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Kleine Simsenlilie

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(Weitergeleitet von Tofieldia pusilla)

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Kleine Simsenlilie
Datei:Auf dem Lavafeld Dimmuborgir 6059.JPG

Kleine Simsenlilie (Tofieldia pusilla)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Simsenliliengewächse (Tofieldiaceae)
Gattung: Simsenlilien (Tofieldia)
Art: Kleine Simsenlilie
Wissenschaftlicher Name
Tofieldia pusilla
(Michx.) Pers.

Die Kleine Simsenlilie (Tofieldia pusilla) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Simsenliliengewächse (Tofieldiaceae).

Beschreibung

Die Kleine Simsenlilie wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 5 und 12 cm. Die Grundblätter sind reitend, linealisch, schwertförmig<ref name="Hegi2-2" /> kurz zugespitzt,<ref name="Oberdorfer8" /> fast stumpf,<ref name="Hegi2-2" /> besitzen drei bis fünf Längsnerven<ref name="Oberdorfer8" /> und erreichen zwischen 1 und 5<ref name="ExkÖst" /> (bis 8) Zentimeter Länge und 3 Millimeter Breite. Der Stängel ist aufrecht und nur am Grund beblättert.<ref name="Hegi2-2" /><ref name="FNA" />

Der Blütenstand ist eine meist kopfig gedrängte, 0,5 bis 2 Zentimeter lange Traube und setzt sich aus 5 bis 10<ref name="ExkÖst" /> (bis 35) 1 bis 3 Millimeter lang gestielten Blüten zusammen. Die Blüten stehen jeweils in der Achsel eines weißlichen, dreilappigen Tragblattes. Ein kelchähnliches Vorblatt am Grund der Blüten fehlt.<ref name="Hegi2-2" /> Die weißlichen bis grünlichen Blütenhüllblätter werden 1,5 bis 2,5 Millimeter lang.<ref name="FE5" /> Die Staubblätter sind etwa gleich lang wie die Tepalen. Der Fruchtknoten ist ellipsoid mit 0,3 bis 0,4 mm langen Griffeln. Die Kapselfrucht ist 2,5 bis 3 Millimeter lang<ref name="FE5" /> und fast kugelförmig. Die Samen sind 0,6 bis 0,8 Millimeter lang.<ref name="FNA" />

Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Juli bis August.<ref name="Oberdorfer8" />

Die Kleine Simsenlilie ist diploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 30.<ref name="Oberdorfer8" />

Vorkommen

Das circumpolar arktisch-alpine Verbreitungsgebiet der Kleinen Simsenlilie umfasst Island, Skandinavien, Nord-Sibirien, Alaska, Nord-Kanada und Grönland; im Ural und in den Rocky Mountains reicht es weiter nach Süden. Darüber hinaus kommt die Art in Europa auch in Großbritannien, vor allem in Schottland, und in den Alpen vor.<ref name="Hegi2-2" /><ref name="Hultén1986" /> In Deutschland sind mehrere Vorkommen aus den Berchtesgadener Alpen bekannt, Einzelvorkommen gibt es auch im Wetterstein- und im Karwendel-Gebirge.<ref name="FloraWeb" /> Im Jahr 2003 wurde die Art auch in den Allgäuer Alpen am Hornbachjoch gegen die Jochspitze in 2050 Metern Meereshöhe entdeckt.<ref name="Dörr-Lippert 2004" />

Die Kleine Simsenlilie kommt bevorzugt auf Kalk, aber manchmal auch auf kalkarmen Substraten vor. Sie besiedelt in den Alpen durchsickerte Quellmoore, Schneetälchen und Polsterseggenrasen<ref name="ExkÖst" /> in Höhenlagen zwischen 1600 und 2600 Meter.<ref name="Hegi2-2" /> Sie ist lokal eine Charakterart des Kobresietum simpliciusculae aus dem Verband Caricion bicolori-atrofuscae, kommt aber auch in Gesellschaften des Seslerion-Verbands vor und ist überregional aber eine Charakterart der Ordnung Tofieldietalia.<ref name="Oberdorfer8" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Die Kleine Simsenlilie wird in den Roten Listen gefährdeter Arten Deutschlands und Bayerns mit dem Status „R“ (extrem selten) bewertet.<ref name="RLBy" />

Hybriden

Die Kleine Simsenlilie bildet bei gemeinsamem Vorkommen mit anderen Simsenlilien-Arten (Tofieldia) Hybriden:

  • Tofieldia ×hybrida <templatestyles src="Person/styles.css" />Kerner (Tofieldia calyculata × Tofieldia pusilla, Syn. Tofieldia pusilla subsp. austriaca <templatestyles src="Person/styles.css" />Kunz) in den Alpen.
  • Tofieldia coccinea × pusilla in Nordamerika.<ref name="FNA" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="FNA">John G. Packer: Tofieldia. In: </ref> <ref name="ExkÖst"></ref> <ref name="FE5">William Thomas Stearn: Tofieldia. In: </ref> <ref name="Hegi2-2">Karl Suessenguth: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Begründet von Gustav Hegi. Band II: Monocotyledones, II. Teil. J. F. Lehmanns, München/Berlin 1939, S. 239.</ref> <ref name="Oberdorfer8"></ref> <ref name="FloraWeb">Kleine Simsenlilie. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Hultén1986">Hultén & Fries (1986)</ref> <ref name="RLBy">Martin Scheuerer, Wolfgang Ahlmer: Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Bayerns mit regionalisierter Florenliste (= Schriftenreihe. Bayerisches Landesamt für Umweltschutz. Band 165). 2003, ISBN 3-936385-58-0.</ref> <ref name="Dörr-Lippert 2004">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching bei München 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 17.</ref> <ref name="InfoFlora"> Tofieldia pusilla (Michx.) Pers. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Kleine Simsenlilie (Tofieldia pusilla) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien