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Uran(V)-fluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Uranpentafluorid)
Kristallstruktur
Kristallstruktur von β-Uran(V)-fluorid
Vorlage:Farbe U5+ 0 Vorlage:Farbe F
Kristallsystem

tetragonal

Raumgruppe
Gitterparameter

a = 1150 pm (β)
c = 519,9 pm (β)

Allgemeines
Name Uran(V)-fluorid
Andere Namen

Uranpentafluorid

Verhältnisformel UF5
Kurzbeschreibung

blassgelbe Kristalle<ref name="brauer" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 237-405-9
ECHA-InfoCard 100.033.991
PubChem 83723
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 333,02 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 6,45 g·cm−3 (β)<ref name="brauer"/>
  • 5,81 g·cm−3 (α)<ref name="CRC"/>
Schmelzpunkt

348 °C<ref name="CRC">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 89. Auflage. (Internet-Version: 2009), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-17.</ref>

Gefahren- und Sicherheitshinweise
Datei:ISO 7010 W003.svg
Radioaktiv
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.790">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref><ref>Die von der Radioaktivität ausgehenden Gefahren gehören nicht zu den einzustufenden Eigenschaften nach der GHS-Kennzeichnung.</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​300​‐​373​‐​411
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Uran(V)-fluorid ist eine chemische Verbindung, bestehend aus den Elementen Uran und Fluor. Es besitzt die Formel UF5 und gehört zur Stoffklasse der Fluoride.

Darstellung

Uran(V)-fluorid entsteht durch Umsetzung von Uran(VI)-chlorid oder Uran(V)-chlorid mit wasserfreiem Fluorwasserstoff.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1203–1204.</ref>

<math>\mathrm{2 \ UCl_6 + 10 \ HF \longrightarrow 2 \ UF_5 + 10 \ HCl + Cl_2}</math>
<math>\mathrm{2 \ UCl_5 + 10 \ HF \longrightarrow 2 \ UF_5 + 10 \ HCl}</math>

Möglich ist auch die Komproportionierung von Uran(IV)-fluorid und Uran(VI)-fluorid<ref name="brauer" />

<math>\mathrm{UF_4 + UF_6 \longrightarrow 2 \ UF_5}</math>

oder die Fluorierung von Uran(IV)-fluorid.<ref name="brauer" />

<math>\mathrm{2 \ UF_4 + F_2 \longrightarrow 2 \ UF_5}</math>

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reduktion von Uran(VI)-fluorid entweder mit Bromwasserstoff<ref name="brauer" /> oder mit Schwefeldioxid bei 160 °C<ref name="Eller_1979">P. G. Eller, A. C. Larson, J. R. Peterson, D. D. Ensor, J. P. Young: „Crystal structures of α-UF5 and U2F9 and spectral characterization of U2F9“, in: Inorganica Chimica Acta, 1979, 37 (2), S. 129–133 (doi:10.1016/S0020-1693(00)95530-0).</ref>.

Eigenschaften

Uran(V)-fluorid existiert in zwei Modifikationen, der Tieftemperatur-β-Modifikation und der Hochtemperatur-α-Modifikation. Die Übergangstemperatur beträgt 130 °C.<ref name="Taylor_1980">J. C. Taylor, A. B. Waugh: „Neutron diffraction study of β-uranium pentafluoride between 77 and 403 K“, in: Journal of Solid State Chemistry, 1980, 35 (2), S. 137–147 (doi:10.1016/0022-4596(80)90485-5, bibcode:1980JSSCh..35..137T).</ref> Die β-Modifikation ist blassgelb und besitzt eine tetragonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe I42d (Raumgruppen-Nr. 122)Vorlage:Raumgruppe/122 und den Gitterparametern a = 1150 pm und c = 519,8 pm.<ref name="brauer" /> Die α-Modifikation besitzt auch eine tetragonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe I4/m (Nr. 87)Vorlage:Raumgruppe/87 und den Gitterparametern a = 651,2 pm und c = 446,3 pm.<ref name="brauer" /> Sie ist im Vakuum oberhalb von 500 °C sublimierbar, wobei ab 150 °C eine Disproportionierung beginnt.<ref name="brauer" /> Es bildet blassblaue bis blassgraue Kristalle und schmilzt (unter UF6-Druck<ref name="brauer" />) bei 348 °C. Die Verbindung besteht aus UF5-Einheiten und bildet durch Fluorbrücken lineare Ketten.<ref name="Howard_1982">C. J. Howard, J. C. Taylor, A. B. Waugh: „Crystallographic Parameters in α-UF5 and U2F9 by Multiphase Refinement of High-Resolution Neutron Powder Data“, in: Journal of Solid State Chemistry, 1982, 45, S. 396–398 (doi:10.1016/0022-4596(82)90185-2).</ref> Das Monomer hat eine fluktuierende Geometrie zwischen D3h und C4v.<ref name="Onoe_1997">J. Onoe, H. Nakamatsu, T. Mukoyama, R. Sekine, H. Adachi, K. Takeuchi: „Structure and Bond Nature of the UF5 Monomer“, in: Inorganic Chemistry, 1997, 36 (9), S. 1934–1938 (doi:10.1021/ic961237s).</ref>

Verwendung

Uran(V)-fluorid spielt eine Rolle bei der Laseranreicherung von Uran(VI)-fluorid. Hier wird selektiv das 235U enthaltende Molekül zunächst durch einen ersten Laser angeregt, bevor durch einen zweiten Laser ein Fluoratom abgespalten wird. Das entstehende feste 235UF5 kann leicht aus dem Gas gefiltert werden. Das 238UF6 wird nicht umgesetzt, so dass eine einfache Trennung der Isotope erfolgt. Nach anfänglicher Euphorie über die Vorteile dieses Verfahrens gegenüber herkömmlichen, etablierten Anreicherungsverfahren stellte sich später wieder größere Skepsis ein bezüglich der industriellen Realisierbarkeit.<ref>Rainer Köthe: „Billig-Brennstoff für Atomkraftwerke“, Die Zeit, 25/1975 (13. Juni 1975) (PDF).</ref>

Einzelnachweise

<references/>

Literatur