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Der Untergang der Titanic

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Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe

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Stab
Regie Jean Negulesco
Drehbuch Charles Brackett,
Walter Reisch,
Richard Breen
Produktion Charles Brackett
Musik Sol Kaplan
Kamera Joe MacDonald
Schnitt Louis Loeffler
Besetzung

sowie ungenannt

Der Untergang der Titanic (Originaltitel: Titanic) ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Jean Negulesco aus dem Jahr 1953 mit Clifton Webb, Barbara Stanwyck und Robert Wagner in den Hauptrollen. Der Film erzählt vom Untergang des britischen Passagierdampfers Titanic am 15. April 1912. Im Vordergrund steht jedoch die Geschichte um die Eheprobleme der fiktiven Familie Sturges.

Handlung

Julia Sturges, in deren Ehe es schon lange nicht mehr stimmt, will ihren Mann Richard verlassen. Deshalb schifft sie sich gemeinsam mit ihrer Tochter Annette und ihrem Sohn Norman auf der Titanic ein, deren Jungfernfahrt nach New York City bevorsteht. Richard kann ihr nachreisen und im letzten Moment von einer armen Auswandererfamilie ein Ticket für die Titanic erstehen. Obwohl Julia und Richard während der Schiffsreise versuchen, ihre ehelichen Probleme vor den Kindern herunterzuspielen, eskaliert die Situation immer mehr.

Annette verliebt sich unstandesgemäß in den aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Gifford Rogers, der ihr den Hof macht. Richard muss erfahren, dass Norman, der sein ganzer Stolz ist, nicht sein leiblicher Sohn ist, sondern aus einer außerehelichen Beziehung Julias stammt. Er fühlt sich in seiner Ehre verletzt und lässt das den Jungen auch spüren.

Die Familie wird auf eine harte Probe gestellt, als die Titanic einen Eisberg rammt und dem Untergang geweiht ist. Julia, Annette und Norman gelingt es, einen Platz in einem der raren Rettungsboote zu erhalten. Richard muss wie alle Männer an Bord bleiben und wartet an Deck auf das Ende. Doch aus Liebe zu seinem Vater verlässt Norman in letzter Sekunde unbemerkt das Rettungsboot, um mit ihm und dem Schiff „wie ein Mann“ unterzugehen.

Hintergrund

Ursprünglich sollte Der Untergang der Titanic bereits 1940 unter der Regie von Alfred Hitchcock verfilmt werden. Das Projekt wurde aber nicht realisiert, denn Hitchcock zeigte wenig Interesse für einen Film mit einem voraussehbaren Ausgang, stattdessen drehte er 1940 Rebecca. Sein Produzent David O. Selznick, der sich für diesen Filmtitel bereits die Rechte gesichert hatte, widmete sich und seine Mittel 1939 einem anderen Thema: Vom Winde verweht.<ref>Linda Maria Koldau: Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden, Beck, München 2012, S. 211, ISBN 978-3-406-62424-7</ref> Erst 1953 wurde der Titanic-Film gedreht, allerdings übernahm Jean Negulesco die Regie.

Bei den Trickaufnahmen des Films kam ein 6,5 Meter langes Modell der Titanic zum Einsatz.

Ungenauigkeiten

Wie alle Filme bis zum Erfolgsfilm von James Cameron (1997) zeigt auch dieser Film keine historisch genaue Einrichtung des Schiffes. Viele Details passen nicht zur tatsächlichen Geschichte der Titanic, obgleich ein Text am Filmbeginn behauptet, alle Navigationsdetails wie Konversationen, Ereignisse und allgemeine Daten seien wörtlich aus den Untersuchungsausschüssen übernommen.

