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Liste von außergewöhnlichen Namen aus der Biologie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

In diesem Artikel werden wissenschaftliche Benennungen gesammelt, die im Rahmen gültiger biologischer Nomenklaturregeln außergewöhnlich erscheinen. Die Namensgebung in der Biologie ist eindeutig durch verschiedene international gültige Regelwerke und Vereinbarungen reglementiert. In Werken wie den Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur oder dem Internationalen Code der Botanischen Nomenklatur ist festgelegt, wann ein wissenschaftlicher Name rechtmäßig ist und wann er nicht akzeptiert wird.

Immer wieder gibt es kreative Benennungen mit einem gewissen „Unterhaltungswert“. Dies kann aufgrund der Auswahl des Namens (Benennung etwa nach einer Musikgruppe, einem Film o. ä.), der Länge des Namens, seiner Buchstabenzusammensetzung (Palindrom, viele Vokale) oder anderer Eigenschaften sein. Benennung nach prominenten Personen (Dedikationsname), etwa Politikern oder Künstlern, ist dabei zu allen Zeiten vielfach üblich gewesen und für sich betrachtet keine auffallende Besonderheit.

Auffällige Worte

Lange Namen

Datei:Parastratiosphecomyia sphecomyioides Brunetti (lectotype) - ZooKeys-238-001-g002-2.jpeg
Parastratiosphecomyia stratiosphecomyioides

Kurze Namen

Erste und letzte im Alphabet

Palindrome

Palindrome sind Wörter, die sich von hinten und von vorn mit der gleichen Bedeutung lesen lassen.

Anagramme

  • Filago, die Gattung der Filzkräuter, wird von manchen Autoren in die Gattungen Filago, Logfia, Gifola und Oglifa aufgeteilt.

Wortbedeutungen

Benennung nach Prominenten

Die Benennung von Arten nach bedeutenden Personen ist in der Biologie durchaus üblich. Die folgenden Benennungen sind vor allem ungewöhnlich, weil sie nach speziellen Merkmalen bekannter Persönlichkeiten erfolgten.

Namen fiktiver Personen und Wesen

Aus der Welt der Sagen und Märchen

Mächte des Bösen und des Todes

Benennungen nach Wesen aus Büchern, Film und Fernsehen

Aus den Romanen von Joanne K. Rowling

Viele Taxa wurden nach Figuren der Harry-Potter-Romane von Joanne K. Rowling benannt.

Aus den Romanen von J. R. R. Tolkien

Aufgrund der Popularität J. R. R. Tolkiens, des Autors des Herrn der Ringe, wurden von Wissenschaftlern viele Tiere ihm zu Ehren benannt. Besonders Leigh Van Valen benannte 1978 eine ganze Menge Säugetiere aus dem Paläozän nach Charakteren und Begriffen aus Tolkiens fiktiver Welt Mittelerde.

Zu den nicht verlinkten Charakteren, siehe den Artikel Figuren in Tolkiens Welt.

Datei:Gollum attenuatus (Slender smooth-hound).gif
Der Hai Gollum attenuatus, Zeichnung: Tony Ayling
Datei:Illustrations of the zoology of South Africa (6263863952).jpg
Smaug giganteus

Sonstige Kuriosa

  • Agra phobia, ein südamerikanischer Laufkäfer, nach dem englischen Agraphobia, der übertriebenen Angst vor sexuellem Missbrauch oder Situationen, die zu einem solchen führen könnten.
  • Agra vation, ein metallisch-grüner Laufkäfer aus Peru, nach dem englischen Aggravation (sic), Ärger, Verschlechterung, Verschlimmerung.
  • Ameiva nodam und Ameiva aggerecusans, zwei peruanische Echsenarten. Der Name (englisch „nodam“ = kein Staudamm bzw. lateinisch „agger“ = Damm und „recusare“ = zurückweisen) soll auf die Bedrohung der Tiere durch örtliche Staudammprojekte aufmerksam machen.<ref>Fundsache Nr. 1237: Skurrile Namen für neuentdeckte Echsen, n-tv Wissen, 10. Dezember 2013.</ref>
  • Basfia, eine Bakteriengattung, die nach dem Chemiekonzern BASF benannt wurde, weil der erste isolierte Bakterienstamm aus den Labors der BASF in Ludwigshafen stammte.
  • Brasilestes stardusti, fossiles Säugetier aus Brasilien, benannt nach dem Lied Ziggy Stardust von David Bowie.
  • Cafeteria, eine Gattung planktisch lebender Geißeltierchen (Flagellaten), die eine wichtige Rolle in der Nahrungskette spielt.
  • Callicebus aureipalatii, übersetzt der Golden Palace Monkey, benannt nach dem Online-Casino GoldenPalace.com, das den Namen auf einer Auktion zugunsten des Madidi-Nationalparks in Bolivien ersteigerte.
  • Deefgea rivuli, ein schleimbildendes Bakterium, das in extrem kalkhaltigem Wasser lebt. Es trägt seinen Namen zu Ehren der Forschungsförderungsorganisation Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
  • Dreadnoughtus, ein sauropoder Dinosaurier, dessen Name aus den englischen Wörtern dread und nought zusammengesetzt ist und auf die Größe des Tieres bezogen ist. Die deutsche Übersetzung ist „Fürchte nichts“.
  • Electrolux, ein Rochen aus der Familie der Schläferrochen, der seine Nahrung einsaugt und elektrische Schläge austeilen kann, nach der schwedischen Hausgerätefirma Electrolux, die vor allem durch ihre Staubsauger bekannt wurde.
  • Euglossa bazinga, eine Bienenart, nach Sheldon Coopers Ausruf „Bazinga!“ aus der Serie The Big Bang Theory.
  • Eurythenes plasticus, ein Tiefsee-Flohkrebs, benannt um auf die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll aufmerksam zu machen.<ref>Johanna N. J. Weston, Priscilla Carrillo-Barragan, Thomas D. Linley, William D.K. Ried, Alan J. Jamieson New species of Eurythenes from hadal depths of the Mariana Trench, Pacific Ocean (Crustacea: Amphipoda) Benennung publiziert in Zootaxa, 5. März 2020, abgerufen am 5. März 2020</ref>
  • Fenerbahce, eine Gattung der Zahnkärpflinge, benannt nach dem türkischen Fußballverein Fenerbahçe Istanbul.<ref>Özdikmen, H., N. Polat, M. Yilmaz and O. Yazicioglu (2006): A replacement name for the preoccupied genus name Adamas Huber, 1979 (Actinopterygii: Cyprinodontiformes). Munis Entomology & Zoology 1 (1): 167–168</ref>
  • Der theropode Dinosaurier Gasosaurus ist nach dem Ölbohrunternehmen benannt, das die Fundstelle entdeckte (englisch gas(oline), was „Benzin“ bedeutet). Das chinesische Wort für Benzin bedeutet daneben aber auch „Ärger machen“ – ein passender Name für einen Raubdinosaurier.<ref name="Holtz_2007">Thomas R. Holtz Jr.: Dinosaurs. The most complete, up-to-date encyclopedia for dinosaur lovers of all ages. Random House, New York NY 2007, ISBN 978-0-375-82419-7, S. 45.</ref>
  • Heerz lukenatcha ist der Name einer parasitisch lebenden Wespe. Die Beschreibung erfolgte durch P. M. Marsh, der für die Namensgebung eine umgangssprachlich-phonetische Schreibweise des von Humphrey Bogart gesprochenen Satzes „Here’s looking at you, (kid).“ (deutsche Übersetzung: „Ich seh dir in die Augen, (Kleines!)“) aus dem Film Casablanca wählte.
  • Imperator ist der Name einer Pilzgattung, der sich aufgrund ihrer prachtvollen Fruchtkörper auf den Kaisertitel bezieht.<ref name="Assyov2015">Boris Assyov, Jean-Michel Bellanger, Paul Bertéa, Régis Courtecuisse, Gerhard Koller, Michael Loizides, Guilhermina Marques, José Antonio Muñoz, Nicolò Oppicelli, Davide Puddu, Franck Richard, Pierre-Arthur Moreau: Index Fungorum no. 243. (PDF) 21. Mai 2015, abgerufen am 23. Juni 2015.</ref>
  • Irritator challengeri ist ein Dinosaurier aus der Familie der Spinosauridae. Die Namensgebung der Gattung wurde von den Autoren mit der Irritation begründet, die sie empfanden, als sie die künstliche Verlängerung der Schnauze des Fossils bemerkten. Dieses war von privaten Sammlern falsch rekonstruiert und mit Modelliermasse zu vervollständigen versucht worden. Namensgebend für das Epitheton war der fiktive Professor Challenger in Sir Arthur Conan Doyles Roman „Die vergessene Welt“ („The Lost World“).<ref>D. M. Martill, A. R. I. Cruickshank, E. Frey, P. G. Small, M. Clarke: A new crested maniraptoran dinosaur from the Santana Formation (Lower Cretaceous) of Brazil. In: Journal of the Geological Society. Band 153, Nr. 1, Januar 1996, ISSN 0016-7649, S. 5–8, doi:10.1144/gsjgs.153.1.0005 (lyellcollection.org [abgerufen am 16. April 2024]).</ref>
  • La cerveza, ein Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae; La cerveza ist spanisch und bedeutet „Das Bier“. Die Gattung umfasst außerdem die Arten La paloma und La cucaracha<ref>Bernard Landry (1992): A phylogenetic analysis of the major lineages of the Crambinae and of the Genera of Crambini of North America (Lepidoptera: Pyralidae). Ph.D. Thesis, Carleton University, Ottawa.</ref>.
  • Lycoperdon (Stäublinge), gr. wörtlich „Wolfsfurz“.
  • Macrostylis metallicola, eine Tiefseeassel, deren Name der Band Metallica gewidmet wurde, um gleichzeitig auf die Auswirkungen des Tiefseebergbaus auf betroffene Ökosysteme aufmerksam zu machen (metallicola bedeutet auch „Metallbewohnerin“ und weist auf den Lebensraum der Art hin, der zahlreiche Manganknollen enthält).<ref>Torben Riehl, Bart De Smet: Macrostylis metallicola spec. nov.—an isopod with geographically clustered genetic variability from a polymetallic-nodule area in the Clarion-Clipperton Fracture Zone. In: PeerJ. Band 8, 27. Februar 2020, ISSN 2167-8359, S. e8621, doi:10.7717/peerj.8621, PMID 32149025, PMC 7049464 (freier Volltext) – (peerj.com [abgerufen am 24. November 2022]).</ref>
  • Mantispa aphavexelte wurde 1994 von den österreichischen Entomologen Ulrike und Horst Aspöck als Name für eine lange Zeit auf Grund einer Verwechselung falsch bezeichnete Art aus der Familie der Fanghafte festgelegt. Als ironische Ablenkung von der tatsächlichen Etymologie („eine verwechselte“ in österreichischer Aussprache) schrieben die Autoren, Aphavexelte sei der Name der griechischen „Göttin der Konfusion“.
  • Megalopinus lapsus, eine asiatische Käferart. Da der ursprünglich verwendete Artname bereits vergeben war und somit ein Homonym erzeugt wurde, wurde dieser Fehler (= Lapsus) durch Umbenennung ausgebessert.<ref>Friedrich-Loeffler-Straße 56, 17489 Greifswald, Germany, Tobias Mainda: Contribution to the knowledge of the genus Megalopinus Eichelbaum, 1915 in the Oriental region (Coleoptera: Staphylinidae). In: Journal of Tropical Coleopterology. Band 3, Nr. 1, 28. Juli 2022, S. 45–54, doi:10.53716/jtc.3.1.7.2022 (jtcoleop.com [PDF; abgerufen am 24. November 2022]).</ref>
  • Mini, eine kleine südamerikanische Froschgattung, gibt Anlass zu Wortkombinationen mit dem Artnamen wie Mini ature, Mini mum oder Mini scule („miniscule“ bedeutet im Englischen winzig).
  • Oedipina complex (ehemals Oedipus complex<ref>Oedipus complex Dunn, 1924, Occas. Pap. Boston Soc. Nat. Hist., 5: 94.</ref>), Tropensalamanderart aus Panama, Ecuador und Kolumbien, benannt nach dem Ödipuskomplex.
  • Parvamussium mordsdrum, eine fossile Muschelart, mundartlich-österreichisch aufgrund ihrer außergewöhnlichen Größe benannt („Mordsdrum“ = ein Riesending).<ref>S. Schneider et al.: Propeamussiidae, Inoceramidae, and other Bivalvia from the Lower Cretaceous Puez Formation (Valanginiane Cenomanian; Dolomites, South Tyrol, Italy) In: Cretaceous Research. Volume 46, November 2013, Pages 216–231</ref>
  • Potamophylax coronavirus, eine Köcherfliegen-Art aus dem Kosovo, benannt nach dem Corona-Virus.<ref>Halil Ibrahimi, Astrit Bilalli, Simon Vitecek, Steffen U. Pauls, Felicitas Erzinger, Agim Gashi, Linda Grapci Kotori, Donard Geci, Milaim Musliu, Edison Kasumaj: Potamophylax coronavirus sp. n. (Trichoptera: Limnephilidae), a new species from Bjeshkët e Nemuna National Park in the Republic of Kosovo, with molecular and ecological notes Benennung publiziert in Zootaxa, 7. April 2021, abgerufen am 13. April 2021</ref>
  • Proceratium google, eine Ameisenart auf Madagaskar. Benannt nach der Suchmaschine von Google Inc. aus Dankbarkeit für Google Earth.
  • Seltsamia, eine Gattung kleiner Schlauchpilze, erhielt ihren Namen aufgrund ihrer für die Familie (Cucurbitariaceae) untypischen Morphologie.<ref>Seltsamia. In: Mycobank. Abgerufen am 21. September 2024.</ref>
  • Synalpheus pinkfloydi, eine an der Pazifikküste Panamas vorkommende Zehnfußkrebsart. Die Erstbeschreiber widmeten die neue Art Pink Floyd, da der Krebs eine große rosafarbene Schere besitzt.
  • Syracosphaera azureaplaneta, Protist, der nach der Naturdokumentation Unser blauer Planet (engl. The Blue Planet) benannt wurde.<ref>UCL: New ocean plankton species named after BBC's Blue Planet series. 17. April 2018, abgerufen am 3. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Tamoya ohboya, eine rezente Würfelqualle (‘Oh boy’).
  • Trigonopterus corona, ein Rüsselkäfer, der nach dem Corona-Virus benannt ist, da die Wissenschaftler nicht auf Expedition gehen konnten und daher bereits entdeckte Arten beschrieben.<ref name=":1">Raden Pramesa Narakusumo, Alexander Riedel: Twenty-eight new species of Trigonopterus Fauvel (Coleoptera, Curculionidae) from Central Sulawesi. In: ZooKeys. Band 1065, 22. Oktober 2021, ISSN 1313-2970, S. 29–79, doi:10.3897/zookeys.1065.71680, PMID 34754263, PMC 8556212 (freier Volltext) – (pensoft.net [abgerufen am 24. November 2022]).</ref>
  • Trigonopterus hoppla, ein Rüsselkäfer, der nach dem Deutschen „Hoppla“ benannt ist, da die Arttrennung ziemlich überraschend ist.<ref name=":1" />
  • Tupuxuara deliradamus, ein Flugsaurier. Der Artname bedeutet übersetzt in etwa „Verrückter Diamant“ und ist eine Anspielung auf den Pink-Floyd-Song Shine On You Crazy Diamond.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mark Witton. Universität Portsmouth (Memento vom 18. November 2012 im Internet Archive).</ref>
  • Tyrannasorus rex, ein ausgestorbener Käfer der Familie Hybosoridae. Benannt wurde er nach der Typusgattung Hybosorus sowie dem Dinosaurier Tyrannosaurus rex. Der Gattungsname lässt sich mit „tyrannischer Haufen“ übersetzen, bezogen auf das Harz, in dem das Tier eingeschlossen und fossilisiert wurde.<ref>Brett C. Ratcliffe, Federico C. Ocampo: Tyrannasorus Rex Ratcliffe and Ocampo, a New Genus and Species of Miocene Hybosorid in Amber from the Dominican Republic (Coleoptera: Scarabaeoidea: Hybosoridae). In: The Coleopterists Bulletin. Band 55, Nr. 3, September 2001, ISSN 0010-065X, S. 351–355, doi:10.1649/0010-065X(2001)055[0351:TRRAOA]2.0.CO;2 (bioone.org [abgerufen am 14. Januar 2024]).</ref>
  • Umma gumma, eine Prachtlibelle, Anspielung auf das Musikalbum Ummagumma von Pink Floyd.<ref>Klaas-Douwe B. Dijkstra, Jens Kipping, Nicolas Mézière: Sixty new dragonfly and damselfly species from Africa (Odonata). Odonatologica 44 (4), Dezember 2015; S. 457–461. doi:10.5281/zenodo.35388.</ref>
  • Vallonia eiapopeia, Vallonia hoppla (mit der Nominatunterart V. hoppla hoppla) und Vallonia patens tralala sind Grasschnecken (Familie Valloniidae), die 1996 von Jochen Gerber beschrieben wurden.<ref>Jochen Gerber: Revision der Gattung „Vallonia“ Risso 1826 (Mollusca: Gastropoda: Valloniidae). In: Schriften zur Malakozoologie. 8, S. 1–227.</ref>
  • Vini vidivici, ausgestorbener Papagei von den Marquesas, benannt nach Julius Cäsars Zitat Veni vidi vici.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks