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Schlacht von Trafalgar

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(Weitergeleitet von Seeschlacht von Trafalgar)
Schlacht von Trafalgar
Teil von: Dritter Koalitionskrieg
Datei:Turner, The Battle of Trafalgar (1806).jpg
Gemälde der Schlacht von Trafalgar von William Turner (1806)
Datum 21. Oktober 1805
Ort Kap Trafalgar, Südspanien
Ausgang Britischer Sieg
Folgen Britische Seeherrschaft bestätigt
Konfliktparteien

Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich

Frankreich 1804Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich
Spanien 1785Datei:Flag of Spain (1785-1873 and 1875-1931).svg Spanien

Befehlshaber

Vereinigtes KonigreichDatei:Naval ensign of the United Kingdom.svg Horatio Nelson
Vereinigtes KonigreichDatei:Naval ensign of the United Kingdom.svg Cuthbert Collingwood

FrankreichDatei:Civil and Naval Ensign of France.svg Pierre de Villeneuve
Spanien 1785Datei:Flag of Spain (1785-1873 and 1875-1931).svg Federico Gravina

Truppenstärke

27 Linienschiffe
4 Fregatten
1 Schoner
1 Kutter

33 Linienschiffe
5 Fregatten
2 Briggs<ref>Bennett: The Battle of Trafalgar. Pen & Sword, Barnsley, 2004 S. 115.</ref>

Verluste

449 Gefallene
1208 Verwundete<ref>Adkin: The Trafalgar companion. Aurum Press London, 2005 S. 524.</ref>

4395 Gefallene
2541 Verwundete
21 Linienschiffe erobert
1 Linienschiff zerstört.<ref>Adkins: Nelson’s Trafalgar, The Battle that changed the World Penguin, London, 2004 S. 190.</ref>

Koordinaten: 36° 10′ 57″ N, 6° 1′ 58″ W

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Karte: Spanien
Schlacht von Trafalgar
Datei:The Battle of Trafalgar by William Clarkson Stanfield.jpg
The Battle of Trafalgar von Clarkson Stanfield (1836)

Die Schlacht von Trafalgar am 21. Oktober 1805 war eine Seeschlacht zwischen britischen und französisch-spanischen Streitkräften während des Dritten Koalitionskriegs. Mit ihr begann die mehr als ein Jahrhundert dauernde britische Vorherrschaft zur See. Sie trug indirekt zu Napoleons Niederlage auf dem europäischen Festland bei. Im Verlauf der Schlacht besiegte die britische Flotte unter Führung der Vizeadmirale Horatio Nelson und Cuthbert Collingwood die französisch-spanische Flotte unter dem Kommando von Vizeadmiral Pierre de Villeneuve. Dieser sollte auf Befehl Napoleons aus dem von den Briten blockierten Hafen von Cádiz ausbrechen, um Truppen in Neapel anzulanden. Die französisch-spanische Flotte erlitt vor Trafalgar eine verheerende Niederlage: Die Royal Navy eroberte oder zerstörte 20 feindliche Schiffe, darunter die Santísima Trinidad, während sie selbst kein Schiff verlor. Nelson fiel in der Schlacht, der Sieg aber vereitelte Napoleons Pläne für eine Invasion der britischen Inseln endgültig und markierte den Beginn eines Zeitraums von weit über 100 Jahren, in denen die Royal Navy die Weltmeere beherrschte.

Strategischer Hintergrund

Mit dem Beginn des dritten Koalitionskriegs am 11. April 1805 beabsichtigte Napoleon, die konstante Bedrohung seiner Interessen auf dem europäischen Kontinent durch Großbritannien zu stoppen und eine Invasion durch England zu verhindern. Um die Kontrolle über den Ärmelkanal zu erlangen,<ref>Chandler: The Campaigns of Napoleon Scribner, New York 1966, S. 322.</ref> sollten die französisch-spanischen Flotten von Brest und Toulon aus die britische Blockade durchbrechen und dann über den Atlantik segeln, um die Westindischen Inseln zu bedrohen. Dies sollte einen Teil der britischen Blockadeflotten von den europäischen Gewässern weglocken. Die Flotten von Toulon und Brest (unter Pierre de Villeneuve bzw. Honoré Joseph Antoine Ganteaume) sollten sich dann bei Martinique vereinigen, zurück nach Europa segeln und dort die britische Kanalflotte besiegen.<ref>Clowes: The Royal Navy. Band V. Chatham Publishing, London 1900, S. 94ff.</ref> Die französische Marine war durch die Briten in ihren Häfen Ferrol, Brest, Rochefort, Cadíz und Toulon blockiert. Während die Kanalflotte unter Admiral William Cornwallis zwischen Ushant und der irischen Küste patrouillierte, wurde die französische Flotte von der britischen Mittelmeerflotte unter Vizeadmiral Nelson blockiert.<ref>Adkin: 2005, S. 31.</ref>

Verfolgung

Am 30. März 1805 gelang es der französischen Flotte, Toulon unbemerkt zu verlassen, da die britischen Schiffe durch widrige Winde an einer effektiven Blockade gehindert waren. In der Folge gelang es den französischen Schiffen, sich vor der spanischen Küste mit der spanischen Flotte zu vereinen und den Atlantik zu überqueren.<ref>Mostert: The line upon a wind Vintage Books, London 2007, S. 458ff</ref> Nelson vermutete die Franzosen zunächst weiter im Mittelmeer. Aber als er am 10. April das tatsächliche Ziel in Erfahrung gebracht hatte, nahm er die Verfolgung auf.<ref>Clowes: 1900, S. 102f.</ref> Villeneuve erreichte am 14. Mai Fort de France auf Martinique, wo er auf die Ankunft von Ganteaume mit dem zweiten Teil der Flotte wartete, in Unkenntnis darüber, dass diese noch immer in Brest blockiert war. Villeneuve nutzte seine Überlegenheit bis zur Ankunft Nelsons allerdings nicht aus, sondern blieb nahezu untätig. Als Villeneuve von der Ankunft Nelsons am 4. Juni in Barbados erfuhr, verließ er die karibischen Gewässer fluchtartig Richtung Europa.<ref>Mostert: 2007, S. 463.</ref> Nachdem Nelson die feindliche Flotte nur um wenige Tage verpasst hatte, segelte er am 13. Juni zurück nach England. Um die Admiralität vor der ankommenden Flotte zu warnen, schickte er die Sloop HMS Curieux voraus. Um der Gefahr zu begegnen, befahl der erste Seelord Charles Middleton Vizeadmiral Sir Robert Calder, mit seinen Schiffen dem Feind entgegenzusegeln.<ref>Palmer: Command at sea Harvard University Press, Cambridge, 2007 S. 197.</ref>
Calder gelang es, die zahlenmäßig überlegene Flotte am 22. Juli 1805 vor Kap Finisterre zum Kampf zu stellen. Die Briten eroberten zwei spanische Schiffe, bevor die Schlacht wegen schlechter Sichtverhältnisse abgebrochen wurde.<ref>Mostert: 2007, S. 466.</ref> Anschließend segelte Villeneuve zurück nach A Coruña, wo er von Napoleon den Befehl erhielt, sich im Golf von Biskaya mit dem Rochefort-Geschwader zu vereinigen und danach die Kanalflotte in Brest zu stellen, bevor Nelsons Flotte aus der Karibik zurückgekehrt wäre.<ref>Palmer: 2007, S. 199.</ref> Allerdings segelte Villeneuve unter Missachtung der Befehle Napoleons nicht nach Brest weiter, sondern suchte am 20. August Zuflucht in Cádiz.<ref>Adkin: 2005, S. 57.</ref><ref group="A">Angeblich sollen Villeneuve falsche Informationen über eine überlegene britische Flotte in der Biskaya zugetragen worden sein, weswegen er die Befehle nicht beachtete und nach Cádiz zurückkehrte.</ref> Damit war der strategische Vorteil der Franzosen verloren.<ref>Best: Trafalgar Phoenix, London 2006, S. 157.</ref> Nelson erreichte am 19. August England, verblieb 25 Tage an Land und ging anschließend an Bord der Victory.<ref>Bradford: Nelson. Jovanovich, New York 1977, S. 323.</ref> Am 15. September stach er in See und vereinigte sich am 28. September mit der Blockadeflotte vor Cádiz.<ref>Clowes: 1900, S. 126.</ref>

Gegenüberstellung der Flotten

Großbritannien

Oberbefehlshaber Admiral Nelson<ref name="Clowes131." />
Schiff Kano-
nen
Kommandant Verluste Anmerkungen
getötet verwundet gesamt
Einzelattacke auf die französisch-spanischen Flotte
Africa 64 Kapitän Henry Digby 8 44 52<ref name="Adkin522ff." />
Luv-Division
Victory 104 Kapitän Thomas Masterman Hardy 57 102 159<ref name="Adkin522ff." /> Flottenflaggschiff, Vizeadmiral Horatio Nelson
Temeraire 98 Kapitän Eliab Harvey 47 76 123<ref name="Adkin522ff." />
Neptune 98 Kapitän Thomas Francis Fremantle 10 34 44<ref name="Adkin522ff." />
Leviathan 74 Kapitän Henry William Bayntun 4 22 26<ref name="Adkin522ff." />
Conqueror 74 Kapitän Israel Pellew 3 9 12<ref name="Adkin522ff." />
Britannia 100 Kapitän Charles Bullen 10 42 52<ref name="Adkin522ff." /> Konteradmiral William Carnegie
Agamemnon 64 Kapitän Edward Berry 3 9 12<ref name="Adkin522ff." />
Ajax 74 Kapitän John Pilfold 2 10 12<ref name="Adkin522ff." />
Orion 74 Kapitän Edward Codrington 1 23 24<ref name="Adkin522ff." />
Minotaur 74 Kapitän Charles John Moore Mansfield 3 22 25<ref name="Adkin522ff." />
Spartiate 74 Captain Francis Laforey 3 22 25<ref name="Adkin522ff." />
Lee-Division
Royal Sovereign 100 Kapitän Edward Rotheram 47 94 141<ref name="Adkin522ff." /> Vizeadmiral Cuthbert Collingwood
Belleisle 74 Kapitän William Hargood 33 94 127<ref name="Adkin522ff." />
Mars 74 Kapitän George Duff 27 71 98<ref name="Adkin522ff." /> Kommandant getötet
Tonnant 80 Kapitän Charles Tyler 26 50 76<ref name="Adkin522ff." />
Bellerophon 74 Kapitän John Cooke 28 127 155<ref name="Adkin522ff." /> Kommandant getötet
Colossus 74 Kapitän James Nicoll Morris 40 160 200<ref name="Adkin522ff." />
Achille 74 Kapitän Richard King 13 59 72<ref name="Adkin522ff." />
Revenge 74 Kapitän Robert Moorsom 25 51 76<ref name="Adkin522ff." />
Polyphemus 64 Kapitän Robert Redmill 2 4 6<ref name="Adkin522ff." />
Swiftsure 74 Kapitän William Gordon Rutherfurd 9 8 17<ref name="Adkin522ff." />
Dreadnought 98 Kapitän John Conn 7 26 33<ref name="Adkin522ff." />
Defiance 74 Kapitän Philip Charles Durham 17 53 70<ref name="Adkin522ff." />
Thunderer 74 Kapitän John Stockham 4 12 16<ref name="Adkin522ff." />
Defence 74 Kapitän George Johnstone Hope 7 29 36<ref name="Adkin522ff." />
Prince 98 Kapitän Richard Grindall 0 0 0<ref name="Adkin522ff." />
Sonstige<templatestyles src="FN/styles.css" /> Anm.
Euryalus 36 Kapitän Henry Blackwood 0 0 0 Fregatte
Naiad 36 Kapitän Thomas Dundas 0 0 0 Fregatte
Phoebe 36 Kapitän Thomas Bladen Capel 0 0 0 Fregatte
Sirius 36 Kapitän William Prowse 0 0 0 Fregatte
Pickle 10 John Richards Lapenotière 0 0 0 Sloop
Entreprenante 10 Robert Benjamin Young 0 0 0 Sloop
Großbritannien 7 Dreidecker, 20 Zweidecker, 4 Fregatten, 2 Sloops; 2312 Kanonen

Frankreich-Spanien

Oberbefehlshaber Admiral Villeneuve<ref name="Clowes131." />
Schiff Kano-
nen
Kommandant Verluste Anmerkungen
getötet verwundet gesamt
Neptuno 80 Cayetano Valdés 37 47 84<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Scipion 74 Charles Berrenger 17 22 39<ref name="Adkin522ff." />
Rayo 100 Enrique MacDonell 4 14 18<ref name="Adkin522ff." />
Formidable 80 Jean-Marie Letellier 22 45 67<ref name="Adkin522ff." /> Konteradmiral Pierre Dumanoir Le Pelley
Duguay-Trouin 74 Claude Touffet 20 24 44<ref name="Adkin522ff." />
Mont-Blanc 74 Guillaume-Jean-Noël de Lavillegris 20 20 40<ref name="Adkin522ff." />
San Francisco de Asis 74 Luis de Florès 5 12 17<ref name="Adkin522ff." />
San Agustín 74 Felipe Jado Cagigal 181 201 382<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Héros 74 Jean-Baptiste-Joseph-René Poulain 12 24 36<ref name="Adkin522ff." />
Santísima Trinidad 136 Francisco Javier de Uriarte y Borja 216 116 332<ref name="Adkin522ff." /> Konteradmiral Baltasar Hidalgo de Cisneros y la Torre, gekapert
Bucentaure 80 Jean-Jacques Magendie 197 85 282<ref name="Adkin522ff." /> Flotten- u. französisches Flaggschiff, Vizeadmiral Pierre de Villeneuve, gekapert
Neptune 80 Esprit-Tranquille Maistral 15 39 54<ref name="Adkin522ff." />
Redoutable 74 Jean Jacques Étienne Lucas 300 222 522<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
San Leandro 64 José Quevedo 8 22 30<ref name="Adkin522ff." />
San Justo 74 Francisco Javier Garstón 0 7 7<ref name="Adkin522ff." />
Santa Ana 112 José de Gardoqui 95 137 232<ref name="Adkin522ff." /> Vizeadmiral Ignacio María de Álava y Navarrete, gekapert
Indomptable 80 Jean Joseph Hubert 20 30 50<ref name="Adkin522ff." />
Fougueux 74 Louis Alexis Baudoin 60 75 135<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Intrépide 74 Louis-Antoine-Cyprien Infernet 80 162 142<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Monarca 74 Teodoro de Argumosa 101 154 255<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Pluton 74 Julien Marie Cosmao-Kerjulien 60 132 192<ref name="Adkin522ff." />
Bahama 74 Dionisio Alcalá Galiano 75 66 141<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Aigle 74 Pierre-Paulin Gourrège 70 100 170<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Montañés 74 Francisco Alcedo y Bustamante 20 29 49<ref name="Adkin522ff." />
Algésiras 74 Laurent Tourneur 77 142 219<ref name="Adkin522ff." /> Konteradmiral Charles René Magon de Médine, gekapert
Argonauta 80 José Antonio Pareja 100 203 303<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Swiftsure 74 Charles-Eusèbe Lhospitalier de la Villemadrin 68 123 191<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Argonaute 74 Jacques Épron-Desjardins 55 132 187<ref name="Adkin522ff." />
San Ildefonso 74 Jose Ramón de Vargas y Varáez 34 148 182<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Achille 74 Louis Gabriel Deniéport 480 ? 480<ref name="Adkin522ff." /> gesunken
Principe de Asturias 112 Rafael de Hore 54 109 163<ref name="Adkin522ff." /> spanisches Flaggschiff, Konteradmiral Antonio de Escaño, Admiral Federico Carlos Gravina
Berwick 74 Jean-Gilles Filhol de Camas 75 125 200<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
San Juan Nepomuceno 74 Cosme Damián de Churruca y Elorza 103 151 254<ref name="Adkin522ff." /> gekapert
Sonstige<templatestyles src="FN/styles.css" /> Anm.
Cornélie 40 André-Jules-François de Martineng 0 0 0 Fregatte
Hermione 40 Jean-Michel Mahé 0 0 0 Fregatte
Hortense 40 Louis-Charles-Auguste Delamarre de Lamellerie 0 0 0 Fregatte
Rhin 40 Michel Chesneau 0 0 0 Fregatte
Thémis 40 Nicolas-Joseph-Pierre Jugan 0 0 0 Fregatte
Furet 18 Pierre-Antoine-Toussaint Dumay 0 0 0 Brigg
Argus 10 Yves-Francois Taillard 0 0 0 Brigg
Frankreich 18 Zweidecker, 5 Fregatten, 2 Briggs; 1584 Kanonen
Spanien 1 Vierdecker, 3 Dreidecker, 11 Zweidecker; 1280 Kanonen

<templatestyles src="FN/styles.css" />

Anm. 
Fregatten und Sloops/Briggs werden aufgrund ihrer geringen Kampfkraft bei den im Artikel genannten Schiffszahlen nicht berücksichtigt.

Die Schlacht

Datei:Victory Portsmouth um 1900.jpg
Nelsons Flaggschiff Victory um 1900 in Portsmouth

Napoleon war entsetzt über Villeneuves Verhalten, das ihn zur vorläufigen Aufgabe der geplanten Invasion Englands zwang. Daher befahl er Villeneuve, nach Neapel auszulaufen, um dort die immer noch eingeschifften 4000 Soldaten anzulanden.<ref name="Bennett133ff." /> Da Villeneuve jedoch untätig blieb, beabsichtigte Napoleon ihn durch François Étienne de Rosily-Mesros zu ersetzen. Erst als Villeneuve am 18. Oktober davon erfuhr, wurde er aktiv und stach am 19. Oktober 1805 in See.<ref>Adkin: 2005, S. 425.</ref> Aufgrund der Unerfahrenheit der Schiffsbesatzungen und ungünstiger Winde benötigte die alliierte Flotte bis zum Morgen des 20. Oktober, um aus dem Hafen auszulaufen. Gegen 12 Uhr gab Villeneuve Befehl, drei Kolonnen zu bilden. Doch durch wiederholt drehende Winde dauerte es bis 16 Uhr, bis die gesamte Flotte ihre Formation eingenommen hatte und auf einen südöstlichen Kurs Richtung Kap Trafalgar eingeschwenkt war. Nachdem Nelson am 19. Oktober gegen 9:30 Uhr darüber informiert worden war, dass die Fregatte HMS Sirius das Auslaufen der feindlichen Flotte beobachtet hatte, gab er Signal zur allgemeinen Verfolgung mit Kurs Südost.<ref name="Bennett133ff." /> Nelsons Plan sah vor, die gegnerische Schiffslinie mit zwei Schlachtreihen von der Seite in rechtem Winkel zu durchbrechen.<ref>Clowes: 1900, S. 133ff.</ref><ref group="A">Die damals vorherrschende Praxis sah vor, sich der gegnerischen Flotte in einer einzigen Schlachtreihe zu nähern und dann frontal anzugreifen. Der Grund bestand darin, eine Flotte so leichter dirigieren zu können: Wenn alle Schiffe in einer Linie fuhren, konnten Signale einfacher weitergegeben werden. Außerdem ermöglichte eine solche Linienformation beiden Seiten, sich schnell vom Gegner zu lösen.</ref> Die feindlichen Schiffe in der Nachhut und im Zentrum sollten im Nahkampf niedergerungen werden, bevor die Schiffe der Vorhut wenden und zu Hilfe eilen konnten. Zudem sollte diesen so der Rückzug abgeschnitten werden.<ref>Bennett: 2002, S. 259 ff.</ref> Nelson vertraute dabei vor allem auch auf die bessere Ausbildung und die größere Erfahrung seiner Seeleute und Offiziere.<ref>White: Nelson the Admiral. Sutton, Phoenix Mill 2005, S. 173.</ref>

Am 20. Oktober gegen 18 Uhr sichtete die Achille 18 feindliche Schiffe in Richtung Südsüdwest. Als um 20:30 Uhr Villeneuve davon erfuhr, waren beide Flotten nur noch 15 Seemeilen voneinander entfernt.<ref name="Adkin469ff." /> Da eine Auseinandersetzung somit unmittelbar bevorstand, signalisierte er seinen Schiffen, zu halsen und eine Schlachtlinie mit Backbordbug zu bilden. Mit diesem Manöver wollte er sich den Weg nach Cadíz für den Fall eines notwendigen Rückzugs offen halten. Aufgrund schlechter Windverhältnisse dauerte es etwa zwei Stunden, bis das Manöver abgeschlossen war. Dies hatte den Effekt, dass sich eine unregelmäßige Formation mit vielen Lücken bildete.<ref>Clowes: 1900, S. 134.</ref> Am 21. Oktober um 5:40 Uhr befanden sich die Briten etwa 18 Seemeilen (34 km) nordwestlich von Kap Trafalgar, während sich die französisch-spanische Flotte zwischen den Briten und dem Kap befand. Nelsons letzte Tagebuchaufzeichnung dieses Tages vor Schlachtbeginn lautete:

“Monday Oct 21st 1805
At daylight saw the Enemy’s Combined Fleet from East to ESE; bore away; made the Signal for Order of Sailing and to Prepare for Battle; the Enemy with their heads to the Southward: at seven the Enemy wearing in succession. May the Great God, whom I worship, grant to my Country, and for the benefit of Europe in general, a great and glorious Victory; and may no misconduct in any one tarnish it; and may humanity after Victory be the predominant feature in the British fleet. For myself, individually; I commit my Life to Him who made me, and may his blessing light upon my endeavours for serving my Country faithfully. To Him I resign myself and the just cause which is entrusted to me to defend. Amen, Amen, Amen.”

„Montag, 21. Oktober 1805. Sichtete bei Tagesanbruch die Vereinigte Flotte des Feindes in Ost bis Ostsüdost; hielt darauf zu; setzte das Signal, Schlachtordnung einzunehmen und zum Gefecht klarzumachen; der Feind lief in südlicher Richtung: um sieben halsten die feindlichen Schiffe nacheinander. Möge der große Gott, den ich verehre, meinem Lande zum Wohle ganz Europas einen großen und glorreichen Sieg verleihen; und möge keine Pflichtverletzung irgendeines Mannes ihn trüben; und möge Menschlichkeit nach dem Sieg der vorherrschende Zug in der britischen Flotte sein. Für mich persönlich vertraue ich mein Leben dem an, der mich geschaffen hat, und möge sein Segen sich auf meine Bemühungen legen, meinem Lande treu zu dienen. Ihm gebe ich mich und die gerechte Sache anheim, deren Verteidigung mir anvertraut ist. Amen, Amen, Amen.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Horatio Nelson<ref>Nicolas, Nelson: August 1805 - October 1805 (= The dispatches and letters of Vice Admiral Lord Viscount Nelson. Band VII). Chatham, London 1998, S. 139 f.</ref>

Datei:Trafalgar 1200hr.svg
Angriff der Briten (rot) auf die französisch-spanische Flotte (blau)

6 Uhr bis 14 Uhr

Gegen 6 Uhr morgens signalisierte Nelson seiner Flotte Klarmachen zum Gefecht. Kurz darauf gab er Befehl, zwei Kolonnen zu bilden und in nordöstliche Richtung auf die feindliche Flotte zu segeln.<ref>Adkin: 2005, S. 477.</ref> Als beide Flotten im rechten Winkel aufeinander zusteuerten, ließ Nelson um ca. 11:40 Uhr den eigenen Schiffen per Flaggensignal verkünden: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „England erwartet, dass jeder Mann seine Pflicht tun wird“).<ref>Clowes: 1900, S. 135 f.</ref> Das Kommando über die Lee-Division führte Vizeadmiral Cuthbert Collingwood, die Luv-Division befehligte Nelson auf der Victory. Obwohl Villeneuve sein Manöver erwartete:

« L'Ennemi ne se bornera pas à se former sur une ligne de bataille parallèle à la nôtre et à venir nous livrer au combat d'artillerie, dont le succès appartient souvent au plus habile, mais toujours au plus heureux ; il cherchera à entourer notre arrière-garde, à nous traverser, et à porter sur ceux de nos Vaisseaux qu'il aurait désunis, des pelotons des siens pour les envelopper et les réduire.<ref>Fraser: The Enemy at Trafalgar Dutton, NewYork, 1906 S. 418. archive.org</ref> »

„Der Feind wird sich nicht damit begnügen, eine Schlachtlinie parallel zu unserer zu bilden und uns ein Artilleriegefecht liefern, dessen Erfolg oft dem Geschicktesten, aber immer dem Glücklichsten zukommt. Er wird versuchen, unsere Nachhut zu umzingeln und unsere Linie zu durchstoßen. Und er wird sich bemühen, mit Gruppen seiner Schiffe diejenigen unserer Schiffe zu umzingeln und zu überwältigen, die er abzuschneiden vermag.“

hatte er nicht die Absicht, nach demselben Prinzip anzugreifen, noch schlug er eine wirksame Methode vor, um Nelsons erwarteten Zügen zu begegnen oder sie zu vereiteln.<ref>Clowes: 1900, S. 130.</ref>

Gegen 11:30 Uhr eröffneten die Schiffe der alliierten Flotte mit ersten Fernschüssen auf die Royal Sovereign das Feuer. Um 12 Uhr durchbrach die HMS Royal Sovereign als erste zwischen der Santa Ana und der Fougueux die feindliche Linie.<ref name="Adkin484ff." /> Dabei feuerte sie mit ihren Backbord-Kanonen in den Heckspiegel der Santa Ana und tötete oder verwundete damit einen Großteil der Besatzung. Gleichzeitig feuerte sie mit ihren Kanonen an Steuerbord auf die Fougueux. Dann drehte die Royal Sovereign bei und legte sich längsseits der Santa Ana. Zeitgleich eröffneten die Indomptable, die San Justo und die San Leandro das Feuer auf die Royal Sovereign. Nachdem die Royal Sovereign 15 Minuten allein und ohne Unterstützung dem Feuer von nun fünf Schiffen ausgesetzt gewesen war, durchbrach die Belleisle als nächste die feindliche Linie und feuerte dabei gleichzeitig auf die Santa Ana und die Fougueux. Es entwickelte sich ein mit äußerster Heftigkeit geführtes Gefecht, und nachdem sie die Santa Ana passiert hatte, drehte die Belleisle in Richtung der Indomptable ab. Diese konnte jedoch gerade noch rechtzeitig ausweichen, um eine Breitseite in ihr Heck zu vermeiden. Anschließend entfernte sich die Indomptable in südöstliche Richtung. Währenddessen setzte die Royal Sovereign ihren Beschuss auf die Santa Ana fort, bis sich die Besatzung gegen 14:15 Uhr ergab.<ref name="Adkin488." /> Wenige Minuten nach der Belleisle erreichte die Mars die feindlichen Linien. Doch aufgrund des heftigen Beschusses durch die Pluton und die Monarca gelang ihr kein Durchbruch, sodass sie unter dem Feuer der Pluton in nordöstliche Richtung abdrehte. Gegen 13 Uhr erschien die Tonnant, überholte die Monarca an Backbord und feuerte eine Breitseite in das Heck der Pluton und in den Bug der von Lee kommenden Algéciras.<ref>Adkin: 2005, S. 491–494.</ref>
Um 12:30 Uhr erreichte die Luv-Division mit der Victory an der Spitze die Linie der französisch-spanischen Flotte und durchbrach diese zwischen der Bucentaure und der Redoutable.<ref name="Adkin484ff." /> Dabei geriet die Victory in den Beschuss der Santísima Trinidad, der französischen Neptune und der San Justo.<ref name="Adkin488." /><ref name="Bennett193ff." /> Die Victory ihrerseits näherte sich auf Kernschussweite dem Heck der Bucentaure und feuerte mehrere Breitseiten auf das Schiff, wodurch die Bucentaure schwerste Schäden erlitt und bereits nach wenigen Minuten kampfunfähig war. Die französische Neptune näherte sich daraufhin der Bucentaure und feuerte auf die Victory, wobei sie Schaden am Fockmast und am Bugspriet erlitt. Die Victory fiel daraufhin nach Backbord ab und feuerte auf die sich von Steuerbord nähernde Redoutable. Die beiden aufeinander zusteuernden Schiffe kollidierten daraufhin und lagen nun direkt nebeneinander.<ref>Adkins: 2004, S. 502 f.</ref> Wenige Minuten darauf durchbrach die Temeraire die feindlichen Linien und schob sich zwischen die Redoutable und die französische Neptune.

In dem sich anschließenden Mêlée wurde Nelson von einem Musketenschuss schwer verwundet<ref group="A">Die Kugel durchbohrte seine Schulter, einen Lungenflügel und die Wirbelsäule in Höhe des sechsten und siebten Brustwirbels.</ref> und unter Deck gebracht, wo er gegen 16:30 Uhr verstarb.<ref>Clowes: 1900, S. 144.</ref><ref>Adkin: 2005, S. 502–508.</ref> Zusammen mit der Victory nahm die Temeraire die Redoutable ins Kreuzfeuer, worauf die Besatzung sich gegen 13:30 Uhr ergab.<ref name="Bennett193ff." /> Nach und nach durchbrachen nun immer mehr britische Schiffe die feindliche Linie. Während sich die britische Neptune an Steuerbord der Santísima Trinidad legte und mehrere Breitseiten auf das spanische Schiff feuerte, näherte sich von Norden die Africa und von Süden die Conqueror. Nachdem die Santísima Trinidad etwa eine Stunde dem Feuer von drei Schiffen ausgesetzt gewesen war, ließ Konteradmiral Cisneros gegen 14:35 Uhr den Union Jack als Zeichen der Kapitulation hissen.<ref>Adkins: 2004, S. 508 ff.</ref>

14 Uhr bis 17:15 Uhr

Gegen 14 Uhr signalisierte Villeneuve seiner weiter nach Norden segelnden Vorhut unter dem Kommando von Konteradmiral Dumanoir, dass sie wenden und zu Hilfe kommen solle.<ref group="A">Dumanoir reagierte jedoch erst mit einiger Verzögerung auf diesen Befehl. Warum er nicht sogleich wendete, ist unklar, möglicherweise konzentrierte er sich jedoch zu sehr auf die sich von Norden nähernde HMS Africa, die sich in Richtung Zentrum vorzuarbeiten versuchte.</ref> Nachdem Dumanoir vergeblich versuchte, die Spartiae und die Minotaur zu isolieren, drehte er nach Südwesten ab. Lediglich die Intrépide und die San Augustin folgten Villeneuves Befehl und näherten sich aus nördlicher Richtung dem Kampfgeschehen. Dabei wurden sie von mehreren britischen Schiffen, darunter die Britannia, die Agamemnon und die Leviathan, sofort unter Beschuss genommen, worauf sie sich nach einem einstündigen Kampf der Orion ergab.<ref>Adkins: 2004, S. 518 ff.</ref> Gegen 16:30 Uhr hatte Admiral Gravina denjenigen Schiffen, die dazu in der Lage seien, signalisiert, sich zu versammeln und in Richtung Cadíz zurückzuziehen. Damit endete die Schlacht.<ref>Adkins: 2004, S. 521.</ref> Nach dem Ende der Schlacht war ein Großteil der eroberten Schiffe als auch der eigenen Schiffe so schwer beschädigt, dass sie in Schlepp genommen werden mussten. Daher entschied Collingwood Gibraltar anzulaufen. Doch durch einen verheerenden Sturm, der ab dem 22. Oktober über die Flotte hinwegzog, sah sich Collingwood gezwungen, mehrere gekaperte Schiffe aufzugeben und zu versenken.<ref group="A">Dazu zählten die Santísima Trinidad, die Intrépide, die Redoutable, die San Augustin, die Monarca und die Argonauta</ref> Der Sturm hielt bis zum 29. Oktober an, zerstörte neun Schiffe und kostete weitere 2.700 Mann das Leben. Nachdem der Sturm abgeklungen war, erreichten alle britischen Schiffe sowie die verbliebenen Prisen sicher britische Häfen.<ref>Adkins: 2004, S. 525–529.</ref>

