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Teldafax

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(Weitergeleitet von TelDaNet)
TelDaFax Holding AG i.I.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | TelDaFax logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft in Insolvenz
Gründung 2002
Sitz Troisdorf, Deutschland
Leitung Biner Bähr, Insolvenzverwalter<ref>http://www.pressemitteilungen-online.de/index.php/teldafax-insolvenz-dr-biner-baehr-zum-insolvenzverwalter-bestellt/</ref>
Mitarbeiterzahl 700 (2010)<ref name="news"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>
Umsatz 500 Mio. Euro (2010)<ref name="news" />
Branche Mischkonzern
Website www.teldafax.de

Die Teldafax Holding AG mit Sitz im rheinländischen Troisdorf war die Dachgesellschaft diverser Tochterunternehmen, die in den Bereichen Energieversorgung (Stromdiscounter), Telekommunikation, Touristik sowie Finanzdienstleistung aktiv waren.

Am 14. Juni 2011 stellte Teldafax beim Amtsgericht Bonn Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.<ref name="faz" /> Am 1. September 2011 eröffnete das Amtsgericht Bonn das Insolvenzverfahren über die Vermögen der TelDaFax Holding AG sowie deren Tochterunternehmen TelDaFax Energy GmbH, TelDaFax Services GmbH, TelDaFax Marketing GmbH, TelDaFax Sales GmbH, TelDaFax Dialog GmbH, TelDaFax Network GmbH und HugoTel Communications GmbH.<ref name="energieblog" /><ref name="teldafax" /> In den ersten Dezembertagen des gleichen Jahres folgten noch die TelDaFax Finance GmbH, die Tangens GmbH i. L. sowie die Tangens Verwaltungs GmbH i. L.<ref name="teldafax" />

Die TelDaFax-Pleite erhielt große öffentliche Aufmerksamkeit. Ihr kommt besondere Bedeutung in der deutschen Wirtschaftsgeschichte zu, da sie gemessen an der Zahl der rund 750.000 Gläubiger die bis dahin größte<ref name="sueddeutsche-2011-09-02" /><ref name="handelsblatt-2013-104-18" /> und die zweitgrößte Insolvenz nach der von Flexstrom ist (835.000 Gläubiger).<ref name="tagesspiegel-2014-03-23" /><ref name="handelsblatt-2013-33-3" /><ref name="flexstrom" />

Im Unterschied zur Flexstrom-Insolvenz bestand beim TelDaFax-Verfahren bereits am Anfang kaum Aussicht auf eine Entschädigung der Gläubiger.<ref name="dlf" /> Der Insolvenzverwalter zeigte stattdessen dem Insolvenzgericht „in nahezu allen Verfahren“ Masseunzulänglichkeit an und erwartete im Jahr 2011 eine Verfahrensdauer bis mindestens 2020 und eine Quotenzahlung nicht vor 2021,<ref name="teldafax" /> im Jahr 2021 wurde eine Quotenzahlung nicht vor 2025[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} erwartet.<ref name="teldafax" />

Geschichte

Unternehmensentwicklung 1998–2011

Vor der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes bot Teldafax (Akronym aus Telefon, Daten, Fax) ihren Kunden Preisersparnisse an, indem sie für ihren Bundespost- oder später Telekom-Anschluss einem Rahmenvertrag beitraten, der Preisersparnisse ermöglichte.

Mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes im Jahre 1998 waren über Teldafax über die Netzvorwahl 01030 Call-by-Call- und Preselection-Dienste möglich. Teldafax war über einen langen Zeitraum auch der mit Abstand günstigste Anbieter von 0800-Servicerufnummern. Nachdem Teldafax einige Jahre später in finanzielle Schwierigkeiten geriet, blieben die Rechnungen für Call-by-Call-Vorleistungen bei der Deutschen Telekom über einen längeren Zeitraum unbezahlt. Die Deutsche Telekom verrechnete einige Zeit später die offenen Rechnungen mit den Beträgen, die sie für Teldafax beim Endkunden-Inkasso über die Telefonrechnung einnahm. Nachdem dies gerichtlich unterbunden worden war, sperrte die Deutsche Telekom den Zugang zur Vorwahl 01030.

Nachdem Teldafax durch eine einstweilige Verfügung zunächst die Wiederaufschaltung erreicht hatte, erfolgte wenige Tage später die endgültige Abschaltung der Netzvorwahl 01030. Die folgende Kundenabwanderung war das Aus für Teldafax: Teldafax stellte am 2. April 2001 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Marburg einen Insolvenzantrag. Am 1. Juni 2001 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Im Zuge des Insolvenzverfahrens wurde das Unternehmen an eine Schweizer Investorengruppe verkauft.

Im Jahr 2002 wurde das Unternehmen oneVoice Communication gegründet, welches das Endkundengeschäft der „CONOS AG“ und das der „TelDaFax Newline GmbH“ in Marburg übernahm. Die daraus resultierende „TelDaFax GmbH“ hatte so den Markennamen der ehemaligen Teldafax AG erworben, ohne dabei deren Rechtsnachfolger zu werden. Zur Teldafax Holding AG gehören heute die Teldafax Energy GmbH, die Teldafax Telecom GmbH, die Teldafax Services GmbH, die Teldafax Finance GmbH, die e-punkt GmbH und die Teldafax Dialog GmbH.

Nach eigenen Angaben hatte die Teldafax-Gruppe im September 2007 rund 100, im Dezember bereits 180 und im Mai 2008 rund 220 Mitarbeiter. Im Oktober 2008 übernahm Teldafax ein von der Schließung bedrohtes Callcenter in Berlin-Schönefeld.<ref>European Marketingportal: @1@2Vorlage:Toter Link/www.eu-marketingportal.deTelDaFax übernimmt von Schließung bedrohtes Callcenter adstep in Berlin Schönefeld (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2018. Suche im Internet Archive ), 23. Oktober 2008</ref> Im November 2009 hatte das Unternehmen ca. 430 Mitarbeiter.

Mit Meldung vom 11. März 2011 gab das Unternehmen die mehrheitliche Übernahme durch zwei Investoren, die CPA Invest AG sowie die Sigma Citation Capital Strategies Limited bekannt. Die CPA Invest AG gehört zum Factoring-Verbund der Swiss Factoring AG, über die der Fondsanbieter Debi Select Gruppe mittels Factoring in die Teldafax Holding AG investiert hatte.

Insolvenzverfahren 2011

Am 14. Juni 2011 stellte Teldafax beim Amtsgericht Bonn Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die Teldafax Holding AG, die Teldafax Energy GmbH und die Teldafax Services GmbH.<ref>Energieversorger Teldafax stellt Insolvenzantrag. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 14. Juni 2011, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> Drei Tage später teilte das Unternehmen mit, dass sämtliche Kunden ab dem 18. Juni 2011 vorübergehend nicht mehr mit Strom und Gas von Teldafax beliefert würden. Stattdessen werde der örtliche Grundversorger einspringen.<ref>Teldafax setzt Energielieferungen aus In: Focus online vom 17. Juni 2011</ref>

Im Bereich des Versorgungsunternehmens und Netzbetreibers Vattenfall erfolgte dies bereits ab 18. Mai 2011. Vattenfall hatte den Liefervertrag mit Teldafax gekündigt und ab diesem Zeitpunkt die weitere Belieferung Teldafax’ versagt, dass sodann die Ersatzversorgung (gemäß Stromgrundversorgungsverordnung – StromGVV) eintrat.

Am 16. Juni 2011 stellte Teldafax beim Amtsgericht Bonn Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die Teldafax Dialog GmbH, die Teldafax Finance GmbH und die Teldafax Sales GmbH.<ref>Weitere TelDaFax Unternehmen insolvent.</ref>

Am 1. September 2011 wurde gegenüber der TelDaFax-Gruppe das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Biner Bähr aus Düsseldorf ernannt. Forderungen der Insolvenzgläubiger konnten bis zum 31. Januar 2012 unter Beachtung des § 174 InsO beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Zum 8. November 2011 waren über 700.000 Gläubiger auf eine erste Versammlung nach Köln geladen, die meisten davon Kunden, die eine Vorauszahlung geleistet haben.<ref>Petra Blum: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />700.000 Gläubiger - und kaum Hoffnung (Memento vom 2. Mai 2012 im Internet Archive) WDR, 8. November 2011, 06.15 Uhr</ref>

Strafverfahren ab 2013

Anfang 2013 erhob die Bonner Staatsanwaltschaft Anklage gegen die ehemaligen Teldafax-Manager Klaus Bath, Michael Josten und Gernot Koch. Der Vorwurf lautete auf Insolvenzverschleppung, gewerbsmäßiger Betrug und Bankrotthandlungen.<ref>Billigstromanbieter: Anklage gegen ehemalige Teldafax-Vorstände.</ref> Das Verfahren begann am 18. Februar 2014 vor der Wirtschaftsstrafkammer des Bonner Landgerichts. Am 7. März 2014 platzte der Prozess jedoch. Das Landgericht Bonn gab den Besetzungsrügen der Verteidiger von zwei der drei Angeklagten statt und setzte das Verfahren bereits am zweiten Verhandlungstag aus.<ref>Teldafax-Strafprozess wird ausgesetzt.</ref>

Mit neuer Besetzung wurde das Verfahren 2015 wiederaufgenommen. Im November 2016 wurde nach einer Zahlung von 20.000 Euro der Prozess gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsrat Michael Josten endgültig eingestellt. Die Beweisaufnahme gegen die beiden anderen Ex-Manager wurde laut Gericht fortgeführt. Sie wurden am 1. März 2017 vor dem Bonner Landgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt (ein Jahr und vier Monate und 11 Monate).

Tochtergesellschaften

Teldafax Energy GmbH

Die im August 2006 gegründete TelDaFax Energy GmbH bot seit Februar 2007 bundesweit für private und gewerbliche Kunden Stromversorgungstarife an. Teldafax bezog ihren Strom zuerst über das belgische Unternehmen Electrabel bzw. über die deutsche Tochter BKW FMB Energie. Zwischendurch waren verschiedene Energiehandelsunternehmen Bezugsquellen von Teldafax Energy. Ab Juni 2008 bot das Unternehmen auch Erdgas an, zunächst nur in bestimmten Regionen Deutschlands. Sukzessiv wurden weitere Regionen erschlossen. Zuletzt bot Teldafax in ganz Deutschland Erdgas an. Damit war das Unternehmen einer von wenigen bundesweiten Gasversorgern.<ref>Strom Magazin: TelDaFax Gas jetzt überall in Deutschland verfügbar, 10. Juli 2008</ref>

Im Januar 2008 gab Teldafax Energy die Übernahme der Softwareentwickler OMD und e-punkt bekannt und kündigte an, die GmbH in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Am 10. Juli 2008 begann Teldafax den Bau eines Deponiegaskraftwerks nahe der belarussischen Hauptstadt Minsk. Das Kraftwerk ist im Dezember 2009 in Betrieb gegangen. Der produzierte Strom ist für Verbraucher in Minsk bestimmt. Weitere Kraftwerke in Belarus sind geplant.<ref>Verivox: TelDaFax baut in Weißrussland Deponiegas-Kraftwerk, 2. November 2009</ref>

Teldafax Telecom GmbH (Troisdorf)

Teldafax Telecom hatte sich auf die Entwicklung und Vermarktung leistungsfähiger Voice- und Datentechnologie sowohl für den Wholesale- als auch für den Retail-Markt spezialisiert. Mit über 400 Millionen Minuten allein im internationalen Voice-Segment ist das Unternehmen in Deutschland positioniert. Teldafax Telecom bediente über 11.600 Geschäfte (POS) in Deutschland und Österreich mit individuellen Produkten und personalisiertem Service.

Teldafax Services GmbH

Die Teldafax Services GmbH war auf Kundendienst, Kundenverwaltung, Auftragsbearbeitung, Rechnungsstellung und die Qualitätssicherung der Dachgesellschaft spezialisiert.

Teldafax Finance GmbH

Die Teldafax Finance GmbH bot Finanzdienstleistungen (Versicherungen, Fonds, Kreditkarten) als Kooperationspartner externer Versicherungsanbieter.

Teldafax Marketing GmbH

Im Herbst 2007 wurde die Teldafax Marketing GmbH gegründet, welche die Teldafax-Gruppe bei der Vermarktung aller Produkte und Dienstleistungen unterstützt und das Unternehmen nach außen darstellt. Die Teldafax Marketing GmbH ist eigenständig und gehört nicht zur Holding AG. Im Oktober 2008 übernahm die Teldafax Marketing GmbH das ehemalige Callcenter adstep, das nun als Teldafax Dialog in die Unternehmensgruppe eingegliedert ist.

Teldafax DIALOG GmbH

Die Teldafax DIALOG GmbH betreibt ein Kundendienstzentrum in Berlin-Schönefeld.

Sponsoring und Partnerschaften

Im Biathlon wurde der Athlet Michael Rösch von Teldafax unterstützt. Auch der Biathlet Ole Einar Bjørndalen wurde bis 2009 von Teldafax gesponsert.

2007 kam der Fußballsport hinzu, als Teldafax Hauptsponsor von Bayer 04 Leverkusen wurde. Der eigentlich bis 2013 laufende Sponsorenvertrag wurde im Juni 2011 aufgelöst, da die in Finanzschwierigkeiten steckende Teldafax die 13 Millionen Euro zur Unternehmensstärkung benötigte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />bayer04.de: TelDaFax ab 2011/2012 kein Bayer 04-Hauptsponsor mehr (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive), abgerufen am 3. Juni 2011</ref> Laut Urteil des Landgerichts Köln vom Herbst 2014 muss Bayer 04 Leverkusen mehr als 16 Millionen Euro früherer Sponsorengelder zurückgeben, da der Verein zum Zeitpunkt der Zahlungen bereits über die Finanzschwierigkeiten von Teldafax informiert war.<ref>Der Spiegel, Pleite-Sponsor Teldafax: Bayer Leverkusen soll 16 Millionen Euro zurückzahlen, 22. Oktober 2014, abgerufen am 18. November 2014</ref>

Mit der Übernahme der Titelpartnerschaft der FIS Teldafax Teamtour 2009 unterstützte das Unternehmen ein sportliches Großereignis im Wintersport, das sich über mehrere Wochen erstreckt.

2009 baute Teldafax das Sponsoringengagement aus und wurde Werbepartner des Skispringers Martin Schmitt.

Neben den werblichen Sponsoringaktivitäten engagierte sich Teldafax im Sommer 2008 erstmals im Nachwuchsbereich des Fußballsports und unterstützte das Ulf Kirsten und Ralf Minge Fußballcamp 2008. Dabei wurden die im Rahmen des Sponsorings von Teldafax erworbenen Teilnehmerplätze an Kinder aus sozialschwachen Familien und einem Kinderheim zur Verfügung gestellt.

Kritik

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung warnten schon im Juli 2009 drei Teldafax-Vorstände vor der prekären Finanzlage des Unternehmens. Außer der Abberufung eines Aufsichtsrats geschah jedoch nichts.<ref name="sz">Zwischen Größenwahn und Dilettantismus. In: sueddeutsche.de. 2. September 2011, abgerufen am 29. Juni 2018.</ref> Dem Anschein nach hatte das Hauptzollamt Düsseldorf bereits im Jahre 2009 von der drohenden Insolvenz Kenntnis.<ref>www.spiegel.de: Behörden wussten schon 2009 von drohender Teldafax-Pleite 20. September 2011</ref>

Das Handelsblatt berichtete am 20. Oktober 2010,<ref>Handelsblatt: Bayer-Sponsor Teldafax überschuldet, 20. Oktober 2010</ref> dass der Stromanbieter Teldafax überschuldet sei. Das Unternehmen finanziere sich wie ein Schneeballsystem aus Neukunden, mit deren Vorauszahlungen Strom eingekauft werde, der dann mit Verlusten weiterverkauft werde. Eine Pleite sei in der Vergangenheit nur mit Bilanztricks verhindert worden. Das Unternehmen streitet diese Vorwürfe ab.<ref>Handelsblatt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Teldafax dementiert Bericht: „Uns droht keine Insolvenz“ (Memento vom 23. Oktober 2010 im Internet Archive), 20. Oktober 2010</ref><ref>Frankfurter Allgemeine Zeitung: Teldafax wird russisch, 19. Oktober 2010</ref><ref>Financial Times: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Teldafax geht gegen Ex-Vorstand vor (Memento vom 22. Oktober 2010 im Internet Archive), 20. Oktober 2010</ref><ref>Greenpeace Magazin: Teldafax erhält Darlehen von russischem Investor, 4. November 2010</ref>

