Untreumühle
Untreumühle Stadt Leutershausen
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4)&title=Untreum%C3%BChle 49° 18′ N, 10° 23′ O
{{#coordinates:49,308055555556|10,389166666667|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Untreumühle | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 430 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 4 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91578 | |||||
| Vorwahl: | 09823 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Untreumühle (fränkisch: Uhdrai-mil<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 187. Dort folgendermaßen transkribiert: „ūdraimíl“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Untreumühle liegt in der Gemarkung Jochsberg.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Die Einöde steht etwa einen halben Kilometer südlich der Ortsmitte des Kirchdorfs Jochsberg von Leutershausen am linken Ufer des Hagenbachs, der nach Passieren der Mühle etwa 700 Meter weiter im Ostsüdosten von rechts in die obere Altmühl mündet. Eine Gemeindeverbindungsstraße, die Mühlstraße, führt von Jochsberg im Norden her an der Mühle vorbei über den Hagenbach zum rechten Talrand, wo die Staatsstraße 2249 von Leutershausen her die Orte am oberen Hagenbach erschließt.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Ortsnamendeutung
Die Mühle wurde wahrscheinlich nach dem Familiennamen ihres Erbauers oder eines frühen Besitzers benannt. Dass sich ein Mühlenname – wie in diesem Falle – über die Jahrhunderte hin fast unverändert erhält, ist selten.<ref name="Fechter">E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 187f.</ref>
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Anwesen im Jahr 1345 als Mühle des „Untriuwe müllner“; in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ist ein „vor dem Tor vor Leutershausen“ wohnender Walther Untrew als burggräflicher Untertan bezeugt.<ref name="Fechter"/> Ein markgräflicher Lehenbrief von 1459 für die Burg Jochsberg bezeichnet das zur Burg gehörende Anwesen als Mühle „zu der Untrewe gelegen“.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 638.</ref> Für 1531 ist die Bezeichnung „Untreu Mühl“ überliefert.<ref name="Fechter"/> 1656 errichtete ein österreichischer Exulant auf der Untreumühle eine Schneidmühle.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 369.</ref> Laut der Vetterschen Amtsbeschreibung von 1732 gehörte die in der „Gemeind Jochsberg“ liegende Untreumühle dem Vogtamt Jochsberg, war nach St. Mauritius in Jochsberg gepfarrt und hatte dem Vogtamt den Zehnt zu leisten. Das Vogtamt übte die Vogtei inner Etters, die Fraisch aber das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Leutershausen aus.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 375.</ref> Daran änderte sich nichts bis zum Ende des Alten Reiches.<ref name="J872">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 872.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Untreumühl. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 107 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 659.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.<ref name="J997">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 997.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde die Untreumühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Jochsberg an.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.</ref> Gemäß einem Handbuch für Mittelfranken von 1846 und von 1856 war die Untreumühle sowohl eine (Getreide-)Mühle als auch eine Hammerschmiede.<ref name="OV 1846"/><ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Brügel’sche Officin, Ansbach 1856, OCLC 635005088, S. 233 (Digitalisat).</ref> Das Mühlenanwesen war auch ein landwirtschaftlicher Betrieb; so wurden hier nach einem Verzeichnis von 1873 13 Rinder gehalten.<ref name="OV 1875"/>
Die Untreumühle wurde mit der Gemeinde Jochsberg im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach eingemeindet.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 378.</ref><ref name="J997"/><ref>Leutershausen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
<templatestyles src="FN/styles.css" />
Religion
Der Ort ist seit Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Mauritius (Jochsberg) gepfarrt.<ref name="J872"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Untreumühl. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 659 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 187–188.
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3922175023 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Untreumühle in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Untreumühle im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Atzenhofen | Bauzenweiler | Brunst | Büchelberg | Clonsbach | Eckartsweiler | Eichholz | Erlach | Erlbach | Erndorf | Frommetsfelden | Froschmühle | Görchsheim | Gutenhard | Hainhof | Hannenbach | Hetzweiler | Hinterholz | Höchstetten | Hohenmühle | Holzmühle | Hundshof | Jochsberg | Kressenhof | Lengenfeld | Lenzersdorf | Leutershausen | Mittelramstadt | Neunkirchen bei Leutershausen | Oberramstadt | Pfetzendorf | Rammersdorf | Rauenbuch | Röttenbach | Sachsen | Schwand | Steinbächlein | Steinberg | Straßenwirtshaus | Tiefenthal | Untreumühle | Waizendorf | Weihersmühle | Weißenkirchberg | Weißenmühle | Wiedersbach | Winden | Wolfsmühle | Zweiflingen
Sonstiger Wohnplatz: Simonsmühle