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Seefledermäuse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Seefledermäuse
Datei:Ogcocephalus parvus.jpg

Ogcocephalus parvus

Systematik
Acanthomorphata
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Armflosser (Lophiiformes)
Unterordnung: Ogcocephalioidei
Familie: Seefledermäuse
Wissenschaftlicher Name
Ogcocephalidae
Jordan, 1895

Die Seefledermäuse (Ogcocephalidae) sind bodenbewohnende Fische aus der Ordnung der Armflosser (Lophiiformes).

Von den Seefledermäusen zu unterscheiden sind die Fledermausfische (Platax).

Verbreitung

Seefledermäuse leben weltweit, mit Ausnahme des Mittelmeers, in subtropischen und tropischen Meeren, auf dem Grund, meist in größeren Tiefen von 100 Metern. Nur die in der Karibik, im Westatlantik und rund um die Galápagos-Inseln heimische Gattung Ogcocephalus bevorzugt flacheres Wasser.

Merkmale

Die großköpfigen, oft bunten, rot und orange gefärbten und 5 bis 30 cm lang werdenden Fische haben einen merkwürdig abgeplatteten (Ausnahme ist die Gattung Coelophrys), dreieckigen oder runden, zum Teil mit stacheligen Knochenplatten geschützten Körper. Von der Rückenflosse ist nur der erste Strahl geblieben, der zu der für die Ordnung der Armflosser (Lophiiformes) typischen Angel umgebildet ist. Bei einigen Arten sitzt sie auch an einem hornartigen Fortsatz vorne am Kopf (daher der Name Ogcocephalus von (altgr.) ogkos (latinisiert oncus, „Geschwulst“) und kephale „-kopf“).

Lebensraum und Lebensweise

Meistens werden Seefledermäuse weit vor der Küste auf schlammigen oder sandigen Böden gefangen, in der Regel in weniger als 200 m, aber auch aus Tiefen von 1.000 m oder mehr. Einige Arten ausgewachsener und heranwachsender Seefledermäuse kommen küstennah auf offenem Boden zwischen Felsen oder Riffen bis in Tiefen von etwa 90 m vor.<ref name="Bradbury" />

Sie ernähren sich von kleinen Schnecken und Muscheln, von verschiedenen Würmern, kleinen Krebstieren und gelegentlich von kleinen Fischen. In Gefangenschaftshaltung bewegen sich die Tiere nur selten. Sporadisch wackeln sie mit der als Angelköder verwendeten Drüsenstruktur, die sich ein kurzes Stück vor das Maul erstrecken kann, wenn ihnen Nahrung angeboten wird. Dabei scheint die „Angel“ Flüssigkeit auszuscheiden. Es ist jedoch nicht bekannt welche Nahrung von diesem Köder angezogen wird.<ref name="Bradbury" />

Soweit bekannt sind Eier, Larven und Postlarven pelagisch. Die Postlarven sind durchsichtig, kugelförmig, manchmal 25 bis 30 mm groß und schließen die Entwicklung ab wenn sie sich am Boden niederlassen.<ref name="Bradbury" />

Nutzung

Die Arten werden nicht befischt und nur selten gegessen.<ref name="Bradbury" />

Systematik

Phylogenetische Systematik der Ogcocephalidae nach Derouena et al. 2014:<ref name="Derouena et al."/>
 Ogcocephalidae 



Ogcocephalus


   

Halieutichthys


   

Zalieutes


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Halicmetus


   

Dibranchus


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Halieutopsis


   

Coelophrys


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Solocisquama


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Malthopsis


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Halieutaea


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Datei:FMIB 41255 Coelophrys oblonga From the type.jpeg
Coelophrys oblonga
Datei:Atlantic batfish ( Dibranchus atlanticus ).jpg
Dibranchus atlanticus
Datei:Halieutaea coccinea.jpg
Halieutaea coccinea
Datei:Pancake batfish ( Halieutichthys aculeatus ).jpg
Halieutichthys aculeatus
Datei:Halicmetus ruber.jpg
Halicmetus ruber
Datei:Malthopsis lutea.jpg
Malthopsis lutea
Datei:Longnose batfish (Ogcocephalus corniger).jpg
Ogcocephalus corniger
Datei:Dwarf batfish (Ogcocephalus pumilus).jpg
Ogcocephalus pumilus
Datei:Solocisquama erythrina.jpg
Solocisquama erythrina
Datei:Tricorn batfish ( Zalieutes mcgintyi ).jpg
Zalieutes mcgintyi

Es gibt über 70 Arten in zehn Gattungen:<ref>Species of Family Ogcocephalidae Fishbase</ref>

Literatur

  • Kurt Fiedler, Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6
  • Joseph S. Nelson, Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  • Hans A. Baensch/Robert A. Patzner: Mergus Meerwasser-Atlas Band 6, Mergus-Verlag, Melle, ISBN 3-88244-116-X

Einzelnachweise

<references> <ref name="Derouena et al.">Valerie Derouena, William B. Ludta, Hsuan-Ching Hob, Prosanta Chakrabarty: Examining evolutionary relationships and shifts in depth preferences in batfishes (Lophiiformes: Ogcocephalidae). Molecular Phylogenetics and Evolution, Dezember 2014, doi:10.1016/j.ympev.2014.12.011</ref> <ref name="Ho&Last">Hsuan-Ching Ho und Peter Last. 2021. Review of the Batfish Genus Malthopsis from Australia (Lophiiformes: Ogcocephalidae), with Descriptions of Five New Species. Bulletin of Marine Science. 97(1); 165–218. DOI: 10.5343/bms.2020.0037</ref> <ref name="Bradbury">M. G. Bradbury (2002): Ogcocephalidae. In: Kent E. Carpenter (ed.) The Living Marine Resources of the Western Central Atlantic, S. 1054. Food and Agriculture Organization of the United Nations, Rome. (Online, siehe unter Order LOPHIIFORMES)</ref> </references>

Weblinks

Commons: Seefledermäuse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien