Kleine Wiesenraute
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| Datei:Thalictrum minus.jpg
Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus), Illustration | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Thalictrum minus | ||||||||||||
| L. |
Die Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Wiesenrauten (Thalictrum) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Beschreibung
Die Kleine Wiesenraute ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 150 Zentimeter erreicht. Der aufrechte Stängel ist verzweigt.
Die wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind mehrfach gefiedert mit rundlichen bis keilförmigen Abschnitten. Sie sind bläulich-grün bereift, seltener auch gräulich-grün.
In einem verzweigten, lockeren, rispigen Blütenstand befinden sich viele aufrechte oder nickende Blüten. Die 4 bis 5 Millimeter langen Blüten weisen vier hellgelbe Blütenhüllblätter auf. Die zahlreichen hängenden Staubblätter haben eine gelbliche Farbe. Die bis 2 mm langen, spindelförmigen Nüsschen sind längs gerippt. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.
Die Art ist hexaploid, dekaploid und dodekaploid; sie hat die Chromosomenzahlen 2n = 42, 70 oder 84.<ref name="AFE8" />
Ökologie
Die Pflanze ist windblütig; die vorweiblichen Blüten sind vom „hängeblütigen Typ“; die Staubbeutel sind ziemlich lang und leicht beweglich, was die Windbestäubung begünstigt. Sie dienen andererseits aber auch als Schauorgan für Pollen fressende Besucher. Außerdem ist Selbstbestäubung nicht selten. Bei schlechtem Wetter bleiben die Blüten geschlossen.<ref name="Düll" />
Die Nüsschen breiten sich als Windstreuer, Ballonflieger, eventuell auch als Bohrfrucht oder als Regenschwemmling aus.<ref name="Düll" />
Verbreitung
Die Kleine Wiesenraute kommt in Europa hauptsächlich im Süden, im südlichen Mitteleuropa, im Westen und im Osten vor. Im Norden sowie in Deutschland ist sie ziemlich selten.<ref name="AFE8" /> Sie ist eine Halbschatten- bis Halblichtpflanze und wächst beispielsweise an sonnigen Gebüschen, an Waldrändern sowie in lichten Eichenbeständen. Sie bevorzugt kalkhaltigen, humosen, steinigen Lehm- oder Lößboden.
Sie ist eine Charakterart des Verbands Geranion sanguinei (thermophile Saumgesellschaften).<ref name="Oberdorfer2001" />
Systematik
Der wissenschaftliche Name Thalictrum minus wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 546 erstveröffentlicht.<ref name="SpPl" />
In Europa kommen folgende Unterarten vor:<ref name="Euro+Med" /><ref name="AFE8" />
- Thalictrum minus subsp. elatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Stoj. & Stef. (Syn.: Thalictrum minus subsp. kemense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fries) Cajander): Sie kommt in Nordeuropa, Nordasien und Nordamerika vor, in Europa nur in Nordskandinavien und in Nordrussland.<ref name="Euro+Med" />
- Thalictrum minus subsp. majus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Crantz) Hook. f. (Syn.: Thalictrum majus <templatestyles src="Person/styles.css" />Crantz, Thalictrum minus subsp. pseudominus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Borbás) Soó): Sie kommt nur in Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowenien, Albanien und in der Slowakei vor.<ref name="Euro+Med" />
- Thalictrum minus subsp. maxwellii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Royle) Hand (Syn.: Thalictrum maxwellii <templatestyles src="Person/styles.css" />Royle, Thalictrum buschianum <templatestyles src="Person/styles.css" />Kem.-Nath.): In Europa kommt diese Unterart nur in der Ukraine vor; außerhalb Europas wird sie von Georgien, Armenien, Aserbaidschan und dem Kaukasusgebiet angegeben.<ref name="Euro+Med" />
- Thalictrum minus subsp. minus: Sie kommt in Europa vor, tritt aber im Süden und im Westen zurück.<ref name="Euro+Med" />
- Thalictrum minus subsp. pratense <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.W.Schultz) Hand (Syn.: Thalictrum pratense <templatestyles src="Person/styles.css" />F.W.Schultz): Sie kommt in Frankreich, Belgien, Luxemburg, in den Niederlanden, in Deutschland, Österreich, Italien und in Slowenien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Thalictrum minus subsp. saxatile <templatestyles src="Person/styles.css" />Ces. (Syn: Thalictrum minus subsp. olympicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss. & Heldr.) Maire & Petitm., Thalictrum saxatile <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. [non Vill. 1779], Thalictrum minus subsp. pubescens <templatestyles src="Person/styles.css" />Arcang., Thalictrum pubescens <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. [non Pursh 1813]): Sie kommt in Europa nur auf der Balkanhalbinsel, in Südosteuropa und im südlichen Mitteleuropa vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 für diese Unterart sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" /><ref name="Euro+Med" />
Quellen
Literatur
- Bruno P. Kremer: Steinbachs großer Pflanzenführer. Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4903-6.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Düll"></ref> <ref name="AFE8">Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 8. Nymphaeaceae to Ranunculaceae. Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6, S. 240–243.</ref>.<ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="SpPl">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 546 (Digitalisat).</ref> <ref name="InfoFlora"> Thalictrum minus subsp. saxatile Ces. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med">Ralf Hand (2014): Thalictrum. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Thalictrum</ref> </references>
Weblinks
- Kleine Wiesenraute. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Kleine Wiesenraute. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- Bilder: [1] [2]