Nachwirkungen

Villeneuve verlor in der Schlacht 18 Schiffe, von denen 17 als Prisen in die Hände der Briten fielen. Zusammen hatte die alliierte Flotte 2458 Tote und 2781 Verwundete zu beklagen. Auf britischer Seite gab es 458 Tote und 1208 Verwundete.<ref name="Adkin522ff." /> Die Schlacht von Trafalgar schaltete die französische Marine als Rivalin der Royal Navy endgültig aus. Die Franzosen konnten die verlorenen Schiffe nur noch teilweise ersetzen, und ihre Kriegsflotte erreichte nie mehr eine für die Briten gefährliche Stärke. Damit war Napoleon nicht mehr in der Lage, die Seeherrschaft des Vereinigten Königreichs zu gefährden. Er musste seine Invasionspläne für die britischen Inseln aufgeben und sich bei seinen Feldzügen auf das europäische Festland konzentrieren. Den Spaniern gelang es in der Folgezeit nicht mehr, eine große Flotte aufzustellen. Gleichzeitig trug die Niederlage bei Trafalgar erheblich zum Verlust ihrer Kolonien in Südamerika bei.<ref>Stilwell: The Trafalgar companion. Osprey, Oxford 2005, S. 189ff.</ref><ref>Michael Sontheimer: Das Weltreich. Herren der Meere. In der Schlacht von Trafalgar rettete Lord Nelson England vor Napoleon. Mit dem Triumph begann das britische Jahrhundert. In: Spiegel Online. 29. Januar 2013, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref>
Die Nachricht vom Sieg und vom Tod Nelsons erreichte London am 4. November. In der Presse wurde Nelson als nationaler Held geehrt und der Sieg über Napoleon gefeiert. Nelson wurde posthum in den Grafenstand erhoben und sein ältester Bruder William erhielt eine jährliche Pension von 5.000 Pfund. Vizeadmiral Collingwood wurde zum Baron ernannt und erhielt 2.000 Pfund pro Jahr. Nelsons Leichnam wurde am 8. Januar 1806 auf der Themse von Greenwich nach Whitehall gebracht, dort erhielt er einen Tag später ein Staatsbegräbnis und wurde in der St.-Pauls-Kathedrale beigesetzt.<ref>Bennett: 2002, S. 284.</ref><ref group="A">Einer Legende zufolge verteilte man den Rum, der seinen Leichnam konserviert hatte, an die Matrosen, die dafür den Namen Nelson’s Blood („Nelsons Blut“) erfanden.</ref> Während die Spanier ihre Niederlage akzeptierten, wurde die Schlacht in Frankreich vollkommen ignoriert. Mit Napoleon immer noch zwischen Ulm und Austerlitz wagte es Frankreich nicht, ein Zeichen der Schwäche von sich zu geben.<ref>Stilwell: 2005, S. 198.</ref> Villeneuve kehrte nach seiner Gefangenschaft im Vereinigten Königreich im April 1806 nach Frankreich zurück. Dort wurde er von Napoleon nach Rennes verbannt und beging am 22. April Suizid.<ref>Humble: Napoleon’s Admirals Casemate Publishers, Havertown 2019, S. 64.</ref>

Gründe für den Sieg der britischen Flotte

Neben Nelsons neuartiger Angriffstaktik waren vor allem die Seeleute und die Offiziere ausschlaggebend. Sie waren besser ausgebildet, disziplinierter und gesünder.<ref group="A">Dies lässt sich darauf zurückführen, dass Nelson besonders darauf achtete, dass genug Proviant an Bord war, die Schiffe möglichst sauber gehalten und regelmäßig Zitrusfrüchte gegen Skorbut ausgegeben wurden.</ref><ref>Adkins: 2004, S. 182 ff.</ref> Ein weiterer Vorteil, den die Briten gegenüber der französisch-spanischen Flotte besaßen, war die Bewaffnung. Während die Franzosen und Spanier weiter den Luntenspieß zum Abfeuern ihrer Kanonen verwendeten, benutzen die Briten einen Steinschlossmechanismus. Dadurch waren sie in der Lage, ihre Kanonen alle 90 Sekunden abzufeuern, während die Franzosen und Spanier dafür vier bis fünf Minuten benötigten.<ref>Adkins: 2004, S. 235., S. 303.</ref>
Villeneuves Führungsqualität im Juli/August 1805 ist oft kritisiert worden. Er wirkte nicht souverän in jenen Monaten. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass ihm eine Flotte unterstand, die ihrem Gegner in der Schlacht von Trafalgar – trotz zahlenmäßiger Übermacht der beiden Verbündeten – kaum gefährlich werden konnte. Seine Entscheidungen am Schlachttag waren der Lage angemessen und er hatte Nelsons Schlachtstrategie klar erkannt. Er signalisierte seiner Vorhut zum Beispiel, zu wenden und damit den Briten in den Rücken zu fallen. Villeneuve hat an diesem Tag auch allgemein alles getan, was ein militärischer Führer an der Spitze einer unterlegenen Streitmacht leisten konnte. Die britische Marine zehrte etwa ein Jahrhundert lang von dem nach der Schlacht von Trafalgar gesponnenen Mythos. Die Schlacht und seine Todesumstände besiegelten endgültig Nelsons Ruhm. Danach musste jeder britische Admiral sich an dem von ihm geschaffenen Mythos um seine Person messen.<ref>Katharina Kellmann: Die Seeschlacht von Trafalgar. In: globkult.de. 12. März 2013, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref>

Anmerkungen

<references group="A" />

Literatur

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Weblinks

Commons: Schlacht von Trafalgar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="Bennett133ff."> Bennett: Nelson the Commander. Penguin, London 2002, S. 133ff. </ref> <ref name="Adkin469ff."> Adkin: 2005, S. 469 ff. </ref> <ref name="Adkin484ff."> Adkin: 2005, S. 484 ff. </ref> <ref name="Adkin488."> Adkin: 2005, S. 488–493. </ref> <ref name="Bennett193ff."> Bennett: 2002, S. 193 ff. </ref> <ref name="Clowes131."> Clowes: 1900, S. 131. </ref> <ref name="Adkin522ff."> Adkin: 2004, S. 522 ff. </ref> </references>

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