Geruchlose Kamille
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| Geruchlose Kamille | ||||||||||||
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| Datei:Tripleurospermum perforatum av.JPG
Geruchlose Kamille (Tripleurospermum inodorum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Tripleurospermum inodorum | ||||||||||||
| (L.) Sch. Bip. |
Die Geruchlose Kamille (Tripleurospermum inodorum), auch Falsche Strandkamille genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Strandkamillen (Tripleurospermum) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).<ref name="FoNA" /><ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" /> Vorlage:HinweisbausteinDie geruchlose Kamille ist aufgrund ihrer sehr ähnlichen Blütenkörbchen leicht mit der Echten Kamille zu verwechseln, enthält aber nur wenige ätherische Öle und hat daher keinen Kamilleduft. Eine Heilwirkung, wie für die Echte Kamille typisch, hat sie ebenfalls nicht.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Geruchlose Kamille ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 80 Zentimetern. Sie besitzt aufsteigende bis aufrechte, erst im oberen Bereich verzweigte, nur im jungen Zustand spärlich behaarte Stängel.
Die zwei- bis dreifach gefiederten Laubblätter sind nicht fleischig und 2 bis 8 Zentimeter lang. Die Blattabschnitte sind bei einer Länge von 4 bis 20 Millimetern sowie einer Breite von nur 0,3 bis 0,5 Millimetern schmal-linealisch bis fast fadenförmig.<ref name="Hegi1987" />
Generative Merkmale
In einem doldigen Gesamtblütenstand stehen endständig die körbchenförmigen Teilblütenstände. Der halbkugelige Körbchenboden ist markig und nicht hohl. Die ovalen Hüllblätter sind in der Mitte dunkelgrün bis dunkelbraun; ihre Ränder und Spitzen sind blass bis hellbraun und mehr oder weniger trockenhäutig. Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von etwa 3 bis 4,5 Zentimeter auf.
Die Blütenkörbe enthalten innen gelbe, radiärsymmetrische Röhrenblüten (= Scheibenblüten) und außen 13 bis 21 weiße, 10 bis 20 Millimeter lange zygomorphe Zungenblüten.<ref name="Hegi1987" /> Die Zungenblüten stehen waagerecht ab oder sind aufgerichtet und erst bei älteren Blütenkörbchen auch herabgeschlagen.
Die Frucht ist eine Achäne mit einem Pappus, der als häutiger Saum ausgebildet ist. An der Scheitelspitze der dreifach gerippten, blass-braunen Achäne befinden sich mehr oder weniger kreisrunde schwarze Öldrüsen.<ref name="Hegi1987" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18 oder 36.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="IPCN" />
Ökologie
Bei der Geruchlosen Kamille handelt es sich um einen überwinternd grünen Therophyten. Die Geruchlose Kamille ist ein Kulturbegleiter. Sie wurzelt bis 120 Zentimeter tief.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die körbchenförmigen Teilblütenstände wirken als Pseudanthien. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die Geruchlose Kamille ist Wirtspflanze für die Pilz-Arten Entoloma matricariae, Peronospora leptosperma und Peronospora radii.<ref name="Hegi1987" />
Vorkommen
Die Geruchlose Kamille in weiten Gebieten Eurasiens verbreitet. In vielen Gebieten, beispielsweise den Azoren, der Region Primorje, Neuseeland und Nord- sowie Südamerika ist Tripleurospermum inodorum ein Neophyt.<ref name="GRIN" />
In Deutschland wächst die Geruchlose Kamille häufig auf nährstoffreichen Äckern, in Ruderalfluren und auf Ödland. Sie gedeiht in Mitteleuropa auf frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen, meist kalkarmen, mehr oder weniger humosen, neutralen, sandigen oder reinen Ton - oder Lehmböden. Sie kommt in Mitteleuropa vor allem in Pflanzengesellschaften des Verbands Sisymbrion oder der Klasse Secalietea vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern oberhalb der Mittelstation der Fellhornbahn bis zu einer Höhenlage von 1850 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" /> Im Kanton Wallis erreicht sie sogar eine Höhenlage von etwa 2000 Meter.<ref name="Hegi1987" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1755 unter dem Namen (Basionym) Matricaria inodora durch Carl von Linné in Flora Suecica, Editio Secunda Aucta et Emendata, Seite 297. Die Neukombination zu Tripleurospermum inodorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Sch. Bip. wurde 1844 durch Carl Heinrich Schultz in Ueber die Tanaceteen: mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Arten, Seite 32 veröffentlicht.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Tripleurospermum inodorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Sch. Bip. sind: Tripleurospermum maritimum subsp. inodorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Appleq., Matricaria maritima subsp. inodora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Soó, Matricaria perforata <templatestyles src="Person/styles.css" />Mérat, Tripleurospermum perforatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mérat) M. Laínz, Chamaemelum inodorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Vis., Dibothrospermum agreste <templatestyles src="Person/styles.css" />Knaf nom. illeg., Pyrethrum elegans <templatestyles src="Person/styles.css" />Pollini.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" />
Trivialnamen
Für die Geruchlose Kamille bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Küdill, Kühaug, Rindsaug und Rödendil (Göttingen).<ref name="Pritzel1882" />
Literatur
- Luc Brouillet: Tripleurospermum Schultz Bipontinus - Mayweed. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530563-9. Tripleurospermum inodorum (Linnaeus) Schultz-Bipontinus, S. 549 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Tripleurospermum inodorum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Tripleurospermum inodorum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Tripleurospermum inodorum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="FoNA"> Luc Brouillet: Tripleurospermum Schultz Bipontinus - Mayweed.: Tripleurospermum inodorum (Linnaeus) Schultz-Bipontinus, S. 549 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530563-9. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW-Verlag, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 604. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 94 (online). </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. S. 587–589. </ref> </references>
Weblinks
- Tripleurospermum perforatum (Mérat) Lainz, Falsche Strandkamille. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Geruchlose Kamille. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Tripleurospermum inodorum (L.) Sch. Bip. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Thomas Meyer: Strandkamille Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).