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Abtei Saint-Germain-des-Prés

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Datei:Paris Abbaye Saint-Germain-des-Prés 1.jpg
Saint-Germain-des-Prés von Süden
Datei:Abbaye Saint Germain des Prés en 1687.jpg
St-Germain-des-Prés 1687

Von der Mitte des 6. Jahrhunderts gegründeten einstigen Abtei ist nur die Kirche Saint-Germain-des-Prés ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=fr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=französisch}} [<templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}abei də sɛ̃ ʒɛʁmɛ̃ de pʁe{{#if:

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Der erste Kirchenbau an dieser Stelle wurde im Jahre 558 geweiht. Auch die heute weitgehend zerstörte Abtei datiert aus diesem oder dem folgenden Jahrhundert. Der spätere Name von Abtei und Kirche geht auf das 8. Jahrhundert zurück und bezieht sich auf den heiligen Germanus ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), der von 550 bis 576 der 20. Bischof von Paris war.

Geschichte

Datei:Plan.abbaye.Saint.Germain.des.Pres.png
Plan der Abtei nach Viollet-le-Duc

Schon in römischer Zeit soll es am Ort der späteren Kirche einen Isis-Tempel mit eigenem Initiationskult gegeben haben. Der ursprüngliche Kirchenbau wurde ab 557 durch Childebert I., einen Sohn Chlodwigs I., unweit der Île de la Cité errichtet, um zwei Reliquien zu ehren, die der fränkische König in Saragossa erbeutet hatte. Die Kirche wurde daher zunächst dem Heiligen Kreuz und dem heiligen Vincenz von Saragossa (Basilique Sainte-Croix et Saint-Vincent) geweiht. Der spätere Beiname der Germanus-Abtei ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=fr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=französisch}}) deutet auf deren Standort außerhalb der Stadtmauern, auf damals noch nicht erschlossenem Weideland hin. In dieser Zeit diente die Abtei als Nekropole mehrerer fränkischer Könige aus der Linie der Merowinger, bevor die heutige Kathedrale von Saint-Denis diese Rolle übernahm. Als erster König wurde Childebert I. hier im Dezember 558 durch den Bischof Germanus von Paris bestattet.

Im Jahr 576 wurde Germanus selbst in einer benachbarten Kapelle beigesetzt, bevor seine Gebeine im Jahre 755 – im Zuge seiner Heiligsprechung – durch den Karolinger Pippin den Jüngeren und seine Söhne Karl und Karlmann hinter den Hauptaltar der Kirche übertragen wurden. Nachdem die Abtei, die angeblich wegen ihrer vergoldeten Dächer auch Saint-Vincent-le-Doré genannt wurde, im 9. Jahrhundert die Habgier der Wikinger geweckt hatte, geplündert und niedergebrannt worden war, wurde sie im 10. Jahrhundert wieder aufgebaut. Inzwischen hatte sie den Namen des heiligen Germanus angenommen und hieß fortan Saint-Germain-des-Prés.

Während der Französischen Revolution 1793–1794 wurde die Abtei geschlossen und in eine Salpeterraffinerie umgewandelt, die Gräber der Merowinger wurden zerstört. Während die ursprünglichen Königsgräber verloren gegangen sind, haben Ausgrabungen gelegentlich Überreste freigelegt, wie beispielsweise die Entdeckung zweier merowingischer Gräber unter dem Hauptaltar im Jahr 1799, die anschließend in das Cluny-Museum überführt wurden.

Große Teile der Abtei waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts baufällig und wurden abgerissen, darunter die Chapelle de la Vierge (1802) und beiden Doppeltürme (1822). Immerhin gelang es den Architekten François Mazois und Étienne-Hippolyte Godde, die Kirche selbst zu retten. Auch der 1586 von dem damaligen Kommendatarabt Kardinal Charles I. de Bourbon in Auftrag gegebene, im 18. Jahrhundert allerdings stark umgebaute Abtspalast in der Rue Jacob ist noch erhalten. Das Gebäude mit dem Militärgefängnis, der Prison de l’Abbaye, wurde hingegen 1854 abgetragen.

In der Kirche befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte von Saint-Germain-des-Prés.

Kirche

Datei:Paris (75), abbaye Saint-Germain-des-Près, croisée, vue vers l'est 2.jpg
Chor mit Umgang und Triforium

Die Bausubstanz der heutigen Kirche stammt aus dem 11. bis 17. Jahrhundert. Das Dachwerk des Langhauses wurde dendrochronologisch auf Fällzeiten zwischen 1018 und 1038 datiert. Seine Außenwände und Arkaden stammen noch aus dieser Zeit, ebenso der Turm.

Im 12. Jahrhundert wurde der bisherige Chor durch den heutigen ersetzt, der im Jahre 1163 von Papst Alexander II. geweiht wurde, im selben Jahr wie die Kathedrale Notre-Dame. Die Kreuzrippengewölbe und die Arkade des Chorumgangs sind noch rundbogig. Darüber liegt ein Gangtriforium, dessen Öffnungen zum Binnenchor statt mit Bögen mit waagerechten Architraven schließen, die von korinthischen Säulen gestützt werden. Die Chorobergaden und die rechteckigen Joche des Binnenchors sind schon spitzbogig, die von Rippen stabilisierte Schirm-Halbkuppel der schließenden Apsis jedoch rundbogig. Insofern zeigt sich hier ein romanisch-gotischer Übergangsstil, wiewohl die Kirche als eines der ersten Bauwerke der Gotik gepriesen wird.<ref>Saint-Germain-des-Prés: L'église</ref>

Die älteren Teile der Kirche wurden erstmals im 13. Jahrhundert eingewölbt. Die heutigen rundbogigen Kreuzrippengewölbe von Mittelschiff und Seitenschiffen und die spitzbogigen des Querhauses wurden jedoch erst zwischen 1644 und 1646 eingezogen, als die Abtei (seit 1631) das Mutterhaus der Mauriner war. Die Wandmalereien (19. Jahrhundert) sind das Werk von Hippolyte Flandrin.

