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Truskawez

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Truskawetz)

Vorlage:Infobox Ort in der Ukraine Truskawez (

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Diese Weiterleitung ist grundsätzlich kein Gegenstand von SLA.'; {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=ru|SCRIPTING=Cyrl|SERVICE=russisch}}) ist eine westukrainische Stadt mit etwa 34.000 Einwohnern.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Die Stadt im einstigen österreichischen Kronland Königreich Galizien und Lodomerien ist durch ihre Heilquellen und Rehabilitationszentren ein in der gesamten ehemaligen Sowjetunion bekannter Kurort. Die ersten Kureinrichtungen wurden hier 1836 geschaffen.

Panoramablick auf den Ort

Geographie

Truskawez liegt auf Vorlage:Höhe bis Vorlage:Höhe Höhe<ref>Alles über den Ferienort auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt; abgerufen am 2. Juli 2020 (ukrainisch).</ref> an der Bahnstrecke Stryj–Starjawa im Süden der Oblast Lwiw etwa 100 km südlich der Oblasthauptstadt Lwiw im Hügelland vor den Karpaten. Die nächstgrößere Stadt ist Drohobytsch.

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neu gegründeten Stadtgemeinde Truskawez (Трускавецька міська громада/Truskawezka miska hromada). Zu dieser zählen auch die 7 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen Dörfer;<ref>Розпорядження Кабінету Міністрів України від 12 червня 2020 року № 718-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Львівської області</ref> bis dahin war sie einziger Ortsteil der Stadtratsgemeinde Truskawez.

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Truskawez Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch
Bystryj Бистрий Быстрый (Bystry) Bystra
Dobrohostiw Доброгостів Доброгостов (Dobrogostow) Dobrohostów
Modrytschi Модричі Модрычи Modrycz
Oriw Орів Оров (Orow) Orów
Symiwky Зимівки Зимовки (Simowki) Zimówki
Stanylja Станиля Станыля Staniła
Ulytschne Уличне Уличное (Ulitschnoje) Uliczno

Geschichte

Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Ortes datieren vom Zeitraum 1469–1471. Truskawez war damals im Besitz der Könige von Polen und der Woiwodschaft Ruthenien zugeordnet. 1469–1470 war das Dorf an die Adligen Iwan und Stanisław Korytków verpfändet. Im Jahr 1471 übertrug Iwan Korytków wiederum die Pfandrechte am Dorf für 550 Hrywnja auf die Brüder Ignac von Tustanowice und Andrzej von Lubnia.<ref>Andrzej Andrusiewicz (Bearb.): Polska i jej wschodni sąsiedzi. Teil 7, Wydawnictwo Uniwersytetu Rzeszowskiego, Rzeszów 2006, S. 26.</ref>

Die Heileigenschaften des Mineralwassers von Truskawez stellte bereits im Jahr 1578 Wojciech Oczko (1537–1599), Leibarzt und Sekretär der polnischen Könige Stephan Báthory und Sigismund III. Wasa, fest. Er merkte an, dass es nach seinen Charakteristiken den Wässern solcher bekannten europäischen Heilstätten, wie Rosenheim, Baden-Baden und Budapest, gleichwertig sei.<ref>Comité des publications: Vie économique de la Pologne. Librairie Payot & Cie., Lausanne-Paris 1919, S. 40.</ref> Nach der ersten polnischen Teilung wurde die Stadt 1772 Teil Galiziens. Den Status eines Kurortes bekam Truskawez erst 1827, als hier die erste Wasserheilanstalt eröffnet wurde. Danach begann man in der Stadt aktiv die Infrastruktur zu entwickeln und Hotels, Pensionen und Villen zu errichten. Als eine der ältesten Villen in der Stadt gilt die aus Holz gebaute Villa „Gopljana“, in der sich heute das Kunstmuseum des bekannten Malers Mychajlo Bilas befindet.<ref>discover-ukraine.info, abgerufen am 17. August 2017.</ref> Im Jahr 1836 initiierte der Adlige Józef Micewski, Verwalter des staatlichen Vermögens in Truskawez, mit Unterstützung des späteren k.k. Innenministers Agenor Graf Gołuchowski (dem Älteren) den Bau eines Wellness-Komplexes.<ref>Andrzej Andrusiewicz: Polska i jej wschodni sąsiedzi. Teil 7, Wydawnictwo Uniwersytetu Rzeszowskiego, Rzeszów 2006, S. 28.</ref>

Vorlage:Zitat

1853 wurde das Dorf von Erzherzog Karl Ludwig von Österreich besucht. Zum Ende des 19. Jahrhunderts verwandelte sich Truskawez zu einem der angesagten Heilkurorte Europas. Man kam hierher aus Wien, Krakau, Prag, Warschau und Berlin, um sich aufzufrischen. 1911 wurde eine eigene Eisenbahnstation eröffnet, und von 1913 an sah die Stadt rund 5000 Besucher pro Jahr.<ref>discover-ukraine.info, abgerufen am 17. August 2017.</ref>

Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie, der anschließenden polnisch-ukrainischen bewaffneten Konflikte und einer eventuellen polnisch-sowjetischen Partition des ukrainischen Gebiets fiel Truskawez unter die Gerichtsbarkeit des polnischen Staates. In der kurzen Zeit unter polnischer Verwaltung (1920–1939) entwickelte sich Truskawez zu einem populären Kurort. In den 1920er und 1930er Jahren wurden hier fast 300 Hotels, Villen und Gästehäuser gebaut. Die Stadt erhielt drei Goldmedaillen als bester Kurort des Landes. Eine Reihe von prominenten polnischen Persönlichkeiten besuchte in dieser Zeit Truskawez, darunter Stanisław Wojciechowski, Józef Piłsudski, Leon Sapieha, Wincenty Witos, Ignacy Daszyński, Eugeniusz Bodo, Adolf Dymsza, Julian Tuwim, Stanisław Witkiewicz, Bruno Schulz, Zofia Nałkowska, Stanisława Walasiewicz, Halina Konopacka und Janusz Kusociński.

Am 29. August 1931 ermordeten Wassyl Bilas und Dmytro Danylyschyn, zwei ukrainische Aktivisten der Organisation Ukrainischer Nationalisten, den polnischen Abgeordneten Tadeusz Hołówko, als dieser seinen Urlaub in Truskawez verbrachte. Als Reaktion darauf ordnete die polnische Regierung eine weitere Welle von „Befriedung“ an, eine Repressionskampagne gegen ethnische Ukrainer. Dies vertiefte allerdings nur die Ressentiments gegen die polnischen staatlichen Behörden und die ethnische Spaltung in der lokalen Bevölkerung.<ref>Vgl. Christine Hikel und Sylvia Schraut (Hrsg.): Terrorismus und Geschlecht: Politische Gewalt in Europa seit dem 19. Jahrhundert. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2012, S. 197.</ref> Bilas und Danylyschyn wurden verhaftet, von einem polnischen Gericht zum Tode verurteilt und am 23. Dezember 1932 in Lwiw hingerichtet.<ref>Kai von Jena: Polnische Ostpolitik nach dem Ersten Weltkrieg. Das Problem der Beziehungen zu Sowjetrußland nach dem Rigaer Frieden von 1921. Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Nr. 40, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1980, S. 194.</ref>

Im September 1939 besetzten sowjetische Truppen die Stadt, bis sie im Sommer 1941 von Deutschland okkupiert und dem Distrikt Galizien des Generalgouvernements angeschlossen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel die Stadt an die Sowjetunion, wurde der Ukrainischen SSR angegliedert und erhielt 1948 die Stadtrechte.<ref>Grzegorz Rąkowski: Ukraińskie Karpaty i Podkarpacie: Część zachodnia. Band 1. Rewasz, Pruszków 2013, S. 218.</ref>

Stadthistorisches Museum

Vorlage:Zitat

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Truskawez im Dezember 1991 Teil der nunmehr unabhängigen Ukraine. Im Jahr 2000 wurde in Truskawez für den Zeitraum von 20 Jahren eine Sonderwirtschaftszone gegründet. Bekannt als „Kurortopolis Truskawez“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), bietet dieser verschiedene Steuerprivilegien für Unternehmen und Investoren. 13 Investitionsprojekte wurden in diesem Rahmen genehmigt, zum Großteil mit dem Schwerpunkt auf Gesundheit und medizinischer Behandlung.

Truskawez ist heute vor allem für seine heilenden Mineralquellen bekannt, es verfügt über eines der größten Vorkommen in der Ukraine. Die Besucher des Heilbades bedienen sich der verschiedenen „lokalen Wässer“. Das wohl berühmteste ist das nach Schwefel riechende, leicht salzige „Naftusia“-Wasser aus der gleichnamigen Hydro-Karbonat-Sulfat-Kalzium-Manganquelle.<ref>Zentralblatt für Chirurgie, 87. Jg., 1962, S. 717.</ref>

Persönlichkeiten

Partnerstädte

Literatur

  • Anton Eduard Unger: Nachricht von den Mineral-, Trink- und Badequellen im Kurorte Truskawiec in Galizien und deren zweckmäßiger Benützung. Carl Gerold, Wien 1843, S. 56–60.
  • А. Мациевский, O. Мацюк: Трускавец за 500 лет. (1469–1969) (500 Jahre Truskawez). Каменяр, Lwiw 1972.
  • Andrzej Andrusiewicz (Bearb.): Polska i jej wschodni sąsiedzi. Teil 7, Wydawnictwo Uniwersytetu Rzeszowskiego, Rzeszów 2006.
  • Andrzej Martynkin: W dolinie Pomiarki. In: Angora. Nr. 13, 27. März 2011.
  • Włodzimierz Kluczak: Pan Czapla. Historia człowieka, miasta i kościoła. In: Kurier Galicyjski. Nr. 5 (153), 16.–29. März 2012.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Orte in der Oblast Lwiw

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