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Topsy Küppers

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Datei:Topsy Küppers - Veranstaltung der Grünen Leopoldstadt- „Frau des Jahres 2020“.JPG
Topsy Küppers (2020)

Topsy Küppers (geb. 17. August 1931 in Aachen als Johanna Maria Lore Küppers<ref name="kabarettarchiv">Iris Fink: Biografie: Topsy Küppers. In: kabarettarchiv.at. 22. August 2025, abgerufen am 10. Februar 2026.</ref>; gest. 14. Juni 2025 in Wien<ref>In memoriam Topsy Küppers. ORF, 15. Juni 2025, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref>) war eine deutsch-österreichische Buchautorin, Sängerin, Soubrette, Schauspielerin und Theaterleiterin.

Leben

Topsy Küppers wurde am 17. August 1931 in Aachen geboren. Sie behauptete öffentlich, „Topsy“ bedeute „spitze“ – jedenfalls bekam sie als Kind von der amerikanischen Besatzung diesen Spitznamen, nach „topsy-turvy“, also in etwa „herumkugelnd“ oder „verdreht“ – sie war sehr lebendig. Ihren richtigen Namen hat sie öffentlich nie genannt. „Topsy“ wird teilweise auch als friesische weibliche Form von Tobias erklärt, was etwa von Österreich 1 übernommen wurde<ref>ORF-Radiothek. 15. Juni 2025, abgerufen am 16. Juni 2025.</ref>. Offiziell wurde „Topsy“ 1956 als ihr Vorname eingetragen.<ref name="kabarettarchiv" /> Ihr Vater, ein jüdischer Gastwirt, verließ die Familie, als sie ein Jahr alt war. Während des Zweiten Weltkriegs lebte sie versteckt mit ihrer Mutter, einer Buchhalterin, und ihrer Großmutter in den Niederlanden.<ref>Details zum Leben von Topsy Küppers sind einem kurzen Artikel entnommen, der anlässlich ihres 90. Geburtstags in der jüdischen Kulturzeitschrift "David" erschienen ist: Alfred Gerstl: Ein Leben für die Bühne. Topsy Küppers zum 90. Geburtstag. In: Nr. 131/2021, S. 30.</ref>

Den Grundstein für Topsy Küppers’ Karriere als Schauspielerin legte Ursula Staudte, die sie nach dem Stanislawski-Prinzip unterrichtete. Den größten Einfluss hatte aber nach eigener Aussage Trude Hesterberg, die ihr das Chanson und dessen Interpretation beibrachte. Ihre anschließende Prüfung legte Küppers bei der damaligen Bühnengenossenschaft ab, in deren Prüfungskommission Gustaf Gründgens saß.

Nach ihrer Gesangs-, Ballett- und Schauspielausbildung trat Küppers ab 1950 in verschiedenen Revuen im deutschsprachigen Raum auf. Ihr Film-Debüt gab sie 1954 in Gitarren der Liebe; bis 1972 folgten viele weitere Filmrollen. Sie arbeitete an deutschen Bühnen und für das deutsche und österreichische Fernsehen und trat ab 1958 mit ihrem damaligen Ehemann Georg Kreisler unter anderem in München auf. Anfang der 1960er Jahre zog Küppers mit Georg Kreisler nach Wien.

Am 17. Dezember 1976 eröffnete sie mit vier Kabarettprogrammen die Freie Bühne Wieden in Wien, die sich „dem Erhalt jüdischer Literatur und jüdischer Autoren – verstorbener wie zeitgenössischer – widmete“.<ref name="lindenmeyer">Topsy Küppers, Schauspielerin und Autorin, im Gespräch mit Christoph Lindenmeyer. In: Bayerischer Rundfunk: alpha-Forum. 2003, abgerufen am 3. April 2015 (Erstausstrahlung im Bayerischen Rundfunk am 16. Mai 2003.).</ref><ref>Freie Bühne Wieden: Vier Kabarettprogramme. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 4. November 1976, S. 18, Spalte 2 unten. (Vormittagsmatinee … aber ich hab’ dich geliebt; am Nachmittag: Kabarettbilanz Schön war die Zeit in Memoriam Karl Farkas; am Abend: Küppers 300. Vorstellung ihres Programmes Heute abend: Lola Blau; sog. „Mitternachtskabarett“: Oh frivol ist uns am Abend…)</ref> In den 25 Jahren, die sie das Theater bis Jänner 2001 ehrenamtlich leitete, wurde die „Prinzipalin […] Urwienerin“.<ref name="Kurier" /> In dieser Zeit kämpfte sie mit musikalisch-literarischen Programmen wie Gehackte Zores, Weit von wo und Amoureuses, Scandaleuses, Heiteres und so Weiteres gegen Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Faschismus.