Orgel

Datei:Paris Abbaye Saint-Germain-des-Prés Innen Langhaus West 2.jpg
Langhaus ohne Triforium; Orgel
Datei:Paris, Saint-Germain-du-Prés, Hauptorgel (3).jpg
Prospekt mit Rückpositiv der Haerpfer-Orgel

Die Abteikirche erhielt 1474 eine neue Orgel.<ref>Geschichte der Orgel, abgerufen am 7. Mai 2023.</ref> Von 1662 bis 1667 erbauten Pierre und Alexandre Thierry eine neue Orgel mit vier Manualen und 36 Registern. Dieses Instrument wurde 1696 und 1722 umgebaut, bei der Schließung der Abteikirche (1792) ausgelagert und 1798 in Saint-Eustache aufgestellt.

1805 erwarb man die 1679 von Alexandre Thierry erbaute Orgel der Abtei Saint-Victor. 1772 war dieses Instrument durch François-Henri Clicquot umgebaut und bei der Schließung der Abtei Saint-Victor (1792) abgebaut worden. Antoine und Louis Somer stellten die Orgel mit wenigen Veränderungen 1805–1810 in einem neuen Gehäuse in Saint-Germain-des-Prés auf. 1829 erweiterte Louis Callinet das Instrument um einige Register (z. B. eine Bombarde im Hauptwerk) ohne die Substanz wesentlich zu verändern. 1869 erfolgte ein Neubau im Gehäuse von Somer durch Jean-Baptiste Stolz, wobei das Gehäuse des Rückpositivs entfernt wurde. Joseph Gutschenritter veränderte zwischen 1922 und 1927 die Disposition im neobarocken Sinn.

Die Orgelbaufirma Haerpfer & Erman erbaute 1973 eine neue Orgel im alten Gehäuse und rekonstruierte das Rückpositivgehäuse. Das Instrument hat 56 Register auf vier Manualen und Pedal. Zehn Register stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, 17 wurden von Somer übernommen.<ref>Saint Germain des Prés, organsparisaz4.vhhil.n, abgerufen am 7. Mai 2023.</ref> Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.<ref>Nähere Informationen über die Orgel unter musiqueorguequebec.ca.</ref>

I Positif C–g3
Montre 8′
Bourdon 8′
Prestant 4′
Flûte 4′
Nasard 223|{{#if:2|22|{{#if:2|12|⁄}}}}}}′
Doublette 2′
Tierce 135|{{#if:3|13|{{#if:1|11|⁄}}}}}}′
Larigot 113|{{#if:1|11|{{#if:1|11|⁄}}}}}}′
Cornet III
Plein Jeu V
Trompette 8′
Cromorne 8′
Clairon 4′
II Grand Orgue C–g3
Montre 16′
Montre 8′
Flûte à cheminée 8′
Prestant 4′
Doublette 2′
Fourniture III
Mixture VIII
Voix humaine 8′
III Récit expressif C–g3
Viole 8′
Céleste 8′
Bourdon 8′
Prestant 4′
Flûte 4′
Flûte 2′
Cornet V 8′
Cymbale V
Bombarde 16′
Trompette 8′
Basson-Hautbois 8′
Clairon 4′
IV Bombarde C–g3
Bourdon 16′
Bourdon 8′
Flûte 4′
Grande Tierce 315|{{#if:1|31|{{#if:3|13|⁄}}}}}}′
Nasard 223|{{#if:2|22|{{#if:2|12|⁄}}}}}}′
Quarte 2′
Tierce 135|{{#if:3|13|{{#if:1|11|⁄}}}}}}′
Sifflet 1′
Cornet V 8′
Bombarde 16′
1ère Trompette 8′
2è Trompette 8′
Clairon 4′
Pédale C–f1
Flûte 16′
Soubasse 16′
Quinte 1023|{{#if:2|102|{{#if:10|110|⁄}}}}}}′
Principal 8′
Bourdon 8′
Principal 4′
Mixture VIII
Bombarde 16′
Trompette 8′
Clairon 4′
  • Koppeln: I/II, III/II, IV/II, I/P, II/P, III/P, IV/P
Organisten

Äbte

Prioren

Beisetzungen

In dem Vorgängerbau Saint-Vincent-Sainte-Croix wurden beigesetzt:

In Saint-Germain-des-Prés wurden beigesetzt:

Siehe auch

Literatur

  • Julia Droste-Hennings, Thorsten Droste: Paris. DuMont, Köln 2003, ISBN 3-7701-6090-8, S. 238–240.
  • Heinfried Wischermann: Architekturführer Paris. Gerd Hatje, Ostfildern 1997, ISBN 3-7757-0606-2, S. 25.
  • Dieter Kimpel, Robert Suckale: Die gotische Architektur in Frankreich 1130–1270. Hirmer, München 1985, ISBN 3-7774-4040-X, S. 123–125, 528–530.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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