A review on growth imperatives. VÖÖ Discussion Papers 6, Vereinigung für Ökologische Ökonomie, Heidelberg. 2017.</ref>
Arbeit und Kooperationen
Die VÖÖ arbeitet vor allem in themenfeldbezogenen Arbeitskreisen, in jährlichen Arbeitstagungen<ref name="tagung">Tagungen, voeoe.de, abgerufen am 30. Oktober 2018.</ref> und Workshops. Sie verlegt eine Schriftenreihe,<ref>Schriftenreihe, voeoe.de, abgerufen am 15. November 2016.</ref> in der unter anderem mit dem Kapp-Forschungspreises ausgezeichnete Arbeiten veröffentlicht werden,<ref>Corinna Burkhart: Who says what is absurd? A case study on being(s) in an alternative normality. Vereinigung für Ökologische Ökonomie e. V., Heidelberg 2015, ISBN 978-3-9811006-4-8 (voeoe.de [PDF; 1,1 MB]). hdl:10419/142464.</ref><ref>Dirk Posse: Zukunftsfähige Unternehmen in einer Postwachstumsgesellschaft. Eine theoretische und empirische Untersuchung. Vereinigung für Ökologische Ökonomie e. V., Heidelberg 2015, ISBN 978-3-9811006-2-4. hdl:10419/110257.</ref> eine Reihe von Diskussionspapieren<ref>VÖÖ Discussion Papers, ISSN 2366-7753, auch verfügbar bei econstor.eu.</ref> sowie weitere Publikationen<ref>Veröffentlichungen der VÖÖ</ref>. Seit Oktober 2010 unterstützt die VÖÖ über das „Netzwerk Wachstumswende“ Studierende und Praktiker, die Teil der wachstumskritischen Bewegung sind.<ref>Netzwerk Wachstumswende, abgerufen am 16. Juni 2014</ref><ref>Netzwerk Wachstumswende, abgerufen am 12. Januar 2013</ref>
Neben den Vorsitzenden<ref name="vorstand">Vorstand der VÖÖ, voeoe.de, abgerufen am 19. Dezember 2018.</ref> Erik Wolf (seit 2018) und André Reichel (seit 2017) sind weitere Vorstandsmitglieder Eva Lang und Daniel Dahm. Ehemalige Vorsitzende waren Niko Paech (2010–14<ref name="vorstand10-12">Der Vorstand 2010–2012, voeoe.de, abgerufen am 15. November 2016.</ref><ref name="vorstand12-14">Der Vorstand 2012–2014, voeoe.de, abgerufen am 15. November 2016.</ref>), Gerhard Oesten (2010–12<ref name="vorstand10-12" />), Oliver Richters (2012–16<ref name="vorstand12-14" /><ref name="vorstand14-16">Der Vorstand 2014–2016, voeoe.de, abgerufen am 15. November 2016.</ref>), Eva Lang (2014–16<ref name="vorstand14-16" />), Dirk Löhr (2016–17<ref name="vorstand16-17">Der Vorstand 2016–2017, voeoe.de, abgerufen am 30. Oktober 2018.</ref>) und Susanne Hartard (2016–18<ref name="vorstand16-17" />). Bekannte Mitglieder sind Adelheid Biesecker,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Adelheid Biesecker bei nachhaltigkeit-neu-denken.de ( vom 26. März 2008 im Internet Archive)</ref> Sigrid Stagl, Daniel Dahm, Peter Finke<ref name="vorstand12-14" /> und Beate Weber<ref>beate-weber.de, abgerufen am 18. Oktober 2011.</ref>. Inzwischen verstorbene Gründungsmitglieder waren Hans Christoph Binswanger<ref name="cblhpd" /><ref>Nachruf auf Hans Christoph Binswanger, voeoe.de, 24. Januar 2018.</ref>, Hans-Peter Dürr<ref>Hans-Peter Dürr, 7.10.1929 – 18.05.2014, voeoe.de, abgerufen am 16. Juni 2014.</ref>, das langjährige Vorstandsmitglied Gerhard Scherhorn<ref>Nachruf auf Gerhard Scherhorn 21.2.1930 – 28.2.2018, voeoe.de, 9. März 2018.</ref> und die Initiatorin und Ehrenvorsitzende Christiane Busch-Lüty.<ref>Christiane Busch-Lüty, voeoe.de, abgerufen am 15. November 2016.</ref>
Die VÖÖ beziehungsweise ihre Mitglieder sind über vielfältige Vernetzungen und Kooperationen mit anderen gesellschaftlichen Gruppierungen und Institutionen verbunden. Die Vereinigung ist Mitglied in der International Society for Ecological Economics (ISEE), auf deren Ideen und Grundsätzen sie sich in ihrer Satzung ausdrücklich bezieht.<ref>Satzung der VÖÖ, §2. Abgerufen von voeoe.de am 22. März 2016.</ref> Weitere inhaltliche Verbindungen bestehen zur European Society for Ecological Economics (ESEE) sowie in Deutschland zur Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW), mit der bereits gemeinsame Tagungen organisiert wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Meilensteine der VÖW ( vom 21. November 2011 im Internet Archive), abgerufen am 18. Juni 2011.</ref> Im Rahmen der gemeinsamen Tagung 2003 wurde die „Heidelberger Erklärung zur Umsetzung und Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ veröffentlicht.<ref>Heidelberger Erklärung 2003 (PDF; 115 kB), abgerufen am 6. Oktober 2011</ref> Seit Jahr 2010 fokussieren die Tagungen auf Themen der Wachstumskritik.<ref name="tagung" /><ref>Jubiläumstagung 2011 auf der Seite der VÖÖ, abgerufen am 6. Oktober 2011.</ref><ref>Jahrestagung 2012 auf der Seite der VÖÖ, abgerufen am 26. Februar 2013.</ref> Der Sozialforscher Matthias Schmelzer nennt die VÖÖ als wichtige Institution der an individueller Suffizienz orientierten Strömung der wachstumskritischen Bewegung.<ref name="schmelzer_spielarten">Matthias Schmelzer (2015): Spielarten der Wachstumskritik. Degrowth, Klimagerechtigkeit, Subsistenz – eine Einführung in die Begriffe und Ansätze der Postwachstumsbewegung. In: Le Monde diplomatique, Kolleg Postwachstumsgesellschaften. Atlas der Globalisierung. Weniger wird mehr. Berlin: Le Monde diplomatique/taz Verlags- und Vertriebs GmbH, S. 116–121.</ref>
Preise
Zwischen 1998 und 2002 vergab die VÖÖ gemeinsam mit der Schweisfurth-Stiftung zweijährlich den Schweisfurth-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie an junge Wissenschaftler. Seit 2004 wird er als Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie gemeinsam mit mehreren Stiftungen ausgeschrieben. 2013 vergab sie erstmals in Gedenken an die Gründerin und Ehrenvorsitzende den Christiane Busch-Lüty Förderpreis für Ökologische Ökonomie an die Lüneburger Soziologin Daniela Gottschlich,<ref>Hohe Ehre für die Lüneburger Soziologin Daniela Gottschlich. In: Landeszeitung für die Lüneburger Heide. 14. September 2013.</ref> 2015 wurde er an Tilman Santarius verliehen.<ref>Christiane Busch-Lüty Förderpreis für Ökologische Ökonomie. In: voeoe.de, abgerufen am 27. Januar 2016.</ref>
Weblinks
Literatur
- Vereinigung für Ökologische Ökonomie e. V., Irmi Seidl (Hrsg.): Ökologische Ökonomie. Ansätze zur Positionsbestimmung der Vereinigung für Ökologische Ökonomie. 1999 (voeoe.de [PDF]). hdl:10419/144745.
- Eva Lang, Christiane Busch-Lüty, Jürgen Kopfmüller (Hrsg.): Wiedervorlage dringend: Ansätze für eine Ökonomie der Nachhaltigkeit. oekom verlag, München 2007, ISBN 978-3-86581-070-0.
Einzelnachweise
<references />