Zum Inhalt springen

Stiftung Würth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Logo der Stiftung Würth mit roter Bildmarke und schwarzer Schrift der Wortmarke
Logo der Stiftung Würth

Die Stiftung Würth gehört zu den gemeinnützigen unternehmensverbundenen Stiftungen in Deutschland. Als Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Künzelsau, deren Gründung 1987 auf den Unternehmer Reinhold Würth und seiner Frau Carmen zurückgeht, verfolgt sie gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Die Stiftung Würth fördert vielseitige Projekte in den Bereichen Bildung & Wissenschaft, Soziales & Integration sowie Kunst & Kultur. Sie konzentriert sich bei ihrer Arbeit vorrangig auf ihre eigenen Einrichtungen und langjährigen Projekte. Der Aktivitätenschwerpunkt der Stiftung Würth liegt in der Region Hohenlohe.<ref name=":6">Stiftung Würth: Broschüre der Stiftung Würth. Stiftung Würth, 2025, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref><ref name=":0">Stefanie Jani: Geballte Kraft für den Nachwuchs. Hohenloher Zeitung, 6. Oktober 2012.</ref><ref>Stiftung Würth. In: C. Sylvia Weber (Hrsg.): Kultur bei Würth - Beiträge zur Kulturarbeit im Unternehmen. Swiridoff, 2020, ISBN 978-3-89929-238-1, S. 25.</ref> Sie möchte Menschen ermutigen, eine Zukunft zu gestalten, an der alle teilhaben.

Förderbereiche

Reinhold und Carmen Würth gründeten die Stiftung Würth im Jahr 1987, um das kulturelle und soziale Engagement der Würth-Gruppe zu bündeln und dessen kontinuierliche Fortsetzung zu gewährleisten.<ref name=":1">Henry Doll: Ins Gelingen verliebt sein: Stiftung Würth feiert 25-jähriges Bestehen. Hohenloher Zeitung, 2. Juli 2012.</ref><ref name=":2">Martin-W. Buchenau: Für welche Projekte Deutschlands Milliardäre auch in Coronazeiten spenden. In: Handelsblatt. 30. November 2020, abgerufen am 21. April 2021.</ref> Seit Gründung der Stiftung hat sich der Förderbereich mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen kontinuierlich ausgeweitet.<ref>Manfred Stockburger: Würth-Hilfe läuft über gemeinnützige Stiftung. In: Hohenloher Zeitung. 15. September 2015, abgerufen am 21. April 2021.</ref> Neben ihren eigenen Aktivitäten trägt sie zur Umsetzung wertvoller Projekte anderer Organisationen mit Schwerpunkt auf der Region Hohenlohe bei, die im Einklang mit den Stiftungszwecken stehen, und stärkt so den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf vielfältige Weise.<ref name=":6" /><ref name=":5">Stiftung Würth. In: C. Sylvia Weber (Hrsg.): Kultur bei Würth - Beiträge zur Kulturarbeit im Unternehmen. Swiridoff, 2020, S. 25.</ref>

Bildung & Wissenschaft

In der Arbeit der Stiftung Würth steht der Einsatz für gute Bildung an erster Stelle. Bildung und Wissenschaft sind das Fundament für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Gesellschaft. Sie fördern individuelle Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Stiftung Würth begleitet Menschen auf ihrem Bildungsweg und eröffnet neue Perspektiven. Mit den eigenen Bildungseinrichtungen setzt sie gezielt Impulse für Wissen und Lernen.

Die Freien Schulen Anne-Sophie in Künzelsau und Berlin, deren Trägerin die Stiftung Würth ist, bieten im Zentrum des vielfältigen Bildungsengagements ein Zuhause für zielorientiertes Lernen in einer motivierenden Umgebung. „Jedes Kind soll die Schule als Gewinner verlassen“ – das ist die Leitlinie, die Bettina Würth als Mitglied des Aufsichtsrats der Stiftung Würth und als Initiatorin der Schulen vorgegeben hat. Beide sind staatlich anerkannte Schulen mit Ganztagsbetreuung für alle Bildungsgänge – von der Grundschule bis zum Abitur.<ref name=":3">Geschäftsbericht der Würth-Gruppe 2019. Abgerufen am 28. April 2021.</ref> Die Schulen arbeiten nach einem eigenen pädagogischen Konzept.

