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Sülzhayn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sülzhayn
Gemeinde Ellrich
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1008)&title=S%C3%BClzhayn 51° 36′ N, 10° 42′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1008) 51° 36′ 18″ N, 10° 41′ 48″ O
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Höhe: 284 m
Einwohner: 1008 (31. Okt. 2015)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerzahlen auf www.stadtellrich.de (Memento vom 7. November 2016 im Internet Archive)</ref>
Eingemeindung: 9. April 1994
Postleitzahl: 99755
Vorwahl: 036332
Lage von Sülzhayn in Thüringen
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Datei:Kirche in Sülzhayn.jpg
St.-Katharinen-Kirche
Datei:SülzhaynRathaus.jpg
Ehemaliges Rathaus
Datei:DSC05323.JPG
Sanatorium Waldpark aus der Glanzzeit von Sülzhayn
Datei:Waldpark 13 jul 2010 070.JPG
Ehemaliges Sanatorium „Dr. Steins Neues Sanatorium“ nach Restaurierung heute „Ferien Hotel Villa Südharz“

Sülzhayn (Bedeutung etwa: „Hecke oder Hain am salzigen Fluss“<ref name=":0" />) ist ein Stadtteil von Ellrich in Thüringen (Deutschland). Der Ort hat rund 1.000 Einwohner und liegt 3 km Luftlinie nordöstlich der Ellricher Stadtmitte auf einer Höhe von 350 m ü. NN.

Geografie

Geografische Lage

Sülzhayn liegt an der Sülze, einem Zufluss der Zorge, unterhalb des Dreiländerecks zwischen Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen am Südhang des Harzes. Auch nach Süden ist Sülzhayn durch eine Hügelkette geschützt.

Nachbarorte

Nachbarorte sind Rothesütte im Norden, Zorge im Südwesten, Ellrich im Süden sowie Werna im Südosten. Rothesütte und Zorge sind allerdings nicht über Straßen mit dem Ort verbunden.

Geschichte

Der Ort Sülzhayn wurde 1332 erstmals urkundlich erwähnt.<ref name=":0">Sülzhayn. In: mdr Thüringen. Abgerufen am 29. Juni 2025.</ref> Er war ursprünglich eine Gemeinde in der Grafschaft Hohnstein und kam 1593 zum welfischen Herzogtum Braunschweig. Im Königreich Hannover gehörte es zum Amt Hohnstein, einer von der preußischen Provinz Sachsen umgebenen Exklave, und gehörte daher nach der preußischen Annexion Hannovers 1866 zur Provinz Hannover und zum 1885 gebildeten Kreis Ilfeld, ehe es 1932 mit der Auflösung des Kreises zum Landkreis Grafschaft Hohenstein in der Provinz Sachsen kam und daher nach 1945 thüringisch wurde. Am 9. April 1994 wurde die Gemeinde Sülzhayn in die Stadt Ellrich eingemeindet.<ref>Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Hrsg.: Statistisches Bundesamt</ref>

Entwicklung als Kurort

Als Folge der raschen Industrialisierung im Deutschen Reich zum Ende des 19. Jahrhunderts kam es in den Industriezentren und Großstädten zu einem enormen Anstieg bei Atemwegserkrankungen – unmittelbare Folge eines Phänomens, das man heute als Smog bezeichnet. Paul Stieber, der Direktor der Norddeutschen Knappschafts-Pensionskasse Halle, hatte die Idee, die weiterhin land- und forstwirtschaftlich geprägte Region des Südharzes für Luftkuren aufzusuchen. Auch erhoffte er sich, dort relativ preisgünstige Kurangebote für die Bergleute und die Arbeiterschaft ermöglichen zu können. 1898 wurde Sülzhayn zum Kurort.<ref name="chronik">Ortschronik Sülzhayn. Zeittafel "Kurort-Entwicklung". In: Heimat- und Kulturverein Sülzhayn e.V. 2005, abgerufen am 22. November 2025.</ref>

Der Kurbetrieb in der Region war bis in die 1950er Jahre möglich, dann geriet der Ort wegen seiner Nähe zur innerdeutschen Grenze in Isolation. Die Mehrzahl der Kurhotels und -heime wurde geschlossen. Verblieben ist das KMG Rehabilitationszentrum Sülzhayn, in dem neurologisch oder neuropsychiatrisch erkrankte und entwicklungsverzögerte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene behandelt werden. Zudem besitzt das Rehabilitationszentrum das Alleinstellungsmerkmal der Behandlung von Betroffenen mit Fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD).<ref>Profil KMG Rehabilitationszentrum Sülzhayn</ref>

Der Kurortstatus, der 1950 und 1995 bestätigt wurde, musste 2002 aufgegeben werden, weil die dafür erforderliche Infrastruktur nicht ausreichend war. Stattdessen erhielt Sülzhayn den Status als staatlich anerkannter Erholungsort<ref name="chronik" />, den es allerdings spätestens seit 2023 nicht mehr besitzt.<ref>2017 kein Erholungsort mehr, siehe: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft: Kur- und Erholungsorte in Thüringen. Drucksache 6/3368, Antwort auf Kleine Anfrage von Knut Korschewsky (DIE LINKE) vom 09.12.16. In: Thüringer Landtag, Parlamentsdatenbank. 27. Januar 2017, S. 12–15, abgerufen am 24. November 2025.</ref>

Noch heute findet man in und um Sülzhayn Spuren dieser Vergangenheit. Zahlreiche große Häuser lassen erahnen, dass Sülzhayn vor 100 Jahren ein gänzlich anderer Ort war.

Folgende Häuser sind teilweise heute noch zu finden:

  • Knappschafts-Heilstätte
  • Sanatorium Dr. Kremser (abgerissen<ref>Sanatorium in Sülzhayn wird abgerissen. Thüringer Allgemeine, 17. Juli 2019, abgerufen am 13. September 2023.</ref>)
  • Sanatorium Glückauf
  • Sanatorium Erholung (Ruine)
  • Sanatorium Hohenstein
  • Sanatorium Hohentanneck (Ruine)
  • Sanatorium Waldhaus (abgerissen)
  • Sanatorium Otto Stubbe (abgerissen)
  • Sanatorium Dr. Steins Neues Sanatorium
  • Sanatorium Kurhaus (abgerissen)
  • Sanatorium Rodehorst

Ortsbürgermeister

Seit der Kommunalwahl 2024 ist Inga Kalbitz (CDU)<ref>Hans-Peter Blum: Inga Kalbitz will Ortsbürgermeisterin im Kreis Nordhausen werden. In: Thüringer Allgemeine. 2. April 2024, abgerufen am 29. Juni 2025.</ref> Ortsbürgermeisterin von Sülzhayn. Sie wurde mit 74 Prozent der Stimmen gewählt.<ref>Ortsteil-/Ortschaftsbürgermeisterwahl 2024 in Thüringen – Sülzhayn. In: wahlen.thueringen.de. Abgerufen am 29. Juni 2025.</ref>

Sehenswürdigkeiten

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Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

  • Hans Joachim Kessler: Heilendes Wasser und sprudelnde Quellen. Begegnungen mit historischen Bädern in Thüringen. Hrsg.: Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. E. Reinhold Verlag, Altenburg 2001, ISBN 3-910166-44-X, … ein genialer Plan -Sülzhayn, S. 93–97.
  • Rudolf Fritz: 100 Jahre Kurbetrieb in Sülzhayn. In: Meyenburg Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 22. Nordhausen 1997, S. 16–22.

Weblinks

Einzelnachweise

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