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Uğur Şahin

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Uğur Şahin (2019)

Uğur Şahin [<templatestyles src="IPA/styles.css" />uːɾ ʃaː.hin] (* 19. September 1965 in İskenderun, Türkei) ist ein deutscher Mediziner.<ref>Hatice Akyün: „Wir sind Impfstoff“: Über zwei Wissenschaftler, die nicht nur Hoffnung gegen das Virus machen. In: Der Tagesspiegel. 26. April 2020 (tagesspiegel.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref> Seine Forschungsschwerpunkte sind die Krebsforschung und die Immunologie.<ref>Johannes Göbel: Erfolgreiches „Mainzer Modell“. In: Deutschland-Portal. Fazit Communication in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, 26. März 2015, abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref> Er ist seit 2006 Professor an der Universität Mainz und seit 2008 mit seiner Ehefrau Özlem Türeci Gründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens BioNTech. Şahin gehört zu den führenden Entwicklern von Impfstoffen gegen COVID-19.<ref>Kurt Stukenberg: Immuningenieure im Wettlauf gegen die Zeit. In: Der Spiegel. Spiegel-Verlag Rudolf Augstein, Hamburg 23. Oktober 2020 (spiegel.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref>

Leben und Ausbildung

Şahin, geboren in der Türkei, zog im Alter von vier Jahren mit seiner Mutter aus der Türkei zu seinem Vater, der in den Kölner Ford-Werken arbeitete.<ref name="spon-2020-12-15">Martin U. Müller: Biontech-Gründer Şahin und Türeci: Die Gewinner des Jahres. In: spiegel.de. 15. Dezember 2020, abgerufen am 15. Dezember 2020.</ref><ref>Franz Josef Wagner: Betrifft: Wir sind Impfstoff. In: B.Z. Nr. 234. B.Z. Ullstein, 7. Oktober 2020, S. 18.</ref><ref>Corona-Impfstoff könnte Biontech-Gründer Ugur Sahin weltberühmt machen. In: RTL. 21. Oktober 2020 (rtl.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref> Neben dem Fußball interessierten ihn vor allem populärwissenschaftliche Bücher, die er in der Kirchenbücherei auslieh. In der Grundschule wurde ihm die Empfehlung für das Gymnasium verwehrt und erst nach Intervention eines Nachbarn ermöglicht.<ref>Ugur Sahin, Gründer und CEO Biontech | MyGrandStory. In: MyGrandStory. 11. Februar 2021 (mygrandstory.org [abgerufen am 4. Juni 2021]).</ref> Sein Abitur absolvierte Şahin 1984 am heutigen Erich Kästner-Gymnasium (damals: Städtisches neusprachliches Gymnasium Castroper Str.) in Köln-Niehl, als erstes türkischstämmiges Gastarbeiterkind der Schule. Er hatte die Leistungskurse Mathematik und Chemie belegt und wurde Jahrgangsbester.<ref>Bastian Ebel: Stolz an Kölner Schule: Irrer Lebensweg: Ex-Abiturient wird in Corona-Zeit zum Weltstar. 11. November 2020, abgerufen am 20. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sein Interesse für die Immunologie sei früh durch eine Fernsehsendung mit dem Arzt und Wissenschaftsjournalisten Hoimar von Ditfurth geweckt worden.<ref name="spon-2020-12-15" />

Von 1984 bis 1992 studierte Şahin Medizin an der Universität zu Köln.<ref>Sebastian Balzter: Das Traumpaar der Biotech-Branche. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 21. August 2016, S. 27 (hmw.ag [PDF; abgerufen am 26. Oktober 2020]). <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Traumpaar der Biotech-Branche (Memento vom 11. Juli 2020 im Internet Archive)</ref><ref>Entwicklung innovativer Impfstoffe gegen Krebserkrankungen. In: YouTube. Abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref> Er wurde 1992 mit einer Arbeit zur Immuntherapie bei Tumorzellen (Bispezifische monoklonale Antikörper zur Aktivierung von Zytostatikavorstufen an Tumorzellen), die mit summa cum laude benotet wurde, promoviert.<ref>Ugur Sahin: Bispezifische monoklonale Antikörper zur Aktivierung von Zytostatikavorstufen an Tumorzellen: ein neues immuntherapeutisches Modell. Hrsg.: Uni Köln. Köln 1993 (dnb.de [abgerufen am 14. Februar 2024]).</ref> Seinem Doktorvater Michael Pfreundschuh folgte er 1992 an die Universität des Saarlandes. Von 1992 bis 1994 studierte er Mathematik an der Fernuniversität Hagen.<ref name=":1">Prof. Dr. Ugur Sahin, Mitglied des FZI. (PDF) Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref>

Während seiner Tätigkeit am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg lernte Şahin seine spätere Ehefrau Özlem Türeci kennen, die dort ihr letztes Studienjahr absolvierte.<ref>Tobias Stolzenberg: Zwei gegen den Krebs. In: Technology Review. Nr. 5. Heise Verlag, Hannover 2018 (heise.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref> 2002 heiratete das Paar, das eine Tochter hat.<ref>Kristina Läsker: Die Krebsforscherin. In: Süddeutsche Zeitung. Ausgabe München. 14. Januar 2009, S. 18 (yumpu.com [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref>

Wirken

Şahin war als Arzt für Innere Medizin und Hämatologie/Onkologie von 1991 bis 2000 am Klinikum der Universität zu Köln und danach am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg tätig. Er habilitierte sich 1999 im Bereich molekularer Medizin und Immunologie. Nach einer Station im Jahr 2000 im Universitätsspital Zürich am Institut für experimentelle Immunologie wechselte er an die Universitätsmedizin Mainz. Dort ist er seit 2001 in verschiedenen leitenden Positionen in den Bereichen der Krebsforschung und Immunologie tätig und war 2006 bis 2013 Lecturer für experimentelle Onkologie an der III. Medizinischen Klinik.<ref name=":0" />

Uğur Şahin ist Mediziner und Wissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Krebsforschung, Immunologie und Immuntherapie. Er gilt als einer der Pioniere auf den Gebieten der mRNA-Impfstoffe und individualisierten Krebsimmuntherapie.<ref>Ugur Sahin: Mit individualisierten Therapien gegen den Krebs. In: Deutsches Ärzteblatt. 10. Mai 2019, abgerufen am 14. Mai 2022.</ref>

Hauptaugenmerk des Wissenschaftlers liegt auf der Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebserkrankungen, Infektionskrankheiten, Erkrankungen des Immun- und Nervensystems sowie seltene Krankheiten. Dafür charakterisiert Uğur Şahin mit seinem Team neue Zielmoleküle und entwickelt Impfstoff-Kandidaten auf Basis von Ribonukleinsäure (RNA), einem Botenstoff mit genetischer Information. Die Optimierung der jeweiligen mRNA-Plattform steht dabei im Fokus, um eine angemessene Reaktion des Immunsystems und damit Rückbildung von Tumoren bei Krebserkrankungen bzw. Neutralisation von Krankheitserregern bei Infektionen hervorzurufen.<ref>Stefan Groß-Lobkowicz: Corona-Impfstoff: Für 2020 haben wir bis zu 100 Millionen Dosen geplant. In: The European. Weimer Media Group, 23. Oktober 2020 (theeuropean.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref><ref>Petra Apfel: Größte Hoffnung seit Jahrzehnten: Individuelle Krebsimpfung tötet Tumore. In: Focus Online. 9. September 2015 (focus.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref>

Universitätsmedizin Mainz

Im Jahr 2000 wurde Şahin Nachwuchsgruppenleiter am Sonderforschungsbereich 432 der Universitätsmedizin Mainz und 2003 Vorsitzender des Tumor Vaccine Center.<ref name=":1" /><ref>Ugur Sahin – Biography. In: ORCID. Abgerufen am 26. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von 2006 bis 2013 war er Associate Professor an der Abteilung für experimentelle und translationale Onkologie der Universität Mainz. Seit 2014 hat er eine W3-Professur an der Universitätsmedizin der Universität inne. Er ist stellvertretender Leiter des 2011 gegründeten Universitären Centrums für Tumorerkrankungen Mainz (UCT Mainz).<ref>Geschäftsführung. Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen Mainz (UCT Mainz), abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref><ref>CCC-Netzwerk der Deutschen Krebshilfe – Mitglieder – Mainz. Stiftung Deutsche Krebshilfe, abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref> Das UCT Mainz ist ein Zusammenschluss aller onkologisch tätigen Einrichtungen der Universitätsmedizin Mainz, die einen Schwerpunkt in klinischer Onkologie oder onkologischer Forschung haben.<ref>Uni Mainz hat neues Tumor-Zentrum. Berufsverband Deutscher Internisten, 22. Juni 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Februar 2021; abgerufen am 26. Oktober 2020 (Pressemitteilung).</ref>