Mit der Gründung des Kompetenzzentrums Ökonomische Bildung unter dem Dach der Stiftung Würth im Jahr 2005 hat sie sich zum Ziel gesetzt, wirtschaftliche Themen stärker im Schulunterricht zu verankern und die berufliche Orientierung von Jugendlichen in Baden-Württemberg zu fördern. Das Kompetenzzentrum vergibt jährlich den Würth Bildungspreis für weiterführende allgemeinbildende Schulen und den Landespreis der Werkrealschule, organisiert die „Handwerkstatt“ als Maßnahme zur beruflichen Orientierung für Schüler und die Fortbildung „Wirtschaftspraxisprogramm für Lehrkräfte“ sowie ein Führungskräftesymposium.<ref>Stiftung Würth: Website des Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Darüber hinaus ist die Stiftung Würth seit 2005 Trägerin der Stiftung zur Förderung der Reinhold-Würth-Hochschule des Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn.<ref>Hochschule Heilbronn: Campus Künzelsau der HHN. Abgerufen am 28. Januar 2026.</ref> Ihr Zweck ist die gezielte Unterstützung von Wissenschaft, Forschung und Lehre durch die Förderung innovativer Projekte. Im Jahr 2019 investierte die Stiftung Würth einen zweistelligen Millionenbetrag in die Erweiterung der Reinhold-Würth-Hochschule am Campus Künzelsau mit einem Vorlesungs- und Hörsaalgebäude mit Büroräumen sowie einem Institutsgebäude mit entsprechender Ausstattung. Auch die Unterstützung des Campus Schwäbisch Hall der Hochschule Heilbronn ist ein Bekenntnis zur Region Hohenlohe.

An der Eberhard Karls Universität Tübingen unterstützt die Stiftung die Tübinger Poetik-Dozentur, ein Projekt am Deutschen Seminar, das Studenten, Dozenten und der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit gibt, mit bekannten Autoren ins Gespräch zu kommen.<ref>Tübinger Poetik-Dozentur: Karl Ove Knausgård in Tübingen. Stuttgarter Nachrichten, 16. August 2019, abgerufen am 28. April 2021.</ref><ref>Stiftung Würth: Kultur bei Würth - Beiträge zur Kulturarbeit im Unternehmen. Hrsg.: C. Sylvia Weber. Swiridoff, 2020, S. 70.</ref>

Soziales & Integration

Der Mensch steht im Mittelpunkt des Handelns der Stiftung Würth, unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht und kognitiven Fähigkeiten. Ihr Ziel ist es, Barrieren zwischen Menschen abzubauen und sie am besten ganz zu beseitigen.

Für Carmen Würth, die gemeinsam mit ihrem Mann die Stiftung Würth gründete, sind Mitmenschlichkeit und Harmonie die Schlüssel zu einem gelingenden Miteinander in unserer Gesellschaft. Ihr ist es ein Anliegen, keine Unterschiede zwischen den Menschen zu machen. Werte wie Empathie, Aufrichtigkeit, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Nächstenliebe bilden die Grundlage ihres Handelns. Daher setzt sich Carmen Würth tatkräftig und selbstlos für die Belange derer ein, die in unserer Gesellschaft benachteiligt oder ausgegrenzt werden. Die Stiftung Würth folgt mit ihren Projekten im Bereich Integration dem Vorbild ihrer Stiftungsgründerin. Sie fördert soziale Integration, etwa durch die Veranstaltung eines Musikfests für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. Auch die Mitfinanzierung der Markus Würth Stiftungsprofessur für Kinderneuroorthopädie und Cerebralparese an der Technischen Universität München (TUM) zur Förderung der Grundlagenforschung zum Wohle von Menschen mit Behinderung ist seit 2012 Teil ihres umfassenden Engagements.<ref>Barbara Griesinger: Forschung für Menschen mit Handicap. Hohenloher Zeitung, 26. März 2012.</ref><ref>Barbara Griesinger: Forschung und Hilfe für besondere Menschen. Heilbronner Stimme, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

So engagiert sich die Stiftung unter anderem seit 2009 für das Kinderzentrum Ümüt-Nadjeschda für körperbehinderte und entwicklungsverzögerte Kinder in Bischkek, Kirgisistan.<ref>Monika Everling: „Ich bin dankbar für das, was ich nicht hatte“. Südwest Presse, 18. Juli 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Februar 2021; abgerufen am 28. April 2021.</ref> Außerdem unterstützt sie die Andreas-Fröhlich-Schule Krautheim, ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.<ref>Würth finanziert Klavierprojekt. Südwest Presse, 10. März 2016.</ref> Seit 2013 gibt es das Musikfest der Stiftung Würth – Das Festival der besonderen Art, bei dem Musikgruppen mit Förderbedarf auftreten.<ref name=":7">Bernadette Schoog: Dem Herzen Raum geben: Die sozialen Projekte der Carmen Würth. Swiridoff, 2017, ISBN 978-3-89929-330-2.</ref> Auf Initiative von Carmen Würth unterstützt die Stiftung Würth auch die Gemeinschaft „Estia Agios Nikolaos“ (St.-Nikolaus-Heim), ein integratives Dorf in Galaxidi, Griechenland, in dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung ab 18 Jahren zusammen in Familiengemeinschaften leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen.<ref name=":7" />

Weiter fördert die Stiftung Würth auf Initiative von Carmen Würth den gemeinnützigen Verein iThemba Labantu mit Sitz in München, der es sich in erster Linie zur Aufgabe gemacht hat, die Lebenssituation der Menschen in den Townships von Südafrika zu verbessern.<ref>Pressemitteilung der Würth-Gruppe: Neuer Fußballplatz in Kapstadt mit Unterstützung der Stiftung Würth eröffnet. 20. Februar 2019, abgerufen am 17. Mai 2021.</ref> Unter anderem hat die Stiftung 2020 eine Patenschaft für eine Schulklasse und unterstützte finanziell den Philipp Lahm Sportsground.<ref>Pressemitteilung der Würth Gruppe: Ähnliche Interessen zweier Stifter. 16. Januar 2020, abgerufen am 28. April 2021.</ref> Die Stiftung unterstützt zudem den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.<ref>Heilbronner Stimme: Würth spendet Gedenkkranz aus 1000 Metallblüten. 16. November 2020, abgerufen am 28. April 2021.</ref>

Kunst & Kultur

Die Stiftung Würth fördert Kunst, Literatur und Musik – Bereiche, die den Stiftungsgründern Carmen und Reinhold Würth seit jeher wichtig sind. Für sie war es immer selbstverständlich, dass wirtschaftlicher Erfolg mit sozialer und kultureller Verantwortung einhergehen muss. Sie begeistern sich schon ihr ganzes Leben lang für Literatur, Kunst und Musik. In diesen drei Bereichen fördert die Stiftung Würth Autoren, Künstler und Musiker durch die Vergabe von Preisen. Die Preisverleihungen sind öffentlich und ohne Eintritt zugänglich, alle Kunst-, Musik- und Literaturbegeisterten sind herzlich eingeladen.

Seit 1991 vergeben die Jeunesses Musicales Deutschland und die Stiftung Würth den Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland.<ref name=":2" /><ref>Süddeutsche Zeitung: Junge Norddeutsche Philharmonie erhält Würth-Musikpreis. 7. September 2020, abgerufen am 17. Mai 2021.</ref> Für zeitgenössische bildende Künstler lobt die Stiftung Würth seit 1993 den Robert-Jacobsen-Preis aus, der an den dänischen Bildhauer Robert Jacobsen erinnert.<ref>Monopol Magazin: Robert-Jacobsen-Preis an Berliner Bildhauer Yngve Holen. 29. September 2017, abgerufen am 21. April 2021.</ref> Der Würth-Preis für Europäische Literatur wird seit 1997 alle zwei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die im Schnittpunkt unterschiedlicher Kulturen arbeiten, die sich mit europäischen Kulturtraditionen auseinandersetzen oder sich Problemen widmen, die in ihrem Land erst durch europäische Einflüsse entstanden sind.<ref>Der Tagesspiegel: Peter Handke mit Preis für Europäische Literatur geehrt. 23. März 2016, abgerufen am 21. April 2021.</ref><ref>Literaturhaus München: Veranstaltungsarchiv. Abgerufen am 11. Mai 2023.</ref>

Die Stiftung unterstützt regelmäßig besonders bedeutsame Projekte anderer Veranstalter, darunter der Hohenloher Kultursommer<ref>Hohenloher Kultursommer: Sponsoren und Förderer. Abgerufen am 28. April 2021.</ref> sowie der dort alle zwei Jahre stattfindende Internationale Violinwettbewerb der Kulturstiftung Hohenlohe, der sich an hochbegabte junge Künstler aller Nationen unter 21 Jahren wendet.<ref>Rundschau: Geigentalente messen sich im Kloster. 20. August 2019, abgerufen am 21. April 2021.</ref><ref>Bettina Lober: „Ohne Arbeit geht es nicht“. In: Haller Tagblatt. 29. August 2019, abgerufen am 21. April 2021.</ref> und die Junge Oper Schloss Weikersheim.<ref>Mannheimer Morgen: Sponsoring schafft für beide Seiten ein „Mehr“. Abgerufen am 21. April 2021.</ref>

Organisation

Die Stiftung Würth ist eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts.<ref name=":8">Die Stiftung. In: Stiftung Würth. Abgerufen am 28. April 2021.</ref> Sie verfolgt ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke.<ref name=":4">Martin-W. Buchenau: Für welche Projekte Deutschlands Milliardäre auch in Coronazeiten spenden. In: Handelsblatt. 30. November 2020, abgerufen am 21. April 2021.</ref> Unterstützt werden die Aktivitäten der Stiftung Würth durch die Gesellschaften der Würth-Gruppe in Deutschland, insbesondere durch die Adolf Würth GmbH & Co. KG.<ref name=":3" /> Stiftung und Unternehmen arbeiten inhaltlich unabhängig voneinander, was eine klare Trennung zwischen ökonomischen und philanthropischen Gesichtspunkten bedeutet. Sitz der Stiftung ist Künzelsau.<ref name=":8" />

Vorstand und Aufsichtsrat

Die Stiftungsorgane sind der Vorstand und der Aufsichtsrat. Der Vorstand führt die Geschäfte der Stiftung.<ref name=":9">Stiftungsorgane. In: Stiftung Würth. Abgerufen am 17. Mai 2021.</ref> Nach dem Willen der Stifter gehören dem Aufsichtsrat Mitglieder der Familie und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an, der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand.<ref name=":9" /> Vorsitzender des Vorstands ist derzeit Johannes Schmalzl und stellvertretender Vorsitzender des Vorstands ist Ulrich Roth. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Reinhold Würth.<ref name=":9" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein