Selensäure
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Strukturformel von Selensäure | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Name | Selensäure | |||||||||||||||||||||
| Summenformel | H2SeO4 | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose hexagonale Prismen<ref name="roempp">Eintrag zu Selensäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 144,97 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="roempp" /> | |||||||||||||||||||||
| Dichte |
2,95 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
58 °C<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
Zersetzt sich ab 260 °C<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||||||||
| pKS-Wert |
1,74 (pKs2)<ref name="Holleman-Wiberg">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9.</ref> | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
gut in Wasser<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| MAK |
0,05 mg·m−3<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Selensäure ist eine starke (ähnlich wie Schwefelsäure) anorganische Säure mit der Summenformel H2SeO4. In wässriger Lösung liegt sie weitgehend dissoziiert vor und bildet eine klare, farblose Flüssigkeit. Die Selensäure wurde von Eilhard Mitscherlich 1827 in Deutschland entdeckt. Ihre Salze heißen Selenate.
Gewinnung
Die Selensäure kann auf verschiedene Arten dargestellt werden.
Eine Möglichkeit ist die Oxidation von Seleniger Säure (H2SeO3) oder Selen(IV)-oxid mit Wasserstoffperoxid (H2O2), Kaliumpermanganat (KMnO4) oder Chlorsäure (HClO3):<ref>G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 432–3.</ref>
- <math>\mathrm{H_2SeO_3 + H_2O_2 \ \rightarrow \ H_2SeO_4 + H_2O}</math>
- <chem>SeO2 + H2O2 -> H2SeO4</chem>
In der Regel wird jedoch elementares Selen mit Chlor- oder Bromwasser oxidiert:
- <math>\mathrm{Se + 3 \ Cl_2 + 4 \ H_2O \ \rightarrow \ H_2SeO_4 + 6 \ HCl}</math>
- <math>\mathrm{Se + 3 \ Br_2 + 4 \ H_2O \ \rightarrow \ H_2SeO_4 + 6 \ HBr}</math>
Eigenschaften
Reine Selensäure bildet farblose Kristalle, die bei etwa 62 °C schmelzen. Oberhalb von 260 °C zersetzt sie sich unter Wasserabspaltung zu Selendioxid und Sauerstoff.
Selensäure hat chemisch gesehen große Ähnlichkeit mit der Schwefelsäure, wirkt jedoch bedeutend stärker oxidierend (Standardpotential in saurer Lösung für die Reduktion zu Seleniger Säure: + 1,15 V<ref name="Holleman-Wiberg" />). Sie ist eine starke Säure und wirkt hygroskopisch. Dies bedeutet, dass sie, ebenso wie konzentrierte Schwefelsäure, organische Substanzen durch Wasserentzug verkohlt. Selensäure ist wie Königswasser in der Lage, Gold und Platin in Lösung zu bringen<ref name="Remy">Dr. Heinrich Remy: Lehrbuch der Anorganischen Chemie Band I, Seite 909, Leipzig 1970, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G.</ref>:
- <math>\mathrm{2 \ Au + 6 \ H_2SeO_4 \ \rightarrow}</math> <math>\mathrm{Au_2(SeO_4)_3 + 3 \ H_2SeO_3 + 3 \ H_2O}</math>
Ein Gemisch aus Selensäure und Salzsäure bildet analog zum Königswasser naszierendes Chlor.
- <math>\mathrm{H_2SeO_4 + 2\ HCl \longrightarrow H_2SeO_3 + 2\ Cl_{nasc.} + \ H_2O}</math>
Dieses Gemisch vermag ebenfalls Gold unter Bildung von Chlorokomplexen zu lösen.<ref>Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. 8. Auflage. de Gruyter, 2011, ISBN 3-11-022566-2, S. 458.</ref>
Die Salze der Selensäure (die Selenate) haben oftmals ein niedriges Löslichkeitsprodukt in Wasser, ähnlich den Sulfaten.
Sicherheitshinweise
Selensäure wirkt auf Haut, Atemwege und Schleimhäute stark reizend. Sie ist in der Lage lebendes Gewebe zu zerstören (Verätzung). Aussetzung mit der Verbindung über einen längeren Zeitraum kann schwere physiologische Schäden verursachen. Selensäure ist giftig. Bei Intoxikationen mit Selenverbindungen muss mit bleibenden Schäden gerechnet werden.<ref name="GESTIS" />
Verwendung
Durch Reaktion von Cadmiumoxid mit konzentrierter Selensäure kann Cadmiumselenat gewonnen werden.<ref name="DOI10.1107/S0567740881007942">C. Stålhandske: Structure of cadmium selenate monohydrate. In: Acta Crystallographica Section B Structural Crystallography and Crystal Chemistry. 37, S. 2055, doi:10.1107/S0567740881007942.</ref>
- <math>\mathrm{ CdO \ + H_2SeO_4 \rightarrow CdSeO_4 + H_2O}</math>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
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- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank abweichend
- Wikipedia:Beobachtung/Vorlage:Holleman-Wiberg/Startseite fehlt
- Gehört zu einer als gefährlich eingestuften Stoffgruppe (CLP-Verordnung)
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Hautreizender Stoff
- Ätzender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Anorganische Säure
- Selen-Sauerstoff-Verbindung
- Oxosäure