Das Manager Magazin berichtete im Februar 2010, es gebe unter den Stromanbietern „wohl keinen Konkurrenten, über den sich so viele Kunden beklagen. Die Vorwürfe reichen von ausbleibenden oder falschen Abschlussrechnungen, nicht erfolgten Rückzahlungen von Guthaben bis hin zur Abzocke.“<ref>Manager Magazin: Wenn nur noch Frau Tausendfreund hilft, 10. Februar 2010</ref> Weitere Kritikpunkte sind die schlechte Erreichbarkeit des Unternehmens, die Inkompetenz der Hotline sowie Preiserhöhungen trotz Preisgarantie.

Teldafax Energy wird vorgeworfen, unter Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb unerlaubte Telefonwerbung (telefonische Kaltakquise) zu betreiben. Das Landgericht Bonn verurteilte auf Antrag der Verbraucherzentrale NRW die Teldafax unter Androhung eines Ordnungsgeldes von 250.000 Euro dazu, Werbeanrufe bei privaten Endverbrauchern zu unterlassen.<ref>LG Bonn 1 O 85/08, Urteil vom 17. Dezember 2008, bestätigt durch OLG Köln 6 U 5/09 U.v. 10. Juli 2009, rechtskräftig</ref> Ein Leser der Zeitschrift test klagte ebenfalls erfolgreich gegen die Belästigung durch Teldafax-Werbeanrufe.<ref>Stiftung Warentest: test Heft 1/2010: Amtsgericht Göppingen Az. 7 C 1508/09, Leser siegt vor Gericht (online abgerufen am 15. Februar 2013).</ref>

Anfang 2009 berichtete das WDR-Magazin Markt, hunderte Kunden hätten keine Schlussabrechnungen und auch keine Erstattung ihrer Guthaben erhalten.<ref>Falsche Nebenkostenabrechnung, WDR</ref> Teldafax kündigte an, die ausstehenden Schlussrechnungen bis Ende März 2009 ausstellen zu wollen bei einer Verzinsung der Guthaben mit acht Prozent. Ende April 2009 berichtete die Verbraucherzentrale Sachsen, zahlreiche Teldafax-Kunden hätten sich wegen ausstehender Schlussrechnungen an sie gewandt.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.verbraucherzentrale-sachsen.deÄrger mit dem Stromanbieter Teldafax: Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert Vorgehensweise der Firma mit Abrechnungen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2018. Suche im Internet Archive )</ref> Anfang Dezember 2010 wurden die Einzugsermächtigungen von Teldafax einseitig gekündigt. Die Bezieher wurden aufgefordert, umgehend ihre Abschlagszahlungen auf ein Konto einer örtlichen Bank einzuzahlen.

Aufgrund der immer wieder zahlreich geäußerten Kritik an dem von Teldafax verwendeten Prinzip der Vorkasse führte das Unternehmen zum Jahresbeginn 2011 ein einfacheres und übersichtlicheres Tarifsystem ein, das auf eine Vorkasse verzichtet. Kunden konnten jetzt aus jeweils vier Gas- und Stromtarifen wählen, wobei die monatliche Zahlung erst nach Ende des Bezugsmonats geleistet werden musste.<ref>Energienachricht des Verbraucherportals StromAuskunft.de, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Teldafax streicht Vorkasse-Tarife (Memento vom 10. Januar 2011 im Internet Archive)</ref> Laut Angaben des späteren Insolvenzverwalters belieferte das Unternehmen nur ein Drittel seiner Kunden zu kostendeckenden Preisen mit Strom.<ref name="handelsblatt-2013-33-3" />

Das Verfahren beim ursprünglichen Lastschrifteinzug und der jetzt geforderten Überweisung unterschieden sich damals erheblich: Hatten Kunden gegenüber Teldafax einen Anspruch auf Rückzahlung – etwa aufgrund eines Widerrufs oder einer Kündigung des Vertrags – konnten sie per Lastschrift eingezogene Beträge bis zu sechs Wochen nach Rechnungsabschluss von ihrer Bank kostenlos zurückbuchen lassen (inzwischen geändert). Anders bei einer Überweisung: Zahlte der Anbieter nicht freiwillig zurück, musste der Kunde den Rechtsweg beschreiten.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.vz-nrw.deMitteilung der Verbraucherzentrale NRW (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2018. Suche im Internet Archive )</ref>

Gegen die Verantwortlichen der Teldafax Holding GmbH und mehrerer Tochtergesellschaften wird wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und des gewerbsmäßigen Betruges ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Bonn am 27. Juni 2011 mit, die am selbigen Tag in den Geschäftsräumen von Teldafax eine Razzia durchführte.<ref>[1]</ref> Auch gegen die Verivox GmbH läuft in diesem Zusammenhang ein Strafverfahren (Staatsanwaltschaft Heidelberg, 320 Js 28010/11).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TelDaFax: Strafanzeige gegen verivox (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)</ref> Am 2. Februar 2014 hat die Hauptverhandlung im Strafverfahren gegen drei Verantwortliche der Teldafax Holding GmbH vor dem Landgericht Bonn begonnen,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung 01/2014 des LG Bonn vom 10. Januar 2014 (Memento vom 6. Mai 2014 im Internet Archive)</ref> wurde aber wegen Zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Besetzung der Strafkammer am 7. März 2014 vorläufig ausgesetzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung 09/2014 des LG Bonn vom 7. März 2014 (Memento vom 6. Mai 2014 im Internet Archive)</ref> Der Zeitpunkt der Fortsetzung der Verhandlung und der Ausgang des Strafverfahrens sind offen.

Der Insolvenzverwalter fand chaotische Zustände vor, als er seinen Posten antrat. Die Buchhaltung sei auf dem Stand von März 2011, fast 240.000 Briefe seien ungeöffnet gewesen. Die Mengen der neu eintreffenden Post seien nur mit erheblichem Aufwand zu bewältigen. Der Insolvenzverwalter geht von 750.000 Gläubigern aus, was die bislang größte Zahl bei einer Einzelinsolvenz in Deutschland wäre. Alleine die Portokosten zur Abwicklung betragen 1,2 Millionen Euro. Um Kosten und Aufwand zu sparen, werden die Gläubiger entgegen der üblichen Gepflogenheiten nicht aufgefordert, ihre Forderungen geltend zu machen. Stattdessen wird der Schaden vorab berechnet, wogegen sie bei Bedarf Einspruch erheben können.<ref name="sz" />

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="dlf"> Benjamin Hammer: Kaum Aussicht auf Entschädigung. Deutschlandfunk, 8. November 2011, abgerufen am 28. Juni 2014. </ref> <ref name="energieblog"> Amtsgericht Bonn: Eröffnungsbeschluss. (PDF; 66 kB) 1. September 2011, abgerufen am 28. Juni 2014. </ref> <ref name="faz"> Helmut Bünder: Teldafax meldet Insolvenz an. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Juni 2011, abgerufen am 28. Juni 2014. </ref> <ref name="flexstrom"> Informationen zum Insolvenzverfahren. FlexStrom Aktiengesellschaft, abgerufen am 21. Oktober 2013. </ref> <ref name="handelsblatt-2013-33-3"> Jürgen Flauger, Sönke Iwersen: Riesenpleite Teldafax: Anklage gegen die Chefs. In: Handelsblatt. Nr. 33, Februar 2013, ISSN 0017-7296, S. 3, 6. </ref> <ref name="handelsblatt-2013-104-18"> Jürgen Flauger, Sönke Iwersen: Wächter für Strom und Gas. In: Handelsblatt. Nr. 104, 4. Juni 2013, ISSN 0017-7296, S. 18. </ref> <ref name="sueddeutsche-2011-09-02"> Christoph Giesen: Zwischen Größenwahn und Dilettantismus. In: Süddeutsche Zeitung. 2. September 2011, abgerufen am 28. Juni 2014. </ref> <ref name="tagesspiegel-2014-03-23"> Heike Jahberg: „Bei Flexstrom bekommt man Geld zurück“. Interview mit dem Insolvenzverwalter. In: Der Tagesspiegel. 23. März 2014, abgerufen am 27. Juni 2014. </ref> <ref name="teldafax"> Mitteilung der Insolvenzverwaltung. 2011, abgerufen am 28. Juni 2014. </ref> </references>

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