  • Kapitän Smith hat zu Beginn ein Gespräch mit einem Vertreter der Reederei, der nicht mitfahren wird. Dieser äußert den Wunsch der Firma, dass die Jungfernfahrt ein Rekord werde. Dafür gibt es keinen Beleg.
  • Die Titanic fährt im Nebel von Southampton nach Cherbourg; tatsächlich war das Wetter gut.
  • Smith erhält eine alte Flagge, die er hissen lässt. Das ist eine erfundene Anekdote.
  • In Cherbourg erfährt der Protagonist, dass die Titanic ausgebucht sei. Er kauft armen Auswanderern deren Tickets ab. Das wäre in Wirklichkeit nicht nötig gewesen, das Schiff war nur zur Hälfte belegt.
  • Der Steuermann befindet sich auf der schlecht beleuchteten Brücke beim Kapitän. Tatsächlich stand der Steuermann in einem beleuchteten Raum hinter der eigentlichen Brücke, während die Männer auf der Brücke absichtlich im Dunkeln standen, damit ihre Augen an die Dunkelheit draußen gewohnt waren.
  • Die Funkkabine ist sehr geräumig und beinhaltet einen Schalter, an dem einer der Funker die Telegramme der Passagiere aufnimmt. In Wirklichkeit handelte es sich um eine sehr kleine Funkkabine, und Telegramme wurden woanders aufgegeben, genauer beim purser beim großen Treppenraum.
  • Der 2. Offizier Lightoller wundert sich am Sonntag morgen darüber, dass der Kapitän eine Erhöhung der Geschwindigkeit auf 21 Knoten beschlossen hat. Er spricht den Kapitän auf eine Eisbergwarnung und die Geschwindigkeit an. Dieser antwortet, er habe die Warnung selbst im Kartenraum aufgehängt, denn das gemeldete Eisfeld liege südlich des eigenen Kurses. Auch eine spätere Szene, in der Lightoller dem Funker Philipps Fragen zu einzelnen Telegrammen stellt, ist ohne Bezug zur Realität, ebenso wenig eine Szene von Smith, Wilde und Lightoller im Kartenraum. Eine solche Besprechung hat es nie gegeben. Die Schiffsführung hat sich kaum für die Eiswarnungen interessiert.
  • Der Eisberg erscheint im Film im Nebel. Einen solchen hat es nicht gegeben.
  • Kurz vor der Kollision meldet der Ausguck der Brücke, dass ein Eisberg voraus liege. Die tatsächlichen Handlungsabläufe werden im Film kondensiert gezeigt, so gibt Murdoch umgehend einen Befehl zur Kurskorrektur und legt einen neuen Befehl für den Maschinenraum ein. Tatsächlich brauchte dies wesentlich mehr Zeit. Das Schiffsmodell fährt auch deutlich zu langsam am Eisberg vorbei. Der Eisberg ist im Film deutlich heller zu sehen als in der Realität.
  • Der Kapitän ist während des Unglücks in einem Aufenthaltsraum anstatt in seiner Kabine.
  • Laut einem ersten Lagebericht auf der Brücke habe der Eisberg das Schiff wie ein Dosenöffner aufgeschlitzt; so eine Aussage ist sachlich falsch und ist auch nicht durch Zeugenaussagen belegt.
  • Man sieht, wie der Kapitän rasch einen Lagebericht erhält und sofort entsprechende Befehle gibt. Das hat in Wirklichkeit länger gedauert.
  • Alarmsirene und blinkende Alarmlichter hat es so nicht gegeben.
  • Als die Nachricht der Carpathia empfangen wird (00:49 Uhr), hat die Film-Titanic bereits eine gehörige Schlagseite bei sichtbarem Seegang. Dies wird übertrieben dargestellt.
  • In einem Rettungsboot wird ein mittelalter Mann entdeckt, der sich als Frau verkleidetet hat. Solche Fälle sind stark umstritten.
  • Der Kapitän bittet die Musiker um Musik; man sieht sechs Bläser und einen Dirigenten.
  • Am Ende befindet der Kapitän sich außen auf der Brücke mit mehreren Männern. Bewegt schaut er zur Flagge, während hinter ihm die Musiker spielen und die Passagiere Nearer, my God to thee singen. Eine letzte Explosion im Kesselraum leitet das Sinken des Schiffes in einem Stück ein. Das tatsächliche Ende des Kapitäns ist allerdings nicht bekannt, und zu diesem Zeitpunkt war die Brücke schon unter Wasser. Tatsächlich ist das Schiff auch beim Sinken auseinandergebrochen, wie man seit 1985 weiß.

Kritik

„Melodramatischer Film über den spektakulären Untergang des für unsinkbar gehaltenen britischen Schiffs Titanic, das 1912 bei einer Rekordfahrt über den Atlantik mit einem Eisberg kollidierte. Er konzentriert sich vor allem auf persönliche Schicksale und Tragödien einiger Passagiere und Besatzungsmitglieder. Anerkennenswert als solide inszeniertes psychologisches Drama – kein früher Katastrophenfilm.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Lexikon des internationalen Films<ref>Der Untergang der Titanic. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.</ref>

Auszeichnungen

Die Drehbuchautoren Charles Brackett, Richard L. Breen und Walter Reisch erhielten 1954 einen Oscar für das beste Originaldrehbuch. Zudem waren Lyle R. Wheeler, Maurice Ransford und Stuart A. Reiss in der Kategorie Bestes Szenenbild nominiert.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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