Semelparität
Semelparität<ref>Lexikon der Biologie. Band 7. Freiburg u. a. 1986, S. 403, sv. semelpar.</ref> oder Semelparie, seltener Semelparitie genannt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), bezeichnet einen Lebenszyklus, bei dem sich der betreffende Organismus nur einmal in seinem Leben sexuell fortpflanzt. In den meisten Fällen sterben semelpare Organismen kurz nach ihrer Fortpflanzung, die auch noch die Brutpflege mit einschließen kann, ab.<ref>semelpar. In: Lexikon der Biologie, Spektrum. Abgerufen am 8. September 2021.</ref>
Das Gegenstück von Semelparität ist die sogenannte Iteroparität, von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).<ref>iteropar. In: Lexikon der Biologie, Spektrum. Abgerufen am 8. September 2021.</ref>
Aus ökologischer Sicht dient die Fortpflanzungsstrategie der Semelparität der jeweiligen Art dazu, sämtliche Ressourcen der Elterngeneration ungeteilt in den eigenen Nachwuchs zu investieren. Dagegen müssen iteropare Arten einen Teil ihrer Energie für den Selbsterhalt nutzen, sonst könnten sie sich nicht wiederholt fortpflanzen.<ref>Agrarökologie. Iteropar und semelpar. In: repetico. Abgerufen am 8. September 2021.</ref>
Zum Ausgleich dafür, dass sie sich nur ein einziges Mal fortpflanzen, sorgen semelpare Arten in der Regel für mehr Nachwuchs, wie Insektenkundler an der University of Oxford nachweisen konnten.<ref name="NGP">Liz Langley: 5 Tiere, die sich zu Tode paaren. In: National Geographic. 9. November 2017, abgerufen am 8. September 2021.</ref>
Beispiele
Semelpare Tiere
Säugetiere
- Einige Beuteltiere, wie die Breitfuß-Beutelmäuse, paaren sich über Stunden mit so vielen Partnerinnen wie möglich und legen zwischendurch weite Strecken zurück, um möglichst viele Weibchen zu erreichen. Bei den semelparen Männchen führt dieses Verhalten zur Auszehrung und zum Zusammenbruch des Immunsystems, woran sie schließlich sterben.<ref>Science. Why A Little Mammal Has So Much Sex That It Disintegrates. In: National Geographic. Abgerufen am 8. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Die Männchen des im nördlichen Australien lebenden Zwergbeutelmarders (Dasyurus hallucatus) sind die größten bekannten Säugetiere, die nach der Fortpflanzung sterben. Dies ist auf Überanstrengung und mangelnden Schlaf zurückzuführen. Die Weibchen paaren sich maximal vier Perioden lang.<ref></ref>
Fische
- Pazifische Lachse (Oncorhynchus spp.), die als Wanderfische im Meer aufwachsen, schwimmen zum Ablaichen die Flüsse empor, paaren sich in Bächen in deren Oberläufen und setzen dort ihren Laich ab. Während der Laichwanderung verändern sich die Körper der Lachse und sie nehmen kaum noch oder gar keine Nahrung mehr auf, so dass die meisten von ihnen nach der Fortpflanzung entkräftet in den Laichgewässern verenden. Dieser „Fortpflanzungstod“ wird zusätzlich durch den extremen Anstieg des Cortisolspiegels begünstigt. Nur etwa 5 Prozent der pazifischen Lachse überleben und gehen erneut auf Laichwanderung.<ref>Lachse. In: Lexikon der Biologie, Spektrum. Abgerufen am 9. September 2021.</ref><ref name="RES"></ref>
- Aale, wie z. B. der Europäische Aal (Anguilla anguilla), pflanzen sich nur ein einziges Mal am Ende ihres Lebens fort, bevor sie sterben. Vorher legen sie mitunter 5000 Kilometer zurück, um zum Ablaichen ihren Geburtsort zu erreichen.<ref>Der Europäische Aal (Anguilla anguilla). BUND, abgerufen am 13. Oktober 2021.</ref>
Weichtiere
- Manche Kraken (Octopoda, wie der Octopus mimus), bei denen das Weibchen die von ihm an die Oberseite einer Höhle gelegten Eier bewacht und ihnen Sauerstoff zufächelt, fressen während der gesamten Zeit der Brutpflege nicht. Nach dem Schlupf des Nachwuchses sterben sie und werden von diesem gefressen.<ref></ref>
- Das semelpare Weibchen des Tiefsee-Oktopus ist mit viereinhalb Jahren Brutpflege (53 Monate konnten nachgewiesen werden) im nur 7 °C warmen Wasser der Tiefsee die Rekordhalterin in Sachen längste Brutzeit.<ref></ref>
- Nacktschnecken wie der Dunkle Kielschnegel, die Schwarze Wegschnecke und die Spanische Wegschnecke sind nicht nur Simultanzwitter, mit der Fähigkeit zur zeitversetzten Befruchtung und Selbstbefruchtung, sie sterben in den meisten Fällen auch nach der Eiablage.<ref>Arion subfuscus. Reproduction. In: Animal Diversity Web. Abgerufen am 9. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Gliederfüßer
- Bei der Röhrenspinnenart Stegodyphus lineatus lässt sich die Spinnenmutter von ihrem eigenen Nachwuchs fressen (siehe auch: Matriphage).<ref name="NGP" />
- Einige Arten von Süßwassergarnelen wie Palaemonetes paludosus und Palaemonetes kadiakensis<ref></ref>
Insekten
- Adulte Libellen leben, im Gegensatz zu ihren mehrjährigen Larven, in der Regel nur wenige Wochen und pflanzen sich in dieser Zeit nur einmal fort.<ref></ref>
- Eintagsfliegen (Ephemeroptera), wie die Theiß-Eintagsfliege Palingenia longicauda, können nach der Verwandlung zum Imago keine Nahrung mehr aufnehmen und sterben unmittelbar nach der Paarung bzw. der Eiablage.<ref>Leben Eintagsfliegen wirklich nur einen Tag? In: Geolino. Abgerufen am 4. Januar 2022.</ref>
- Fächerflügler (Strepsiptera), die als Endoparasiten andere Insekten befallen, produzieren in ihrer ersten und einzigen Paarungssaison bis zu 750.000 Larven.<ref></ref><ref name="NGP" />
Urmünder
- Ringelwürmer, wie der Grüne Seeringelwurm; hier sterben sowohl männliche als auch weibliche Tiere, in der Regel innerhalb des ersten Lebensjahres, nachdem sie zum ersten Mal Spermien bzw. Eizellen produziert und abgegeben haben.<ref>Unesco-Weltnaturerbe: Mehr Sex fürs Watt. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 4. Januar 2022.</ref>
- Fadenwürmer (Nematoda), wie Caenorhabditis elegans, an denen mittlerweile der Mechanismus des Alterns erforscht wird.<ref name="RES" />
Semelpare bzw. hapaxanthe Pflanze
Semelpare Pflanzen werden auch als hapaxanth ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) bezeichnet und bilden in ihrer Lebenszeit nur ein einziges Mal Blüten und Früchte aus.<ref>hapaxanthe Pflanzen. In: Lexikon der Biologie, Spektrum. Abgerufen am 9. September 2021.</ref>
Eine weitere Bezeichnung für diese Arten ist monokarpe Pflanzen. Innerhalb dieser Gruppe einmal blühender Pflanzen unterscheidet man nach Dauer, die bis zur Samenbildung und Ausreifung benötigt wird, zwischen einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Gewächsen.<ref name="PFB">Hapaxanthe Pflanze – Pflanzenfachbegriffe. In: pflanzen-bild.de. Abgerufen am 9. September 2021.</ref>
- Agaven bilden nur ein einziges Mal einen Blütenstand aus, wobei der Energieaufwand so hoch ist, dass die Pflanze anschließend abstirbt. Im Botanischen Garten Berlin kam eine Pflanze im Alter von 60 Jahren zur Blüte.<ref>Die Agave. Sie blüht nur einmal im Leben. Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin, abgerufen am 8. September 2021.</ref>
- Die seltenen Riesenbromelien Puya raimondii können über 100 Jahre alt werden und sind in Peru und Bolivien in den Anden zu finden. Sie blühen einmal am Ende ihres Lebens, was jedoch mehrere Monate dauert.<ref>Die «Königin der Anden» in voller Blüte. In: Tagesanzeiger. Abgerufen am 20. Oktober 2021.</ref>
- Manche Korbblütler, wie zum Beispiel die zweijährige Wollkopf-Kratzdistel, sind ebenfalls hapaxanth.<ref name="PFB" />
- Bleiwurzgewächse, wie z. B. der mehrjährige Afghanische Strandflieder, Bukiniczia cabulica aus der Familie der Nelkenartigen, werden auch als Zierpflanze in Steingärten eingesetzt. Diese Stauden kommen wild überwiegend in Afghanistan und Pakistan vor.<ref>Afghanischer Strandflieder. Bukiniczia cabulica Sarastro-Stauden, abgerufen am 8. September 2021</ref>
- Hauswurzen (Sempervivum), die ebenfalls häufig in Steingärten eingesetzt werden.
- Natternköpfe, wie zum Beispiel Wildprets Natternkopf, blühen nach drei bis fünf Jahren ein einziges Mal.<ref name ="PFB" />
- Schierlings-Wasserfenchel und der mit ihm verwandte große Wasserfenchel aus der Familie der Doldenblütler sind hapaxanthe Giftpflanzen, die auch in Europa verbreitet sind. Nachdem Schwebfliegen, Käfer und Bienen die Blüten zwischen Juni und Juli bestäubt haben, sterben die Pflanzen nach Abschluss der Samenreife Ende August ab.<ref>Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides) > Ökologie & Lebenszyklus. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 20. Oktober 2021.</ref>
- Weizen, sowie alle Getreidesorten, die nicht mehrjährig sind.<ref></ref>
Siehe auch
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Einzelnachweise
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