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Hoher Lindkogel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Sina-Warte)
Hoher Lindkogel
Hoher Lindkogel von Westen (Anstieg zum Peilstein)
Hoher Lindkogel von Westen (Anstieg zum Peilstein)
Höhe 834 m ü. A.
Lage Niederösterreich, Österreich
Gebirge Wienerwald
Dominanz 12 km → Hocheck
Schartenhöhe 334 m ↓ Dörfl
Koordinaten 48° 0′ 28″ N, 16° 8′ 8″ OKoordinaten: 48° 0′ 28″ N, 16° 8′ 8″ O
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Gestein Wettersteindolomit
Alter des Gesteins Ladinium
Wanderkarte Großgemeinde Alland
Wanderkarte Großgemeinde Alland

Der Hohe Lindkogel, auch Eisernes Tor oder Kalter Berg genannt, ist ein 834 m ü. A. hoher Ausflugsberg im südlichen Wienerwald und westlich von Baden bei Wien, im Gemeindegebiet von Alland und Bad Vöslau.

Lage und Landschaft

Der Hohe Lindkogel beherrscht durch seine Höhe und Ausdehnung den östlichen Wienerwald-Rand zwischen Baden bei Wien und Bad Vöslau. Ausgedehnte Föhrenwälder bedecken seine breiten Flanken.

Am Gipfel steht das Schutzhaus Eisernes Tor des Österreichischen Touristenklubs mit dem 1856 erbauten Aussichtsturm Sina-Warte.

Zum Namen

Der Name „Eisernes Tor“ soll gemäß einer Legende von einem „am höchsten Baum des Gipfels“ angebrachten „eisernen Türchen“ herrühren, hinter dem sich, gesichert, ein Heiligenbild befand und „zu welchem Wallfahrten gingen“.<ref>J. Heßler: Aus unseren Bergen. Eisernes Tor. In: Badener Zeitung, Nr. 85/1911 (XXXII. Jahrgang), 25. Oktober 1911, S. 3, unten. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt</ref>

Sina-Warte

Der Bankier Simon Freiherr von Sina, der als Inhaber des Gutes Fahrafeld Waldbesitz auf dem Lindkogel hatte,<ref name="HF241" /> ließ den 14 Meter hohen Turm bauen und schenkte ihn ein Jahr später dem Verschönerungskomitee der Stadt Baden mit der Verpflichtung, ihn für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Erzherzog Albrecht, der Wege auf den Hohen Lindkogel hatte herstellen lassen und zu dessen Ehren daher der Gipfelbereich „Albrechtshöhe“ genannt wurde, erklärte sich bereit, die Kosten für die Instandhaltung des Aussichtsturms zu übernehmen. Die damit einhergehende Bezeichnung des Bauwerks als „Albrechtsturm“ hat sich jedoch historisch nicht bleibend durchzusetzen vermocht.<ref name="HF241">Helmuth Feigl: Grundherrschaften und Gemeinde im alten Baden. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. Neue Folge 66–68, 2000–2002. St. Pölten 2006, S. 241 (zobodat.at [abgerufen am 1. März 2025]).</ref>

Die Sina-Warte trägt die Aufschrift:

„Dem Vergnügen des Publikums“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Freiherr Simon Sina, 1856<ref>Local-Nachrichten. (…) Feier des 25jährigen Bestandes.. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 21/1881 (I. Jahrgang), 21. Mai 1881, S. 4, links oben. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bbb</ref>

Schutzhaus Eisernes Tor

Das auf dem Gipfel des Hohen Lindkogels befindliche und direkt an die Sina-Warte angebaute Schutzhaus wird vom ÖTK, Sektion Baden, betrieben. Bis auf eine mehrwöchige Urlaubssperre im Sommer ist das Schutzhaus ganzjährig geöffnet, wobei als Standard der Montag der Ruhetag ist. Von den zahlreichen Anstiegen zur Schutzhütte müssen bei denen aus dem Helenental die größten Höhenunterschiede überwunden werden (rd. 560 Höhenmeter).<ref>Outdooractive: Eisernes Tor Schutzhaus, 834 m; abgerufen am 22. Feb. 2019</ref>

Geschichte

1883 wurde der bereits seit 1878<ref name="bbb09081984"/> verfolgte, wegen der ablehnenden Haltung der Grundeigentümer schwer zu verwirklichende Plan<ref>Local-Nachrichten. (…) Von der Albrechtshöhe.. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 30/1881 (I. Jahrgang), 23. Juli 1881, S. 6, oben rechts. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bbb</ref> eines Schutzhausbaus soweit konkret, als die Entscheidung getroffen war, das zu errichtende Gebäude „mittelst eines kleineren, niedrigen Anbaues“ mit dem Turm zu verbinden.<ref>Locales. Das Schutzhaus am „eisernen Thor“ (Albrechtshöhe).. In: Badener Bezirks-Blatt, 3. März 1883, S. 4 Mitte. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bbb</ref> Die kommissionelle Bauverhandlung fand am 20. Juni 1883 statt<ref>Dem Schutzhausbau am „eisernen Thor“ (Albrechtshöhe). In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 50/1883 (III. Jahrgang), 23. Juni 1883, S. 4, links unten. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bbb</ref>; der Rohbau des Eisernen Thor-Schutzhauses wurde noch 1883 fertiggestellt,<ref>Locales. Auf der Albrechtshöhe.. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 83/1883 (III. Jahrgang), 16. Oktober 1883, S. 1, oben links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bbb</ref> 1884 folgte der Innenausbau,<ref>Schutzhausbau. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 34/1883 (III. Jahrgang), 28. April 1883, S. 3, oben links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bbb</ref> und am 3. August 1884 wurde das Schutzhaus, unter Teilnahme von über 700 Personen, feierlich eröffnet.<ref name="bbb09081984">Eröffnung des „Eisernen Thor“-Schutzhauses am 3. August 1884. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 64/1884 (IV. Jahrgang), 9. August 1884, S. 2 Mitte. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bbb</ref>

1897 bestand das Vorhaben, von der von Baden nach Vöslau führenden Straßenbahnlinie, im Bereich der Haltestelle Goldeck abzweigend,<ref>Elektrische Vöslau – Baden, Linienplan Vöslau (1909)</ref> eine „über die Waldandacht auf das Eiserne Thor“ führende Eisenbahntrasse zu bauen.<ref>Vöslau. (Elektrische Bahn Vöslau – Waldandacht – Eisernes Thor). In: Badener Zeitung, Nr. 69/1897 (XVII. Jahrgang), 28. August 1897, S. 5, Mitte links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt</ref>

1904 fand die bis dahin größte Erweiterung des Schutzhauses statt<ref>Local-Nachrichten. (…) 30jähriger Bestand des Schutzhauses am Eisernen Tor. In: Badener Zeitung, Nr. 59/1914 (XXXV. Jahrgang), 25. Juli 1914, S. 6, unten rechts. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt</ref> (Eröffnung der Zubauten am 13. November 1904)<ref>Eröffnung der Zubauten im Schutzhause am Eisernen Tore. In: Badener Zeitung, Nr. 91/1904 (XXV. Jahrgang), 12. November 1904, S. 5, unten links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt</ref> und 1929 ein Pächterwechsel.<ref>Lokales. Vom Eisernen Tor. In: Badener Zeitung, Nr. 96/1926 (L. Jahrgang), 30. November 1929, S. 2 Mitte. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt</ref>

Sender Raisenmarkt-Lindkogel

Rund 150 m nordwestlich des Gipfels befindet sich der Sender Raisenmarkt-Lindkogel, der von der Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG (ORS) betrieben wird.<ref>ORS: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hörfunk- und Fernsehfrequenzen - Niederösterreich (Memento vom 23. Februar 2019 im Internet Archive); abgerufen am 22. Feb. 2019</ref> Er versorgt unter anderem die Orte Alland, Heiligenkreuz und Gaaden mit den Programmen des Österreichischen Rundfunks.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Terrestrische TV-Kanäle in Wien (Memento vom 7. November 2011 im Internet Archive), abgerufen am 16. August 2013.</ref>

Bildergalerie

Straßen, Wege, Pisten

Im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts unternahm die Stadt Baden gemeinsam mit der Sektion Baden des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DÖAV) Rodungen zugunsten einer Schiabfahrt, die in der Folge Jahrzehnte Bestand hatte.<ref>Julius Böheimer: Österreichischer Alpenverein – Zweig Baden. In: —: Vereine von Baden bei Wien. Erste Auflage. Badener Presse Club, Baden 2001, ISBN 3-901207-31-7, S. 130 f.</ref> Mitte der 1930er Jahre wurde von der höchsten Erhebung nordseitig eine neue, 600 Höhenmeter lange Abfahrtsstrecke angelegt, die im Helenental südlich des Dorfes Sattelbach endete; für das Erreichen des zehn Kilometer entfernt gelegenen Badener Südbahnhofs wurde ein Postautodienst angeboten.<ref>Wintersport. (…) Ueber die neue alpine Skiabfahrt am Eisernen Tor. In: Sport-Tagblatt. Sport-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes, Nr. 357/1937 (LXXI. Jahrgang), 28. Dezember 1937, S. 5, unten links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wst</ref>

Der wachsenden Popularität von Motorrad und Pkw ist deren Eroberung des Eisernen Tores 1929 zuzurechnen.<ref>Lokales. (…) Eroberung des Eisernen Tores durch das Motorrad. In: Badener Zeitung, Nr. 36/1929 (L. Jahrgang), 4. Mai 1929, S. 4, links unten. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt;
Lokales. (…) Mit dem Auto auf das „Eiserne Tor“. In: Badener Zeitung, Nr. 86/1929 (L. Jahrgang), 26. Oktober 1929, S. 3, oben Mitte. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt;
Lokales. (…) Mit dem Auto auf das „Eiserne Tor“. In: Badener Zeitung, Nr. 87–88/1929 (L. Jahrgang), 1. November 1929, S. 6, unten Mitte. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt</ref>

Im Winter wird die Zufahrtsstraße zum Schutzhaus gerne als präparierte Rodelbahn verwendet. Die Wanderung über die Forststraße dauert in etwa 1 bis 2 Stunden, die Abfahrt mit dem Schlitten 15 bis 30 Minuten.

Der Brennersteig ist eine gesicherte Felsenpassage und bietet so Wanderern und Trekkern alpine Umgebung im Wienerwald. Weiters führen zwei offizielle Mountainbike-Strecken auf das Eiserne Tor.

Weblinks

Commons: Hoher Lindkogel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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