Pirambeba
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| Pirambeba | ||||||||||||
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| Datei:FMIB 52300 Serrasalmo brandti Reinhardt 1 CM No5766 59 mm Pirafora 2 CM No5766 85mm Pirafora 3 CM No5762 123 mm Joazeiro 4 CM 5762 170b mm.jpeg
Pirambeba (Serrasalmus brandtii) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Serrasalmus brandtii | ||||||||||||
| Lütken, 1875 |
Der Pirambeba (Serrasalmus brandtii) ist eine Piranha-Art, die in tropischen Gewässern Südamerikas beheimatet ist. Auf Englisch wird er auch Lake Piranha, Brandtii Piranha, Green Piranha oder White Piranha, auf Portugiesisch Piranha Branca<ref>Übers. Weißer Piranha</ref> und auf Spanisch Caribito<ref>Kleiner Karibe</ref> genannt.<ref name="Fishbase">Pirambeba auf Fishbase.org (englisch)</ref> Historisch wurde er als „Echter Pirambeba“ bezeichnet, als er 1870 erstmals von europäischen Entdeckern gesichtet wurde. In der Sprache der Tupí bedeutet „pira“ Fisch und „peba“ flach.<ref name="Frank Magallanes Piranhas">http://www.angelfire.com/biz/piranha038/brandtii.html</ref>
Beschreibung
Der Pirambeba kann eine silberne bis goldene Färbung aufweisen, die je nach Gewässertyp auch leicht bräunlich sein kann. An seinen Flanken hat der Pirambeba silbrige stark irisierende Schuppen. Die Kopfform ist konkav. Die Flossen sind entweder durchscheinend oder in derselben Farbe wie der Körper. Während die Augen silberfarben sind, ist die Afterflosse meist rot und die Schwanzflosse dunkel oder mit einem schwarzen Saum gefärbt.<ref name=" Piranha-Info "/> Von anderen Serrasalmus-Arten unterscheidet er sich durch die Stellung seiner Afterflosse.<ref name=" Frank Magallanes Piranhas "/> Die maximale Körperlänge beträgt 21 Zentimeter.<ref name="Fishbase"/>
Verbreitung
Der Pirambeba wurde aus dem Rio-São-Francisco-Becken in Nordostbrasilien beschrieben. Von dort ist nur eine weitere Sägesalmlerart, der Piraya, bekannt. Die bisher bekannte Hauptverbreitung liegt im Mittel- und Oberlauf sowie in Nebenflüssen, wie beispielsweise dem Rio Itapicurù<ref name="Piranha-Info">http://www.piranha-info.com/default.php?lang=en&id=s_brandtii</ref>, Rio Paraguia/Bahia und dem Rio Jequitai/Minas Gerais.<ref name=" Frank Magallanes Piranhas "/> Mittlerweile liegen aber auch Nachweise in anderen Gewässern vor.
Lebensweise
Der Pirambeba bevorzugt warme Gewässer mit Temperaturen von 24 bis 30 °C und einem pH-Wert von 5,5 bis 7,5. Der Pirambeba besitzt die typische Verhaltensweise, dass er vorüberschwimmenden Fischen aus einer Deckung auflauert und ihnen Teile ihrer Flossen abbeißt.<ref name=" Frank Magallanes Piranhas "/> Untersuchungen zwischen Serrasalmus brandtii und Pygocentrus nattereri aus dem Viana See, einem Staubecken des Rio Pindaré im brasilianischen Bundesstaat Maranhão sollten die Ernährungsgewohnheiten beider Fischarten analysieren. Die Ergebnisse zeigten, dass Fisch gefolgt von pflanzlichem Material zu ihrer Hauptnahrung gehört. Beide Arten zeigen stark opportunistische<ref>“The graphic analysis of the feeding strategies employed by P. nattereri and S. aff. brandtii suggest a generalist habit, wide width niche with strong participation of the within-phenotype component, which indicated that the majority of individuals of these species use several resources simultaneously.”</ref> Ernährungsgewohnheiten, welche von Alter und Körpergröße variieren.<ref>Nivaldo Magalhaes Piorski, José De Ribamar Lima Alves, Monica Rejany Barros Machado und Maria Marlucia Ferreira Correia:Alimentação e Ecomorfologia de duas espécies de piranhas (Characiformes: Characidae) do Lago de Viana, estado do Maranhão, Brasil (Feeding and ecomorphology of two species of piranhas (Characiformes: Characidae) from the Viana Lake, Maranhão state, Brazil) auf <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 24. Februar 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Ein Vergleich der Arten Serrasalmus brandtii und Pygocentrus piraya zeigte, dass, obwohl sich beide Arten überwiegend von Fisch, Fischflossen und Krebstieren ernähren, der Pirambeba gegenüber dem Piraya die größere Plastizität in seinen Ernährungsgewohnheiten besitzt.<ref>Márcia Emília de Jesus Trindade und Ricardo Jucá-Chagas: Diet of two serrasalmin species, Pygocentrus piraya and Serrasalmus brandtii (Teleostei: Characidae), along a stretch of the rio de Contas, Bahia, Brazil auf [1]</ref> Die Fische halten sich je nach Lebensalter in unterschiedlichen Gruppen auf, wobei Jungfische größere Schwärme bilden können.<ref name=" Frank Magallanes Piranhas "/>
Beziehung zu Menschen
In Aquarien wurde beobachtet, dass er im Laufe der Gefangenschaft die natürliche Scheu vor Menschen ablegen kann und situationsbedingt in einigen Fällen ein aggressives Verhalten zeigt.<ref name=" Piranha-Info "/> In einigen Stauseen, wie z. B. der Lagoa de Prata<ref>Peixes ataquam banhistas na Cidade de Lagoa de Prata auf</ref> in Pirapetinga/Minas Gerais oder dem Lago de Roseiras<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ataques de pirambebas alertam os bombeiros ( vom 18. Februar 2010 im Internet Archive)</ref>, ist es zu leichten Beißattacken auf Badende gekommen, welche Gelegen zu nahe kamen. Der Pirambeba zeigt einen starken Brutpflegeinstinkt und wehrt daher sämtliche Bedrohungen von vermeintlichen Fressfeinden und Bruträubern ab. Die Bisse der Fische sind nicht tödlich, führen aber aufgrund ihrer scharfen Zähne zu kraterrunden und schlecht heilenden Verletzungen.
Nutzen
Der Pirambeba wird regional beangelt und als Aquarienfisch exportiert. Als Zierfisch ist er für Gesellschaftsaquarien ungeeignet, da er die Flossen anderer Fische abbeißt. Aufgrund seines geographisch sehr begrenzten Verbreitungsgebietes kommt der Fisch allerdings relativ selten in den Handel.<ref name=" Piranha-Info "/> Indios konsumieren nur ihn nur selten, da er viele Gräten besitzt und im Verhältnis zum Körper nur wenig Fleisch aufweist. Da er oft ein aggressives Verhalten zeigt und die im Wasser aufgebahrten Leichen verzehrt, gilt es bei einigen Indiostämmen als Tabu, ihn zu essen.
Literatur
- E. Rizzo und N. Bazzoli: The pellucida zone of the Brazilian White Piranha, Serrasalmus brandtii Reinhardt 1874 (Pisces, Characidae): the cytochemical cytological and study. Func. Dev. Morphol., 1991, Bd. 1(4), S. 21–24
- C. F. Lütken: Velhas-Flodens Fiske. Et Bidrag til Brasiliens Ichthyologi; efter Professor J. Reinhardts Indsamlinger og Optegnelser. K. Danske Vidensk. Selsk. Skr., Raekke, 1875, 5 v. 12 (no. 2): 121-253, + 2 unnum., + I-XXI, Pls. 1-5
- C. F. Lütken: Characinae novae Brasiliae centralis a clarissimo J. Reinhardt in provincia Minas-Geraes circa oppidulum Lagoa Santa in lacu ejusdem nominis, flumine Rio das Velhas et rivulis affluentibus collectae, secundum caracteres essentiales breviter descriptae. Overs. Danske Vidensk. Selsk. Forhandl Kjobenhavn 1874 (no. 3): 127-143. Nielsen, J. G. 1974, Fish types in the Zoological Museum of Copenhagen. Fish Types: 1-115
- A. K. Oliveira, M. Alvim, A.C. Peret et al.: Diet shifts related to body size of the pirambeba Serrasalmus brandtii Lütken, 1875 (Osteichthyes, Serrasalminae) in the Cajuru Reservoir, São Francisco River Basin, Brazil . Braz. J. Biol., Feb 2004, vol.64, no.1, p. 117-124. ISSN 1519-6984
Anmerkungen und Einzelnachweise
<references/>