Privates

Im Jahre 1965 nahm Topsy Küppers die österreichische Staatsbürgerschaft an.<ref name="lindenmeyer" />

Aus ihrer Ehe mit Georg Kreisler stammen die Tochter Sandra Kreisler (* 1961), die ebenfalls als Sängerin, Sprecherin und Schauspielerin arbeitet,<ref>Sandra Kreisler. In: Andrea von Treuenfeld: Erben des Holocaust. Leben zwischen Schweigen und Erinnerung. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2017, ISBN 978-3-579-08670-5, S. 134 ff.</ref> sowie der Sohn Alexander.<ref>Georg Kreisler: Doch gefunden hat man mich nicht. Postume Ausgabe zuvor unveröffentlichter Texte und Fotos. Atrium-Verlag, Zürich 2014, ISBN 978-3-85535-367-5.</ref> 1975 trennten sich Kreisler und Topsy Küppers.

Küppers war in zweiter Ehe mit Karlheinz „Carlos“ Springer († 2013) verheiratet.<ref name="Kurier">Dieter Chmelar: Topsy Küppers: Ihr Leben mit dem Ungustl. In: Kurier. 28. Dezember 2014, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref><ref>Mathias Ziegler: Sachbuch - Den Krebs überstehen. In: Wiener Zeitung. 9. März 2017, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref>

Anfang August 2013 wurde bei Küppers Darmkrebs diagnostiziert, den sie als „mein Ungustl“ bezeichnete und mit dem sie sich im 2014 erschienenen gleichnamigen Buch auseinandersetzte.<ref name="Kurier" /> Am 14. Juni 2025 starb sie zwei Monate vor ihrem 94. Geburtstag in Wien. Sie wurde zusammen mit ihrem Ehemann Karlheinz „Carlos“ Springer in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof (Grabdaten: Gruppe:33 G, Nummer:53) bestattet.<ref>Vorlage:Verstorbenensuche Wien</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)

Buchveröffentlichungen

  • Freie Bühne Wieden. Einführung Topsy Küppers. Graphische Gestaltung Johann Hofmann. Freie Bühne Wieden, Wien 1977.
  • Erwin Brecher: Jedes Wort Gedankensport. Bearbeitet von Topsy Küppers und Elke Browne. htp, Wien 1995, ISBN 3-7004-0684-3.
  • Lauter liebe Leute. Ein dicker Brief an mein Publikum. Kremayr & Scheriau, Wien 1996, ISBN 3-218-00621-X.
  • Alle Träume führen nach Wien. Ein Tatsachenroman. Ibera, Wien 2001, ISBN 3-85052-105-2.
  • Wolf Messing. Hellseher und Magier. Langen Müller, München 2002, ISBN 3-7844-2880-0.
  • Wenn dein Leben trist ist – erleuchte es mit Humor! Erlebtes – Erhörtes – Erdachtes … Ibera, Wien 2009, ISBN 978-3-85052-273-1.
  • Mein Ungustl. Ein widerlicher Gast. Langen Müller, München 2014, ISBN 978-3-7844-3366-0.
  • Die Brüder Saphir. Ein Tatsachenroman. Verlag Der Apfel, Wien 2018, ISBN 978-3-85450-779-6.
  • Nix wie Zores. Jüdisches Leben und Lieben. Edition a, Wien 2020, ISBN 978-3-99001-494-3.

Diskografie

  • Frivolitäten, LP (1963)
  • Gehn ma Tauben vergiften, mit Georg Kreisler, LP (1964)
  • Die heiße Viertelstunde, mit Georg Kreisler, LP (1968)
  • Der Tod, das muß ein Wiener sein, mit Georg Kreisler, LP/CD (1969/1994)
  • Anders als die andern, mit Georg Kreisler, LP (1969)
  • Heute Abend: Lola Blau, Musical für eine Frau und zwei Klaviere von Georg Kreisler, Doppel-LP/CD (1971/1997)
  • Komm… 12 schicke Schlager, LP (1971)
  • Immer wieder Widerstand, LP (1973)
  • Das Ungeheuer Zärtlichkeit, LP/CD (1974/2001)
  • Spiegelbilder, LP (1980)
  • Anny macht Moneye, (1987)
  • Lieder nach Lust und Laune, LP (1989)
  • Die Zunge der Kultur reicht weit. Lieder und Texte von Erich Kästner, CD (2007)
  • Signale aus dem Jenseits, Gastrolle bei den drei ???, CD (2017)

Filmografie

Literatur

  • Walter Rösler: Topsy Küppers – „Haßt mich oder liebt mich…“ In: Ernst Günther, Heinz P. Hofmann, Walter Rösler (Hrsg.): Kassette. Rock, Pop, Schlager, Revue, Zirkus, Kabarett, Magie – ein Almanach (= Kassette). Nr. 7. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1984, S. 171–177.
  • Topsy Küppers. Schauspielerin und Autorin im Gespräch mit Christoph Lindenmeyer. Transkript aus der TV-Sendereihe alpha-Forum: Prominente Persönlichkeiten im Gespräch. BR-alpha, 16. Mai 2003. (Stand: 20. Dezember 2011: Volltext online; PDF, 53,63 KB.)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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