Das von ihm geleitete Projekt zur Entwicklung innovativer Impfstoffe gegen Krebserkrankungen war eines von zwölf Projekten, das in der ersten Auswahlrunde im Jahr 2006 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der neu geschaffenen Gründungsoffensive Biotechnologie (GO-Bio) eine Förderung für zwei Phasen erhielt. Die erste Phase von 2007 bis 2010 wurde zunächst an der Universitätsmedizin Mainz realisiert und ab März 2010 bis 2013 bei Biontech.<ref>Entwicklung innovativer Impfstoffe gegen Krebserkrankungen. In: Bundesministerium für Bildung und Forschung. 12. November 2020 (go-bio.de [abgerufen am 12. März 2021]).</ref>

Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin (TRON)

2010 war er Gründer der Translationalen Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (kurz TRON). Dabei handelt es sich um ein biopharmazeutisches Forschungsinstitut, das neue Diagnostika und Arzneimittel für die Therapie von Krebs und anderen Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf entwickelt.<ref>Über TRON. TRON – Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. März 2021; abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref> Sein Schwerpunkt ist die individualisierte Medizin und Krebsimmuntherapie. Von der Gründung bis zum September 2019 war er dessen wissenschaftlicher Geschäftsführer.<ref>Management. TRON – Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. November 2020; abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref> Seitdem ist er als wissenschaftlicher Berater und Betreuer von Doktoranden tätig.<ref name="TRON">Neues Spitzenforschungsinstitut in Mainz: TRON – Translationale Onkologie. Bindeglied zwischen Universität, Universitätsmedizin und Wirtschaft. Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, 18. Februar 2010, abgerufen am 26. Oktober 2020 (Pressemitteilung).</ref> Für seine Arbeit in diesem Bereich wurde Şahin 2019 der Deutsche Krebspreis verliehen.<ref>Petra Spielberg: Ugur Sahin: Mit individualisierten Therapien gegen den Krebs. In: Deutsches Ärzteblatt. Nr. 116, 2019 (aerzteblatt.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref><ref>Renée Dillinger-Reiter: Professor Ugur Sahin erhält den Deutschen Krebspreis 2019. Universitätsmedizin Mainz, 28. Februar 2019, abgerufen am 26. Oktober 2020 (Pressemitteilung).</ref>

Helmholtz-Institut HI-TRON

Er war 2017 am Aufbau des neuen Helmholtz-Instituts HI-TRON, das eine Kooperation des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit TRON ist, beteiligt.<ref>Renée Dillinger-Reiter: Personalisierte Immuntherapie gegen Krebs. Universitätsmedizin Mainz, 1. März 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. April 2021; abgerufen am 26. Oktober 2020 (Pressemitteilung).</ref><ref>Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie Mainz. Deutsches Krebsforschungszentrum, abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref><ref>Präzisionsschlag gegen den Krebs. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 14. Februar 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. November 2020; abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref> Seit 2018 ist er einer der wissenschaftlichen Direktoren des neuen Helmholtz-Instituts.<ref>Neues Helmholtz-Institut. Sieg gegen Krebs nicht unmöglich. In: Die Welt. 14. Februar 2019 (welt.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref><ref>GO-Bio: alle Preisträger im Überblick. In: Bundesministerium für Bildung und Forschung. (biooekonomie.de [abgerufen am 12. März 2021]).</ref>

Ganymed Pharmaceuticals

Şahin gründete 2001 mit seiner späteren Ehefrau Özlem Türeci das Unternehmen Ganymed Pharmaceuticals.<ref></ref> Dieses Unternehmen entwickelte den monoklonalen Antikörper Zolbetuximab zur Behandlung von Speiseröhren- und Magenkrebs.<ref>Tobias Stolzenberg: Zwei gegen den Krebs. In: Heise Online. 8. Oktober 2018 (heise.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref> 2016 wurde das Unternehmen für einen Grundpreis von 422 Millionen Euro an Astellas Pharma verkauft.<ref>Astellas kauft Ganymed. In: Transkript. 28. Oktober 2016 (transkript.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref> Abhängig vom Erfolg des Antikörpers können dazu noch Zahlungen von bis zu 860 Millionen Euro fällig werden.<ref>Uğur Şahin: Vermögen des BioNTech Gründers & CEO 2021. In: VermögenMagazin. 1. Mai 2021, abgerufen am 25. November 2021.</ref> Nach erfolgreichen Phase-II-Studien befand sich das Medikament Stand 2020 in der Phase III.<ref></ref><ref>Antibody Shines in Advanced Gastric Cancer. 5. Juni 2016, abgerufen am 26. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>A Study of Zolbetuximab (IMAB362) Plus CAPOX Compared With Placebo Plus CAPOX as First-line Treatment of Subjects With Claudin (CLDN) 18.2-Positive, HER2-Negative, Locally Advanced Unresectable or Metastatic Gastric or Gastroesophageal Junction (GEJ) Adenocarcinoma. In: ClinicalTrials. U.S. National Library of Medicine, abgerufen am 26. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2024 erhielt Zolbetuximab die Marktzulassung in der EU, in den USA und in Japan.<ref>U.S. Food and Drug Administration: FDA Roundup: October 18, 2024. 18. Oktober 2024, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Astellas Pharma Inc: Astellas' VYLOY™ (zolbetuximab) Approved in Japan for Treatment of Gastric Cancer. 26. März 2024, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Zulassung für Zolbetuximab bei Magenkrebs erteilt. In: journalonko.de. 25. September 2024, abgerufen am 26. Januar 2025.</ref>

Biontech

Datei:Mainz.BioNTechSE.20200731.jpg
Firmensitz von Biontech in Mainz

Şahin gewann im Jahr 2006 eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in der Gründungsoffensive Biotechnologie (GO-Bio), die den Grundstein für die heutige Biontech legte,<ref>Entwicklung innovativer Impfstoffe gegen Krebserkrankungen. BMBF, 12. November 2020, abgerufen am 14. März 2021.</ref> die 2008 als Biontech RNA Pharmaceuticals GmbH (heute BioNTech SE) mit Sitz in Mainz gegründet wurde. Şahin übernahm die Leitung des Unternehmens.<ref>Ugur Sahin, Profile and Biography. In: Bloomberg. Abgerufen am 26. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Biontech ist auf die Entwicklung und Herstellung von aktiven Immuntherapien für einen patientenspezifischen Ansatz zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Krankheiten fokussiert.<ref>Siegfried Hofmann, Katrin Terpitz: Impfung gegen Krebs. In: Handelsblatt. 16. März 2016, S. 16.</ref> Die Schwerpunkte der Forschungsarbeit von Şahin liegen in der Erforschung von Medikamenten auf mRNA-Basis für den Einsatz als individualisierte Krebsimmuntherapien, als Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten und als Proteinersatztherapien bei seltenen Erkrankungen.<ref>Susanne Kutter: Der große Schlag im Kampf gegen den Krebs. In: WirtschaftsWoche. Nr. 23, 3. Juni 2016, S. 14.</ref> Şahin ist Inhaber verschiedener Patente, die er mit seinem Unternehmen und seinen Partnern angemeldet hat.

Şahin erkannte bereits im Januar 2020, dass sich die neu entdeckte Infektionskrankheit COVID-19 zu einer globalen Pandemie ausbreiten würde. Infolgedessen entwickelte Biontech ab demselben Monat unter der Leitung von Şahin und seiner Ehefrau Özlem Türeci den Impfstoff BNT162b2 gegen COVID-19,<ref>Siegfried Hofmann, Christian Wermke: Ugur Sahin und Özlem Türeci: Dieses Medizinerpaar entwickelt einen Covid-19-Impfstoff. In: Handelsblatt. 23. April 2020 (handelsblatt.com [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref><ref>The Husband-and-Wife Team Behind the Leading Vaccine to Solve Covid-19. In: The New York Times. 10. November 2020, abgerufen am 17. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> der im Dezember 2020 weltweit in mehr als 45 Ländern (unter anderem in der EU und den USA) zugelassen wurde.<ref name="biontech-2020-12-31">BioNTech bedankt sich bei Mitarbeitern und Partnern für die Unterstützung bei der historischen Impfstoff-Entwicklung. In: investors.biontech.de. Biontech, 31. Dezember 2020, abgerufen am 1. Januar 2021.</ref>

Zur Zusammenarbeit mit anderen Firmen bezüglich COVID-19 erklärte Şahin: „Kooperation ist ein absoluter Schlüssel für diese globale Herausforderung.“<ref>Mainzer Unternehmen: Wie Biontech gegen Corona kämpft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. März 2020 (faz.net [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref> Şahin spricht sich gegen eine Impfpflicht aus und betont die Freiwilligkeit.<ref>Fanny Jimenez: Biontech-CEO Ugur Sahin über den Corona-Impfstoff: „Wir haben unser Projekt ‚Lightspeed‘ genannt, um klarzumachen: Wir vergeuden keine Zeit.“ In: Business Insider. finanzen, 20. Oktober 2020 (businessinsider.de [abgerufen am 26. Oktober 2020]).</ref>

Vermögen

Şahin hält 17,25 Prozent<ref>SEC: BioNTech SE: Registration of securities of foreign private issuers pursuant to section 12(b) or (g), vom 31. Dezember 2020, publiziert am 31. März 2021, S. 203 (PDF).</ref> der Anteile an Biontech und hatte damit im Dezember 2024 ein Vermögen von über 4,6 Milliarden US-Dollar.<ref>Holger Zschäpitz: Der Kampf gegen Corona hat Ugur Sahin zum Multimilliardär gemacht. 7. Dezember 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020.</ref><ref>Ugur Sahin. Abgerufen am 23. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Hendrikje Rudnick: Von Gastarbeiter-Kindern zu Milliardären: Biontech-Chef Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci gehören jetzt zu den 10 reichsten Deutschen. Business Insider, 11. August 2021, abgerufen am 24. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mitgliedschaften

Şahin ist seit 2004 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Immunologie und seit 2008 Mitglied im Programmkomitee der Association for Cancer Immunotherapy (CIMT), Regulatory Research Group, Mainz. Er gehörte 2012 zu den Gründern des Cluster of Individualized Immunointervention (Ci3) in Mainz.<ref>The Cluster for Individualized Immune Intervention (Ci3). Abgerufen am 26. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Cluster für Individualisierte ImmunIntervention (Ci3). BMBF Spitzencluster. In: spitzencluster.de. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), abgerufen am 26. Oktober 2020.</ref> Er ist seit 2014 Mitglied der American Association for Cancer Research (AACR) und seit 2015 der American Society of Clinical Oncology (ASCO).<ref name=":0" /> 2021 wurde Uğur Şahin als Mitglied in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz aufgenommen.<ref>Mitgliederverzeichnis: Prof. Dr. Uğur Şahin. In: leopoldina.org. Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 14. Mai 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Prof. Dr. Uğur Şahin und Prof. Dr. Özlem Türeci sind zwei von 13 neuen Mitgliedern in der Akademie. In: adwmainz.de. Akademie der Wissenschaften und der Literatur, 7. Dezember 2021, abgerufen am 14. Mai 2022.</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)

Datei:Empfang für Özlem Türeci und Uğur Şahin im Rathaus Köln-5351.jpg
Verleihung der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln im Kölner Rathaus, 2021

Veröffentlichungen (Auswahl)

Die PubMed-Datenbank der U.S. National Library of Medicine listet über 350 Publikationen, an denen Şahin mitgewirkt hat, davon etliche als Erst- oder Letztautor.<ref>PubMed. U.S. National Library of Medicine, abgerufen am 30. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Darüber hinaus ordnet ihm das U.S. Patent and Trademark Office diverse Patente zu.<ref>Advanced Search. In: Patent Full-Text and Image Database. U.S. Patent and Trademark Office, abgerufen am 25. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weblinks

Commons: Uğur Şahin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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