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Sichteinlage

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(Weitergeleitet von Sichteinlagen)

Sichteinlage ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) ist im Kreditwesen die Bezeichnung für Bankguthaben, für die keine Laufzeit oder Kündigungsfrist vereinbart ist oder deren Laufzeit oder Kündigungsfrist weniger als einen Monat beträgt. Der Regelfall sind die täglich fälligen Sichteinlagen. Der Begriff stammt von Einlagen, über die der Gläubiger (Bankkunde) auf Sicht – also jederzeit – durch Barabhebung oder im unbaren Zahlungsverkehr verfügen kann, ohne seine Absicht dem kontoführenden Kreditinstitut vorher anzeigen zu müssen.

Allgemeines

Sichteinlagen sind eine der drei Formen der Bankguthaben, zu denen noch befristete Einlagen und Spareinlagen gehören.<ref>Karl Friedrich Hagenmüller, Bankbetrieb und Bankpolitik, 1959, S. 68</ref> Alle drei Formen unterscheiden sich vor allem durch ihre Laufzeit oder Kündigungsfrist, denn Sichteinlagen sind täglich fällig und verfügbar, die Laufzeit oder Kündigungsfrist von befristeten Einlagen beträgt mindestens einen Monat. Spareinlagen müssen eine Laufzeit oder Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten aufweisen ({{#switch: juris

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Übersicht

Die klassischen zinstragenden Finanzprodukte des Bankenmarkts werden wie folgt unterschieden:

Produktgruppe Finanzprodukt Laufzeit / Kündigungsfrist Habenzinsart
Sichteinlagen Girokonto, Tagesgeldkonto täglich fällig variabler Zins
befristete Einlagen Termingeld, Kündigungsgeld 1 Monat bis 12 Monate Festzins
Spareinlagen Sparkonto, Prämiensparen mindestens 3 Monate und unbefristet variabler Zins (Spareckzins),
Festzins

Alle hier aufgeführten Produktgruppen gehören zum Einlagengeschäft der Kreditinstitute. Das flexibelste Finanzprodukt ist das Girokonto, auf dem Sichteinlagen verbucht sind. Solange hierauf Sichteinlagen in Form eines Habensaldos vorhanden sind, gehört das Girokonto zum Einlagengeschäft. Bei einem Sollsaldo wird es dem Kreditgeschäft zugerechnet. Guthaben auf einem verzinslichen Girokonto können sowohl dem Zahlungsverkehr als auch der Geldanlage dienen (siehe Bodensatztheorie).

Rechtsgrundlagen

Nach {{#switch: juris

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Eine Legaldefinition des Begriffs Sichteinlagen fand sich in § 3 der Anweisung der Deutschen Bundesbank über Mindestreserven (AMR), die Sichtverbindlichkeiten als täglich fällige und solche Verbindlichkeiten der Kreditinstitute bezeichnete, für die eine Kündigungsfrist oder Laufzeit von weniger als einem Monat vereinbart ist. Diese Anweisung wurde wegen der dritten Stufe der Währungsunion durch die Bundesbank aufgehoben.<ref>Mitteilung Nr. 5004/98 der Deutschen Bundesbank vom 29. Dezember 1998</ref>

Die für Kreditinstitute geltende Liquiditätsverordnung umschreibt nunmehr in {{#switch: juris

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Arten

Das Guthaben auf Girokonten ist die häufigste Form der Sichteinlagen, weil es täglich fällig ist; auch die Guthaben von Tagesgeldkonten sind täglich fällig. Dies bedeutet, dass der Konteninhaber beabsichtigte Verfügungen vorher dem Kreditinstitut nicht ankündigen muss und die Guthaben unbegrenzt abrufen kann. Während bei Girokonten Liquiditäts- und Zahlungsverkehrsmotive im Vordergrund stehen, dienen Tagesgeldkonten ausschließlich der Geldanlage.

Auch über Spareinlagen kann in Deutschland im Rahmen der „versprochenen Leistung“ bis zum Betrag von 2000 € ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist verfügt werden (RechKredV {{#switch: juris

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Zweck

Sichteinlagen werden wegen ihrer Disponibilität insbesondere für Zahlungsverkehrszwecke verwendet. Wegen ihrer sehr ungünstigen Verzinsung oder sogar Unverzinslichkeit eignen sie sich nicht zur Geldanlage; dennoch verbleibt erfahrungsgemäß ein gewisser Betrag auf Girokonten, über den auch mittelfristig nicht verfügt wird (Bodensatztheorie). Sichteinlagen verringern die Bargeldhaltung und damit die Verlustrisiken (Diebstahl, Verlieren, Feuer).<ref>Karl Friedrich Hagenmüller/Reinhold Adrian/Gerhard Diepen/Thomas Heidorn, Der Bankbetrieb, 2000, S. 239</ref>

Bedeutung

Im Jahr 2011 wurden etwa 47 % der in Deutschland an einem Verkaufsort (engl.: point of sale<ref>In der nachstehend genannten Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten 2011 bezieht sich der Begriff Point of Sale auf den „Ort, an dem Waren oder Dienstleistungen verkauft und bezahlt werden. Überwiegend handelt es sich um Ladenkassen, es können aber auch andere Orte sein, beispielsweise wenn Handwerkerleistungen in Privathaushalten Zug um Zug beglichen werden oder im Online- und Versandhandel bezahlt wird.“</ref>) getätigten Umsätze einer Bundesbank-Studie zufolge bargeldlos abgewickelt.<ref>{{#if:2013-06-20|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:Heike Wörlen, Markus Altmann, Heike Winter, Johannes Klocke, Julien Novotny, Robert Uhlitzsch|Heike Wörlen, Markus Altmann, Heike Winter, Johannes Klocke, Julien Novotny, Robert Uhlitzsch: }}{{#if:https://web.archive.org/web/20130620185955/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Bericht_Studie/zahlungsverhalten_in_deutschland_2011.pdf?__blob=publicationFile%7C{{#if:Zahlungsverhalten in Deutschland 2011|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://web.archive.org/web/20130620185955/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Bericht_Studie/zahlungsverhalten_in_deutschland_2011.pdf?__blob=publicationFile}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=Zahlungsverhalten in Deutschland 2011}}]{{#if:PDF| (PDF)}}{{#if:| {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel=}}}}}}|{{#if:http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Bericht_Studie/zahlungsverhalten_in_deutschland_2011.pdf?__blob=publicationFile%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7Cja}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=Zahlungsverhalten in Deutschland 2011}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Bericht_Studie/zahlungsverhalten_in_deutschland_2011.pdf?__blob=publicationFile}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=Zahlungsverhalten in Deutschland 2011}}}}]}}{{#if:PDF| (PDF{{#if:jaDeutsche Bundesbank2012-11-2737https://web.archive.org/web/20130620185955/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Bericht_Studie/zahlungsverhalten_in_deutschland_2011.pdf?__blob=publicationFile{{#if: 2013-06-02 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}

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Sicherheit

Wie sämtliche Bankguthaben unterliegen auch Sichteinlagen bei deutschen Kreditinstituten mindestens der gesetzlichen Einlagensicherung und häufig darüber hinaus der freiwilligen Einlagensicherung einzelner Bankenverbände. Nach {{#switch: juris

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International

Sichteinlagen auf Girokonten sind auch in Österreich und der Schweiz unter diesem Wort bekannt. In Frankreich ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=fr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=französisch}}) oder Italien ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=it|SCRIPTING=Latn|SERVICE=italienisch}}) werden sie im Zahlungsverkehr genutzt.<ref>Rolf P. Sonderegger, Gabler Euro-Wörterbuch Bank und Börse, 1999, S. 71</ref> In Großbritannien und den USA sind Sichteinlagen ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) im Zusammenhang mit dem Zahlungsverkehr (insbesondere Schecks) üblich.

Weblinks

[[wikt:{{#if:|{{{lang}}}:}}{{#if:Sichteinlage|Sichteinlage|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}|Wiktionary: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:Sichteinlage|Sichteinlage|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]]{{#switch: 1

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Einzelnachweise

<references />

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