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Selensäure

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Strukturformel
Strukturformel von Selensäure
Allgemeines
Name Selensäure
Summenformel H2SeO4
Kurzbeschreibung

farblose hexagonale Prismen<ref name="roempp">Eintrag zu Selensäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-979-4
ECHA-InfoCard 100.029.072
PubChem 1089
ChemSpider 1058
DrugBank DB11068
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 144,97 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="roempp" />

Dichte

2,95 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

58 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

Zersetzt sich ab 260 °C<ref name="GESTIS" />

pKS-Wert

1,74 (pKs2)<ref name="Holleman-Wiberg">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9.</ref>

Löslichkeit

gut in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.771">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331​‐​301​‐​315​‐​318​‐​410
P: 264​‐​301+310​‐​304+340​‐​311​‐​403+233​‐​260<ref name="GESTIS" />
MAK

0,05 mg·m−3<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Selensäure ist eine starke (ähnlich wie Schwefelsäure) anorganische Säure mit der Summenformel H2SeO4. In wässriger Lösung liegt sie weitgehend dissoziiert vor und bildet eine klare, farblose Flüssigkeit. Die Selensäure wurde von Eilhard Mitscherlich 1827 in Deutschland entdeckt. Ihre Salze heißen Selenate.

Gewinnung

Die Selensäure kann auf verschiedene Arten dargestellt werden.

Eine Möglichkeit ist die Oxidation von Seleniger Säure (H2SeO3) oder Selen(IV)-oxid mit Wasserstoffperoxid (H2O2), Kaliumpermanganat (KMnO4) oder Chlorsäure (HClO3):<ref>G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 432–3.</ref>

<math>\mathrm{H_2SeO_3 + H_2O_2 \ \rightarrow \ H_2SeO_4 + H_2O}</math>
<chem>SeO2 + H2O2 -> H2SeO4</chem>

In der Regel wird jedoch elementares Selen mit Chlor- oder Bromwasser oxidiert:

<math>\mathrm{Se + 3 \ Cl_2 + 4 \ H_2O \ \rightarrow \ H_2SeO_4 + 6 \ HCl}</math>
<math>\mathrm{Se + 3 \ Br_2 + 4 \ H_2O \ \rightarrow \ H_2SeO_4 + 6 \ HBr}</math>

Eigenschaften

Reine Selensäure bildet farblose Kristalle, die bei etwa 62 °C schmelzen. Oberhalb von 260 °C zersetzt sie sich unter Wasserabspaltung zu Selendioxid und Sauerstoff.

Selensäure hat chemisch gesehen große Ähnlichkeit mit der Schwefelsäure, wirkt jedoch bedeutend stärker oxidierend (Standardpotential in saurer Lösung für die Reduktion zu Seleniger Säure: + 1,15 V<ref name="Holleman-Wiberg" />). Sie ist eine starke Säure und wirkt hygroskopisch. Dies bedeutet, dass sie, ebenso wie konzentrierte Schwefelsäure, organische Substanzen durch Wasserentzug verkohlt. Selensäure ist wie Königswasser in der Lage, Gold und Platin in Lösung zu bringen<ref name="Remy">Dr. Heinrich Remy: Lehrbuch der Anorganischen Chemie Band I, Seite 909, Leipzig 1970, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G.</ref>:

<math>\mathrm{2 \ Au + 6 \ H_2SeO_4 \ \rightarrow}</math> <math>\mathrm{Au_2(SeO_4)_3 + 3 \ H_2SeO_3 + 3 \ H_2O}</math>

Ein Gemisch aus Selensäure und Salzsäure bildet analog zum Königswasser naszierendes Chlor.

<math>\mathrm{H_2SeO_4 + 2\ HCl \longrightarrow H_2SeO_3 + 2\ Cl_{nasc.} + \ H_2O}</math>

Dieses Gemisch vermag ebenfalls Gold unter Bildung von Chlorokomplexen zu lösen.<ref>Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. 8. Auflage. de Gruyter, 2011, ISBN 3-11-022566-2, S. 458.</ref>

Die Salze der Selensäure (die Selenate) haben oftmals ein niedriges Löslichkeitsprodukt in Wasser, ähnlich den Sulfaten.

Sicherheitshinweise

Selensäure wirkt auf Haut, Atemwege und Schleimhäute stark reizend. Sie ist in der Lage lebendes Gewebe zu zerstören (Verätzung). Aussetzung mit der Verbindung über einen längeren Zeitraum kann schwere physiologische Schäden verursachen. Selensäure ist giftig. Bei Intoxikationen mit Selenverbindungen muss mit bleibenden Schäden gerechnet werden.<ref name="GESTIS" />

Verwendung

Durch Reaktion von Cadmiumoxid mit konzentrierter Selensäure kann Cadmiumselenat gewonnen werden.<ref name="DOI10.1107/S0567740881007942">C. Stålhandske: Structure of cadmium selenate monohydrate. In: Acta Crystallographica Section B Structural Crystallography and Crystal Chemistry. 37, S. 2055, doi:10.1107/S0567740881007942.</ref>

<math>\mathrm{ CdO \ + H_2SeO_4 \rightarrow CdSeO_4 + H_2O}</math>

Einzelnachweise

<references />