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Hain-Salbei

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(Weitergeleitet von Steppen-Salbei)

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Hain-Salbei
Datei:Salvia nemorosa 2.jpg

Hain-Salbei (Salvia nemorosa)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Salbei (Salvia)
Art: Hain-Salbei
Wissenschaftlicher Name
Salvia nemorosa
L.

Der Hain-Salbei oder Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) ist eine in Mitteleuropa wild wachsende Art der Gattung Salbei (Salvia) und gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Datei:Salvia nemorosa sl37.jpg
Blüten

Merkmale

Der Hain-Salbei ist eine 30 bis 50 cm, selten nur 20 cm oder bis 70 cm hohe, ausdauernde Pflanze (Hemikryptophyt). Er ist ein Pfahlwurzel-Pleiokorm.<ref name="Rothmaler4" /> Die Stängel sind oberwärts drüsenlos flaumig behaart, es gibt aber sitzende Drüsen. Gleiches gilt für die Knäuel-Tragblätter und den Kelch. Der Hain-Salbei bildet eine Halbrosette oder ist rosettenlos. Die Grundblätter sind zur Zeit der Blüte verdorrt. Die Knäuel-Tragblätter sind meistens purpurn überlaufen. Die Laubblätter sind graugrün.<ref name="ÖExkFl" /> Die unteren Stängelblätter sind 2 bis 7 Zentimeter lang gestielt, die oberen sind mehr oder weniger sitzend.<ref name="HegiGams1964" /> Die Blattspreite ist etwa 4 bis 8 Zentimeter lang und 1 bis 2,5 Zentimeter breit, sie ist fein und regelmäßig gekerbt und dicht netzig-runzelig.<ref name="HegiGams1964" />

Der Blütenstand besteht aus etwa 12 bis 24 dicht übereinanderstehenden Scheinquirlen.<ref name="HegiGams1964" /> Die Scheinquirle sind 2- bis 12-blütig.<ref name="Rothmaler4" /> Die Krone ist lilablau und 10 bis 15 (selten nur 8) mm lang. Die Oberlippe ist ziemlich stark gekrümmt, die herabgeschlagene Unterlippe ist dreilappig.<ref name="HegiGams1964" /> Die Staubblätter besitzen einen Hebelmechanismus.<ref name="Rothmaler4" /> Die Klausen sind dunkelbraun, 1,75 Millimeter lang und verschleimen bei Feuchtigkeit.<ref name="HegiGams1964" /> Als Blütezeit wird für Deutschland Juni und Juli<ref name="Rothmaler4" />, für Österreich Juni bis September (Oktober) angegeben.<ref name="ÖExkFl" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Rothmaler4" />

Datei:Salvia nemorosa sl2.jpg
Habitus
Datei:Salvia nemorosa.JPG
Hain-Salbei (Salvia nemorosa)

Verbreitung und Standorte

Der Hain-Salbei kommt in Europa und Westasien vor. Er hat eine submeridionale-südtemperate Verbreitung mit den Kontinentalitätsstufen c3 bis c8 (von 10). Als Neophyt kommt er auch in den meridional-temperaten Gebieten Nordamerikas vor.<ref name="Rothmaler4" /> Sein Verbreitungsgebiet reicht von Spanien bis Polen, Afghanistan und Kasachstan.<ref name="POWO" />

In Österreich ist der Hain-Salbei im pannonischen Gebiet (Burgenland, Wien, Niederösterreich) heimisch und kommt hier häufig vor, im übrigen Gebiet (Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol) kommt er unbeständig und verschleppt vor. Er wächst auf leicht ruderal beeinflussten Halbtrockenrasen, an Wegen und Böschungen. Er ist kalkhold und kommt häufig über Löss vor. Er ist auf die colline Höhenstufe beschränkt.<ref name="ÖExkFl" /> In Mitteleuropa kommt er vor allem in Gesellschaften des Verbands Onopordion acanthii, aber auch in Gesellschaften der Klassen Sedo-Scleranthetea oder Festuco-Brometea vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er steigt im Kaukasus bis 1470 Meter Meereshöhe auf.<ref name="HegiGams1964" />

In Deutschland fehlt er nur in Schleswig-Holstein, in den übrigen Bundesländern kommt er selten bis zerstreut vor. Die Standorte gleichen denen in Österreich.<ref name="Rothmaler4" /> In der Schweiz fehlt die Art.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Taxonomie und Systematik

Salvia nemorosa wurde 1762 von Carl von Linné in Species Plantarum 2. Auflage, Band 1 Seite 35 erstbeschrieben.

Man kann folgende Unterarten unterscheiden<ref name="WCSP" />:

  • Salvia nemorosa subsp. nemorosa: Sie kommt in Europa vor.<ref name="WCSP" />
  • Salvia nemorosa subsp. pseudosylvestris <templatestyles src="Person/styles.css" />(Stapf) Bornm.: Sie kommt von Südosteuropa bis ins nordöstliche Afghanistan vor.<ref name="WCSP" />

Die Hybride mit dem Wiesen-Salbei (Salvia pratensis <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) ist Salvia × sylvestris <templatestyles src="Person/styles.css" />L. = Salvia nemorosa × Salvia pratensis. Ihr Verbreitungsgebiet ist Europa.<ref name="WCSP2" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für Salvia × sylvestris: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).<ref name="InfoFlora" />

Belege

<references> <ref name="ÖExkFl"> Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9. </ref> <ref name="Rothmaler4"> Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland. Band 4. Gefäßpflanzen: Kritischer Band. 10. Auflage, Elsevier, München 2005, ISBN 3-8274-1496-2 </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="WCSP2">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="HegiGams1964">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2501–2503.</ref> <ref name="InfoFlora"> Salvia ×sylvestris L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Salvia nemorosa. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Jens G. Rohwer: Lamiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 692.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Hain-Salbei – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien