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Filzbecherchen

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Filzbecherchen
Datei:Tapesia fusca Podkomorské lesy.jpg

Dunkelgraues Filzbecherchen (Tapesia fusca)

Systematik
Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Leotiomycetes
Ordnung: Helotiales
Familie: Mollisiaceae
Gattung: Filzbecherchen
Wissenschaftlicher Name
Tapesia
(Pers.) Fuckel

Die Filzbecherchen (Tapesia) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Dermateaceae. In Mitteleuropa kommen ungefähr 20 Arten vor. Sie leben saprophytisch von toten Pflanzenresten. Die Typusart ist Tapesia fusca.

Beschreibung

Die Filzbecherchen bilden kleine Apothecien mit einem äußeren (ektalem) Excipulum, also einem Hyphengeflecht, das den eigentlichen Fruchtkörper umgibt. Zudem besitzen sie ein Subiculum, ein basales Hyphengeflecht. Tapesia ähnelt stark Mollisia. Die beiden Gattungen unterscheiden sich nur dadurch, dass bei Tapesia die Fruchtkörper auf dem erwähnten Subiculum sitzen. Dieses ist jedoch oft kaum zu erkennen. Ihr Ascus-Porus färbt sich in Lugol violett.

Ökologie und Lebensraum

Viele Arten leben saprophytisch auf abgestorbenem Holz verschiedener Bäume, manche leben allerdings auch parasitisch auf verschiedenen Gräsern.<ref name="Walwork">H . Wallwork., H., Spooner, B., 1988: TAPESIA YALLUNDAE -THE TELEOMORPH OF PSEUDOCERCOSPORELLA HERPOTRICHOIDES. Trans. Br. mycol, Soc . 91: 703-705.</ref> Unter letzteren ist besonders Tapesia yallundae zu nennen, die in ihrer Nebenfruchtform die Halmbruchkrankheit bei Getreide auslöst.<ref> Halmbruchkrankheit. AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, abgerufen am 12. Juli 2022.</ref> Die Hauptfruchtform wird auf abgestorbenen, nicht geernteten Halmen gebildet.<ref>Dyer, P. S., Bateman, G. L., Lucas, J. A. & Peberdy, J. F. (1994) Seasonal development of apothecia of the cereal eyespot pathogen Tapesia yallundae on straw stubble in the UK. Annals of Applied Biology 125: 489±500.</ref>

Systematik

Manche Autoren nehmen an, dass Mollisia und Tapesia zusammengehören<ref>Hawksworth, D. L., Kirk, P. M., Sutton, B. C. & Pegler, D. N. (1995) Ainsworth & Bisby's Dictionary of the Fungi. 8th edn. CAB International, Wallingford.</ref>. Nach Aebi hätte dann der Name Tapesia Vorrang, da er länger existiert<ref>Aebi, B. (1972) Untersuchungen über Discomyceten aus der Gruppe Tapesia - Trichobelonium. Nova Hedwigia 23: 49-112. doi:10.3929/ethz-a-000089156.</ref>. Laut Index Fungorum sind aber derzeit beide Gattungen getrennt.<ref>Index Fungorum Search</ref>

Arten (Auswahl)

Die genaue Artenzahl ist unbekannt, auch aufgrund der unsicheren systematischen Stellung. Das Index Fungorum gibt 157 Arten an<ref>Index Fungorum, abgerufen am 20. Januar 2011</ref>, allerdings sind viele ein Nomen dubium. Gerhard gibt die Zahl für Europa mit 20 an, die Datenbank der Pilze Österreichs listet 4 Arten.<ref>Datenbank der Pilze Österreichs</ref>

Belege

  • Ewald Gerhardt: Pilze. BLV Buchverlag, München 2006, ISBN 978-3-8354-0053-5, S. 556.
  • R.W.G. Dennis: British Ascomycetes. Lubrecht & Cramer Ltd; 3 Revised edition. ISBN 3-7682-0552-5

Einzelnachweise

<references />